Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20

Paizo-Diskussion (war aus Buccaneer-Thread)

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Guennarr:

--- Zitat von: Feuersänger am 15.02.2014 | 12:19 ---Dafür, dass meine Meinung so hinlänglich bekannt ist, kennst du sie aber erstaunlich schlecht.
PF-SCs sind im Vergleich zu 3.5 nicht _mächtiger_, sondern das Powerlevel ist insgesamt ein paar Ligen tiefer angesiedelt. Wie schon xmal konstatiert: die Chassis der Klassen wurden weitgehend aufgewertet (und der Vollständigkeit halber: auch die, die es gar nicht nötig hatten). Dafür wurden Feats bis zur Unkenntlichkeit kastriert. Okay, die absolut superschlechten (wie Dodge) wurden ein wenig aufgewertet, aber das macht sie immer noch nicht _gut_. Die in 3.5 guten Feats wurden verkrüppelt oder komplett gestrichen.

Das spielt nun sicherlich den Spielern in die Hände, die keine Lust haben sich mit Charakterbau zu beschäftigen, lieber ihren Levelup genau vorgegeben bekommen, und bei freien Auswahlen wie Feats einfach das Erstbeste wählen. Denn da die Feats sowieso marginal sind, ist es auch wurscht was man nimmt.
(Am Rande: inzwischen habe ich sogar schon die Aussage von einem Spieler gelesen, der mittlerweile aus Protest _überhaupt keine_ Feats mehr wählt. "Sie sind sowieso sinnlos, da kann ich mir die Mühe sparen".)

Je nun, zu dieser Sorte Spieler gehöre ich eben nicht. Ich will tüfteln, basteln, kombinieren, und ich will dass das dann am Ende auch einen spürbaren Unterschied ausmacht!

Erschwerend kommt hinzu, dass nur die Mundanen Feats auf die Weise generft wurden. Paradebeispiel Fighter: über die ersten 12 Level bekommt er in Pathfinder EINEN Feat mehr als in 3.5 -- aber dafür wurden die Featketten so verkrüppelt und auseinandergezerrt, dass er eher drei oder vier Feats extra bräuchte, um das gleiche zu können wie vorher.
Die Casterfeats hingegen blieben unangetastet oder dürfen sich sogar noch über Boosts freuen. Zum Beispiel Quicken Spell ist in 3.5 einer der mächtigsten Feats im ganzen Spiel -- und in PF wird er nochmal verstärkt. Da kann man sich doch nur ans Hirn langen.

Wie soll sich denn z.B. ein Fighter nicht verarscht vorkommen, wenn er drei Feats in einen einzigen Trick reinsenkt -- und dann jeder dahergelaufene Kleriker den gleichen Trick mit einem Grad 2 3 Zauber besser macht? [Der CMB wird etwas niedriger sein, aber dafür ist die Kette unzerstörbar und die ganze Action findet 30' entfernt vom Caster statt --> Null Risiko]

Klar haben auch Caster im Vergleich zu 3.5 teilweise verloren: manche Optionen wie Persistent Spell gibt es nicht mehr, andere Tricks wie Chained Buffs wurden unmöglich gemacht (wobei das wieder zu Lasten der restlichen Gruppe geht), und so weiter -- aber unterm Strich ist ein PF-Wizard immer noch mindestens so mächtig wie ein 3.5-Core-Wizard, und der ist schon absurd. _Relativ dazu_ wurden die Nichtcaster aber heftig generft. Und an der Stelle muss ich schon sagen, Chapeau! an Paizo, dass sie es geschafft haben, 90% der Spielerschaft derart einzuseifen, dass die sich die Nerfs noch für Buffs verkaufen lassen. Das hat irgendwie was von Miniwahr.

--- Ende Zitat ---

Wie gesagt: Das ist nicht meine Art zu spielen.
Die Regeln sollten dem Spiel dienen und kein Selbstzweck sein.
Mag aber auch einfach sein, dass mir wegen (! :p ) Pathfinder einfach die Zeit fehlt, mich eingehender mit Detailoptimierungen herumzuschlagen.
Da Paizo selbst immer wieder betont, auch suboptimale (N)SC anzustreben, sehe ich auch kein Problem darin, dass die eine Klasse mächtiger als die andere wirkt. Es gibt ja immer auch andere Situationen (da hast du meinen Beitrag nicht richtig gelesen), in denen wieder eine andere Klasse glänzen kann. Ich sehe das ganze als Teamspiel und nicht als optimierungswettlauf innerhalb (!) der Gruppe.

Mir fällt allerdings auch insgesamt auf, dass neue Impulse im Pathfinder-Bereich des Tanelorns inzwischen überwiegend von dir kommen - leider immer aus dieser Optimierungsecke heraus, die persönlich für mich als Spieler und Spielleiter wenig interessant ist.

So unterscheiden sich halt die Geschmäcker. ;)

LG
Günther

Arldwulf:
Wobei ich es irgendwie komisch finde gleichzeitig "es ist ein Teamspiel" und "irgendwann glänzt mal ein anderer" zu lesen. Die entscheidende Eigenschaft eines Teamspiels sollte doch eigentlich: "alle glänzen zusammen!" sein. Nicht manchmal, oder mal der eine dann der andere. Sondern immer und ausschließlich wenn sie Zusammenarbeiten.

Es ist ein Teamspiel - macht doch nix wenn einer es allein raus reißt, irgendwann braucht er die anderen auch mal - wirkt auf mich verzerrend bezüglich der Bedeutung des Begriffs.

Archoangel:
Otimierungswahn hat mir auch noch keiner vorgeworfen. Neue Impulse auf jeden Fall ... innerhalb der Spielleiter-Ecke gehöre ich definitiv zu den Systemtheoretikern. Das geht sogar meiner hausgruppe gelegentlich auf den Sack. Creators Curse eben: mein System ist nie perfekt - egal wie es die anderen sehen. Und ja: meine "Hausregeln" werden aktuell immer noch von dirversen Gruppen gespielt (mit denen ich längst nicht mehr spiele).

Also nochmal lieber Guennarr: ich spiele bevorzugt Systeme, die sich entweder als DSA1.X oder als Basic-D&D 0.X definieren lassen. Optimierung ist da glaube ich etwas anderes, es sei denn du meinst die System-Optimierung und nicht die Charakter-Optimierung. Dann könntest du allerdings recht haben. Systeme die in irgendeiner Form unausgegoren wirken sind mir ein Greuel - auch wenn es sonst niemanden jucken mag.

LarsB:

--- Zitat von: Archoangel am 16.02.2014 | 19:07 ---Otimierungswahn hat mir auch noch keiner vorgeworfen. Neue Impulse auf jeden Fall ... innerhalb der Spielleiter-Ecke gehöre ich definitiv zu den Systemtheoretikern. Das geht sogar meiner hausgruppe gelegentlich auf den Sack. Creators Curse eben: mein System ist nie perfekt - egal wie es die anderen sehen. Und ja: meine "Hausregeln" werden aktuell immer noch von dirversen Gruppen gespielt (mit denen ich längst nicht mehr spiele).

Also nochmal lieber Guennarr: ich spiele bevorzugt Systeme, die sich entweder als DSA1.X oder als Basic-D&D 0.X definieren lassen. Optimierung ist da glaube ich etwas anderes, es sei denn du meinst die System-Optimierung und nicht die Charakter-Optimierung. Dann könntest du allerdings recht haben. Systeme die in irgendeiner Form unausgegoren wirken sind mir ein Greuel - auch wenn es sonst niemanden jucken mag.

--- Ende Zitat ---
Meinst du nicht, dass du vielleicht gar nicht angesprochen warst?

Rhylthar:

--- Zitat von: Arldwulf am 16.02.2014 | 18:47 ---Wobei ich es irgendwie komisch finde gleichzeitig "es ist ein Teamspiel" und "irgendwann glänzt mal ein anderer" zu lesen. Die entscheidende Eigenschaft eines Teamspiels sollte doch eigentlich: "alle glänzen zusammen!" sein. Nicht manchmal, oder mal der eine dann der andere. Sondern immer und ausschließlich wenn sie Zusammenarbeiten.

Es ist ein Teamspiel - macht doch nix wenn einer es allein raus reißt, irgendwann braucht er die anderen auch mal - wirkt auf mich verzerrend bezüglich der Bedeutung des Begriffs.

--- Ende Zitat ---
Das ist jetzt wirklich sehr "kleinkariert". Denn ein Team ist sicher nicht, um ein Beispiel zu nehmen, eine Zusammenstellung von 4 Charakteren, bei denen jeder 1d8 Heilung wirken kann und zusammen hat man dann mit 4d8 geglänzt. Da ich gerade Handball geguckt habe: Der Torwart, der Spieler, der nur Abwehr gespielt hat und die anderen haben zusammen eine Herausforderung gemeistert, jeder mit seinem Beitrag (Torhüterleistung, Abwehrarbeit, Tore und Zuspiele), um schlussendlich, in diesem Fall, ein Unentschieden zu erreichen.

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