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[Ernst gemeinte Frage] Führt Pathfinder zum Munchkin-Gaming?

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Feuersänger:

--- Zitat --- Am Ende läuft es eben auf jene 4-5 Kämpfe heraus die ein Kämpfer durchhält bis es zu riskant wird und die Heilung ausgeht.
--- Ende Zitat ---

Just hier muss man schon vorsichtig sein: da gehen die Leistungskurven bereits allein durch die Skillung des bzw SC/s stark auseinander. Vergleiche einen Möchtegern-Tank mit Langschwert und Schild gegen einen Stangenwaffenträger mit Combat Reflexes. Der erste braucht mindestens zwei Runden pro Gegner (und riskiert, flankiert und mehrere Male getroffen zu werden), der zweite macht mit etwas Glück schon 3 Gegner _vor_ seinem ersten Zug weg.
Bei Castern ist es eigentlich noch extremer: der Noob verballert seine Slots mit Magic Missiles und ist nach dem ersten Encounter leer (davon abgesehen dass er Deckung braucht), der Crack haut einen einzigen Save or Suck raus, der in Runde 1 vier von fünf Gegnern aus dem Kampf nimmt.

Das ist bis hierhin noch jeder einzelne Char für sich betrachtet. Jetzt stell dir 2er-Teams vor. Gauntlet-Szenario: es kommen nacheinander beliebig viele Wellen obiger Zuckerstück-Encounter:
- Das A-Team [sic] sind Reach + Control. Die haben verdammt gute Chancen, schon 4-5 solcher Encounter zu schaffen, bevor überhaupt ihre HP angekratzt werden. Und sind immer noch nur zu zweit.
- Team B sind Pseudotank und Blaster. Die haben einen Haufen Probleme. Der "Tank" kann nicht tanken und hat keine Möglichkeit, die Gegner vom Blaster fernzuhalten. Keiner von beiden kann zuverlässig oneshotten. Beide verlieren im Rundentakt Ressourcen. Ich hab's jetzt nicht ausgerechnet, aber da halte ich es durchaus für möglich, dass die nach 5 Encountern platt sind (im Sinne von nicht mehr weitermachen können/wollen).

Wobei das ja nur jeweils zwei sind. Wenn du das A-Team noch um z.B. einen Archer Evangelist erweiterst, wird es die totale Dampfwalze. Beim 4. Partyslot hast du die völlig freie Auswahl.
Team B würde kompetenztechnisch durch einen Heilbot-Cleric und einen Schurken komplettiert, wodurch sie dann ihr 5-Encounter Pensum zwar ineffektiv,aber immerhin schaffen dürften.

alexandro:
Ich denke PF ist zu sehr auf den Charakter fixiert, wieviel "output" er pro Runde generieren kann. Bis zu dem Punkt, an dem PF-SLs den Stufe 1-2 Charakteren nicht einmal Reitpferde zugestehen wollen, weil sie dadurch ihren Schadensoutput effektiv verdoppeln. Von solchen Sachen wie "Umgebung nutzen" etc. mal ganz abgesehen...

Alles das, was in anderen Rollenspielen als "ganz normales Rollenspiel" gilt, ist in PF verpönt, weil es die System Mastery aushebelt. Es wird höchstens noch als "Maßnahme" des SLs gegen übermächtige Builds propagiert. Da wird dann gesagt, "Ja, Feat A und Skill B sind zusammen ziemlich übel, aber wenn du dich in Gelände Y befindest und der Gegner Z macht, dann  nützen die nichts"... sorry, aber ich weder will ich im vorneherein festlegen, wo ein Kampf stattzufinden hat (dies ergibt sich aus der Situation), noch will ich das Kampfverhalten der Gegner auf metatechnischen Überlegungen aufbauen.

PF ist definitiv die Art, wie ich nicht spielen will.

Feuersänger:

--- Zitat von: alexandro am  8.02.2014 | 00:39 ---Alles das, was in anderen Rollenspielen als "ganz normales Rollenspiel" gilt, ist in PF verpönt, weil es die System Mastery aushebelt. Es wird höchstens noch als "Maßnahme" des SLs gegen übermächtige Builds propagiert.
--- Ende Zitat ---

Kannst du da mal ein konkretes Beispiel nennen, was du im Sinn hast? Ich meine zwar zu verstehen, was du meinst, aber bin mir nicht ganz sicher, zumal was das "System Mastery aushebeln" angeht.
Und: Es gibt echt SLs, die Reittiere aus Powergründen verbieten? In 90% der Abenteuer sind Reittiere doch 90% der Zeit gar nicht einsetzbar. oÔ

Tendenziell:
- ja, PF ist in vielen Bereichen enorm meta (nicht ganz so sehr wie die 4E aber deutlich mehr als 3.5),
- damit Hand in Hand gehen extrem situationsabhängige Boni, v.a. was die Effekte von (mundanen) Feats angeht.


--- Zitat ---noch will ich das Kampfverhalten der Gegner auf metatechnischen Überlegungen aufbauen.
--- Ende Zitat ---

Hierzu fiele mir z.B. der Cleave-Feat ein. Der SL hat die alleinige Kontrolle darüber, wann du diesen Feat einsetzen darfst und wann nicht. Wenn er nicht will, dass du ihn einsetzt, stellt er eben die Gegner mit einem Feld Abstand zueinander auf.
Dabei ist die Bedingung, dass die Gegner nebeneinander stehen müssen, vom Start weg stark meta und ziemlich behämmert.

Slayn:

--- Zitat von: alexandro am  8.02.2014 | 00:39 ---PF ist definitiv die Art, wie ich nicht spielen will.
--- Ende Zitat ---

War das in diesem Faden? Keine Ahnung. Lustig aber was du da alles erwähnst. Wir hatten hier erst kürzlich irgendwie eine Teildiskussion darum, ob Stufe 1 Charaktere zu fragil sind und was man dagegen machen kann. Ich meinte dazu "Als SL Umgebung einbauen, die genutzt werden kann und die Spieler darauf auch hinweisen."

Arldwulf:
@Feuersänger: ja, wie gesagt - das ganze war möglichst simpel angelegt und sollte nur zeigen dass die 4-5 Kämpfe weniger auf der Zauberanzahl als auf der Anzahl HP und dem durchschnittlichem Schaden basieren.

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