Pen & Paper - Spielsysteme > D&D4E
Was ist bei 4E falsch gelaufen...
Arldwulf:
Im Prinzip hat die 4E ja nicht einmal den einen eindeutigen Illustrations - Stil. Da gibt es Bilder von Drachenkämpfen direkt neben Bildern von Tieflingen die Steckbriefe studieren, leere Hallen und Tische voller Ausrüstung und Boote die von Monstern übermannt werden neben ruhigen Szenen einer Nekromantin die von ihren Untoten Dienern auf einem Thron getragen wird. Lagerfeuerszenen und dann wieder solche bei denen verzweifelt versucht wird inmitten eines Drowangriffs einen Kameraden zu heilen. Selbst die Zeichenstile wechseln innerhalb der Bücher, einfach weil es verschiedene Künstler und so viele Illustrationen sind.
Oder anders gesagt: Man findet so ziemlich für jeden Stil und so ziemlich jede Szene aus dem Abenteuerleben irgendetwas.
Was aber auch bedeutet: Wenn man etwas kritisieren will findet man es genauso.
@Rhylthar: Ist mir schon klar, das sollte auch weniger gegen dich gehen (und wie gesagt - so schlecht find ich das Bild auch nicht). Es sollte nur zeigen wie stark die Vorprägung die Rezeption solcher Dinge beeinflusst. Poste ich das gleiche Bild als 4E Artwork, und zum Vergleich ein echtes Bild aus der 4E als 5E Artwork so würde plötzlich die Rezeption völlig anders aussehen und da ganz andere Dinge reingedeutet werden. Und umgedreht wahrscheinlich betont werden wie toll es doch ist, dass jetzt wieder ruhigere Bilder kommen und nicht mehr so viel Action und Badass! ~;D
Thandbar:
Insgesamt kann man glaube ich schon sagen, dass die 5E weniger auf abstrahierte, sondern eher auf realistische Stile bei der Gestaltung der Zeichnungen wert legt.
Viele Bilder hatten eher so die Technik, dass sie wie Buntstiftzeichnungen wirkten und ihre eigene Verfasstheit als bloße (Buntstift-)Zeichnung offen zur Schau stellten, während bei den 5E-Illustrationen eher die Kunstfertigkeit betont wird, ein Bild möglichst photorealistisch gestalten zu können.
In der 4E versuchen die Illustrationen meistens, eine Handlung zu "erzählen" oder eine Bewegung zu erfassen.
Das Spielleiterhandbuch der dritten Edition hingegen stellte die Rassen nüchtern nebeneinander, fast so, als handle es sich um schulisches Lehrmaterial. Dadurch wirkte es teilweise wesentlich trockener, aber auch "seriöser".
Feuersänger:
Jetzt ist der Thread auf der 22. Seite und der Threadtitel wirkt zunehmend rhetorisch. Ist das der Nachruf-Effekt, dass man über die Toten nur Gutes sagen soll? Hier soll angeblich darüber diskutiert werden, was bei der 4E falsch gelaufen ist, und 90% der Beiträge drehen sich nur darum, was sie alles toll gemacht hat. Dabei wissen wir, so toll kann's nicht gewesen sein, sonst hätte sie sich besser verkauft und WotC würde jetzt nicht wieder eine 180°-Kehrtwende einlegen.
6:
--- Zitat von: Feuersänger am 22.07.2014 | 12:55 ---Dabei wissen wir, so toll kann's nicht gewesen sein, sonst hätte sie sich besser verkauft und WotC würde jetzt nicht wieder eine 180°-Kehrtwende einlegen.
--- Ende Zitat ---
Der Schluss ist nicht zwingend. Nur weil sich ein Produkt schlecht verkauft hat, heisst das nicht, dass das eigentliche Produkt schlecht war (Siehe dazu Video 2000 vs. VHS). Deswegen heisst ja auch der Thread "Was ist bei 4E falsch gelaufen..." und nciht "Warum die 4E schlecht ist..."
Arldwulf:
^^ naja, so ein bisschen Kritik war schon dabei auf den ersten paar Seiten.
Aber in erster Linie halt Dinge wie Präsentation und Marketing. Danach wird es recht dünn was die Kritik angeht, das stimmt schon. Liegt aber weniger daran, dass man nun das positive herauskehren mag als dass es einfach nicht allzuviele Kritikpunkte gibt welche längere Diskussionen hergeben.
Was soll man auch machen? Selbst in den aktuellen Threads zu 3.5 oder 5E stößt man immer wieder auf kritische Anmerkungen bei denen man den Leuten zurufen mag: Spiel 4E! Da ist genau dieses Problem gelöst was du ansprichst. Mir würden da sogar ein paar deiner Postings aus der letzten Zeit als Beispiele einfallen. ;)
Eigentlich lesen sich die Inhalte der 4E immer noch, als hätte jemand ein beliebiges 3.5 Forum durchgeschaut - dort die Top 10 der am häufigsten diskutierten Themen genommen - und sich Lösungen ausgedacht für diese Probleme. Am Ende ist das irgendwo Ironie. Der ganze Marketingmist, und die dadurch wesentlich verstärkten und hervorgerufenen Flamewars haben dafür gesorgt dass am Ende weniger Spieler bekommen was sie wollen. Und dafür, dass wir uns die nächsten paar Jahre lang wahrscheinlich wieder mit den gleichen Diskussionen rumschlagen dürfen wie anno dazumal. Und dann wahrscheinlich wieder die gleichen Dinge fordern. Blos dürften sich die Wotzis nun 2x überlegen ob sie tatsächlich Probleme angehen wollen. ;D
Wirklich inhaltliche Kritik an konkreten Regelelementen war bei der 4E von Anfang an selten. Oder anders gesagt: Das was in den Büchern steht war nie das Problem. Sieht man doch selbst hier bei der aktuellen Diskussion um den Halblingsfluff, der im tatsächlichem Buch irgendwie doch anders steht als es die Kritik suggeriert.
In erster Linie richtete sich sich die Kritik gegen eine virtuelle Edition. Man könnte sie ja die Viertuelle nennen. Oder Discussed & Debatted 4E. Bei der gibt's dann solche Dinge wie "alle Zauber wirken gleich" oder "man kann nur noch machen was die Powers sagen"...die Klassiker der Kritik. Welche mit dem Buchinhalt ein klein wenig kollidieren, weshalb man diesen dann gern ignoriert. Was so weit geht, dass man Dinge aus den Büchern als Lösungen für Kritik an den Büchern präsentieren kann. ^^
Aber wie viele Leute finden sich, die in Threads über das neue System diskutiert haben welches Challenge Rating ablöste? Die über die neuen Schleichenregeln sprachen? Oder über die Anwendungsmöglichkeiten von Skillchallenges? Über die Einbindung verschiedener Kampfstile, oder die Verwendung von Zauberkomponenten zur Modifikation von Zaubern?
Es ist einfach eine extrem kleine Minderheit, und dementsprechend gibt es natürlich auch sehr wenig Leute die Kritik an derartigen Spielelementen äußern. Meist kann man froh sein wenn überhaupt davon gehört wurde. Wie sollte man da fordern, dass jemand es kritisiert?
Wenn jetzt gesagt wird was gut war an den Regeln ist das immer auch Kritik an dem wie sie aufgenommen wurden. Die 4E ist nicht kaputt gegangen weil die Regeln zur Begegnungserstellung etwas taugen. Nicht einmal weil bessere Regeln als das 3.5 CR System keinen interessieren würden. (Im Gegenteil...es ist und bleibt ein beliebtes Thema in 3.5 Foren)
Sondern in erster Linie weil es extrem wenig Diskussion über die tatsächlichen Regeln gab....und extrem viel Diskussion über Dinge die mit den Büchern nichts zu tun hatten. Die virtuelle Edition von oben löst sich langsam in Luft auf. Übrig bleiben dann halt Bücher deren Inhalt durchaus durchdacht und mit Konzept angelegt waren. Man kann daraus klauen, sich Inspiration holen und evtl. auch noch mal eine Runde mit den Toten tanzen. Wiederbelebt bekommt man es aber nicht mehr, und am Ende war die 4E einfach nur eine verpasste Chance.
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