Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Paizo-Diskussion (war aus Buccaneer-Thread)
Feuersänger:
Vielleicht stört er sich ja auch am Primat der Zauberer.
Archoangel:
Wir mögen von unterschiedlichen Standpunkten aus wandern, aber wir wandern beide in die selbe Richtung.
ich persönlich finde ja (wie bereits mehrfach gesagt), dass gerade die Priesterklassen viel zu gut sind und die Diebe völlig unnütz. Ebenso finde ich einige Regeln bezüglich der Magier mehr als fragwürdig, gerade was die Nichtbenutzung von Waffen und Rüstungen angeht. Ich bin ein großer Fan davon, dass jeder Charakter zu jeder zeit seine 15 min. haben muss, dass er Dinge kann, in denen ihm keiner das Wasser reicht. Mich persönlich stört zum Beispiel das 3E Skillsystem sehr sehr stark, da es einfach voll von unnötigen Dingen ist, die vor allem jeder Zauberer ab Stufe 1, spätestens jedoch ab Stufe 9 obsolet werden lässt.
Bsp: Klettern - Spiderclimb ; Jumping - Jump/Dimdoor/Teleport ; Riding - Mount ; Open Lock - Knock ; Languages - Comprehend Languages/Tongues ; Trapfinding - Find Snares and Traps ; Diplomacy - Charm Person etc. Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Damit wird also bereits ab Stufe 1 eine "Skillsau" zum kleinen Schweinchen degradiert, spätestens jedoch wenn Zauber zur Massenware werden, weil sie nur noch Geld kosten (Scrolls, Potions, Wands) ... und das gerade der Pathfinder hier die letzte Hürde vom Durchdreheffekt - die XP-Kosten - ersatzlos gestrichen hat ist schon der Gau.
Ich bin auch erklärtermaßen kein Fan von Feats: warum? Ganz einfach ... in 3E waren Feats Mangelware und sie haben noch etwas getaugt. Man konnte mit seinen 4-5 Feats den Charakter individueller gestalten und gerade der Fighter wurde durch seine 11 Bonusfeats ein Stück weit aufgewertet. In 3.5 ist mMn die Power der Feats abgesunken und im PF gänzlich zu nichte gemacht worden ... von 4E ganz zu schwiegen. Ob du nun mit oder ohne Feats spielst macht den Braten auch nicht wirklich fett (von den geisteskrank überpowerten seltsam-feats mal abgesehen, ich erinnere mich da eine Feat-Chain, die es erlaubte jemanden mit Kieselsteinen totzuwerfen ...).
Ich hätte mir eigentlich gewünscht, dass es statt Skills und Feats eine Gruppe von meinetwegen Talents gegeben hätte, die alle einen tatsächlich praktischen Nutzen haben, der nicht irgendwann durch einen Gimmik-Spell ad absurdum geführt wird, ergo auch auf allen Stufen nützlich sind. Da ich zudem noch sehr old-school bin, wünschte ich mir eben ein Talentsystem, dass Rollenspiel in bestimmten Situationen nicht obsolet macht: icvh mag eben Gruppen die ihren Verstand nutzen um nach Fallen zu suchen, statt beim Betreten eines Raumes mit einem lustlosen Skillwurf/Zauber alles sorgsam geplante offenbaren.
Insofern: ich kann Feuersängers Enthusiasmus für 3.5 nicht teilen, aber wenn ich die Wahl zwischen 3.5 und PF habe werde ich ohne zu zögern zur 3.5 greifen. Mein Ansatz wäre aber eben eher ein generelles Abrüsten, als ein Aufrüsten der Benachteiligten, wehalb ich eben gerne Basic-D&D spiele und mir die wirklich guten und praktikabeln Ideen späterer Editionen optional hinzunehme. Von daher gefällt mir Next nach dem bisherigen Playtest auch erstaunlich gut - nicht so gut wie das was ich seit Jahren immer wieder Homebrew spiele, aber von den Editionen 2-5 auf jeden Fall der größte Wurf.
Und die Quote von Feuersänger hat auf jeden Fall was. PF hingegen macht eben das, was vielen Firmen droht, wenn sie mal einen gewissen Erfolg hatten: sie werfen die Geldmaschiene an und die funktioniert eben nur wenn neues Material das alte obsolet werden lässt (siehe auch: Tragic-the Gathering, oder Murks-Knight). Das kann man ihnen natürlich für das Firmeninteresse Nr. 1 (Geld, Gold, Edelsteine) nicht vorwerfen, für das Spiel an sich bringt es jedoch nichts. Außer das sich alle Powergamer und Munchkins der Szene nun eben verstärkt PF zuwenden und somit andere Rollenspiele ein angenehmeres Klientil erhalten ...
Ach ... und ja: it sucks to be a fighter. Vor allem ab Stufe 12.
Ginster:
Aber, Archo, wenn das so ist, dann spiel doch einfach ein ganz anderes System. Fast alle Deine Kritikpunkte sind ohne eine komplette Änderung des Systems nicht zu erreichen. Ich kann die Gemeinsamkeiten zwischen Dir und Feuersänger auch nicht so stark erkennen, da Du quasi mit fast allen Deinen Kritikpunkten auch 3.5 kritisierst. Er beschwert sich über generfte Feats, du willst gar keine haben.
Außerdem widersprichst Du Dir selbst: einerseits möchtest Du keine allmächtigen Zauberer, andererseits möchtest Du ihnen jederzeit jede Rüstung zugestehen, was ein mächtiger Buff wäre. Dass Zauberer keine Rüstung tragen können (ohne Nachteile) ist doch passend, und zwar was Fluff und Crunch angeht. Stell Dir doch den von Dir (jetzt schon) als übermächtig dargestellten Zauberer mit Full Plate UND Mage Armor auf der ersten Stufe vor. Da kann man dann sagen: "it sucks to be a fighter. Ab Stufe 12". Dass Du Dich in einem Atemzug über zu schwache Kämpfer beschwerst und ihnen gleichzeitig genau das wenige nehmen willst, was sie besser können, nämlich den Umgang mit Rüstungen, verstehe ich nicht.
Ein Zauberer hat im Leben eben nur Bücher gewälzt, er ist Rüstungen nicht gewohnt. Das passt zum Flavour und das gibt ihm Nachteile, die er mit Ressourcen (z. B. Mage Armor, Armor Proficiency, Arcane Armor Training...) kompensieren muss.
Ansonsten gibt es da immer noch den Magus ;)
Archoangel:
Hast du schonmal länger eine Rüstung getragen?
Ich sage ja nicht, dass Zauberer in Rüstung rumrennen müssen, obwohl selbst DSA-Magier mit wattiertem Rock keine Probleme für die Spielwelt darstellen. Das mit dem Schwert regt mich schon mehr auf. Was ich gerne hätte wären Klassen, die auf ihren Kernkompetenzen unschlagbar sind. Dementsprechend wäre meine Wunsch-D&D auch eines, welches die Zauberlisten mal komplett ausmistet und umdeutet. Und Mage-Armor ist ein Armor-Bonus, der sich nicht mit Rüstung addiert - so ganz nebenbei gesagt.
Aber wie einfach wäre es den Basisschaden von Waffen ersteinmal an die Klasse zu binden? Einhänder: Magier W6 , Schurken W8 , Kämpfer W10 ... so könnten alle drei Klassen mit einem Langschwert rumrennen (oder mit einem Streitkolben, einer Axt etc.) und Magier hätten daraus keinen Vorteil gegenüber dem Krieger. Ähnlich könnte man auch problemlos mit Rüstungen verfahren. Dann dem Magier noch ein paar Zauber gestrichen, bzw. umgelevelt ... so schwer ist es doch nicht, oder?
Rhylthar:
--- Zitat ---so schwer ist es doch nicht, oder?
--- Ende Zitat ---
Leider doch.
Weil jede Änderung wiederum einen Rattenschwanz von weiteren Änderungen nach sich zieht.
Welchen Schaden macht z. B. ein Halbling Magier dann mit einem Langschwert? Was machst Du bei Klassenkombinationen a la Magier/Kämpfer, etc.?
Ebenso mit Zaubern:
Natürlich ist es blöd, wenn der Magier mit einem "Knock"-Zauber dem Schurken die Show raubt. Was aber, wenn Du in einer Gruppe spielst, die keinen Schurken hat?
Ich denke nämlich, dass ein paar dieser Zauber, die andere Klassen "emulieren", überhaupt nur für solche Zwecke erfunden wurden.
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