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[Serie] Game Of Thrones - 3. Staffel
Yerho:
Richtig: Cersei hat sich - Moral und familiäre "Eigenheiten" mal außen vor - eigentlich nur einen Fehler: Zu viele mütterliche Hormone. Ansonsten ist sie genau das royale Miststück, das man/frau einfach sein muss, damit der Laden läuft. Das Einzige, was ihr zur richtigen Realpolitikern fehlt ist eben die Fähigkeit, ihren missratenen Sohn zu entsorgen und das nächste Kind in der (gefälschten) Erbfolge zum Thronwärmer aufzubauen.
Aber das sind eben die Folgen eines verquasten Familienlebens. Wenn Tyrion nicht ebenfalls ständig auf die Anerkennung seines Vaters aus wäre, hätte er schon längst auf dem Eisernen Thron sitzen können, sozusagen als "Erster seines Namens", um mal der Sprachregelung zu folgen. Vermutlich wäre es genau das gewesen, was ihm den Respekt seines Vaters eingebracht hätte - der Alte hätte erst einmal über die Eigenmächtigkeit getobt, sich dann selbst in seinem kurz geratenen Sohn wiedererkannt und wäre dann zum Tagesgeschäft (als Hand) übergangen, die das eigentliche Regime führt.
Ist eigentlich jemanden aufgefallen, dass sämtliche Charaktere ungefähr 90% ihres Blödsinns machen, weil sie den Respekt ihrer Eltern erringen oder deren Vorbild nacheifern wollen? (Der Rest macht es für Alkohol und Nutten und ist insofern zu vernachlässigen.) Eigentlich müsste die Saga "A Song of Mom and Dad" heißen. ;D
ErikErikson:
Naja, Cersei ist, das muss man leider schon sagen, höflich ausgedrückt, nicht die weitsichtigste. Wobei ich glaub ich langsam durcheinanderkomme, weil der Film sich nicht an die Buch-Zeitlinie hält.
Es gibt ein Kapitel, da macht sie glaub ich 5 größere Fehler hintereinander, da ist sie mir echt derb auf den Senkel gegangen. Da sie mein 2. liebster Char ist, hoff ich halt, das des noch was wird und sie irgendwann die Kurve bekommt. Wobei ich glaube, das ihr die Anerkennung von Tywin recht schnurz ist, sie will halt an die Macht bzw. da bleiben.
Tyrion würd IMHO auf dem Thron nicht geduldet. Als Aussenseiter und Gnom bekommt er das in so ner instabilen Situation nicht hin.
Yerho:
--- Zitat von: ErikErikson am 28.07.2013 | 10:39 ---Tyrion würd IMHO auf dem Thron nicht geduldet. Als Aussenseiter und Gnom bekommt er das in so ner instabilen Situation nicht hin.
--- Ende Zitat ---
Ähem, da werden Irre, Säufer, Inzucht-Bratzen, inzüchtige Irre und irre Säufer geduldet, so lange es gerade genehm ist. Gerade in einer instabilen Situation mit Feinden vor den Toren würde ein Gnom, der wenigstens seine Sinne beisammen hat, da Geld zusammenhält und - das dürfte das Wichtigste sein - von den Soldaten geschätzt wird als Übergangslösung vermutlich akzeptiert- Womöglich gerade hinsichtlich der Tatsache, dass man ihn aufgrund fehlenden (Anschein-) Anspruchs später leichter wieder loswerden kann.
Warum das von der Story her nicht so geschehen ist, liegt natürlich auf der Hand, aber von der Situation und der Charakteristik Tyrions her hätte ich aber erwartet, dass zumindest thematisiert wird, wie er über diese Option nachdenkt.
Das ist aber nur ein Beispiel. Generell scheint es eine Schwäche der Saga zu sein, dass Konstellationen aufgebaut werden, die eigentlich zu ganz anderen Situationen führen müssten, sich aber zugunsten der Dramatik zuweilen sehr implausibel auswirken. Aber wie gesagt, mangels Kenntnis der Romane weiß ich nicht, ob der Eindruck von Railroading eher dadurch entsteht, dass für die TV-Adaption einige Zusammenhänge gestrichen wurden, die eigentlich für den Ausgang der Situation entscheidend wären.
Teylen:
Tyron hat(te) bisher doch wirklich keinen Anspruch auf den Thron. Wie hätte das funktionieren sollen?
Das hätte eher Jaime versuchen können, der wiederum aber kein Interesse am Thron hat.
Yerho:
Robert Baratheon hatte auch keinen Anspruch auf den Thron. Er hat sich nach erfolgreicher Rebellion einfach draufgesetzt, als niemand da war, der ihn das Sitzmöbel streitig machen konnte oder - wie in Ned Starks Fall - streitig machen wollte. Mit der Unterstützung des Rates, einem Gefolgsmann als Hauptmann der Wache und der Anerkennung durch die Armee wäre das die leichteste Übung gewesen.
Ned Stark hätte das vermutlich auch gekonnt, war aber zu ehrenhaft, um es auch nur in Erwägung zu ziehen. Die einzige Hürde für Tyrion war, dass er aufgrund von [unklaren Grund hier einsetzen] genauso unfähig ist wie seine Schwester, das kleine Inzuchtfrüchtchen zu entsorgen bzw. entsorgen zu lassen. Sprich, die Mentalitäten, Loyalitäten und moralischen Vorbehalte aller Charaktere schwanken zumindest in der Serie häufig ohne erkennbaren Grund immer so, dass die Handlung den gewünschten, nicht aber den aus den vorliegenden Informationen plausiblen Verlauf nimmt.
Daher meine Frage an die Kenner der Romane, ob die TV-Adaption da einfach nur viele Dinge auslässt und kürzt, welche die Entscheidungsprozesse beeinflussen, oder ob das Railroading schon in den Romanen angelegt ist.
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