Pen & Paper - Spielsysteme > Fate
FC: Sozialer Konflikt
LvR:
Danke schonmal für die Antworten :)
Natürlich steht der Ausgang nicht fest, was aber beide Richtungen einschließt. Nach meinen bisherigen RP Erfahrungen hätte der Spieler das alles geblockt, weil es ihm nicht in den Kram passt (und auch weil das System (DSA) einen hierbei kein Stück unterstützt). Auf der einen Seite ist es für Spieler kein Problem, wenn der eigene Char im Kampf verletzt wird, aber wenn er an seinen bisherigen Überzeugungen (durchaus auch nur vorrübergehend) zweifeln soll, dann wird das abgelehnt (so zumindest meine bisherigen Erfahrungen). Evtl. auch aus dem Grund, dass man als Spieler nicht einschätzen kann, was denn das Ergebnis der Gegenseite bedeutet.
Da Fate entsprechende Mechanismen bietet um jede Stufe von "Ist mir egal was du erzählst" über "Hm, das klingt gar nicht so dumm, was der erzählt" bis hin zu "Yeah! Die Dunkle Seite ist ja doch viel cooler!" darzustellen wollte ich einfach ein paar Meinungen / Anregungen dazu einholen, da mir hier noch jegliche Erfahrung fehlt, was solche einschneidenden geistige Konflikte angeht.
Es gibt aktuell keinen konkreten Fall, allerdings könnte es demnächst in unserer Fate Aventurienrunde bei "Staub und Sterne" zu einem Gespräch mit Liscom kommen, in dem es genau zu solchen Situationen kommen kann. Liscom wird über Götter und deren Machtlosigkeit fabulieren und Auswirkungen auf die z.T. sehr gläubigen Chars könnten durchaus vorhanden sein. Da will ich einfach ein besseres Gefühl für haben, wie es aussehen kann.
Das Starwars Bsp war einfach wg der großen Bekanntheit (und weil mir nix passenderes eingefallen ist) gewählt.
Auf jeden Fall waren hier schon einige interessante Sachen dabei :d
Auribiel:
--- Zitat von: winterknight am 13.09.2013 | 14:54 ---Die Frage ist halt ist es interessant das auszuwürfeln? Das ist in meinen Augen die Holzhammer Methode.
--- Ende Zitat ---
Ehrlich gesagt bin ich froh darüber, dass es bei Fate ein Regelelement zur Abbildung sozialer Konflikte gibt. Und wenn ein SC einen NSC damit außer Gefecht setzen kann, dann sollte das auch anders rum gehen. Das gibt dem Rollenspiel etwas unvorhergesehenes, dass ich durchaus schätze. Klar kann man das auch ohne zu würfeln machen, aber wenn das System schon die Möglichkeit bietet, das auch mit Würfeln und TROTZDEM unter Kontrolle des Spielers abzubilden?
Klar kann der Spieler trotzdem sagen: Okay, eigentlich hab ich den Konflikt ja gewonnen, trotzdem find ich das so cool, dass meinem SC Zweifel an seinem Weltbild kommen.
Holzhammer-Methode sehe ich beim Auswürfeln daher nicht, zumal ich ja sage: Der Spieler entscheidet ganz fate-like wo die Reise hingeht. ;)
Necoras:
Ich schließe mich den anderen an: So etwas sollte auf jeden Fall nur mit Einverständnis des betreffenden Spielers passieren.
Da Ihr DSA spielt, fallen mir noch zwei Dinge ein:
1. Falls Ihr schon länger DSA spielt und quasi "Aventurien gewöhnt seid", also auch bspw. daran gewöhnt seid, dass die Helden eben auch ein bisschen heldenhaft sind und Gutes in der Welt bewirken wollen, wäre ich vorsichtig mit dem ankratzen der moralischen Integrität der SCs. Ich persönlich finde derartige Gewissenskonflikte eigentlich total spannend. Allerdings wurde mein zwergischer Drachenkrieger einmal in einen Pakt gezwungen, weil er Proben vergeigt hat (sic!). Der SL hatte halt Spaß daran, auch charakterliche Abgründe auszuloten. Das passte mir aber eigentlich so gar nicht in mein Charakterkonzept eines rechtschaffenen und streng angroschgläubigen Drachenkriegers, dessen Bruder selbst Priester war etc. In einem heldenhaften Setting ist es ja meist implizit Teil des Gruppenvertrags, dass man nur begrenzt auf charakterliche Schwächen eingeht... Daher finde ich hier die Absprache mit dem Spieler umso wichtiger.
2. Staub und Sterne? Liscom von Fasar? Dunkle Einflüsterungen? WICKED! Da Du mit Liscom einen Borbaradianer erster Güte hast, böte es sich an, den Spieler, nicht den Charakter, ein wenig zu verführen! Was meines Erachtens immer sehr gut funktioniert und auch völlig konsistent mit borbaradianischer Ideologie ist, sind Zweifel an der göttlichen Ordnung und damit auch an dem monarchischen Weltbild: Borbaradianer stellen das Individuum in den Vordergrund. Jeder kann zaubern, wenn er das nur will. Götter und Dämonen sind eigentlich eins; sie werden nur von unterschiedlichen Menschengruppen instrumentalisiert. Nichtmagiebegabte bzw. solche Menschen, die nicht nach der Magie und Höherem streben, sind minderwertige Untermenschen etc. Ich würde vielleicht noch eine Prise "Chroniken von Ilaris" dazu nehmen (da gibt auch gute Downloads dazu!), damit man das moderne Weltbild, das wir heute haben, als Köder verwenden kann: Warum sollte es Menschen geben, die aufgrund ihres angeborenen Standes und nicht aufgrund individueller Leistung über anderen Menschen stehen? Mit welchem Recht leben die Könige dieser Welt in Saus und Braus, während die Bauern und Knechte nichts zu fressen haben? Die wenigsten Spieler, mit denen ich gespielt habe, versuchen tatsächlich ein (pseudo-)mittelalterliches Weltbild beim Rollenspiel umzusetzen. Die meisten konstruieren sich dann noch irgendwelche Rechtfertigungen wie "Naja, Rohaja ist ja auch eine ganz, ganz besondere; ist schon ok, dass sie die von den Göttern eingesetzte Kaiserin ist."
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