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[Film] Heil

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Huhn:
Ich hab mal ein wenig nach Kritiken rumgesucht und bin da durchaus auf gemischte Einschätzungen gestoßen. Auf der IMDB hat der Film aktuell eine Wertung von 5,5, was schon für nen Film spricht, der bestenfalls Geschmackssache ist.

Ich hab hier einerseits zwei ganz positive Kritiken gefunden:


--- Zitat ---Es ist ein Film, bei dem einem das Lachen mehr als einmal nicht einfach nur im Halse stecken bleibt, sondern eher ein Ausdruck von Bitterkeit ob der gezeigten Wahrheiten ist.
--- Ende Zitat ---


--- Zitat ---Heil ist durchweg lustig, weil der Rundumschlag reflektiert erfolgt – Brüggemann weiß genau, wen er mit welchen Mitteln und zu welchem Zweck er aufspießen kann
--- Ende Zitat ---

Auf der anderen Seite auch eine, die ein recht negatives Fazit zog:


--- Zitat ---By the end, Brueggemann finds himself in dangerous territory, poking insensitive fun without the justification of actually being funny.
--- Ende Zitat ---

Timberwere:
hrInfo ist ziemlich angetan von dem Film.


--- Zitat ---Sehenswert?
"Heil" ist deutsche Satire vom Feinsten. Schrill, respektlos und auf den Punkt. Bei Brüggemanns heillosem Durcheinander von Slapstick und Klamauk kann man an vielen Stellen einfach nur laut Hurra brüllen.
Böse Witze mit Wahrheitsgehalt, Schwarzer Humor, der niemanden schont. Auch wenn es an manchen Stellen etwas arg niveaulos zugeht, Brüggemann zeichnet ein akurates Bild der deutschen Öffentlichkeit im Umgang mit Ausländern und Nazis.
--- Ende Zitat ---

Huhn:
Ich hab noch eine weitere Kritik gefunden, die recht gut zusammenfasst, was mich an dem Film bzw, dem Eindruck, den der Trailer und die Inhaltsangabe hinterlassen haben, so ankotzt.


--- Zitat ---Man könnte sagen, dieses wilde Um-sich-Zielen ist im anarchisch-aufgedrehten Modus des Films gut aufgehoben, aber in der These, dass beim schizophrenen Umgang mit deutscher Vergangenheit nicht nur die neuen Nazis, sondern auch alle, die sich zu ihnen verhalten müssen, irgendwie verrückt geworden sind, offenbart sich denn auch eine ziemlich unanarchische, weil absichernde Ent-Haltung. Einen Rundumschlag gegen rechts und links, gegen Volk und Staat, gegen den herrschenden Diskurs kann man sich eben nur leisten, wenn man sich recht sicher in einer Mitte wähnt – in der man praktischerweise auch gleich die Zielgruppe des Films um sich weiß.
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---Vor allem ist er eine flott heruntergefilmte Spielerei, die mitunter ganz spaßig ist. Sein Problem ist eben weniger, dass er falsche oder zu schlichte Antworten findet, als dass er jenseits seines Spiegelvorhaltens light gar keine Fragen stellt. Weil er alles angreift, sich selbst aber kaum angreifbar macht, ist Heil so erfrischend dann eben doch nicht, als Gesamtkonstrukt bald fast ein bisschen langweilig. Es bleibt bei der therapeutischen Beruhigung: Gut, dass wir mal drüber gelacht haben.
--- Ende Zitat ---
(Hervorhebungen von mir)

Das fasst gut zusammen, was ich meinte: Der Film ist deswegen für mich nicht wirklich Satire sondern billiger Klamauk, weil er eben nicht wirklich bissige Offenlegung von Zuständen ist, sondern einfach nur das klischeehaft-einfache Weltbild derjenigen bestätigt, die sich gern als unpolitische Mitte betrachten. Die im Übrigen ihre super-mittigen Ansichten genauso vehement vertritt, wie die Extremen, die sie mit solchem Unverständnis betrachtet, die ihren. Und die sich das Recht herausnimmt, sich selbst als Maßstab der Gesellschaft anzulegen, von dem aus alle anderen dann in schön sortierte Schubladen gepackt werden können.

Genau das macht eben auch dieser Film. Das ist schon wieder son Wohlfühlstreifen, wo sich die Menschen hinterher auf die Schultern klopfen können, mit solchen Spinnereien ja zum Glück nichts zu tun zu haben. Denn sich aus allem rauszuhalten, trägt ja glücklicherweise gar nicht zum Problem bei. Schuld sind ja immer die anderen.

Und wer sich drüber beschwert - na der hat halt keinen Humor oder die "beißende Satire" *husthust* nicht verstanden. Schön bequem und unangreifbar. Je mehr ich drüber nachdenke, desto ekelhafter find ich das.  :puke:

Eulenspiegel:
@ Huhn
Ja, Satire nimmt immer einen politischen Standpunkt ein. Und der politische Standpunkt dieser Satire ist nunmal die Mitte.

Und ja, Satire findet man meistens nur dann gut, wenn sie den eigenen politischen Standpunkt vertritt.

Huhn:

--- Zitat von: Huhn am 23.07.2015 | 15:35 ---Und wer sich drüber beschwert - na der hat halt keinen Humor oder die "beißende Satire" *husthust* nicht verstanden.

--- Ende Zitat ---

--- Zitat von: Eulenspiegel am 23.07.2015 | 15:48 ---Und ja, Satire findet man meistens nur dann gut, wenn sie den eigenen politischen Standpunkt vertritt.

--- Ende Zitat ---

q.e.d

Ich hab jetzt aber auch keine Lust hier die Bartwickelmaschine auszupacken und ne SC-Diskussion über Satire zu starten. Der Film ist meiner Meinung nach völlig unabhängig vom Thema - und da reiht er sich in ne Menge deutsche Komödien ein - einfach schlecht und ich brauch ihn mir ja zum Glück auch nicht ansehen. :)

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