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CthulhuTech, any love left?
Gorilla:
Nur zur Info: Transhumansimus =/= Transzendenz. Es ist auch nicht Erlangung von Erleuchtung oder hat direkt irgendetwas mit dem Wissen zum Mythos zu tun (um in Spielen rund um den Mythos zu bleiben).
Deine Aussagen sind nicht falsch, Gustav Gans, sondern grundsätzlich sehr treffende Aussagen, haben nur leider mit Transhumansimus nichts zu tun.
Edit: Typo
Wellentänzer:
Zwischen Transzendenz und Transhumanismus gibt es deutliche Überschneidungen. Zu Zeiten Lovecrafts oder überhaupt während der Begriffsentstehung war die technologische Komponente noch nicht so dominant wie das heute dargestellt wird. Transhumanismus verläuft nicht nur entlang technologischer Leitplanken. Wir sollten da nicht den Einflüsterungen der Technokratie erliegen ;-)
Andererseits: soooo unfassbar in die Tiefe bin ich in Sachen Etymologie des Begriffs Transhumanismus auch nicht gegangen. Kann gut sein, dass ich mich täusche. Meine intuitive Auffassung steht aber da oben und klingt für mich sinnvoll.
GustavGuns:
Ich halte dem mal entgegen, dass Transhumanismus eine generell progressive Ideologie ist, und Lovecraft und seine Geschichten alle anti-progressiv sind. Lovecrafts Geschichten sind alle gezeichnet vom Ekel der eher reaktionären Protagonisten vor einer Menschheit, die sich ja schon von den viktorianischen Idealen abgewandt hat.
Transhumanismus ist halt meiner Meinung nach keine Ideologie, die kompatibel ist mit dem Weltbild von Lovecrafts Universum, einem Ort an dem schon allein Rassenvermischung immer etwas Anrüchiges und eigentlich Pervertiertes darstellt, was den bösen Götten Tür und Tor öffnet.
Slayn:
@GustavGuns:
Lovecrafts Problem war schon immer in der Verweigerung dem Fortschritt gegenüber verankert, kombiniert mit dem Wissen dass es ohne Fortschritt trotzdem nicht weitergeht und man eben jenen nicht den "Untermenschen" überlassen sollte sondern Kontrolle darüber behalten muss.
CTech behält das Thema auf seine Art und Weise bei, indem es z.B. mit ArcanoTech arbeitet, dies aber mit der Ashcroft Foundation wieder in die "Alten Kreise" zieht.
Also harter Kontrast dazu stehen Tager und der Arcane Underground da, denn das ist wiederum Macht und Fortschritt in den Händen der "Indigs".
GustavGuns:
Stimmt, und das ist dann ja auch der große Konflikt der Lovecraft'schen Protagonisten, und der Ort wo sie (wenn überhaupt mal) im eigentlichen Sinne zu Helden werden. Zum Beispiel Professor Armitage (?), der sich in nächtelanger Arbeit durch den "Giftschrank" der Bibliothek von Arkham arbeitet, um dann das Mittel gegen das kosmische Grauen zu finden, und der an dieser Recherche seelisch und körperlich im wahrsten Sinne erkrankt. Der Held opfert seine kostbare geistige Gesundheit, um die Menschheit an sich zu beschützen.
Ich bin auch durchaus der Meinung, dass mit dem gS-System von Cthulhu und Cthulhutech undsoweiter solche transhumanistischen Versuche bespielt werden können, und auch durchaus bespielt werden sollten. Ich glaube bloß, dass sie auch zum Scheitern verurteilt sein müssen, dass eine solche Geschichte sich fast immer als Tragödie herausstellen muss, wenn man das Setting an sich unangetastet lassen will. Ich befürchte nämlich, mit einem erfolgreichen Versuch hat man ansonsten plötzlich den Grundkonflikt des Systems gelöst. Auch sowas kann im Rahmen einer Kampagne natürlich interessant sein ("Wir haben Cthulhu gewonnen!"), da steht aber nicht jeder drauf.
EDIT: Mit "transhumanistische Versuche" meine ich jetzt nicht den bloßen Widerstand, das ist ja Kernthema. Ich meine Versuche, die Menschheit auf eine Stufe zu erheben, wo sie dem kosmischen Grauen auf Augenhöhe begegnen können, eventuell sogar indem man der Menschheit beibringt, den Mythos gegen sich selbst zu verwenden.
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