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[Weiß jemand was über] Hillfolk

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Narrenspiel:
Ich hab' auch einen Hillfolk-Oneshot gespielt und mich hat's jetzt nicht außerordentlich begeistert.

Das Spiel hat ein sehr gutes Setup-System, das darin endet, dass jeder Charakter etwas von einem anderen SC will, das derjenige ihm aber erstmal nicht geben kann oder will. Das kann mit wenig Arbeit sehr schnell zu tollen Dynamiken in der Gruppe führen, die überaus dramatauglich sind.

Danach werden dann reihum Szenen erzählt, die man entweder selbst framt (oder für sich framen lässt, glaube ich), in denen der eigene SC irgendwas erreichen will. Erreicht er sein Ziel, gibt er einen Dramapunkt an den Spieler des SCs, der es ihm ermöglicht hat; verwehrt der andre ihm sein Ziel, bekommt er einen Dramapunkt. Dramapunkte können dann als Erzählrechte eingesetzt werden - für 2-3 kann man zB dafür sorgen, dass einem ein Wunsch auf jeden Fall gewährt wird, oder man kann seinen SC in einer Szene aufploppen lassen, usw...

Das Setup fand ich super, das Spiel an sich nicht schlecht, aber auch nicht besonders innovativ. Bei uns sind die Dramapunkte stark hin- und hergewandert, sodass man sie nie groß für Erzählrechte eintauschen konnte, weil man nie genug hatte. Für alles andere - Szenen framen, in denen ich einen Konflikt definiere - brauche ich kein System, das kann man auch Freiform machen. Erfahrene Dramaspieler brauchen Hillfolk also nicht, unerfahrene greifen mMn lieber zu Fiasco, weil's ein bisschen strukturierter ist. Oh, und es gibt in den Dramaszenen keinen stochastischen Mechanismus, es wird wirklich alles durch die Spieler entschieden.

Tyloniakles:
Erwähnen sollte man auch, dass viele sehr bunte, spannende Settings im Band vorgestellt werden. Das geht von Fantasy bis Kalter Krieg und hat eigentlich immer einen ganz reizvollen Spin.

Das Spiel hängt glaube ich besonders stark davon ab, was man daraus macht, weil die Regeln eher schmal sind und die tatsächliche Interaktion im Spiel sehr wichtig.

Chiarina:
Danke für eure Antworten (vielleicht bekomme ich ja doch auch noch Kardinal Richelingo vor´s Mikro...?) Mein Eindruck ist etwas konkreter geworden. Ob ich das Ding kaufe, weiß ich allerdings immer noch nicht.


--- Zitat von: Narrenspiel ---Erfahrene Dramaspieler brauchen Hillfolk also nicht, unerfahrene greifen mMn lieber zu Fiasco, weil's ein bisschen strukturierter ist.
--- Ende Zitat ---

Ich mag Fiasco wirklich gern, woran ich aber bei Hillfolk hängengeblieben bin, war ein Kommentar, der besagte, damit könnte man das Fiasco-Feeling als Kampagne haben. Kann das nicht ein Argument für das Spiel sein?

Außerdem: Was ist mit nicht ganz so routinierten Dramaspielern, die es gern mal mit wenig Struktur versuchen würden? ("Hillfolk kaufen!" oder "Gib´s auf!"?).

Narrenspiel:

--- Zitat von: Chiarina am 16.09.2015 | 14:48 ---Ich mag Fiasco wirklich gern, woran ich aber bei Hillfolk hängengeblieben bin, war ein Kommentar, der besagte, damit könnte man das Fiasco-Feeling als Kampagne haben. Kann das nicht ein Argument für das Spiel sein?

--- Ende Zitat ---

Kann ich vielleicht aufgrund des Oneshots nicht gut beurteilen (vielleicht gibt es da ja noch Kampagnenregeln, die ich nicht kenne). Wenn ich mich recht an die Einleitung erinnere funktioniert Hillfolk da so, dass jede Episode einer Kampagne (wie bei einer Fernsehserie) den Schwerpunkt auf einen Charakter und dessen Konflikte legen soll. Ich glaube, dass das ein bisschen wie PTA gedacht ist (Wäre PTA nicht vielleicht auch eine Alternative für euch?).

Fiasco als Kampagne kann ich mir ja eh nur schwer vorstellen, weil die Mechanik ja drauf ausgelegt ist, dass sich die Spannung bis zum Tilt immer weiter aufbaut und dann mit unvorhergesehenen Konsequenzen explodiert. Wenn du sowas jetzt einfach langsamer haben willst (also 2-3 Sessions vor dem Tilt), dann gibt dir Hillfolk keine Mechanik an die Hand, das so zu gestalten. Du kannst das natürlich tun, indem ihr's als Spielziel verabredet, aber das System selbst unerstützt da nicht. Eventuell könnte man die Dramapunkte als Anreiz setzen, in den ersten Episoden immer bei allem zu scheitern, aber da die ja auch nur zwischen den SCs umhergehen weiß ich nicht, wie gut das wirklich funktionieren würde...

Ucalegon:

--- Zitat von: Chiarina am 16.09.2015 | 14:48 ---Ich mag Fiasco wirklich gern, woran ich aber bei Hillfolk hängengeblieben bin, war ein Kommentar, der besagte, damit könnte man das Fiasco-Feeling als Kampagne haben. Kann das nicht ein Argument für das Spiel sein?

--- Ende Zitat ---

Wenn du mit Fiasco-feeling freies Dramaspiel auf Basis vieler starker Verknüpfungen unter den SC meinst, dann auf jeden Fall.

Wenn du mit Fiasco-feeling die downward spiral a la Fargo etc. meinst, dann fühlt sich Hillfolk schon anders an.


--- Zitat von: Chiarina am 16.09.2015 | 14:48 ---Außerdem: Was ist mit nicht ganz so routinierten Dramaspielern, die es gern mal mit wenig Struktur versuchen würden? ("Hillfolk kaufen!" oder "Gib´s auf!"?).

--- Ende Zitat ---

Kaufen und ausprobieren. In unserer Runde kannte es niemand außer der SL und es hat sehr gut geklappt. Routine ist glaube ich weniger wichtig, als die Bereitschaft, sich einfach auf was Neues einzulassen.

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