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[Erzählt mir von]Skyrealms of Jorune
Blizzard:
Ich habe vor einiger Zeit (und dank der freundlichen Mithilfe von Timber) ein paar SoJ-Sachen aus einem Resteverkauf erstanden. Ich muss dazu sagen, dass ich SoJ nicht wirklich kenne, ich habe mich aber früher mal peripher damit beschäftigt, weil es interessant klang. Und irgendwie/irgendwo ist mir SoJ im Hinterkopf geblieben-und so habe ich eben die Gelegenheit wahrgenommen, als sie sich mir vor kurzem geboten hat.
Ich habe jetzt mal damit begonnen, mir erste Informationen zu SoJ zu besorgen, und muss sagen, dass das Setting recht interessant klingt. Leider sind die meisten Infos auf englisch, und so wirklich fündig bin ich trotz des Wikipidea-Eintrag zu SoJnicht wirklich geworden. Die offizielle Homepage ist leider down. Ich weiß, dass es hier einen alten SoJ-Threadgibt, aber der ist leider geclosed (evtl.könnte ein Mod die beiden zusammenlegen?)daher die Threadnekromantie.
So habe ich dann noch bei meiner Recherche eine ganz nette SoJ-Produktübersichtgefunden, und dabei festgestellt, dass ich bei dem Restekauf die 2nd und die 3rd Edition von SoJ ergattert habe. Welche von beiden ist besser, und warum? Sind die Produkte der 2nd mit der 3rdEdition kompatibel? Kann mir jemand was zu den Regeln von SoJ sagen?
Dementsprechend wäre ich einfach an Informationen und Erfahrungsberichten interessiert von jemandem, der SoJ kennt-oder noch besser-schon gespielt hat.
Turning Wheel:
Sehr schön! Mal wieder ein Jorune-Thread.
Die Illustrationen im Buch sind welche meiner liebsten.
Ich habe das Buch leider noch nicht gelesen, kann also nichts dazu sagen.
Das Setting soll richtig gut, die Regeln allerdings überkompliziert bis unverständlich sein.
Der alte Thread ist jetzt nicht so wahnsinnig krass, aber eine Zusammenlegung wäre natürlich wünschenswert.
(Ist mir völlig unverständlich, warum hier Themen zu gemacht werden. Das macht keinen Sinn. Warum sollte man Leute davon abhalten etwas zu einem Thema zu sagen?)
Turning Wheel:
Doppelpost! Aber gestern Abend hab ich vor dem Einschlafen mal in die Charaktererschaffung reingeschmökert
und möchte meinen Eindruck schildern.
Ich beziehe mich dabei auf die 3rd Edition aus den 90ern, die vermutlich die bei weitem verbreitetste sein dürfte.
Was sich mir beim Aufschlagen des Buches immer wieder sofort aufdrängt, sind die phantastischen Illustrationen.
Es wird einfach nicht langweilig. Die sw-Bilder sind der Hammer! Hier gibt es definitiv eine 1+.
Die Klebe-Bindung ist allerdings schlecht. Nicht weil sie schlecht verarbeitet wäre, sondern ich hätte mir das Buch
als Hardcover gewünscht, weil ich nach kurzem Reinlesen gemerkt habe, dass man hier viel blättern und sicher
beim Spiel auch viel nachschlagen muss, denn man braucht am Anfang sehr oft die Doppelseite mit den Begriffserklärungen
hinten im Buch und es gibt eine ganze Menge Tabellen, die man während des Spiels immer wieder braucht.
Ein SH*-Schirm oder ein Cheatsheet für Spieler wäre sicher von außerordentlichem Vorteil - aber das gibt es leider beides nicht.
(SH* = Sholari ist das Wort für den Spielleiter. Man soll ihn laut Regelbuch von Zeit zu Zeit mit Pizza füttern.)
Den Charakterbogen wird man nicht kopieren können, ohne den Buchrücken zu ruinieren.
Immerhin lag vorne im Buch ein Blatt mit einer Übersicht zur Charaktererschaffung. Ohne dieses Blatt wäre es
deutlich ätzender geworden, weil dort in Kurzform steht, auf welchen Seiten welches Erschaffungskapitel zu finden ist.
Die Einführung ins Rollenspiel (S. 43/44) ist unterhaltsam geschrieben und bietet keine Überaschungen. Ein typisch klassischer
Ansatz (Pizza für den SL, dessen Wille den Ausgang des Abenteuers bestimmt).
Die Haupteigenschaften (12 an der Zahl) sind in meinen Augen etwas seltsam. Aber ich will nichts dazu sagen, solange ich
das Spiel nicht kenne. Nur Riechen hätte ich mir neben definitiv gewünscht, weil die drei wichtigsten Rassen nach dem Mensch
(Woffen, Crugar und Bronth) im Prinzip alles intelligente Abarten von Tieren mit großen Nasen sind, die sich hauptsächlich durch
Geruchssinn orientieren. Da haben die Designer wirklich eine ganz große Chance für's Spiel verschenkt.
Die Fertigkeiten sind gut beschrieben. Es gibt bei jeder Fertigkeit Beispiele, die für die verschiedenen Stufen (unfamiliar, familiar, experienced und seasoned)
beschreibt, was man machen kann. Ich hätte mir eine ausführlichere Beschreibung gewünscht, aber das konnte man zu der Zeit noch nicht erwarten.
Das Würfelsystem ist W20 unter Zahl (rank) würfeln. 1 ist immer ein spezieller Erfolg und 20 ein spezieller Misserfolg. Dann wird nochmal mit W20 gewürfelt,
um die Schwere festzustellen.
Ich will nicht weiter ins Detail der Regeln gehen. Wenn jemand Fragen hat, kann ich das nachschauen und was dazu sagen.
Das Magie- und das Kampfkapitel habe ich bisher noch gar nicht angeschaut. Ich vermute, dass hier den geneigten Leser die harten Regel-Brocken erwarten.
Die Settinginformation im ersten Kapitel habe ich nicht gelesen sondern nur überflogen. Es ist sehr unterhaltsam geschrieben. Der Inhalt ist originell und
unterscheidet sich sehr von dem was man landläufig von Fantasy erwartet. Man bekommt hier genug Material, um ein abwechslungsreiches und tiefes Spiel aufzuziehen.
Das Ganze macht auf jeden Fall einen sehr guten Eindruck und ist sicher auch Wert, mit einem anderen Regelsystem bespielt zu werden. Eine Setting-Perle!
Auf jeden Fall kam beim Lesen wieder die Lust, das mal auszuprobieren.
Turning Wheel:
Das hier scheint nicht viele Leute zu interessieren.
Trotzdem hab ich mal weiter gelesen. Gestern Abend das 1. Kapitel mit den Weltinformationen.
Sehr schön geschrieben und viele Informationen, die sich im Rollenspiel verwerten lassen.
Allerdings weiß ich jetzt wieder, warum ich damals schon stecken geblieben bin: Dieser Text ist voll von Begriffen, die
man hinten nachschlagen muss, um den Text zu verstehen. Dummerweise steht aber die hälfte der Wörter gar nicht
in der Erklärung und so hängt man beim Lesen an einem Satz und fragt sich, ob da jetzt über eine Person, einen Ort
oder ein Getränk gesprochen wird. Mich turned so etwas ziemlich ab.
Außerdem finde ich den Inhalt etwas inkonsistent. Man hat da zu einigen Rassen einen Absatz mit Text, der sich teilweise
darum dreht wie Parties gefeiert werden, aber andere wichtige Informationen, die über andere Rassen geschrieben wurden,
stehen nicht drin.
Es macht den Eindruck, als wären einfach eine Menge wahlloser Informationen zusammen getragen worden, die sich
während ein paar Testspielrunden ergeben haben. Systematisch und gut benutzbar ist anders.
Die abgebildete Weltkarte ist zu klein. Man kann fast die Hälfte der Ländernamen (!) nicht lesen.
Kein Zweifel, das Setting ist höllisch interessant, aber das Buch macht einen schlechten Job, es einem näher zu bringen.
Conan der Barbier:
Der obigen Bewertung kann ich mich im Großen und Ganzen anschließen. Das Setting ist meiner Meinung nach genial, die Illustrationen sind sehr schön. Woran das Spiel krankt, ist zum einen die miserable Qualität des Materials (im Wortsinn: Die Bindung ist billig, und die Laminierung begann sich bei meinem Exemplar des Grundregelwerks nach kurzer Zeit des Spielens vom Einband zu lösen), zum anderen das Regelsystem.
Es gibt zwar einige sehr interessante Ideen (so spielt beispielsweise die Größe einer Rasse im Kampf eine viel wichtigere Rolle als bei vielen anderen Systemen: Ein zierliches 1,5 m-Männlein hat im Nahkampf kaum Chancen gegen eine 2,50 m-Echse mit der Silhouette einer Schrankwand, ganz gleich, wie die Attributswerte ansonsten sind), und das ziemlich tödliche Kampfsystem ist m. E. recht realistisch (endlich macht es mal richtig Sinn, jemanden mit einem Bogen zu bedrohen, denn bei einem guten Treffer ist der Kampf vorbei, und der Kampf Speer gegen Messer ist auch sehr, sehr unfair - wie es sein sollte ;)).
Leider ist alles ziemlich kompliziert. So läuft ein Kampf an sich recht zügig ab - nur muss man dummerweise vor dem Kampf jeweils Berechnungen durchführen, wer welche Waffe und welche Rüstung trägt, wie das mit der Initiative aussieht usw. Ganz zu schweigen von dem Wunsch, solche Manöver wie "Zurückweichen" zu nutzen, die dank der Distanzklassen von Waffen tatsächlich sinnvoll sein können. Das bremst den Spielspaß doch ganz beträchtlich. Kleinigkeiten wie "ja wie... ich bin 'Seasoned' bei Fähigkeit XY, habe aber trotzdem unter 50% Erfolgschance, weil die Fähigkeit als extrem schwierig eingestuft ist..?" kommen hinzu.
Eigentlich sehr schade, denn die Mischung aus wirklich bizarrer Fantasy und Science Fiction mit richtig schönen (aber, wie auch schon erwähnt wurde, oft nicht vollständigen) Informationen zu Kultur und Leben der einzelnen Rassen macht das Setting faszinierend. Es gibt keine "Standardbösen" oder "Immerguten", und echte Klischees findet man vergleichsweise selten.
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