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Symbaroum
HEXer:
Ich hatte alle Publikationen, die zu Symbaroum auf Englisch erschienen. Mich hat die massive Verschränkung von offizieller Kampagne (bzw. Abenteuern überhaupt) und Hintergrundinformationen und das Informationsmanagement in den Publikationen allgemein schließlich derart geärgert, dass ich Symbaroum komplett verkauft habe.
Es gibt in den ganzen Modulen keine Hintergrundinformation, die nicht an die Kampagne und/oder die anderen offiziellen Abenteuer gebunden wäre. Und im Umkehrschluss gibt es keine Informationen über die Abenteuer hinaus. Es wird im Grundregelwerk beispielsweise von den alten Göttern gesprochen, die ja einen der Kernkonflikte des Settings darstellen. Aber es gibt NULL Informationen über die Götter. Erst in dem relativ spät veröffentlichten "The Bell Toll for Kastor" gibt es dann irgendwo versteckt in einem Seitenkasten Informationen dazu. Aber natürlich auch wieder nicht über alle zehn (?) Götter, sondern nur über die, die gerade in diesem kleinen Abenteuer angewendet werden. So was ärgert mich. Ich will ein Setting zumindest in den wichtigen Grundzügen vollständig beschrieben haben und die Infos nicht in irgendwelchen obskuren Publikationen suchen müssen.
Ein weiterer Faktor, warum ich Symbaroum inzwischen gar nicht mehr so cool finde ist, dass das Setting zu gewollt düster, heruntergekommen und depressiv ist. Es gibt keinen beschriebenen NSC, der nicht völlig im Eimer wäre, und so gar kein Bisschen Hoffnung irgendwo. Kann man sicher machen, kommt mir aber nicht sehr glaubwürdig vor und ist vom Ton her so überhaupt nicht meins. Ist son Bisschen wie mit dem alten Degenesis, wo die (viel bessere) Neuauflage in Ton und Stimmung auch deutlich entschärft wurde.
Dann sind die Regeln an vielen Stellen beinahe schon broken. Es ist beispielsweise egal, wie mächtig der Gegner ist - wenn ein SC diesen "ich verwandelt dich in ein Tier" Zauber hat, wird aus dem fiesen bösen gigantischen Monster plötzlich ein niedliches Hoppelhäschen. :WTF:
Und schließlich sind Layout und Grafiken zwar supercool, aber die Idee, Bilder über den Buchknick laufen zu lassen scheitern im Print oft daran, dass wichtige Elemente des Motivs genau im Knick liegen (und damit verschwinden). Vor allem aber werden die jeweiligen Abbildungen viel viel zu oft verwendet. Wenn ein Abenteuer so teuer ist, wie die es für Symbaroum sind, dann erwarte ich da auch neue Bilder und nicht hauptsächlich Artword-Recycling.
So, das nur mal als andere Meinung zu Symbaroum. Vielleicht kannst du dir durch eine negative Beurteilung ja ein etwas ausgewogeneres Urteil bilden.
Ach ja:
--- Zitat von: Lieblingsmensch am 2.03.2018 | 14:43 ---Ich hoffe sehr das Prometheus es auf die Kette bekommt alles zu übersetzen...
--- Ende Zitat ---
IceHand:
--- Zitat von: HEXer am 2.03.2018 | 15:48 ---Ich hatte alle Publikationen, die zu Symbaroum auf Englisch erschienen. Mich hat die massive Verschränkung von offizieller Kampagne (bzw. Abenteuern überhaupt) und Hintergrundinformationen und das Informationsmanagement in den Publikationen allgemein schließlich derart geärgert, dass ich Symbaroum komplett verkauft habe.
--- Ende Zitat ---
Kann ich gut verstehen, ich finde die Strategie auch sehr zweifelhaft. Wenn man das Grundregelwerk als Basis nimmt und selbst darauf aufbaut, kann aber schon was Schönes draus werden. Ich erfinde einfach hinzu, was noch fehlt. Mir egal, wenn in irgendeinem Abenteuer in einer Randnotiz was anderes steht.
HEXer:
Natürlich, kann man machen. Aber die Infos im Grundsegelwerk sind dann so dünn, dass man auch gleich ne eigene Welt basteln kann...
Olibino:
Ja, das ist ein guter Punkt. Ich glaube, dass sich Symbaroum vor allem dann eignet, wenn man die offizielen Abenteuer spielen möchte. Dann ist es ideal, da alle Regelerweiterungen und Welterweiterungen für das jeweilige Abenteur mit im Abenteuer drin sind.
Und ich vermute, dass das auch genau so entstanden ist. Järnringen hat erstmal nur einen Teil der Welt erschaffen und den dann Abenteuer für Abenteuer ausgebaut. Das ist aus meiner Sicht auch pragmatischer, als wenn sie erst einmal eine finale Liste aller Götter usw. erstellt hätten.
Aber ich verstehe, wenn man die Abenteuer gar nicht spielen will, dass das ziemlich blöd ist. Immerhin kommt ja in Kürze ein Monsterbuch raus, das eher für eigene Abenteuer gedacht ist.
Der Nârr:
Hm, dass das Setting nur abenteuerbezogen und damit sehr selektiv entwickelt wird, ist ja nicht so schön. Ich habe so etwas schon befürchtet, da ich die Settinginformationen im Grundregelwerk auch ziemlich sprunghaft und selektiv dargestellt finde.
Eigentlich suche ich ja ein detailliertes, tiefes Setting, in dem ich dann meine eigenen Sachen leiten kann, ohne aber erst das Setting groß selbst zu entwickeln. Ich leite seit über 1 Jahr in einem Setting für das ich so ziemlich alles selbst entwerfen muss und ich würde gerne mal wieder auf ein "fertiges", dichtes, abgeschlossenes, tiefes, komplexes Setting zugreifen, bei dem ich mich dann auf NPC und Story konzentrieren kann statt erstmal kulturelle Gebräuche zu entwickeln, Pantheone und Kulte auszugestalten und Stadtkarten zu malen. Irgendwie hatte ich gedacht, dass Symbaroum so etwas sein könnte.
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