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Dragon Age: Inquisition

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Noir:
So ... und jetzt bin ich durch. Nach 50 Stunden. Irgendwann nach etwa ... 30 Stunden hab ich größtenteils aufgehört mich um Sidequests zu kümmern. Die Rewards waren so underwhelming und es wirkte auch völlig falsch - so leid es mir tut - mich um den verschwundenen Ehering einer alten Frau zu kümmern, wenn da eine Armee Dämonen bereit ist, durch die Lande zu ziehen. Unter'm Strich bin ich leider wieder einmal enttäuscht worden von der Marke Dragon Age. Was mit Origins für mich damals als mögliche Rettung des "PC Fantasy-Rollenspiels" anfing, ist am Ende zu einem halbgaren Machwerk verkommen. Dragon Age 2 war für mich schon eine absolute Frechheit der Macher ... wie sah das jetzt mit Dragon Age: Inquisition aus?

Zunächst sei gesagt: Inquisition ist deutlich ... DEUTLICH ... DEUTLICHST besser als Dragon Age 2. Die Hauptstory macht Spaß und wird in opulenten Cutscenes erzählt. Man darf teilweise sogar schwere Entscheidungen treffen und so dann sogar eine epische Geschichte erleben. Leider hat Inquisition das Problem, dass diese tolle Hauptstory viel zu kurz ist - und man merkt, dass diese Masse an teilweise belanglosen Sidequests nur dazu da sind, um das Spiel zu strecken - und das diese Hauptstory einfach untergeht. Ich hatte jetzt gegen Ende in mehr als einer Cutscene das Problem, dass ich gar nicht mehr wusste, wer jetzt die Person ist, die gerade Schreckliche Tat A begeht.

So wurde das, was eine großartige Geschichte hätte werden können, zu einem Haufen cooler Ideen, die mich leider völlig kalt lassen. Ich erinnere mich noch an das Finale von Origins ... (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)oder besser die verschiedenen Finale - sei es das Ende, bei dem man sich selbst opfert ... oder das Finale, bei dem man selbst König wird ... oder das Finale, bei dem es am Ende nur eine Königin gibt ... oder nur einen König ... oder ein Königspaar ... ... da kann dieses Ende leider so gar nicht gegen anstinken.

Mehr noch, war der Endgegner Corypheus sogar so leicht, dass ich nicht einmal einen Heiltrank habe nutzen müssen ... und das obwohl ich als Knight Enchanter Mage an vorderster Front kämpfte.

Was hätte man aus diesem Spiel machen können?! So unfassbar viel! Es ist ja großartig, dass das Spiel so gewaltig groß ist ... aber wieso verpackt man diese Größe dann in Belanglosigkeit? Wieso nicht ein bisschen an Größe sparen und dafür alles so opulent präsentieren? Warum wird die Geschichte hier in den Hintergrund gerückt, nur damit man sagen kann: "Guck mal, ich hab hier ein Open World Game!"

Ne ... sorry, Bioware ... das war nix ... ihr hättet etwas großes schaffen können und habt es - zumindest in meinen Augen - gehörig verkackt.

Während Dragon Age Origins von mir eine 10 von 10 bekommen hat und Dragon Age 2 eigentlich gar keine Bewertung verdient hat, weil es so scheiße war, bekommt Inquisition eine 3 - 4 von 10.

Gute Ideen. Teilweise gute Darstellung. Insgesamt einfach viel zu viel Ballast.

Yerho:

--- Zitat von: Professor Farnsworth am 14.08.2016 | 17:08 ---Gute Ideen. Teilweise gute Darstellung. Insgesamt einfach viel zu viel Ballast.
--- Ende Zitat ---

Was ich dabei nicht verstehe: Was hindert dich daran, konsequent dem Hauptstrang zu folgen bzw. nur die Nebenaufgaben zu erfüllen, die du - in deinen Charakter eingetaucht - für so relevant hältst, dass sie auch in einer bedrohten Welt erledigt werden müssen/können bzw. dich auch gefühlt darin voran bringen, jeder gestählte Weltenretter zu werden, der am Ende obsiegt?

Du *musst* schließlich auch IRL, während du gerade an einem Heilmittel für Krebs arbeitest, weder Katzen von Bäumen retten noch Senioren über die Straße helfen. Du musst noch nicht einmal an Dingen forschen, die mit deiner eigentlichen Ziel durchaus verknüpft sind. Du entscheidest, für was du trotz deines großen Ziels Zeit aufbringen willst. Wenn du dich dabei verzettelst, ist nicht die Welt schuld, sondern du. Und das wiederum ist in Open-World-Spielen nicht anders.

Sashael:
Ein großes Poblem fast aller OpenWorldSpiele ist ja auch meiner Meinung nach, dass man selbst kurz vor dem entscheidenden Endkampf gegen das weltenverschlingende Nyacthocaethwyrwangchung-Monster noch von Oma Gertraude darum gebeten wird, ihr doch mal die Kiste Äpfel aus dem Garten zu holen, weil ihr der Rücken weh tut. Oder das der Unteradlige Karl-Gustav Freiherr von Untertupfingen mich, den Best Buddy von Franz Xaver Kaiser von Großkontinentistan, noch losschickt, um seinem Kammerdiener am anderen Ende des Dorfes eine Einkaufsliste zu bringen.

Das so ein Scheiß nicht irgendwann einfach geblockt wird, nervt mich persönlich an den ganzen OpenWorldSpielen und versaut mir gerade gegen Ende immer wieder die Immersion.

Orlock:

--- Zitat von: Buddy Fantomas am 11.09.2016 | 12:38 ---Was ich dabei nicht verstehe: Was hindert dich daran, konsequent dem Hauptstrang zu folgen bzw. nur die Nebenaufgaben zu erfüllen, die du - in deinen Charakter eingetaucht - für so relevant hältst, dass sie auch in einer bedrohten Welt erledigt werden müssen/können bzw. dich auch gefühlt darin voran bringen, jeder gestählte Weltenretter zu werden, der am Ende obsiegt?

Du *musst* schließlich auch IRL, während du gerade an einem Heilmittel für Krebs arbeitest, weder Katzen von Bäumen retten noch Senioren über die Straße helfen. Du musst noch nicht einmal an Dingen forschen, die mit deiner eigentlichen Ziel durchaus verknüpft sind. Du entscheidest, für was du trotz deines großen Ziels Zeit aufbringen willst. Wenn du dich dabei verzettelst, ist nicht die Welt schuld, sondern du. Und das wiederum ist in Open-World-Spielen nicht anders.

--- Ende Zitat ---

Doch, man muss eine gewisse Anzahl an Nebenquests erfüllen um genug Punkte zu haben, damit neue Gebiete (und auch die Hauptquest) freigeschaltet werden.
Und es gibt überhaupt kein Feedback darüber, wie nahe Du jetzt schon am wirklichen Finale bist. Und so verläuft sich das Ganze irgendwann in gefühlter Sinnlosigkeit. Zumindest wenn man den Punkt verpasst auf die Hauptquest einzuschwenken. So ist es mir ergangen.

Yerho:

--- Zitat von: Sashael am 11.09.2016 | 13:22 ---Ein großes Poblem fast aller OpenWorldSpiele ist ja auch meiner Meinung nach, dass man selbst kurz vor dem entscheidenden Endkampf gegen das weltenverschlingende Nyacthocaethwyrwangchung-Monster noch von Oma Gertraude darum gebeten wird, ihr doch mal die Kiste Äpfel aus dem Garten zu holen, weil ihr der Rücken weh tut.
--- Ende Zitat ---

Das stört mich nur dann, wenn die gute Oma entweder gar nicht weiß, dass ich der Superduperoberheld bin und/oder sie diesen Umstand aufgrund fortgeschrittener (und dargestellter) Senilität nicht berücksichtigen kann und/oder es in der (meist) Fantasy-Welt de facto so etwas wie Karma gibt und es sich für den strahlenden Helden einfach nicht gehört, der Oma ihren nicht unbilligen Wunsch abzuschlagen. Für wen rettet man denn die Scheißwelt überhaupt? Doch auch für all die rückengeplagten Omas da draußen! ;)


--- Zitat ---Oder das der Unteradlige Karl-Gustav Freiherr von Untertupfingen mich, den Best Buddy von Franz Xaver Kaiser von Großkontinentistan, noch losschickt, um seinem Kammerdiener am anderen Ende des Dorfes eine Einkaufsliste zu bringen.
--- Ende Zitat ---

Ja, *dass* zerschießt tatsächlich die Immersion, weil (bzw.: zumindest wenn) der Karl-Gustav eigentlich wissen müsste, wen er vor sich hat.

In den meisten Open-World-Titeln erwirbt man allerdings keinen Status, der allgemein bekannt wäre. Dass man der verdammte Auserwählte einer uralten Prophezeiung ist und schon vor dem Frühstück schon drölfzig Junfrauen, äh, Dämonen erschlagen hat, ist einfach nicht allgemein bekannt.
In Skyrim wurde es ja beispielsweise dadurch verkackt, dass man offizielle Titel erworben hatte und man von den Leuten auch als Thane adressiert wurde, man aber trotzdem noch von Wachen angepflaumt und von einfachen Bürgern mit Lappalien belästigt wurde. *Dann* beißt sich da was.


--- Zitat ---Das so ein Scheiß nicht irgendwann einfach geblockt wird, nervt mich persönlich an den ganzen OpenWorldSpielen und versaut mir gerade gegen Ende immer wieder die Immersion.
--- Ende Zitat ---

Ich wünsche mir für OW-Titel, dass es dort ein Fame-System gibt, welches die Ausbreitung des eigenen Rufs und die Reaktionen unterschiedlicher Personen und Fraktionen realistisch abdeckt. Sprich, wenn ich etwas Großartiges dort leiste/werde, wo es gesehen wird, spricht es sich herum und die Leute sollten angemessen reagieren.

Das rettet einen jedoch nicht zwingend vor Omas mit Kleingärten und Rückenschmerzen, denn wenn ich exakt die gleiche große Tat am Arsch der Welt vollbringe, weiß es schlichtweg keiner. Und selbst wenn die Oma es weiß, ist es ihr womöglich egal, weil es für ihr Leben keine Bedeutung hat, was ich geleistet habe oder weil sie ihre Lebensleistung als mindestens ebenso bedeutsam erachtet. Oder ich bin eben nicht nur der verdammte Held, sondern trotzdem auch einfach ein netter Mensch, der sich nicht zu fein ist, Omas beim Äpfelpflücken zu helfen - das Spiel sollte aber auch darstellen, dass es so ist.

Und auch wenn man vor den Augen der Welt ein Held ist, der reihenweise Dämonen erschlägt, ist man innerhalb einer lokalen Dorfgemeinschaft womöglich trotzdem ein arroganter Arsch, nachdem Oma herumerzählt hat, wie man sie abgekanzelt hat. Und wenn man irgendwann blutend vor die Tür eines Dorfbewohners torkelt, wird einem dieser sicherlich trotzdem helfen, weil er auch will, dass die Welt gerettet wird, aber er wird einem womöglich nicht verraten, das er von seinem Vater und der von seinem Großvater die Ruhestätte eines legendären Artefakts erfahren hat, dass das Weltenretten etwas komfortabler und/oder lustiger gestalten könnte.

Und wenn dann noch real existierende Götter das geschehen verfolgen, gibt es vermutlich eine Schutzgottheit für alte Omas mit Rückenproblemen, die es wahlweise wohlwollend oder missbilligend aufnehmen, wie der bereits zu weltlichem Ruhm gekommene Held sich gegenüber der Seniorin verhält. Und wenn ich mal Glück oder ein kleines Wunder brauche, kommt es womöglich - oder eben nicht.


--- Zitat von: Orlock am 11.09.2016 | 14:04 ---Doch, man muss eine gewisse Anzahl an Nebenquests erfüllen um genug Punkte zu haben, damit neue Gebiete (und auch die Hauptquest) freigeschaltet werden.
--- Ende Zitat ---

Richtig, aber man kann sich immer noch aussuchen, welche man davon macht. Und damit man eine Auswahl hat, muss es ausreichend viele Nebenaufgaben geben - also genau das, was als Ballast bezeichnet wurde.

Wie sollte es denn bitte anders sein? Wie lang soll eine Hauptqueste werden, damit man selbst dann, wenn man sich ausschließlich dieser widmet, glaubhaft vom Niemand zum Erlöser wird? Dann wird sich auch wieder über zu wenig Epik beschwert.

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