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[Fate Core] zu wenig Herausforderung?

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LordBorsti:

--- Zitat von: DerEskapist am 13.11.2013 | 20:40 ---...
Da ich mit klassischen Rollenspielsystemen groß geworden bin, widerstrebt mir dieser automatische "I win button" für die SC trotzdem. Denn in der klassischen Denke würde man sagen "Ich habe mir die Situation hier so vorgestellt: Wenn sie diese Situation mit Gewalt lösen wollen, dann haben sie kaum eine Chance und spielen eben bewusst mit ihrem Leben - sie sollten hier eher ihren Verstand einsetzen".

Vielleicht ist das eine nicht-FATE-Denkweise, aber meine Sicht ist hier: Wenn immer alles gelingt, egal wie dämlich es losgetreten wird, dann wird Rollenspiel zum reinen Erzählspiel bei dem nix mehr schief gehen kann. Ich aber liebe die verbleibende Unsicherheit, sowie dass man Grips braucht um bestimmte Dinge zu bewältigen. Das ist die Herausforderung am Spiel.
...

--- Ende Zitat ---

Um wieder den Bogen zur Ausgangsfrage zu spannen: Diese Denkweise und Leitstil - den ich keineswegs anzweifeln oder schlecht reden will - die du in deinen Posts vertrittst, beißt sich zu einem gewissen Teil mit der Art und Weise wie FATE designt wurde. Spielt man FATE entgegen dieser Philosphie, zerbricht es zwar nicht (im Kern ist FATE doch recht klassisch), aber es treten halt ein manchen Stellen Probleme auf.

Bei "klassischen" RPGs kannst du als SL im gewissen Rahmen festlegen auf welche Weise ein Problem optimal zu lösen ist und welchen Ausgang es nimmt, indem man an den Schwierigkeiten dreht. Das geht bei FATE as written nur in begrenztem Rahmen, da die Spieler über die FATE Punkte sich "Erfolge" erkaufen können.

Wenn man dieses "Problem" lösen will, gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten:

1. Man passt den Spiel- und Leitstil an des Regelsystem an. Dafür muss man aber verstanden haben, wie FATE "tickt" und das versuche ich hier in dem Thread zu erklären.

2. Man passt die FATE-Regeln an den eigenen Spiel- und Leitstil an. Aber auch hier sollte man wissen, wie FATE as written funktioniert, damit man an den richtigen Schrauben dreht.

Um FATE deinem (Eskapist) Leitstil anzupassen, würde ich zum Beispiel empfehlen, die Anzahl der Aspekte zu begrenzen die pro Wurf eingesetzt werden können. Dadurch können die Spieler ihre Wurfergebnisse nicht mehr unbegrenzt durch den Einsatz von FATE Punkten in die Höhe schrauben.

Diaspora (Hard Sci-Fi) verwendet zum Beispiel eine solche Limitierung. Sinngemäß nach FATE Core übersetzt, sieht die Regel wie folgt aus:

Pro Würfelwurf darf maximal 1 Charakteraspekt, 1 Situationsaspekt und 1 Gameaspekt verwendet werden. Das Maximum liegt hier dadurch bei Wurf + Skill + 6.

Das finde ich persönlich wesentlich eleganter als zum Beispiel die Glücksspiel-Variante von Age of Arthur, vor dem Wurf Aspekte ansagen zu müssen, da bei Diaspora die Kernregeln von FATE unangetastet bleiben.


--- Zitat von: LordOrlando am 13.11.2013 | 20:56 ---Wow, erst mal vielen Dank für die vielen guten umd konstruktiven Beiträge  :d
Soviel information muss ich erst mal verarbeiten, aber nach dem ersten querlesen scheint mir unter anderem ein mehr an dramatischen Situationen durch scene framing ein geeignetes mittel zu sein. Problem dabei dürfte aber sein, das meine Spieler zuweilen recht lahmarschig  :) sein können, und sich eher schwer beschleunigen lassen, was ja auch ihr recht ist.

--- Ende Zitat ---

Wenn du und deine Spieler gerne "lahmarschig" spielen, kannst du auch einfach weniger Refreshs machen. Standard ist ja ein Refresh am Anfang eines Spielabends. Probiert doch mal aus nur am Anfang eines neuen Szenarios einen Refresh zu machen.

DerEskapist:

--- Zitat von: LordBorsti link=topic=87123.msg1774093#msg1774093 ---Um FATE deinem (Eskapist) Leitstil anzupassen, würde ich zum Beispiel empfehlen, die Anzahl der Aspekte zu begrenzen die pro Wurf eingesetzt werden können. Dadurch können die Spieler ihre Wurfergebnisse nicht mehr unbegrenzt durch den Einsatz von FATE Punkten in die Höhe schrauben.

Diaspora (Hard Sci-Fi) verwendet zum Beispiel eine solche Limitierung. Sinngemäß nach FATE Core übersetzt, sieht die Regel wie folgt aus:

Pro Würfelwurf darf maximal 1 Charakteraspekt, 1 Situationsaspekt und 1 Gameaspekt verwendet werden. Das Maximum liegt hier dadurch bei Wurf + Skill + 6.

Das finde ich persönlich wesentlich eleganter als zum Beispiel die Glücksspiel-Variante von Age of Arthur, vor dem Wurf Aspekte ansagen zu müssen, da bei Diaspora die Kernregeln von FATE unangetastet bleiben.

--- Ende Zitat ---

Danke. Das ist ein sehr guter Ansatz. Das wird mir weiterhelfen.
Meine Spieler kommen ebenfalls vom klassischen Rollenspiel und daher habe ich sie bisher noch nicht mehr als 3 Aspekte einsetzen sehen, aber das wird mit zunehmender Erfahrung steigen und da ist die Diaspora - Regelung genau richtig.
Vielleicht wird meine Denkweise durch "exposure" noch "fatiger" werden, aber das weiss ich nicht da das Thema Herausforderung mir wichtig ist...
Aber das Forum hier ist ja gerade dabei mir neue Anregungen zu geben. :)

Gorilla:
Vielleicht bist du auch noch nicht genug auf der Meta-Ebene angekommen?
Herausforderungen kann es bei FATE ja auch geben. Nur ist "die Herausforderung" nicht unbedingt der einzelne Boss-Fight, sondern das Überwinden der ganzen Spiel-Sequenz (von der der Boss-Fight ein Teil ist). Schließlich ist FATE da sehr klassisch: Fatepunkten und Stressbalken als endliche Ressourcen (zumindest pro Zeitabschnitt), um die SC ein Ziel erreichen zu lassen.
Im Gegensatz zum "klassischen RSP" haben die Spieler aber eben viel mehr Einfluss darauf, wo welcher Schwerpunkt liegt (je nachdem, wann, wo und wie sie ihre Ressourcen einsetzen (s. Borsti)).

Herausforderung geht. Aber eben mehr als Gesamtbild denn als "Encounter".

LordBorsti:

--- Zitat von: Gorilla am 14.11.2013 | 17:45 ---...
Herausforderung geht. Aber eben mehr als Gesamtbild denn als "Encounter".

--- Ende Zitat ---

Ah es lag mir auf der Zunge.

Draig-Athar:

--- Zitat von: Gorilla am 14.11.2013 | 17:45 ---Herausforderung geht. Aber eben mehr als Gesamtbild denn als "Encounter".

--- Ende Zitat ---

Da überlege ich mir noch, wie ich unseren Weg zu einem herausforderndem Spielstil bei Fate beschreiben kann, ohne dafür einen ellenlangen Monolog verfassen zu müssen, und dann fasst das Gorilla so schön in einem Satz zusammen :d

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