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[Brainstorming] Fantasy Setting auf Planet mit gebundener Rotation

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Antariuk:

--- Zitat von: Arldwulf am  4.09.2014 | 16:15 ---Der Untergrund wandelt sich also, Flüsse und Landschaftsformen wandern aber mit der Lebenszone mehr oder weniger mit. Im Laufe der Jahrtausende könnten sich so mächtige Canyons gebildet haben.

--- Ende Zitat ---

Die dann teilweise auf der Nachtseite von Gletschern wieder zermalen werden, aber sicherlich nicht alle. So ein Canyon-Gletscher könnte sich auch eine ganze Weile halten, wenn er in die Tagseite wandert, was dann - für eine gewisse Zeit - für eine Art grünen Brückenkopf am Rand der Wüste führen könnte.

Andersherum könnte ein Hochplateau aus der Tagseite, dass langsam Richtung Nachtseite wandert, relativ lange als Siedlungsort dienen weil es zum einen durch die Höhe länger Sonnenlicht abbekommt und zum anderen nicht von Kleinigkeiten wie Pegelschwankungen der Meere oder dem Austreten von Lava betroffen wäre. Der Nachteil ist dass Wind und Wetter nicht durch Berge abgebremst werden und Nahrung um das Plateau herum angebaut/gejagt werden muss. Aber so eine Festungsstadt auf/in einem Plateau wäre doch shiny.

Antariuk:
Mir gefällt die Idee mit der ehemlaigen Gefängniskolonie aus Ausgangspunkt (fast) aller humanoiden Völker immer mehr, auch wenn dass ursprünglich so gar nicht meine Absicht war. Wollte das eigentlich eher im Stil anderer, großer Settings machen dass man nach eigenem Belieben auf diverse Genres fokussieren kann, aber da ich Kitchen Sinks momentan etwas über habe lasse ich das.

Was mich zu möglichen Kandidaten für spielbare Völker und NSCs bringt. Mir schwebt schon länger ein Setting vor dass ohne Elfen oder Halblinge auskommt - nicht weil ich sie absolut nicht leiden kann, ich bin ihrer in der häufig so tolkienesquen Abbildung nur einfach müde. Klar kann man klassische Verhältnisse immer auch interessant umbauen, siehe Dark Sun oder Eberron, aber ich denke ich würde den Standard Cast einfach direkt wechseln. Vor allem wenn die Welt wirklich mal eine interstellare Gefängniskolonie war, könnte man argumentieren dass "zarte Persönlichkeiten" eher nicht zusammen mit brutalen Schlägern eingepfercht werden, weil dann kann man sie auch gleich hinrichten (ich unterstelle der intergalaktischen Zivilisation jetzt mal solche Motive).

Was passt also für "gen pop", wenn man sich primär an klassischen Beispielen orientiert? Menschen als Standard sind denke ich ok. Zwerge passen, Orks auch, wobei ich da vielleicht zu weniger verbrauchten monstösen Humanoiden greifen würde, z.B. Hobgoblins, Gnolle/Hyenamenschen, Halbriesen/Halbtrolle/Obsidianer, oder dergleichen mehr. Gerne auch in elementaren Abarten, bedingt durch die lange Exposition auf dem Planeten, wobei ich da ungerne à la Golarion/Forgotten Realms für jedes klassische Element ein eigenes Volk hätte, ein einziges aber wandelbares sollte reichen. Ich hab außerdem eine Schwäche für Lykantropen oder Gestaltwandler, aber da muss man mittlerweile auch echt aufpassen nicht in der Kitsch-Schiene zu landen...
Wenn man kleine Völker haben will wären Kobolde im Sinne von D&D was, die sind zwar noch schwächer als Halblinge aber einfach unangenehmer in größeren Mengen, sagen wir die wollte man nicht in den zivilisierteren Gefängnissen haben, also rein damit (auch intergalaktische Zivilisationen haben Vorurteile).

Schön wäre wenn man irgendwie ein wenig mit Spielererwartungen spielen könnte und die vermuteten "rauhen" Völker sich dann ganz anders ins Setting einfügen als vorher gedacht. Vielleicht betreiben die Halbriesen ja eine Reihe von bemannten Festungen am Rand zur Nachtseite und alarmieren mit großen Signalspiegeln die inneren Gebiete der Twilight Zone vor nahenden Gefahren (Stürme, Angriffe von Eiswesen), während Kobolde eine gebildete Elite innerhalb von Zwergenstädten bilden?

Arldwulf:
Klingt mir irgendwie alles zu humanoid. Ich würde eher einen klaren Cut machen zwischen zugereisten (den Bewohnern der alten Gefängnisskolonie = Humanoide  wie Menschen, Zwerge, Kobolde, Gnolle, Orks etc.)

und den "Ureinwohnern" des Planetens, welche mit Humanoiden gar nix zu tun haben. Mal ein paar Ideen:

Ich könnte mir eine Art Pflanzenvolk vorstellen, welches der sich drehenden Lebenszone mittels Sporen nachreisen. (Regeltechnisch "klonen" sie sich an einem anderem Ort und zerfallen dafür an einem anderem, haben also eine Art Teleport)
Vielleicht auch Wesen die in der Lage sind in der Sonnen/Nachtzone zu überleben indem ihr Körper kaum Wärme und Kälte aufnimmt / abgibt.

Oder wie wäre es mit gestaltwandernden Wurmschwärmen, welche in der Erde zuflucht vor den extremen Temperaturen suchen?

Da Wind sehr wichtig ist, und bei diesen Windgeschwindigkeiten / dieser Windkonstanz Flug sehr leicht wird wären auch viele Flugwesen denkbar.

Antariuk:
Ein harter Kontrast zwischen zugereisten und einheimischen Völkern wird wahrscheinlich eh erst dann erreicht, wenn das Abenteuer Hintergrundinfos zum Metaplot ausspuckt, oder? Aber man durchaus abgedrehtere Wege bei der heimischen Flora und Fauna gehen, ich würde nur vielleicht nicht alles davon als Charakteroption freistellen sondern. Die Idee mit dem Bezug auf Wind finde ich gut.

Wurmschwärme, die Gestalt ändern können? Oha, das wäre mir dann wieder zu... komisch. Da würde ich die Würmer vielleicht durch was anderes ersetzen. Ein Pflanzenvolk mit einer Sporenmechanik finde ich keine schlechte Idee, ich hätte das aber eher im Sinne von Aufkärung benutzt (die Sporen erlauben es der Kreatur, sich kurzzeitig in den betroffenen Boden "einzufühlen" und Sinneseindrücke zu sammeln). Da man aber durchaus annehmen kann dass in der Twilight Zine auf Bodennähe mehr Winde aus Richtung Nachtseite kommen, wäre so ein zonenweiter Sporen-Wandermechanismus auch denkbar, weil die auf der Frostseite zerfallenden Pflanzen dann ihre Sporen bis an den Rand der Wüste pusten und dort ein paar Jahrhunderte wachsen, bis die Zone nachgewandert ist.

Einige Kreaturen sollen auf jeden Fall in die extremen Zonen reisen können, weil das zugleich auch innerweltliche Aufhänger dafür bietet, wie andere Völker das kurzzeitig auch bewerkstelligen (man braucht für diesen Hitze-Trank die Haut eines Sandteufels). Was mir gerade auffällt ist dass der klassische Drachenhort aus D&D, wo so ein Viech einfach mal ein paar Jahrhunderte pennen geht, in diesem Setting eher nicht funktioniert (was ich super finde!), weil die Zone dann schon weggewandert ist und so richtig dicke mit Jagen und Schätze rauben ist das inmitten der Tag/Nachtseite dann auch wieder nicht. Aber ich wollte die Biester, wenn sie überhaupt vorkommen, eh zu einer extraplanaren Plage machen, die einiger Ressourcen wegen auf die Welt kommt.

Ucalegon:
In Nischen gedacht wären für eine indigene Spezies vlt. das Wasser/die Meere der TZ ein interessanter Lebensraum (in realiter vermutlich v.a. wg. solarer Flares, wenn ich mich richtig erinnere), weil sie dort den extremen Oberflächenbedingungen nicht direkt ausgesetzt ist. Den Lebenszyklus besonders resistenter Wasserwesen könnte ich mir iVm der wandernden Twilight Zone so vorstellen:

Im ewigen Eis eingeschlossen warten sie oder ihre Nachkommen (in welcher Form auch immer) auf den Übergang in die Twilight Zone. Taut es endlich, folgt eine kurze und intensive Blütezeit, die dazu genutzt wird, über die Polargebiete die TZ auf der anderen Planetenseite zu erreichen. Wer die Strapazen dieser Wanderung überlebt, sichert sich bzw. der eigenen Nachkommenschaft ein Überleben durch erneutes Einfrieren im Eis der Nachtseite...

In den Polarregionen würden dann möglicherweise Kreaturen/ein Volk leben, dass von dieser Wanderung profitiert/sie ermöglicht o.ä.

Überhaupt finde ich in einer solchen Welt mit begrenztem Lebensraum ökologische Nischen/Symbiose/Parasitismus usw. besonders interessant.

Bei der Frage nach Territorialkonflikten zwischen den intelligenten Bewohnern des Planeten könnte ich mir für bestimmte Völker durchaus auch eine friedliche Einigung vorstellen. "Wir leben xy Jahre in der TZ und helfen euch dabei, in den lebensfeindlichen Gebieten neue Städte und Siedlungen vorzubereiten/zu erschließen. Danach tauschen wir Plätze." Wenn man das Ganze ins Extrem treiben will, könnte man sich auch Gedanken über ein Wirtschaftssystem machen, in dem mit Lebenszeit innerhalb der bewohnbaren Zone gehandelt wird.

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