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Batman v Superman: Dawn of Justice

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Talasha:
Wobei Batman auch einige Zeit Leute erschossen hat. Das wurde erst später geändert oder?

Gerade bei Wikipedia nachgesehen: Batman wird dieses Jahr 77, ein stolzes Alter und gerade mal 9 Jahre jünger als Bilbo Beutlin.

nobody@home:

--- Zitat von: Talasha am  3.04.2016 | 16:47 ---Wobei Batman auch einige Zeit Leute erschossen hat. Das wurde erst später geändert oder?

--- Ende Zitat ---

Wenn man nach der schonmal verlinkten gizmodo.com-Seite gehen kann, liegt das hauptsächlich daran, daß Batman als Abklatsch des allerdings gerne Pistolen verwendenden Shadow im Fledermauskostüm angefangen und einige Zeit gebraucht hat, um zu dem Batman, den wir kennen (komplett mit dem Mord an seinen Eltern und allem), überhaupt zu werden. Ist also ein bißchen die Frage erlaubt, ob das unbedingt "zählt" -- Superman hat ja auch seine Comic-Karriere damit begonnen, vergleichsweise einfache Kriminelle mit seiner (damaligen) Superstärke ohne große Rücksicht auf Verluste durch die Gegend zu prügeln, und heutzutage würde man auch nicht mehr unbedingt behaupten, daß das noch zwingend zu seinem Charakterbild gehört...

Scurlock:
Batman got a gun and...... das ist nicht so lange her.

La Cipolla:
So, erstmal ein bisschen verarbeitet. ^^ Als jemand, der Man of Steel zwar nicht wirklich gut, aber doch ganz nett "dumm-popcorn-unterhaltsam" fand und hier mehr vom selben erwartet hat, war ich doch ziemlich hart enttäuscht. Ich bin froh, dass ich ihn gesehen habe, aber mehr aus Metagründen, weil es echt so ein bisschen Popkulturgeschichte mit Autounfallcharakter war. Im Nachhinein hätte ich mich jedenfalls besser gefühlt, wenn ich Warner kein Geld dafür gegeben hätte.

tl;dr - Kein Geld dafür ausgeben. Lieber ein Filmabend, irgendwann mit Freunden (und optional Alkohol).

Mein Hauptproblem ist das folgende: In der zweiten Hälfte sieht man recht gut, dass der Film konzeptionell hätte funktionieren können, dass er sozusagen eine gute Idee war, gerade als Fortsetzung von Man of Steel. Deshalb ist es auch kein guter Trash-Film. "Lex Luthor bringt Batman im Kontext der Alien-Vernichtung gegen Superman auf und die beiden müssen sich gegen Doomsday verbünden!" Genau sowas hatte ich mir optimistisch erhofft, und genau das hätte auch einen guten Zack-Synder-Superman-Film ergeben können. Aber alles, was darüber hinausging, war schlecht eingebunden, und auch die Hauptbestandteile dieses Konzepts waren sehr seltsam priorisiert (wahrscheinlich auch durch das, was darüber hinausging). Besonders symptomatisch ist dabei die lange, konfuse Traumsequenz, bei der man sich mittendrin -- nicht kurz danach, nicht retrospektiv, sondern WÄHRENDDESSEN -- fragt, wieso man sowas und nicht lieber etwas mehr lächelnden Superman oder verzweifelten Batman oder motivierten Lex Luthor bekommt. Hat mich sehr negativ an die ebenso dumme Traumsequenz in Avengers 2 erinnert, wie so einiges an dem Film. Und leider funktioniert in diesem Gesamtbild dann auch die zweite Hälfte nicht mehr, auch wenn die erste die war, bei der ich wie das sprichwörtliche Reh im Scheinwerferlicht vor der Leinwand saß und mir nur "wtf" dachte. Snyder ist hier auch mit Sicherheit nicht der Hauptschuldige, ich würde es eher auf das Studio im großen Maßstab schieben. Sein Anteil war wohl höchstens, nicht mit "herabdiktierten" Änderungen und Vorgaben umgehen zu können, etwa im Gegensatz zu dem Typen, der in Ant-Man gezeigt hat, dass sowas durchaus möglich ist. Auch das Drehbuch war zwar schon ziemlich eindeutig schlecht und lächerlich, aber sein wir ehrlich, so ein Popcorn-Film kann auch ohne Drehbuch funktionieren, solang die Action einigermaßen strukturiert ist. Man of Steel hatte ebenfalls ein schreckliches Drehbuch, und da haben die "Dialoge" meinen Spaß am Film ganz bestimmt nicht gemindert. xD'' Das hier war was anderes. Wenn der Film Konzept hatte (und davon gehe ich aus), hat er es irgendwann in der Produktion verloren.

Ein zweites, kleineres Problem kann man auf Snyder schieben, weil es sehr typisch ist, geht aber noch etwas deutlicher in Richtung "Ansichtssache" und Gesamtkonzept: Das ganze Universum trieft nur so vor Nerd-Testosteron. Superman hilft niemandem in dem Film, der nicht Lois Lane heißt, er ist nie gut drauf, wenn er nicht gerade mit Lois Lane schläft. Er ist praktisch dauerwütend. Batmans stationärer Keller-Laser ist größer als Nolan-Batmans stationäres Keller-Maschinengewehr, er wirft sonst wie viele Leute in Explosionen oder überfährt sie mit dem Auto, seine Rüstung ist dicker, seine Muskeln auch, etc etc. Der Gegenspieler ist durchgängig ein Wimp (was bei Luthor und selbst bei Eisenberg alles andere als selbstverständlich ist), die Masse der Menschen ist dumm und läuft nur epischen Sprüchen hinterher etc etc etc. Das hat auch nichts mit "gritty" oder ähnlichem zu tun, denn wenn man sich bspw. Netflix-Daredevil oder Jessica Jones anguckt, sind die wesentlich ernster und düsterer, ohne aber pausenlos mit solchen langweiligen Einseitigkeiten um sich zu werfen. Auf der anderen Seite war das in Man of Steel tatsächlich noch besser, trotz Snyder; selbst die viel diskutierte Szene am Ende konnte nur so kontrovers sein, weil Superman den Rest des Films eeeinigermaßen im grundlegenden Typus "Superman" agiert. Meine Theorie: Auch hier ist viel vor anderen Prioritäten in die Brüche gegangen. Wahrscheinlich hat man alle Testosteron-Szenen dringelassen und alles andere geschnitten. Aber wie gesagt, der Punkt ist Ansichtssache. Vielen wird es mit Sicherheit gefallen.

Um auch etwas Gutes zu sagen: Dass Batfleck gut wird, war ja klar, aber HÖLLE, hat der Mann eine Präsenz. Holy fuck, dieser Blick. Bitte lasst ihm beim Batman-Film freie Hand. Ich mochte auch so ziemlich alle anderen Schauspieler, auch wenn so einige (Cavill, Eisenberg, Gadot) ordentlich unter dem Testosteron-Ding und dem Script gelitten haben. Sehr schade drum.

Und ja, Suicide Squad wird spannend. Ich werde in Zukunft jedenfalls sehr genau hingucken, bevor ich für irgendwas im DC-Movie-Universum Geld ausgebe. Das hat Batman v Superman im Alleingang geschafft. Im Zweifelsfall also lieber bei den DC-Serien bleiben (abgesehen von Gotham natürlich ;D). Und jetzt hoffe ich mal, dass Marvel bei Civil War besser die Kurve kriegt.

First Orko:
Hab ihn Samstag jetzt auch gesehen - und tue mich schwer mit einer klaren Bewertung. Um mir viel Schreibarbeit zu ersparen: Ich kann La Cipollas Text nahezu vollständig unterschreiben.

Einzig mit Affleck komme ich nicht so wirklich klar. Ich meine: Präsenz - ja. Aber irgendwie hat er sich doch durch den Film geschleppt, und das wirkte weniger wie ein gebrochener Bat sonder auf mich eher wie ein müder - und den hatten wir doch schon?
Vollends lächerlich wurde das m.E. durch seinen Dialog mit Superman, als sein Stimmenmanupulations-Gadget so halb(?) kaputt war und es schon beinahe Richtung Krächzen ging... vielleicht ist die OV da aber auch besser.

Alles in allem fand ich die Bilder durchaus sehenswert, die Traumszenen überflüssig bis peinlich (WTF war das Ding im Spiegel/Computer?!), den Kampf Bats vs Sup enttäuschend, Doomsday + Endkampf dagegen absolut episch und überzeugend.
Der Soundtrack war große Klasse.

Ach ja: Und Wonder Woman. Wow! Dafür, dass ich die Comicfigur bislang völlig uninteressant und lächerlich fand, war ihr Auftritt wirklich sauber inszeniert. Ich _liebe_ ihren epischen Signature-Riff! Von mir aus hätte der noch min 5x öfter kommen können ;)

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