Pen & Paper - Spielsysteme > Fate
Anderthalb Stunden mit 0 Fate Punkte
Praion:
Grüße,
ich hatte mich am Mittwoch mit dem Zornhau unterhalten und er meinte, ihm wäre es schon öfter mal passiert, dass er über eine Stunde auf 0 Fatepunkten saß da weder der SL in gereizt hat noch ihm ein Selbstreiz einfiel.
Kommt sowas bei euch vor?
Für mich ist sowas nämlich klarer Ausfall der Spielleitung.
Wenn ich jemand länger als ne halbe Stunde ohne neuen Reiz dasehen sitze würde ich mir sagen ich hab versagt als Spielleiter.
Für mich wäre dass dann Pflicht den Spieler sofot, auf Teufel komm raus, zu reizen. Das kann einen starken Bruch in der bisherigen Handlung oder wahtever geben aber das ist ja egal. Dafür sind Reize ja auch da, um neue Dinge einzubringen. Wenn ich von meiner vorgefertigten Idee nicht abweichen will würde ich ja auch nicht Fate spielen.
Natürlich trifft es den Spieler auch. Wenn ich über die ganze Zeit keinen passenden Selbstreiz finde dann hab ich auch geschlafen oder meine Aspekte sind nicht knallig genug. Natürlich kann das passieren. Trotzdem liegt die Aufgabe des SL mit darin die Leute zu reizen und die Fatepunkte zu verteilen. Spieler sollten sich idealerweise auch "oft" selbst Reizen aber das ist ja nicht ihre Hauptaufgabe.
Wie seht ihr das? Spieler mit 0 Fate über lange Zeit - Spielleiterausfall?
Selganor [n/a]:
In unserer "Miami Knights"-Runde habe ich oefters mal den Fall dass ich an einem ganzen Wochenende kaum mehr als einen (vielleicht mal 2) Fate Points dazukriege, allerdings habe ich oft auch am Ende noch meine 3 Refresh mit denen ich anfange.
Die Runde ist allerdings auch mit 5 Charakteren kreuz und quer ueber die Szenerie verteilt und mein Charakter meistens weniger im Scheinwerferlicht sondern eher als "Support" (besonders in Kaempfen) - und ich habe damit auch kein Problem.
Scimi:
Natürlich kann man FP sehr viel schneller rausheizen als wiedergewinnen. Aber gerade wenn der Vorrat knapp wird, sollte es Gelegenheiten geben, ein paar wiederzugewinnen.
Andererseits ist "eine Stunde" jetzt auch nicht unbedingt ein objektives Zeitmaß beim Rollenspiel. Wenn in der Zeit z.B. nur eine oder zwei Szenen gespielt wurden, finde ich das jetzt nicht besonders "lang".
Eliane:
Selber spiele ich zwar nicht so oft Fate, aber mir passiert es öfter, dass ich länger keine Punkte bekomme. Das macht mir nicht wirklich was aus und liegt entweder daran, dass ein anderer gerade Spotlight bekommt, oder dass sich mein Charakter in der Situation nicht so toll reizen lässt. Meistens falle ich allerdings nicht auf null Punkte, weil ich entsprechend sparsam mit ihnen umgehe. Das letzte Mal hat der Spielleiter sich, als er merkte dass ich keine Punkte mehr hatte, viel Mühe gegeben, mir neue zukommen zu lassen.
Ich finde nicht, dass man generell von Spielleiterausfall sprechen kann, denn der Spieler kann zum einen durch den Umgang mit den Punkten verhindern, dass sie ständig auf null sinken, zum anderen kann er durch die Aspektwahl die Reizbarkeit beeinflussen. Wenn der Spielleiter einen Spieler komplett ignoriert oder sich weigert, ihn seine Aspekte anpassen zu lassen weil sich diese als unreizbar herausgestellt haben, dann ist das für mich ein Totalausfall, vorher nicht. Einen krassen Bruch in der Handlung nur um Aspekte reizen zu können finde ich keine besonders gute Lösung, außer es lässt sich (von mir aus auch später) einigermaßen logisch erklären und passt ins Spiel.
Selbstreizen ist nicht so mein Ding, dann doch lieber zwischen Spielern reizen. Die Spieler sollten allerdings schon dafür sorgen, dass ihre Aspekte einigermaßen verwendbar sind. Im Fall von Kreativitätslöchern kann man ja Unterstützung von außen anfordern.
LordBorsti:
Die "Schuld" liegt meiner Meinung auf beiden Seiten.
Generell sehe ich es aber schon als Aufgabe des SL die Aspekte von Spielern zu Reizen, die nur noch wenige (0-1) Fatepunkte haben.
Auf der anderen Seite sollte man aber auch als Spieler vernünftig mit seinen FATE Punkten haushalten. Jeder FATE Punkte, den ich ausgebe, stellt ein Schwerpunkt in der Geschichte da. Ich sage damit: "Das hier ist mir wichtig, das will ich unbedingt schaffen!".
Wenn ich als Spieler mit Fatepunkten nur so um mich schmeiße und mir alles wichtig ist, dann sitzt man halt schnell ohne FATE Punkte da und der SL kommt mit den Compels nicht hinterher. Man muss halt einen vernünftigen Fluss aufrecht erhalten. Brauche ich meine Fatepunkte zu schnell auf, sitze ich halt ohne da. Gibt der SL zu wenig Fatepunkte raus genauso. Da gilt es sich mit dem SL abzustimmen, sich aufeinander einzustellen und einzuspielen.
Weitere Probleme, die zu dem oben genannten Problem führen könnten:
- Der Trouble Aspekt ist nicht breit genug angelegt. Der Trouble Aspekt sollte dem Charakter häufig Probleme machen. Dementsprechend sollte der Trouble Aspekt auch etwas breiter anwendbar formuliert sein. Wird der zu speziell, wird es schwierig für den SL den häufiger zu Reizen.
- Überwiegend positive Aspekte. Viele Aspekte sind zwar doppelt anwendbar, tendieren aber am Ende dann aber doch in positive oder negative Richtung. Wenn hier die Balance aller Aspekte nicht stimmt, kann man auch schnell auf dem Trockenen sitzen. Als Test ordne ich den Aspekten gerne ein +, -, oder 0 zu. + ist eher positiv also für invoke, - ist eher negativ also compel, 0 ist beides. Ich bilde dann die Summe und weiß in welche Richtung die Fatepunkt Ökonomie etwa gehen könnte.
- Unklare Aspekte: Manchmal hilft es auch einfach mal mit dem SL über die Aspekte des Charakteres zu plaudern und die einzeln auf Compel Möglichkeiten abzuklopfen.
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