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[SERIE] Marco Polo (2014)
Antariuk:
Aye.
Staffel 2 fand ich gut und insgesamt ein bisschen besser als Staffel 1, weil es hier keine Stotterphase zu Beginn gab. Die verschiedenen Intrigen fand ich insofern gut als dass man immer wieder Abwechslungen hatte, etwas das mich hier noch mehr als in Staffel 1 (positiv) an GoT erinnerte.
Lyonesse:
Staffel 1 habe ich gesehen und fand es eine gute Abenteuerserie ohne Wenn und Aber. Es gab die schon erwähnten Längen vor allem im Mittelteil (aber wo gibt es die nicht?)l und den einen oder anderen schwächeren Schauspieler - Kokachin ging mir zb. leicht auf den Sender -, aber das wurde von anderen Charakteren (zb. dem blinden Kung Fu Meister) locker ausgeglichen. Ich denke das Problem ist inzwischen, dass man mit den ganzen enorm guten historischen Serien auf dem Markt (zb. Vikings, Borgia, u.a.) einfach ganz schön verwöhnt ist - früher hätte man sich nach so etwas wie Marco Polo die Finger geleckt und heute fliegt so eine aufwendige Serie - immerhin teurer als GoT -, warum auch immer, unter dem Radar. Na egal, ich schau mir jedenfalls in Kürze mal die zweite Staffel an.
Edit: Zweite Staffel gesehen und für gut befunden. Eine große Abenteuergeschichte, der es - zu dieser Überzeugung bin ich inzwischen gekommen - aber an der Brillanz und Energie einer Serie wie GoT mangelt, und damit meine ich sowohl die Plots als auch die Charaktere. Das hat sicher zum Teil auch zu den schwachen Reviews der Kritiker geführt, die ich allerdings für übertrieben negativ halte.
Runenstahl:
Nähere mich gerade dem Ende der 2. Staffel. Insgesamt finde ich die Serie sehr gut auch wenn es immer wieder Momente gibt in denen ich der Verzweiflung nahe bin.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Der Khan gibt Anweisung das sein Sohn mit den besten Kriegern aufbricht um Kaidu zur Strecke zu bringen... nächste Szene: Jingim reitet mit Marco und 4 (vier !) Kriegern durch die Gegend. Um Kaidu zu fangen... der ein Heer von wieviel Leuten hat ? Tausende ?
Nein, brennende Brieftauben (oder was auch immer) fliegen höchstwahrscheinlich nicht nach Hause. Und brennend würden sie auch nicht besonders weit kommen. Und nein, ein Haus fängt nicht an zu brennen wenn eine brennende Taube drauf landet.
Selber Fehler: laufen brennende Pferde wirklich noch als Herde herum oder würden sie eher panisch in alle Richtungen fliehen ? Und warum können die überhaupt noch Minutenlang rennen ? Und warum explodieren Schwarzpulverfässer wenn ein brennendes Pferde drüber läuft ? Schonmal versuch ein Stück Holz von der Stärke einer Faßwand anzuzünden ?
Kaum das wir sehen das die Reiter des Khans das Lager der Verräter angreifen finden sich die Kinder Kaidus schon im Kampf mit Fußtruppen. Häh ? Wo kommen denn die Fußtruppen plötzlich her ? Während die beiden sich also einer übermacht von Soldaten des Khans stellen finden sich gleich nebenan Marco, Jingim und Byamba im Kampf mit einer Übermacht Khan-Feindlicher Soldaten. Macht irgendwie wenig Sinn das beide Seiten in der Überzahl sind... und das auch noch gleich nebeneinander.
Die Kettenhemden der Kreuzritter sind in bester Hollywoodmanier völlig nutzlos gegen Säbelhiebe vorbeireitender Mongolen. Außer einem Riesen-Kreuzritter der dafür völlig immun ist.
Aller Kritik zum Trotze sind es die interessanten Charaktere und die gut choreographierten Kämpfe die die Geschichte für mich sehenswert machen.
Kurna:
Zu einem Punkt aus deinem Spoiler:
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--- Zitat --- Runenstahl schreibt:
Nein, brennende Brieftauben (oder was auch immer) fliegen höchstwahrscheinlich nicht nach Hause. Und brennend würden sie auch nicht besonders weit kommen. Und nein, ein Haus fängt nicht an zu brennen wenn eine brennende Taube drauf landet.
--- Ende Zitat ---
Ich wäre mir da gar nicht sicher. Tiere, die einen festen Bau, ein Nest oder ein Revier haben, neigen meist dazu, in Paniksituationen zu dem vertrauten Ort zurückzufliehen (außer es ist ein Muttertier, das den Jäger vom Nachwuchs ablenken will). U.a. deshalb werden z.B. so viele Katzen überfahren, weil sie unbedingt noch schnell über die Straße rennen müssen, wenn sie von einem Auto erschreckt werden.
Und wer schon einmal gesehen, wie schnell z.B. ein reetgedecktes Haus abfackelt, weil an Sylvester ein fliegender Lampion mit einer kleinen Kerze drin darauf gelandet war, der wundert sich nicht über schnell brennende Häuser.
Ganz abgesehen davon allerdings ist es halt eine der Standardgeschichten über die Mongolen und ihre Kriegslisten, wie sie eine der chinesischen Städte einnehmen, indem sie sich als Tribut so und so viel Tauben (oder vielleicht waren es auch Spatzen) von den Bewohnern aushändigen lassen, diese brennend freilassen und die Vögel dann die Stadt in Brand setzen, weil sie in ihre Nester zurückkehren. So eine Geschichte gehört in einer Serie über die Mongolen einfach dazu. :)
Yerho:
Verzweiflung ist nun wirklich nicht nötig, denn die meisten Dinge, die dich stören, sind entweder Erzähl- und Darstellungskonventionen, die man aus etlichen Filmen und Serien kennt oder gar nicht so fehlerhaft, wie du meinst:
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--- Zitat von: Runenstahl am 26.10.2016 | 19:40 ---Der Khan gibt Anweisung das sein Sohn mit den besten Kriegern aufbricht um Kaidu zur Strecke zu bringen... nächste Szene: Jingim reitet mit Marco und 4 (vier !) Kriegern durch die Gegend. Um Kaidu zu fangen... der ein Heer von wieviel Leuten hat ? Tausende ?
--- Ende Zitat ---
Ein Heer ist nur relevant, wenn jemand durch eine Feldschlacht gefangengenommen werden muss, ansonsten ist das einfach nur Ballast. Würde man sich daran stören, dass das "unlogisch" ist, müsste man bei so ziemlich jedem Abenteuer-Stoff verzweifeln. Das ist doch der gleiche Fragenkomplex wie: Warum werden bei Star Trek Außenmissionen von der Brückencrew durchgeführt, obwohl man genug Personal an Bord hat und die Offiziere auf die Brücke gehören? Warum warten Murtaugh und Riggs grundsätzlich nicht auf Verstärkung? - Das kann man sich fragen, es ist aber nicht zieflührend. Das Erzählmodell einer überschaubaren Truppe auf ihrer Queste ist einfach zu verlockend. Und als Rollenspieler fragt man sich ja auch nicht, warum erfolgreiche Abenteurer mit Taschen voller Geld auch extrem starke und/oder in der Überzahl befindliche Widersacher allein konfrontieren, obwohl sie die Kohle hätten, eine stattliche Söldnertruppe anzuwerben, sondern zieht los, weil es so mehr Spaß macht und weil es zudem spielbarer ist.
--- Zitat ---Nein, brennende Brieftauben (oder was auch immer) fliegen höchstwahrscheinlich nicht nach Hause. Und brennend würden sie auch nicht besonders weit kommen. Und nein, ein Haus fängt nicht an zu brennen wenn eine brennende Taube drauf landet.
--- Ende Zitat ---
Ich habe die zweite Staffel nicht gesehen und weiß nicht, wie es dort visuell dargestellt wird, aber der Erzählung nach brannten nicht die Tiere, sondern Bündel, die an die Tiere gebunden wurden. Und angesichts einer solchen Bedrohung flüchten Tiere 1.) weg vom Feuer und 2.) dahin, wo sie sich sicher fühlen, also in ihren Unterschlupf. Dass sie das Feuer dahin mitnehmen, wissen sie ja nicht und auch auch mittelalterliche chinesische Städte bestanden abseits der Prachtbauten aus viel Holz und Stroh und der kompletten Abwesenheit einer Brandschutzverordnung.
Sicherlich wird nicht jedes Tier heimkehren können und sicher wird auch nicht jedes heimkehrende Tier einen Brand auslösen, aber bei - der Überlieferung nach - zigtausend Tieren gibt es genug Aussicht auf eine wirksame Zahl von Brandpunkten, die man gerade aufgrund ihrer Streuung kaum bekämpfen kann. Das ist auch der Grund, warum die Überlieferung, obwohl sie nicht durch allzu viele voneinander unabhängige Quellen abgesichert ist, von Historikern nicht prinzipiell in Frage gestellt wird.
--- Zitat ---Selber Fehler: laufen brennende Pferde wirklich noch als Herde herum oder würden sie eher panisch in alle Richtungen fliehen ? Und warum können die überhaupt noch Minutenlang rennen ?
--- Ende Zitat ---
Wenn Pferde nicht einfach nur zusammen "geparkt" wurden, sondern es gewohnt sind, als Herde zu bestehen, werden sie gerade bei Gefahr als Herde zusammen bleiben. Wie streng dann bei der Flucht die "Formation" eingehalten wird, hängt ziemlich davon ab, wie viel Wert das Leittier auf "Drill" gelegt hat. Bei Herdentieren stärkt Panik eher das Gefühl, bei seinesgleichen sicherer zu sein und in der gewohnten Struktur Halt zu suchen. Deshalb ist es ja beispielsweise auch das Ziel von im Rudel jagenden Raubtieren, die Formation der Herden zu sprengen, um dadurch isolierte Tiere zu schlagen. Gelingt das nicht, bleiben Herden fein säuberlich in Formation, auch wenn sie flüchten.
--- Zitat ---Und warum explodieren Schwarzpulverfässer wenn ein brennendes Pferde drüber läuft ? Schonmal versuch ein Stück Holz von der Stärke einer Faßwand anzuzünden ?
--- Ende Zitat ---
Darstellungskonvention und Vereinfachung. Tatsächlich dürften Pferde die Fässer eher beschädigen und dann wird (eventuell) deren Inhalt entzündet, aber solche Details gegen den Widerstand von Dressuraufwand, Tierschutz, Requisite, Drehzeit und Tempo der Szene durchzusetzen lohnt einfach nicht.
--- Zitat ---Kaum das wir sehen das die Reiter des Khans das Lager der Verräter angreifen finden sich die Kinder Kaidus schon im Kampf mit Fußtruppen. Häh ? Wo kommen denn die Fußtruppen plötzlich her ?
--- Ende Zitat ---
Na, das waren womöglich zuvor eingeschleuste / heran geschlichene Kommandoeinheiten, deren Aufgabe es ist, die Organisation einer ordentlichen Verteidigung zu verhindern. Noch wahrscheinlicher ist es einfach nur Kulisse, damit im Bild mehr los ist. ;)
--- Zitat ---Während die beiden sich also einer übermacht von Soldaten des Khans stellen finden sich gleich nebenan Marco, Jingim und Byamba im Kampf mit einer Übermacht Khan-Feindlicher Soldaten. Macht irgendwie wenig Sinn das beide Seiten in der Überzahl sind... und das auch noch gleich nebeneinander.
--- Ende Zitat ---
Eigentlich ist das sogar die Regel bei einer ungeordneten Schlacht: Die eigenen Leute sind nicht immer da, wo man sie gerade braucht. Außerdem dient es in diesem Fall natürlich der Darstellung, wenn das Fußvolk zwar dekorativ im Hintergrund kämpft, aber sich aus dem heroischen Kampf der Protagonisten weitestgehend heraushält.
--- Zitat ---Die Kettenhemden der Kreuzritter sind in bester Hollywoodmanier völlig nutzlos gegen Säbelhiebe vorbeireitender Mongolen. Außer einem Riesen-Kreuzritter der dafür völlig immun ist.
--- Ende Zitat ---
Siehe oben: Redshirts und Brückenoffiziere bei Star Trek. "Heroic Units" haben immer versteckte Boni auf Angriff und Verteidigung.
--- Zitat ---Aller Kritik zum Trotze sind es die interessanten Charaktere und die gut choreographierten Kämpfe die die Geschichte für mich sehenswert machen.
--- Ende Zitat ---
Was wiederum auch ein Ergebnis dessen ist, dass zwischendurch eben mehr auf Inszenierung als auf strenge Plausibilität gelegt wird. Sonst wären die interessanten Charaktere nämlich so schnell tot wie die Statisten und für allzu viel Choreographie gäbe es gar keine Gelegenheit. :)
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