Medien & Phantastik > Sehen
[SERIE] Marco Polo (2014)
scrandy:
Ok, ich weiß nicht. Irgendwie haben wir wohl eine andere Serie gesehen.
Ich finde gerade die Drehbücher unheimlich gut gelungen. Insbesondere da hier ein Asiatischer Historienfilm mal nicht mit asiatischer Storylogik versehen wurde.
Aber jedem das seine. Ich vermute es ist wirklich der Genremix der hier polarisiert. Für Eastern-Fans ist es wahrscheinlich genau richtig. Und mit dem Label "Game of Thrones"-artig erzeugt man wahrscheinlich die falschen Erwartungen. GoT ist Storytechnisch einfach auch ne andere Hausnummer. Wobei wenn ich an die jetzt kommenden Bücher denke da möglicherweise auch etwas einbrechen wird.
Ich freue mich jedenfalls auf die zweite Staffel.
Runenstahl:
Ich habe jetzt gerade die ersten zwei Folgen gesehen und finde die (bis jetzt) noch ziemlich gut.
Wie ich so bin habe ich natürlich mal sofort nachgegoogelt und mußte Feststellen das die Serie (zumindest laut Wikipedia) ungefähr so Historisch ist wie ein Wikinger der mit Hörnerhelm und auf dem Rücken geschnalltem Sturmgewehr auf einem Känguruh reitet ;)
Macht aber trotzdem Spaß wenn man darüber hinweg sehen kann.
Crimson King:
Mein Schatz und ich waren letzten Endes positiv überrascht. Die Serie kommt nicht an die Meisterwerke wie GoT oder Breaking Bad ran, bietet aber trotzdem Drama, Intrigen und Action auf gehobenem Niveau.
Yerho:
Ich hatte mich damals im Smalltalk schon kurz geäußert und möchte ergänzen: Die Serie macht gerade zu Anfang ziemlich viel falsch, um sich später deutlich zu mausern. Ja, handwerklich braucht das Ganze eine Weile. Ja, besonders Pornographie hat anfangs viel Raum und ist aufgesetzt (vermutlich Teil des Starz-Erbes), wird aber später deutlich zurückgefahren und - was (mir) viel wichtiger ist - zum anderen sehr viel stimmiger eingefügt und macht außerdem Platz für Anderes.
Grundsätzlich ist die Serie ungefähr so historisch wie GoT: Einzelne Elemente (Ereignisse, Personen, Kulissen und Requisiten) folgen historischen Vorbildern und das teilweise sogar verblüffend getreu, aber die Mischung ist dennoch Fernost-Fäntelalter. Wer mehr will als ein buntes Märchen, kann aber trotzdem Momente wertschätzen, in denen beispielsweise erklärt wird, dass Kung-Fu nicht primär etwas mit Kampfkunst zu tun hat, in denen hierzulande kaum bekannte quasi-historische Figuren wie Khutulun ihren Platz im in der Serie finden oder man kleine Dialoge wiedererkennt, die fester Bestandteil der (unterschätzt detaillierten) mündlichen Überlieferung der prä-alphabetisierten mongolischen Kultur sind. Das zeigt, dass sich die Macher wirklich Mühe gegeben dabei haben, um der Fiktion eine gefühlt glaubwürdige Kulisse zu geben.
Man sollte vielleicht auch nicht vergessen, dass die Serie stilistisch genau so erzählt wird, in dem Marco Polo sein Leben am Hofe des Khans erlebt hat - oder erlebt haben will. Sie folgt damit bemerkenswert den Berichten Polos, in denen ebenfalls überprüfbar Authentisches, haarsträubende Fehldeutungen und schlichtweg Erfundenes Hand in Hand gehen. Womöglich muss man das Ganze genau so sehen: Als Mischung aus dem, was war, wie Polo es aus westlicher und zudem damalig stark beschränkter Sicht wahrnahm und dem, wie er es gerne gehabt hätte.
Quill:
Hat einer schon die 2. Staffel geschaut?
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