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[Brainstorming] Fantasy Setting auf Planet mit gebundener Rotation

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Antariuk:

--- Zitat von: Rumpel am  1.12.2015 | 11:15 ---"Schneckenstädte"
Die wenigen Städte des Settings werden in der Regel nicht einfach aufgegeben, wenn die Kälte heranrückt; sie werden stattdessen immer wieder weiter in die habitable Zone hineingebaut und hinterlassen dabei eine "Schneckenspur" aus leerstehenden Häusern und Ruinen, die im Grenzbereich von den Ärmsten der Armen bewohnt werden.

--- Ende Zitat ---

Sehr coole Idee, setzt aber voraus dass die Rotiation langsam genug ist. Wenn ein erdengroßer Planet sich einmal in 5000 Jahren um sich selber dreht heißt dass lokal dass die Grenzen sich mit ca. 8km pro Jahr verschieben - das wäre deutlich zu schnell für konventionellen Städtebau. Man könnte da jetzt mit Science und/oder Fantasy rangehen und Behausungen wie Korallen wachsen lassen, aber es bleibt ein Problem.


--- Zitat von: Rumpel am  1.12.2015 | 11:15 ---Stadtgötter
[...] Krisenhaft ist natürlich immer der Moment, in dem eine Gebetsmühle zerlegt und am anderen Ende der Stadt wiederaufgebaut werden muss ...
Die Götter leben übrigens im Innern ihrer Tempel. Sie sind nicht materiell, zeitigen aber materielle Effekte - verformen den Raum, schaffen Illusionen, Düfte, Geschmäcker ... wer das innere Heiligtum eines Tempels betritt, steigt Gewissermaßen in das Unbewusste des betreffenden Gottes hinab; und tatsächlich verfügen die Götter nur über dieses Unbewusste, ein Bewusstsein im menschlichen Sinne ist ihnen verwehrt.

--- Ende Zitat ---

Auch sehr schön, und recht nahe an meiner Idee dass die spirituellen Wesen auf der Welt mit wachsender Macht immer mehr und mehr ihr Bewusstsein im Hier und Jetzt einbüßen, d.h. kleine Geister sind je nach Veranlagung clever und ambitioniert und je mächtiger sie werden umso gelassener werden sie, einen Stadtgott ficht dann kaum noch irgendwas an (zumindest die Kleinigkeiten des sterblichen Alltags).


--- Zitat von: Rumpel am  1.12.2015 | 11:15 ---Die Seraph
Eine Spezies humanoider magischer Geschöpfe mit Metallgefieder. Die Seraph sind keine Roboter, sondern magische Mechanismen mit einem Innenleben aus metallenen Saiten, die sich ständig in leichter Schwingung befinden. Ohne diese Schwingung wäre der Seraph tot, weshalb ein angehöriger dieser Spezies immer ein leises, melodisches Klingen von sich gibt.
Die Seraph sind nicht fortpflanzungsfähig, ihr Ursprung liegt im Dunkel der Vergangenheit. (Möglicherweise handelt es sich bei ihnen um Versuche der AI, magische Roboter zu erschaffen, um mit der Magie des Planeten interagieren zu können - was innerhalb des Settings wohl kaum jemand wüsste.) [...]

--- Ende Zitat ---

Ich selber denke gerade auch ein bißchen über "Gear-Punk" nach, also Technologie die eher magisch aufgeladene Mechanik-Konstruktionen ist wo sich Energie in super effizienten Spiralfedern oder dergleichen speichern lässt, aber dieser akkustische Aspekt ist auch nicht übel... so viele Idee :)



--- Zitat von: Rumpel am  1.12.2015 | 11:15 ---Elementarkräfte:
Oben war ja schon von einer anderen Einteilung der Elemente als der klassischen die Rede. Wie wäre es mit folgender:

Tag - Aspekte: Hitze, Flüssigkeit, Licht.
Nacht - Aspekte: Kälte, Festigkeit, Dunkelheit.
Wind (als "Vermittler" zwischen Tag und Nacht) - Aspekte: Flüchtigkeit, Wandel, Leben.

--- Ende Zitat ---

Ich hatte mir vor längerer Zeit mal Gedanken über Domänen für Kleriker gemacht (da ich davon ausgehe dass meine Gruppe die Welt mit Pathfinder bespielen will, wobei ich hoffe noch auf missionarischen Erfolg mit dem Cypher System), das ist zwar nicht mehr 100% aktuell gegenüber dem Rest meiner Notizen aber als Gedankenansatz vielleicht interessant:

Domains of the Day: Death, Fire, Glory, Law, Repose, Sun.
Domains of the Night: Chaos, Darkness, Luck, Water, Weather.
Domains of the Twilight: Animal, Healing, Knowledge, Plant, Travel.

Hintergrund ist dass die einwandernde Wüste deutlich lebensfeindlicher ist als die Nachtseite, die zwar optisch viel imposanter aussieht aber den Völkern viel mehr Erkundungsspielraum bietet bevor es wirklich gefährlich wird. Der Tag und die Wüste sind unendlich, unerbittlich und gnadenlos. Sie sind notwendig zum Leben und - da sie aus der Perspektive der Völker das aktiv "einwandernde" Element sind - bringen Ordnung in das Chaos der Nachtseite mit ihren ewigen Eis- und Gewitterstürmen. Aus dem Grund wird negative Energie auch mit der Tagseite asoziiert und positive Energie mit der Nachtseite.

Achamanian:

--- Zitat von: Antariuk am  1.12.2015 | 13:49 ---Sehr coole Idee, setzt aber voraus dass die Rotiation langsam genug ist. Wenn ein erdengroßer Planet sich einmal in 5000 Jahren um sich selber dreht heißt dass lokal dass die Grenzen sich mit ca. 8km pro Jahr verschieben - das wäre deutlich zu schnell für konventionellen Städtebau. Man könnte da jetzt mit Science und/oder Fantasy rangehen und Behausungen wie Korallen wachsen lassen, aber es bleibt ein Problem.


--- Ende Zitat ---

Stimmt, da wäre das Prinzip wohl eher, die Stadt zu verlassen und eine neue Heimat möglichst nah an der Tagseite suchen ... ich habe auch ehrlich gesagt nicht mehr auf dem Schirm, wie lange bei deinem derzeitigen Modell gerade eine Umdrehung dauert und wie breit der habitable Streifen ist, d.h. wie lange es auf welchem Breitengrad dauert, bis ein Ort von einem Rand des Streifens zum anderen gewandert ist.
So eine Schneckenstadt könnte dann jedenfalls eher etwas Besonders sein - vielleicht existiert sie bloß noch als Ruine, die sich praktisch einmal um den Planeten erstreckt und gelegentlich von den in der Umgebung lebenden Völkern genutzt wird.

Antariuk:

--- Zitat von: Rumpel am  1.12.2015 | 14:02 ---Stimmt, da wäre das Prinzip wohl eher, die Stadt zu verlassen und eine neue Heimat möglichst nah an der Tagseite suchen ... ich habe auch ehrlich gesagt nicht mehr auf dem Schirm, wie lange bei deinem derzeitigen Modell gerade eine Umdrehung dauert und wie breit der habitable Streifen ist, d.h. wie lange es auf welchem Breitengrad dauert, bis ein Ort von einem Rand des Streifens zum anderen gewandert ist.
So eine Schneckenstadt könnte dann jedenfalls eher etwas Besonders sein - vielleicht existiert sie bloß noch als Ruine, die sich praktisch einmal um den Planeten erstreckt und gelegentlich von den in der Umgebung lebenden Völkern genutzt wird.

--- Ende Zitat ---

Ganz genau habe ich es nicht eingegrenzt, ich merke aber dass mit den o.g. 8km Verschiebung pro Jahr sehr viele interessante und dynamische Entwicklungen möglich werden. Mir hat die Idee anfangs gar nicht behagt weil ich ursprünglich ja eine wirklich gebundene Rotation im Sinn hatte, aber mittlerweile muss ich mir selbst gegenüber eingestehen dass ich durch das Opfern dieses Aspekts einfach sehr viel Gewinn habe. Für die Twilight Zone bedeuten 8km/Jahr eine Lebensdauer für Gebäude von ca. 500 Jahren.

Arldwulf hatte auch Seite 2 vorgeschlagen sogar noch weiter zu gehen: "Bei 13km pro Jahr, und einer Twighlight Zone von sagen wir mal 1/10 des Planetenradius = 4000km hätte man knapp 300 Jahre die eine Stadt in der Lebensfreundlichen Zone sein kann." Da stellt sich dann die Frage wie sehr man den Wandel der Zeit sowie die sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Konventionen zum Fokus machen will... wenn man menschliche Völker zur Auswahl stellt sind 500 Jahre genug um Mysterien und Desinformation aufzubauen, aber auch schon wieder zu lange als dass Ereignisse des Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvaters, also 200+ Jahre, noch verlässlich tradiert werden können und damit wird der "schleichende Zerfall" wieder sehr indirekt und weniger unmittelbar.

Vielleicht muss ich auch nochmal an den Maßen des Planeten drehen, weil aktuell empfinde ich 300 Jahre Lebensdauer für Gebäude in der Twilight Zone als ziemlich optimal, die Breite der Twilight Zone mit 4000km ist mir aber zu groß weil mit die spürbare Begrenzung des Lebensraums auf ein paar Längsgrade schon wichtig war.

Bei einem wirklich sehr langsam rotierenden Planeten mit vielleicht 2km/Jahr wäre die Idee der Schneckenstadt aber trotzdem ziemlich cool, da hat man aus einem Details des Settings ja direkt mehrere Kampagnenaufhänger generiert ;)

Achamanian:

--- Zitat von: Antariuk am  1.12.2015 | 14:32 ---Vielleicht muss ich auch nochmal an den Maßen des Planeten drehen, weil aktuell empfinde ich 300 Jahre Lebensdauer für Gebäude in der Twilight Zone als ziemlich optimal, die Breite der Twilight Zone mit 4000km ist mir aber zu groß weil mit die spürbare Begrenzung des Lebensraums auf ein paar Längsgrade schon wichtig war.

--- Ende Zitat ---

Wobei du ja auch beides haben kannst - nicht alle Städte werden schließlich ganz dicht an der Kältezone errichtet werden, es wird genügend Gründe geben, sich oft auch auf "halbem Wege" niederzulassen; und dann sind es schon nur noch 200-300 Jahre, bis der Tag kommt ...

Ethelbeorn:
Um eine Häuserreihe 8km weiterzubauen benötigt man 800 Menschen, die ein Haus von je 10m Länge anbauen. Gegeben, das die Fundamente bereits bestehen, sollte das kein großes Problem sein. Lass es eine Stadt mit 80.000 Haushalten sein, mit drei großen Straßenzügen. Da müssen dann 6% der Bevölkerung pro Jahr umziehen, bzw. ein Haushalt muss alle 16 Jahre ein neues Haus beziehen.
(Und nochmal zur Erinnerung: Am Pol vergeht das Land langsamer  8))

Noch ein Punkt zur Zeit: Drei Generationen sind eine Ewigkeit. Es gibt kaum mehr Augenzeugen des 2. Weltkriegs. In einer Welt mit kürzeren Generationen und wenigen Medien sind Ereignisse vor 70 Jahren bereits Erzählungen von Erzählungen. "Den eingeschneite Turm hinter dem Horizont hat der Urgroßvater der Königs einst gegen die Feinde gehalten."
Das Video gibt eine gute Vorstellung, was Zeiträume von 300-600 Jahre bedeuten: https://www.youtube.com/watch?v=hXiLMb-OFgY&t=08m40s
Die Haiga Sophia wurde in fünf Jahren erbaut. In unserer "Stabilen" Welt betragen die historischen Blütezeiten von Städten und Reichen oftmals nur einige Jahrzehnte.

800km sind etwa ein Monat zu Fuß. das finde ich schon recht viel, vor allem in einer Welt, die keine Tage kennt muss das wie eine Ewigkeit sein. Ich überlege, vielleicht sogar nur 400km zu nehmen. Das ist die Strecke, von einem Horizont zum anderen auf einem 3000m hohen Berg. Das gibt eine schöne Szene, wenn man den Spielern beschreibt, wie sie an einem klaren Tag den weißen und Schwarzen Saum der Welt erkennen können. Passt aber auch vielleicht besser zu einem Ansatz, der die Differenz von Stabilität und Vergänglichkeit stärker hervorhebt als die von "Feuer" und "Eis". Auf einem schmaleren Band werden die Gruppen vermutlich über die gesamte breite zusammenarbeiten und Konflikte gegen Gruppen "oben" und "unten" eingehen. Bei einer Breiten Zone würden die Grenzen vermehrt zwischen Warmen und kalten kulturen verlaufen, wodurch die optimale Zone zum umkämpften Gebiet wird.

Es macht außerdem Sinn, den Streifen abzustufen und Orte einzuführen, in denen kein permanentes Leben möglich ist, der kurzfristige Aufenthalt aber schon. Dadurch steht mehr Land für Militärische Maneuver und Abenteuer bereit, das obendrein.

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