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CthulhuTech, any love left?

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Ich hab grade gestern bei ebay geschaut und bemerkt, dass kaum noch Händler CT-Bücher anbieten. Wahrscheinlich hat die Mehrheit der Cthulhu-Fans, die ja die Zielgruppe weitgehend ausmachen, das Spiel abgelehnt, oder? Ich hab vor eins, zwei Jahren damals im Internet jede Menge Negativ-Rezensionen gelesen, und muss auch sagen, dass ich die Abneigungen gut verstehen kann. Ich finde gar nicht, dass es als schlechtes Spiel daher kommt, im Gegenteil, Layout und vor allem Artwork sind großartig, und auch die futuristische Welt und deren Look und Feeling sind denen gut gelungen. Ich hab mal billig ein Grundbuch geschossen auf der SPIEL und war ganz angetan vom Lesen, davon lässt sich nämlich so einiges übernehmen für die Cthulhu-Kampagnen, die ich sonst spiele. (Ich hab' das "Death & Victory"-Abenteuer beispielsweise für eine Cthulhu-SF-Runde geleitet, etwas modifiziert, und alle waren sehr zufrieden damit.) Ich würde aber nicht drauf kommen, CT zu spielen, wie es konzipiert ist! Mechs sind super, der Mythos ist super, und ich finde die Idee, dass man sich den Mythoskreaturen mit Waffengewalt erwehren kann auch nicht ganz schlecht (wie viele andere es tun). Aber beides in Kombination Anime im Kampf gegen Mythoswesen, hmm, weiß nicht. Und ab dem Punkt, wo CT mit Mi-Go und Tiefen Wesen kommen, die AUCH Mechs haben, hört es bei mir auf, das gleitet einfach zu sehr ab ins Alberne.

Gorilla:

--- Zitat von: Schalter am 21.01.2014 | 11:37 ---(...) das gleitet einfach zu sehr ab ins Alberne.

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Dann empfehle ich dringend, den Fluff mal zu lesen, der ist es wert und liefert auch entsprechende Begründungen, weshalb die Welt von CT so ist, wie sie ist. Und das ist mindestens genauso plausibel wie alles andere zum Mythos, bei dem es mir einfach zu oft auf - es ist halt so, das kann ein Mensch ohnehin nicht verstehen - hinaus läuft (auch wenn ich das in den Büchern und Comics meist noch ganz gut umgesetzt finde; bei den meisten RSP-Veröffentlichungen läuft es statt "personal horror" meist eher auf ein "äh... ja." hinaus).

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--- Zitat von: Gorilla am 21.01.2014 | 11:47 ---Dann empfehle ich dringend, den Fluff mal zu lesen, der ist es wert und liefert auch entsprechende Begründungen, weshalb die Welt von CT so ist, wie sie ist. Und das ist mindestens genauso plausibel wie alles andere zum Mythos, bei dem es mir einfach zu oft auf - es ist halt so, das kann ein Mensch ohnehin nicht verstehen - hinaus läuft (auch wenn ich das in den Büchern und Comics meist noch ganz gut umgesetzt finde; bei den meisten RSP-Veröffentlichungen läuft es statt "personal horror" meist eher auf ein "äh... ja." hinaus).

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Joah, hab' ich gelesen. Ich finde das okay erklärt, doch. Aber es geht eben ein bißchen zu weit: Lovecrafts Grundidee ist doch unter anderem, dass die Menschheit unbedeutend ist und die ganzen außerirdischen Monstrositäten unverstehbar und weit höher entwickelt oder einfach schlauer. Ich finde die Herangehensweise von CT ganz lesenswert, sie treffen ja die Aussage, dass das eigentlich NICHT so ist und mit genügend technologischem Verständnis die Menschen ebenbürtig werden können für Alienvölker wie die Mi-Go, oder eben gar eine beginnende Bedrohung für ihre Imperien. Das ist eine weniger deprimierende Vorstellung, aber nicht im Sinne des Mythos, im Gegenteil, es macht die Atmosphäre schwächer. Das kann man ja alles auch machen, aber es mischt sich meiner Meinung nach nicht gut mit Lovecrafts Vorlage. Wenn sie sich eigene Aliens & Kosmologie ausgedacht hätten, wäre es ein typisches Mecha-Setting geworden, aber hätte dann auch nicht diese Diskrepanz. Wenn man Alienvölker will, die erklärbar sind und in einen Sci-Fi-Rahmen einzuordnen sind, wie wir das heutzutage eben gewohnt sind, dann sollte man sich nicht die Mi-Go und Co dafür aussuchen.

Odium:
Das kann man schon so sehen, aber ich finde die Interpretation für ein "SciFi" Cthulhu sehr gut gelungen. Natürlich kann man das auch ganz anders interpretieren (Ich finde auch SciFi Personal Horror mit Cthulhu gut sehr schön, oder was Rapture liefert (zwar ohne Cthulhu, aber...))

Und Shogoten mit Flammenwerfern und Shotguns zu leibe zu rücken ist jetzt nicht soooo selten, auch im 1920ger, nicht umsonst ist der Waffenkatalog eines der beliebtesten Bücher :D

Und der Trick bei CTech ist ja: Die NEG glaubt, das sie bei den großen Mitspielen kann, aber jetzt wo die anderen die Muskeln spielen lassen, geht das alles ziemlich ordentlich den Bach runter. Es gibt keine Front, an der es für die Menschen wirklich gut aussieht...
Ich finde das passt auch eher zum Verständnis eines modernen Menschen, als das die originalen Lovecraftsachen...

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--- Zitat von: Odium am 21.01.2014 | 12:07 ---Und der Trick bei CTech ist ja: Die NEG glaubt, das sie bei den großen Mitspielen kann, aber jetzt wo die anderen die Muskeln spielen lassen, geht das alles ziemlich ordentlich den Bach runter. Es gibt keine Front, an der es für die Menschen wirklich gut aussieht...

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Na ja, aber die Menschen bei CT haben die Probleme mit den Arconotech Wars, Invasion, und so weiter ja deswegen, weil sie für die Aliens zu ernstzunehmenden Feinden geworden SIND, nachdem sie ursprünglich bestenfalls zu Kultisten taugten. Wie gut es im Krieg für sie läuft, ist ja zweitrangig. Lovecraft hat die mögliche Invasion vom Yuggoth als etwas angedeutet, das die Erde halt überrollt, und alles platt macht, nicht als einen "Krieg" mit zwei Seiten, den man überhaupt führen kann. Klar spielt seine Story eben in den 20ern und im Gegensatz dazu hat die NEG SF-"Superwaffen" und alles mögliche Gedöns, darum kann es anders aussehen. Mein Bedenken ist, dass es eben das SF-Gedöns ist, das man hätte weglassen sollen.

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