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Wie sieht für euch ein gutes Horror-RPG aus?
Eulenspiegel:
Die Regeln sollten einen nicht aus der Immersion reißen. Das perfekte Rollenspiel für mich ist Dread mit seinem Jenga Turm.
Ansonsten kommt es noch darauf an, welche Art von Horror:
Willst du eher Horror, bei dem ein Mörder langsam die Gruppe dezimiert?
Oder willst du lieber Horror im Stile von Die Mächte des Wahnsinns.
Im ersteren Fall wäre mir wichtig, dass das Setting im Prinzip realistisch ist. (Der Mörder kann gerne einige wenige übernatürliche Eigenschaften besitzen, aber ansonsten sollte sich die Welt realistisch anfühlen.)
Die zweite Art des Horrors spielt ja gerade damit, dass die Realität nicht so ist, wie sie uns erscheint. Hier kann man sich an den Traumlanden bei Cthulhu orientieren.
Nin:
--- Zitat von: xergazz am 31.10.2012 | 12:11 ---Den Zerfall der Spielweltlogik zu thematisieren find ich unglaublich spannend. Denkt ihr, dass kann man iwie über bestimmte Mittel fördern oder darstellen? Was könnte das sein?
--- Ende Zitat ---
Ich kann das nur anhand meiner persönlichen Erfahrungen und meines ganz individuellen Geschmacks erklären.
Ein Beispiel aus der nWoD: Ein Raum ohne Türen, in dem die SCs immer wieder landen. In dem Sourcebook werden an der Stelle verschiedene Optionen diskutiert. Eine könnte sein, dass die SCs immer wieder in diesem Raum landen. Sie finden Spuren und Hinweise von anderen, die hier offensichtlich gefangen wurden. Vielleicht müssen die SCs in dem Raum irgendetwas machen müssen, um plötzlich wieder draußen zu sein. In zunehmend kürzeren Zeitabständen und für immer längere Zeit landen sie dann wieder in dem Raum. Worum es eigentlich geht und wie der Teufelskreis zu durchbrechen ist, dass steht auf einem ganz anderen Blatt und sollte am Ende dem Geschehen eine eigene Logik geben.
--- Zitat von: xergazz am 31.10.2012 | 12:11 ---Die Spieler sollen nach Möglichkeit so tief und so lange wie möglich in ihrer Figur eintauchen. Da sehe ich ein Problem, wenn man die Gruppe trennt. Denkst du es gibt eine Möglichkeit, dass einzelne Spieler nicht direkt ganz aus der Sache raus sind?
--- Ende Zitat ---
Naja, das typische drei gehen durch das Tor, aber in dem Moment als der vierte und letzte über die Schwelle schreiten will, schließt sich die Türe... etc...
xergazz:
--- Zitat von: Eulenspiegel am 31.10.2012 | 12:13 ---Die Regeln sollten einen nicht aus der Immersion reißen. Das perfekte Rollenspiel für mich ist Dread mit seinem Jenga Turm.
Ansonsten kommt es noch darauf an, welche Art von Horror:
Willst du eher Horror, bei dem ein Mörder langsam die Gruppe dezimiert?
Oder willst du lieber Horror im Stile von Die Mächte des Wahnsinns.
Im ersteren Fall wäre mir wichtig, dass das Setting im Prinzip realistisch ist. (Der Mörder kann gerne einige wenige übernatürliche Eigenschaften besitzen, aber ansonsten sollte sich die Welt realistisch anfühlen.)
Die zweite Art des Horrors spielt ja gerade damit, dass die Realität nicht so ist, wie sie uns erscheint. Hier kann man sich an den Traumlanden bei Cthulhu orientieren.
--- Ende Zitat ---
Hey. Danke für den Link. Das kannte ich noch nicht.
Der Unterschied zwischen den beiden Fällen ist der grad der Plausibilität, bzw der Nähe zur profanen Wirklichkeit. Verstehe ich dich da richtig? Irgendwie wäre meine Antwort dann "beides". Es würde ganz schlicht beginnen und sich dann aber ins Unglaubwürdige hochschaukeln. Dies könnte zum Beispiel sehr gut durch die Psyche der Figuren entstehen, sodass sich die Welt dadurch verändert, wie die Figur sie wahrnimmt. Es steht also ständig die Frage im Raum "ist es nur das, was du siehst oder ist es tatsächlich da?".
Beispiel (ist hier im Tanelorn schonmal irgendwo gebracht worden):
"Du erlebst mit, wie ein Mann auf offener Straße von einem Lastwagen mehrmals überfahren wird. Bald danach nimmst du Stimmen wahr. Dunkelheit wo keine sein dürfte. Es kommt dir vor als würdest du von einer bösen Macht verfolgt. Du kannst nicht mehr schlafen und nicht mehr essen. Irgendwann bist du am Ende und wachst in einer anderen Zeit wieder auf. Der Mann auf der Straße will dich umbringen, so viel hast du schon erfahren. Und du sitzt in dem Lastwagen. Bringst du ihn erneut um oder weigerst du dich und änderst vielleicht den Verlauf der Ereignisse?"
ErikErikson:
Vielleicht Foreshadowing: Also Bsp. offen Strohhalmziehen, wer den kürzeren hat, dem wird was schlimmes passieren. Wann und was ist nur der Zufallstabelle bekannt.
oder ne idee fürs gruppe trennen: Damit die Spieler, die nix zu tun haben, trotzdem beschäftigt sind, bekommen sie die Aufgabe, Stimmung zu erzeugen. Also z.B. das, was der Sl nur anreisst, in düsteren Worten auszuschmücken, unheimliche Musik auflegen usw.
Maarzan:
--- Zitat von: xergazz am 31.10.2012 | 12:11 ---Es geht um den funken Hoffnung den die Spieler brauchen, um weiterzumachen richtig? Es muss etwas geben, dass sie am Ball hält da geb ich dir recht. Was könnte das in deinen Augen sein. Ich habe in Punkt eins ja schon ein paar Sachen angesprochen? Was fehlt in deinen Augen noch?
--- Ende Zitat ---
Ich habe da jetzt oben nichts erkennen können, was nicht auf Hoffnungslosigkeit zielen würde.
Ich würde sagen:
- Grundlegende Bindungen an NSCs und eine zunächst eher langsame Eskalation. Zu sagen das ist mein geliebter Vater etc. steht auf dem Papier. Das muss als NSC erst einnmal zu Leben erweckt werden udn das kostet Zeit.
- Keine unangemessene Autokills/versagen. Hoffnung und Selbstvertrauen baut auf kleineren Erfolgen und kleinen Ruhepausen auf. Das Gesetz der großen Zahl wird schon dafür sorgen, dass etwas entscheidendes fehlschlägt. Und dann gibt es ja auch noch Mitmenschen ...
Wenn ich so etwas aufzeihen wollte, würde ich also langsam beginnen und das dann langsam abgleiten lassen. Laßt sie die Eltern verlieren, welche die Zeit erkaufen, dass der SC sein Kind in ein nach Möglichkeiten sicheres Exil bringt etc.. Und dann findet jemanden, der die Schildenergie des Refugium für seine Zwecke anzapft.
(Ich habe zuletzt Prometheus gesehen, denke also im Moment so an Alienhorror, eher noch wie für SCs ein kleiner Spacemarinetrupp gegen Aliens, gerade knapp mehr Aliens als schaffbar sind und dann den absehbaren aber nicht mehr vermeidbaren kleinen Dolch im Rücken. )
Und damit wäre ich gegen all die Esotherisierungen. Damit reduziert man die Spieler nur wieder zu knapp interaktiven Filmkonsumenten, die vielleicht mal was klicken können. Meiner Erfahrung nach reagiert die Mehrheit der Spieler dann damit diese Art Spannung mit Pawnspiel bis hin zu slapstick abzulassen.
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