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Brainstorming: Wie funktionieren Götter-Kulte in einer High-Fantasy-Welt?
Skele-Surtur:
Worin genau begründet sich die Beziehung der Anhänger zu ihrem Gott?
Das hängt ggf. von der Art des Gottes ab und wie weit er willens und fähig ist, Einfluss auf die irdischen Sphären zu nehmen.
I.d.R. wenn wir uns an theologischen Begründungen orientieren, gibt es dazu folgende Möglichkeiten:
Wirksphäre: Der Gott hat eine geographisch mehr oder minder klar eingrenzbare Wirksphäre. Er ist der Gott des Landes. Für uns erscheint das erstmal seltsam und kommt uns ungöttlich vor, um es mal so zu sagen. Das Konzept des irgendwie über allem schwebenden, allgegenwärtigen Gottes ist aber relativ neu. In High-Fantasy-Welten erscheint mir dieses Konzept sehr plausibel.
Die Beziehung der Anhänger zu ihrem Gott begründet sich darin, dass sie in seiner Wirksphäre leben - für Kleriker ist das natürlich problematisch, sobald sie das Gebiet verlassen.
Verehrung und ggf. Opfergaben werden dann zu einer Art von Miete, die für das Recht, auf dem Land des Gottes zu leben, zu entrichten ist. Zahlst du nicht, wird er dich strafen, bis du sein Land verlässt und dich in die Wirksphäre eines anderen Gottes begibst.
Gott der Väter: Sehr typisch für Fantasy. Der Gott ist der Schöpfer deiner Ahnen oder hat mit ihnen einen Bund, eine Art göttlichen Vertrag geschlossen. Er ist für dich verantwortlich und du schuldest ihm deine Hingabe. Deine Beziehung zu deinem Gott ist dir vererbt, sie liegt in deinem Blut. Diese besondere, ursprüngliche und internale Bindung ist schicksalhaft und kann nicht aufgelöst werden.
Entscheidung: Deine Beziehung zu deinem Gott ist eine Entscheidung, die du selbst getroffen hast. Es ist ein Vertrag und was dich zu dieser Entscheidung getrieben hat, kann unterschiedlich sein. Vielleicht findest du die Lehren des Gottes überzeugend, vielleicht bietet er die besten Rahmenbedingungen, vielleicht hat er dir ein Angebot gemacht, als du in höchster Not warst. Deine Beziehung zu deinem Gott begründet sich dann im Zustandekommen der Entscheidung.
Wie wird das von Außenstehenden wahrgenommen?
Das hängt sehr davon ab, an was sie glauben und warum und natürlich wie gut kompatibel der Alltag und die Wertvorstellungen des Gläubigen zu dem der Außenstehenden ist. Ich glaube, da kann man keine pauschale Aussage treffen. Zwischen "die machen eigentlich das selbe wie wir, nur in Grün" über "die sind ja ulkig" und "die sind ja gruselig" bis zu "tötet diese Wahnsinnigen, ehe sie unsere Kinder fressen!" ist da eigentlich alles drin.
Wie ist die Beziehung der Mächtigen zu den Kulten? Sehen sie sie als Konkurrenz oder als potenzielle Verbündete?
Das kommt drauf an, ob die Kulte die Mächtigen stützen. Ganz vereinfacht: Nutze ich als Monarch Religion für die Begründung meiner Macht (was üblich ist), dann bin ich entweder Priesterkönig oder halte mir einen Hofstaat von Amtspriestern und eine Amtskirche. Dann sind andere Kulte eine Bedrohung, wenn ihre Lehren meinen Machtanspruch in Frage stellen, oder egal, wenn sie meinen Machtanspruch nicht in Frage stellen.
Letztlich hängt das immer vom einzelnen Kult ab. Generell wird ein Monarch aber alles als Bedrohung wahrnehmen, was erstmal in Frage stellt, dass er grundsätzlich das Sagen hat.
Welches Bild haben die Menschen von den Göttern?
Was Luxfere sagt.
Text:
--- Zitat von: Slayn am 31.07.2014 | 09:35 ---Es kommt ganz darauf an was "Gott sein" dann bedeutet. Wenn "Gott" nur irgend ein mächtiges Wesen ist, sieht die Lage anders aus als wenn "Gott" die direkte Inkarnation einer Macht/eines Naturgesetzes ist.
Beispiel: Wenn Chronos nicht "Ein/der Gott der Zeit" ist sondern "Die zeit ist", dann wäre man schier wahnsinnig ihn nicht zu verehren.
--- Ende Zitat ---
Momentan schweben mir eher "Zivilisationsgötter" vor. So was wie Prometheus. Nicht die Schöpfer des Universums. Möglicherweise nicht mal die Schöpfer der Menschheit. Sondern die die den Menschen die Kultur und das Gesetz und die Kunst und die Magie beigebracht haben.
Ein Gott der ein ganzes Konzept darstellt ist mir zu mächtig. Ich will ja viele Götter mit überdeckendem Portfolio. Ich kann mir nicht vorstellen wie das funktionieren soll, wenn es mehrere Götter gibt, die selbst die Zeit sind.
Aber jetzt wo ich darüber nachdenke, kann ich mir auch gut vorstellen dass es in Richtung "Naturgeister" geht: Es gibt nicht einen Gott des Wassers, sondern jeder Fluss und jeder See hat/ist ein eigener Wassergott. (So ein bisschen Richtung Shinto?)
Eulenspiegel:
--- Zitat von: Text am 1.08.2014 | 00:09 ---Ein Gott der ein ganzes Konzept darstellt ist mir zu mächtig. Ich will ja viele Götter mit überdeckendem Portfolio. Ich kann mir nicht vorstellen wie das funktionieren soll, wenn es mehrere Götter gibt, die selbst die Zeit sind.
--- Ende Zitat ---
Es könnten Zeitlinien sein, die unterschiedlich schnell ablaufen. In Gegenden, wo Gott A präsent ist, vergeht die Zeit recht schnell. (Zum Beispiel die Feenreiche.)
In anderen Gegenden, wo Gott B präsent ist, vergeht die Zeit sehr langsam.
Und in wieder anderen Gegenden, wo Gott C präsent ist, vergeht die Zeit vielleicht nicht linear sondern verläuft in Zirkeln. (So wie in "Täglich grüßt das Murmeltier".)
Vielleicht teilen sich die Götter auch nicht auf Gegenden auf sondern auf Spezies: Gott A umwebt Menschen, Rennmäuse etc. für die die Zeit sehr schnell vergeht.
Gott B umwebt die Elfen, Schildkröten, Schnecken, Mammutbäume etc. für die die Zeit sehr langsam vergeht.
Gott C wiederum hat das Klima, die Gezeiten etc. unter sich, die alle zyklisch verlaufen.
Und ein Konflikt könnte jetzt dadurch entstehen, dass ein Gott versucht, sich auf einen anderen Bereich auszudehnen.
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Text am 1.08.2014 | 00:09 ---(So ein bisschen Richtung Shinto?)
--- Ende Zitat ---
war nicht nur im Shinto so
Slayn:
--- Zitat von: Text am 1.08.2014 | 00:09 ---Momentan schweben mir eher "Zivilisationsgötter" vor. So was wie Prometheus. Nicht die Schöpfer des Universums. Möglicherweise nicht mal die Schöpfer der Menschheit. Sondern die die den Menschen die Kultur und das Gesetz und die Kunst und die Magie beigebracht haben.
Ein Gott der ein ganzes Konzept darstellt ist mir zu mächtig. Ich will ja viele Götter mit überdeckendem Portfolio. Ich kann mir nicht vorstellen wie das funktionieren soll, wenn es mehrere Götter gibt, die selbst die Zeit sind.
Aber jetzt wo ich darüber nachdenke, kann ich mir auch gut vorstellen dass es in Richtung "Naturgeister" geht: Es gibt nicht einen Gott des Wassers, sondern jeder Fluss und jeder See hat/ist ein eigener Wassergott. (So ein bisschen Richtung Shinto?)
--- Ende Zitat ---
Dann red mal Klartext darüber welche Macht du dir bei den Göttern vorstellst.
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