Pen & Paper - Spielsysteme > Cypher System
Numenera
Wisdom-of-Wombats:
Deine Fragestellung wird von Monte Cook im Lovecraftian Numenera Glimmer eigentlich komplett beantwortet.
Tsu:
Kannst Du das bitte kurz erläutern oder die Kernaussage zusammenfassen?
Wisdom-of-Wombats:
Im Prinzip sagt Cook das Gleichd wie Waldviech über die Setting-Ähnlichkeiten, gibt zusätzlich Tipps wie man den speziellen Lovecraft Horror erreicht: die Menschen sind klein und unbedeutend, Sicherheit ist eine Illusion, Entdeckungen können ungeahnte Gefahren nach sich ziehen, und Visitanten und Mutanten sind nicht vertrauenswürdig. Wobei er aber klar sagt, dass der typische Lovecraft-Rassismus unter Menschen nicht funktioniert. Zum einen weil es keine starken Unterschiede mehr zwischen den Völkern gibt und zum anderen, weil das Setting so geschrieben wurde, dass es keinen Rassismus unter Menschen geben soll. Visitanten und Mutanten anscheinend ausgenommen (siehe auch Angulan Knights und Fahat).
rillenmanni:
Zudem funktionieren Cypher unzuverlässig / unvorhersagbar. (Das ist aber mE an eine GM Intrusion gebunden.) All das taucht nicht nur den Mi-Go, sondern alles in ein schrecklich-seltsames Licht.
Wobei man den einsetzenden Wahnsinn ganz wie bei CoC und Konsorten einfach als gegeben hinnehmen muss. Wirklich sinnvoll erklären kann man das wohl nicht.
Sanity verliert man aber nicht nur bei Mythoswesen, wenn ich das richtig verstanden habe. Er hat zwei der gewalttätig-schrägen GRW-Monster genannt, für die das ebenso gelte.
Kein Rassismus: Visitanten und Mutanten sind ausgenommen - zum Glück! Wenn ich Glücksbärchis spielen möchte, spiele ich Glücksbärchis, nicht Numenera. Und ich kann mich an einen Mutantenhasser aus unserer Runde erinnern. :) Dem würde ja gleich was Essentielles genommen werden.
Achamanian:
Ich lese gerade endlich mal das Regelwerk richtig, um eine Testrunde vorzubereiten, und da es hier ja doch einige Numenera-Spieler gibt, stelle ich mal ein paar Fragen:
Das eine, was mich ein bisschen irritiert, ist die Heilung. 4 Heilungswürfe am Tag, jeweils 1W6+tier - da bekommt man ja im Schnitt täglich 16 Punkte zurück, etwa die Hälfte von dem, was man als Anfängercharakter normalerweise an Pool-Punkten hat. Und es gelingt einem auf jeden Fall automatisch mit jedem Regenerationswurf, alle Verwundungsstufen (impaired und injured) abzubauen, wenn man seine (mindestens 2) Punkte richtig verteilt.
Entwertet das nicht weitgehend die Heilung durchs Cyphers und Fähigkeiten? Wenn man nach spätestens zwei Tagen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon wieder ganz ausgeheilt ist, selbst, wenn man an der Schwelle des Todes stand, dann ist man ja praktisch nie auf anderweitige Heilung angewiesen - es sei denn, man macht einen Nonstop-Dungeon-Romp, für den Numenera aber laut Regelwerk eigentlich nicht ausgelegt ist.
Was für das Testspiel noch nicht relevant ist, mich aber interessiert: Im Regelwerk wird behauptet, dass die "tiers" keinen so großen Machtzuwachs bedeuten würden. Aber wenn ich es richtig sehe, steigt pro Tier Effort und in der Regel auch eine Edge, und gerade das scheinen mir die Werte zu sein, die SC enorm mächtig machen - wenn ich auf Tier 6 Effort 6 und in einer Edge von 6 in einem Schwerpunktattribut habe, dann kann ich bei jedem entsprechenden Task zum Preis von nur einem Poolpunkt eine Schwierigkeit um 3 Stufen verringern; Und wenn ich sieben Punkte auf den Kopf haue, dann senke ich die Task-Difficulty immerhin schon um 6! Wenn dazu jetzt eine Spezialisierung komme und dann noch ein Asset, dann hat man bald selbst das oberste Ende der Skala auf Null gedrückt. Und geheilt hat man die eingesetzten Poolpunkte mit W6+6 ja (bei den ersten beiden Recovery-Würen) auch innerhalb von ein paar Sekunden oder Minuten. Dazu kommt noch, dass die Foki-Fertigkeiten auf tier 6 zum Teil extrem mächtig erscheinen (Beliebige Illusionen auf ein qkm?).
Zumindest auf den obersten beiden Tiers müssten die SC doch denen der unteren beiden in jeder Beziehung haushoch überlegen sein, oder? Das beißt sich ein bisschen mit der Behauptung im Regelwerk, es käme nicht so darauf an, ob man seine XP für kurzfristige Vorteile ausgibt oder sie spart und zum Steigern und Tier-Aufstieg verwendet, das seien beides nur unterschiedliche, gleichberechtigte Herangehensweise. Auf mich macht es den Eindruck, dass der, der brav seine XP für Steigerungen ausgibt, schon enorme Vorteile hat. Was mich wieder zu der Frage bringt, ob diese Vermengung von Gummipunkten und XP wirklich sinnvoll ist und man beides nicht lieber voneinander getrennt halten sollte.
Was sagen die spielerfahrenen?
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