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[Brainstorming] Fantasy Setting auf Planet mit gebundener Rotation
Eulenspiegel:
Also ich finde es auf so einem Planeten nur logisch, dass es ein Volk gibt, das unterirdisch lebt. Ob man diesen Volk nun "Zwerge", "Terrianer", "Snewofu" oder "Subterrane" nennt, ist imho völlig unerheblich. Aber auf alle Fälle sollte es so ein Volk geben.
Antariuk:
Na dann lass mal hören was das für ein Volk ist! ;)
Re Zwerge: Mir ist natürlich klar dass es durchaus einen Reiz hat, gewisse etablierte Themen direkt in so ein extremes Setting zu übernehmen, man muss ja nicht alles auf den Kopf drehen. Wenn Zwerge, dann würde ich persönlich sie halt in einer anderen Nische sehen und die Unterwelt jemand anderem überlassen.
Bezüglich zum SciFi Aspekt, der mir nach wie vor nicht aus dem Kopf will: die meisten humanoiden Völker sind also die Nachfahren von ehem. Insassen der Gefängniskolonie. Diese hatte ein großes Zentrum, eine in einen natürlichen Krater gebaute Stadt, sowie mehrere Bergbau-Außenposten. Von diesen Anlagen sind nur noch grobe Ruinen übrig, da sie im verlassenen und zerstörten Zustand mehrfach durch die Tag- und Nachtseite gewandert sind. Trotzdem gibt es noch ein paar technische Geheimnisse in den untersten Ebenen, wenn man den Eingang denn findet. Der Krater der ursprünglichen Stadt taucht jetzt wieder am Rand der Tagseite auf, und bis auf den offensichtlich künstlich verbreiterten und befestigten Kraterrand ist kaum etwas von den ursprünglichen Installationen, geschweige den darauf aufbauenden "primitiven" Bauten der letzten Umdrehung, übrig.
Was es außerdem noch gibt sind mehrere, gigantische "Spikes", die das Ausmaß von sehr großen Säulen haben. Diese sind geologisch in mehreren Reihen entlang der Höhen- und Breitengrade des Planeten verteilt, und mittlerweile natürlich größtenteils verschüttet, in Felsen gewachsen, überschwemmt, oder sonstwie nicht direkt erkennt- oder begehbar. Trotzdem haben die Weisen und Mächtigen der zivilisierten Völker irgendwann spitzgekriegt, dass diese Säulen in regelmäßigen Abständen aus der Tagseite (oder Nachtseite, je nachdem auf welcher Planetenhälfte) auftauchen und sich vielleicht um die gesamte Welt ziehen.
Der ursprüngliche Sinn und Zweck dieser "Spikes" bleibt rätselhaft und somit Gegenstand von Abenteuern. Vielleicht sollten sie dazu dienen die Rotation des Planeten zu beschleunigen, oder ganz zu stoppen (also mit dem Sonnenumlauf zu synchronisieren). Oder waren sie eine Sicherheitsmaßnahme für das recht autonome Gefängnis, um im Notfall den Planeten komplett einzuäschern?
Wem der SciFi Anteil nicht liegt kann diese Ruinen natürlich einfach in magische Artefakte oder nicht-technische Hinterlassenschaften einer antiken Zivilisation umdeuten.
Antariuk:
Irgendwie fehlt mir noch das gewisse Etwas bezüglich der Fauna der Tag- und Nachtseite.
Zum einen wäre es sicherlich interessant ein paar sehr anpassungsfähige, oder kurzlebige, Spezies zu haben die in den ständig wandernden Randbereichen leben. Bei den wirklich extremen Gebieten tue ich mich jedoch echt schwer mit neuen Ideen. Lustig wäre vielleicht die Umkehrung der erwarteten Tendenz von großen, kräftigen Tieren in Kaltwettergebieten und kleinen, agilen Tieren in Wüstengebieten, vor allem wenn man magische Bestien und andere, nicht reale Wesensarten verwenden kann. In den Wüstengebieten stelle ich mir da Herdentiere vor, die ähnlich dem Spinosaurus große Rückensegel besitzen und sich von eingefangenem Sonnenlicht ernähren (bzw. irgendwelchen chemischen Prozessen die mit Sonnenlicht arbeiten), Nashorn-ähnliche Tiere mit der Kopfform eines Hammerhais die im Sand nach schutzsuchenden Kleintieren graben, und dergleichen mehr.
In den Eiszonen wären im Rudel jagende, superschnelle Marder (oder ähnliche Arten) bestimmt eine unangenehme Überraschung für alle Spieler, oder Schwärme von Tausendfüßlern die sich zu einem Ring zusammenrollen und dann Gletscher und Abhänge in Richtung Beute kullern, oder lauernde Räuber die sich absichtlich in Eis einfrieren lassen und das mehrere Wochen in der Hoffnung auf Beute überleben (quasi Eis-Krokodile). Kommt mir nur alles etwas langweilig und un-inspiriert vor.
Schön wäre es wenn beide Extremzonen ein oder zwei Signatur-Kreaturen hätten, die am berühmtesten sind und quasi stellvertretend für die Gefahren dieser Seite an sich stehen.
Galatea:
Warum willst du denn unbedingt eine Wüste in Sonnenrichtung haben? Wüsten sidn tendetiell lebensfeindlich und damit (v.a. auf einer Eyeball-Earth) ziemlich uninteressant.
Bei einem ziemlich wasserreichen Planeten hätte man da keine Wüste sondern einen riesigen tropischen Ozean (inklusive eventueller Landmassen auf denen praktisch konstanter Monsun herrscht), eventuell mit einem kolossalen ewigen Wirbelsturm am Pol. Damit wäre das Gebiet potentiell befahr- und besiedelbar (zumindest bis die Winde in Polnähe zu stark werden) und würde förmlich vor Leben überquellen.
Zum Thema Lebenwesen: Landflanzen dürften eher sowas wie riesige Blätter (Solarsegel, in Polnähe windschnittig) sein, die sich sehr effektiv nach der Sonne ausrichten können. Im Falle einer Wüste brüchten sie unglaublich tiefe Wurzeln oder müssten sehr mobil sein, um an das spärliche Wasser zu kommen - Sandwürmer mit grünen blattartigen Segeln auf dem Rücken wären denkbar (die Sonne ist auf einem solchen Planeten eine so omnipräsente Energiequellen, die MUSS genutzt werden, alles andere macht einfach keinen Sinn), evtl. auch Lebewesen, die regelmäßig zwischen der Kernwüste (viel Licht, wenig Fressfeinde) und dem Zwielichtbereich (Wasserverräte austocken und dann schnell wieder weg) pendeln.
Die Meere auf der Sonnenseite dürften vor Algen boomen. Da die Sonne nie untergeht wachsen sie auch extrem schnell und produzieren enorme Mengen an Sauerstoff - sehr wahrscheinlich ist die Atmosphäre daher sauerstoffreicher und damit auch ziemlich reaktiv. Brände in einer Atmosphäre mit 40+% Sauerstoffsättigung sind verheerend, der Umgang mit Feuer dürfte daher eine ziemlich knifflige Sache sein und Blitze/Donner gefürchtet wie nichts anderes.
Größeres Leben auf der Oberfläche der Nachtseite ist unwahrscheinlich, dafür wird es einfach zu kalt (wir reden hier nicht von ein paar dutzend Grad unter Null, sondern von Temperaturen bei denen die Atmosphäre gefriert und zu Boden fällt) - allerdings ist es wahrscheinlich, dass bestimmte Lebenwesen (flugfähige Tiere sind prädestiniert für sowas) zeitweise auf die Nachtseite wandern, um dort ihre Jungen aufzuziehen. Evtl. kennen sie vulkanische Gebiete wo es halbwegs warm ist oder sie ziehen sich nur ein paar hundert Kilometer hinter die Eisgrenze zurück (und nehmen ihre halbwüchsigen Jungen dann wieder mit zurück auf die Lichtseite), Hauptsache ihre Fressfeinde können ihnen nicht folgen, wenn sie ihre Eier ablegen.
Möglich wäre auch sowas wie ein riesiger Amoebic Lake auf der Lichtseite, wenn das Gebiet tatsächlich eher trocken ist. Der ernährt sich dann (neben dem Sonnenlicht) von verirrten Lebewesen und dem Wasser das diese in ihren Körpern mitbringen. Der See wäre dann quasi eine gelartige Masse aus amöboiden Einzellern, der jeden höheren Organismus verschlingt, der versucht von ihm zu trinken oder auf ihm zu landen - so etwas wie ein riesiger fleischfressender Schleimtümpel.
Man muss einfach kreativ sein und die Lebensform so gestalten, dass die Spieler tatsächlich das Gefühl haben auf einer völlig fremden Welt zu sein - und dafür muss man nicht mal total neues aus dem Hut zaubern.
Es reicht schon bereits Bekanntes in neuer Form auftreten zu lassen, also quasi einfach eine auf der Erde von einem bestimmten Tierstamm besetzte Nische mit einer anderen füllen (weil die bekannt Form auf diesem Planeten fehlt) - fliegende Fische oder Krebstiere sind da denkbar, eine Welt ohne Fische (es gibt nur Krebstiere oder wassergebundene Insekten), keine echten Pflanzen (Landpflanzen sind alles Lebewesen, ähnlich Anemonen oder Schwämme) etc, die Möglichkeiten sind fast grenzenlos.
Oder man baut einen Planeten auf dem in heißen Gebieten eine völlig andere Form von Leben existiert (z.B. kristalline Lebewesen, die überhaupt kein Wasser benötigen). Das ist dann aber sehr viel anstrengender so zu gestalten, dass es halbwegs in sich schlüssig wirkt.
Ethelbeorn:
Noch ein paar politische Ideen zum Pol und den potentiell getrennten Ringabschnitten, die sich in der Zwielicht Zone gegenüberliegen und zum einen Richtung Eis und zum anderen Richtung Wüste bewegen.
Zu beachten ist auch, dass es erhebliche Unterschiede in der Geschwindigkeit der Zonenwanderung gibt. Am Äquator entsteht und verschwindet das Land sehr schnell. An den Polen sind permanente Strukturen möglich.
Es könnte ein jahrtausende altes Äquadukt entlang des Äquators geben, dass die bewohnte Zohne kreuzt und permanent Schmelzwasser aus dem "Morgenland" ins "Abendland" leitet. Dieses Äquadukt ermöglicht eine Hochkultur auch an diesem Ort, wo der Boden vergänglicher ist.
Ansonsten herrschen dort eher nomadische Strukturen vor.
An einem der Pole (sagen wir Nordpol) könnte eine wichtige politische Macht existieren. Dieser Ort des ewigen Zwielichts ist durch einen Verteidigungsring geschützt, der kreisförmig um den Pol verläuft. Dadurch sind die beiden Ringhälften des bewohnbaren Gebiets getrennt.
Vielleicht sind beide Seiten am Pol ganz bewusst getrennt worden und der gegenüberliegende Teil beherbergt Monster.
Vielleicht ist das aber auch nur die Geschichte, die von der Macht am Pol erfunden wurde um ihre Position zu legitimieren.
Durch ein bereits genanntes Tunnelsystem kann man theoretisch auf die andere Hälfte des Rings kommen. Wenn dieser Tunnelring nicht all zu weit vom Pol entfernt liegt, wäre es denkbar, das Bewohner innerhalb weniger Wochen von der anderen Seite hinübergelangen oder Die Helden auf die andere Seite geschickt werden um beispielsweise einen Aufstand gegen die Macht am Pol anzufachen.
Bei der Erkundung neuer Gebiete könnte man auch auf Botschaften der Bewohner der anderen Seite Stoßen, die hunderte Jahre vorher einen Aufstand zum jetztigen Zeitpunkt planten.
Der Südpol könnte eine sagenumwobene Insel mit paradiesischen Bedingungen beherbergen. Eine Überfahrt ist wegen der permanenten seitlichen Winde aber nicht möglich. (Hier würde die bereits erwähnte Mondfinsternis eine Ausnahme machen)
Ich finde das Setting im Übrigen auch mega spannend und könnte mir vorstellen dort eine Kampangne zu leiten :)
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