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American Sniper
JS:
Hmja, ein Scharfschützenduell ist natürlich wieder so ein romantisch-morbides Klischee des Scharfschützengenres; nicht unrealistisch, aber irgendwie doch abgegriffen.
Darius der Duellant:
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--- Zitat von: Schwerttänzer am 14.08.2015 | 15:59 ---Du nicht, ich schon vor allem da dies nicht nur von ihm kommt.
Hast du auch Probleme mit dem finalen Rettungsschuss?
--- Ende Zitat ---
Magst du bitte meine Beiträge auch lesen?
Direkt im ersten habe ich angefügt dass ich keine Probleme mit seiner Profession habe, sondern mir seine Mentalität auf den Zeiger geht.
Ich habe keine Probleme damit, wenn ein Scharfschütze leute erledigt die im Kontext seines Einsatzes eine reale Bedrohung darstellen.
Ich habe ein Problem damit, wenn sich eben jener Schütze damit noch prahlen geht.
Da sind wir nämlich weg von "ich mache meinen notwendigen Job" und hin zu "ich bin so geil, hab allein in dieser Tour of duty schon 32 Leute erlegt, hoffentlich bekommen ich noch ein paar vor die Flinte."
Und "nicht nur von ihm" ist ein Feigenblattargument, das keinen Beleg dafür liefert, dass irgendwer das nicht ernst meint.
@JS
Ich würde da nicht von durchschauen sprechen wollen.
Wir gehen da mit europäischen Massstäben drann, bzw explizit deutschen.
Die Idee, den Feind NICHT als quasi-"Untermenschen" zu sehen kann man ausserhalb dieses Kontextes nicht als gegeben voraussetzen. Erst recht nicht in einem Land in dem das Narrativ des "american vs other life" ziemlich breit präsent ist und selbst in der rechtspraxis Anwendung findet.
/Edit: Es tut mir leid, ich glaube ich habs jetzt endgültig derailed.
Wer weiter mit mir diskutieren mag, lasst uns das per PN machen, das ist alles SC-Material.
YY:
--- Zitat von: JS am 14.08.2015 | 16:03 ---Ich las in einigen Artikeln und Veteranenbiographien, daß in der heißen Besatzungsphase die Iraker/Afghanen/Muslime in der Ausbildung der US-Soldaten i.d.R. nur als "Kamelficker" und "Terroristen" bezeichnet und somit entmenschlicht wurden (werden?). Sicherlich ist das wohl ein typisches Prozedere in Kriegszeiten, und sicherlich gibt es genügend Amerikaner, die das durchschauen, aber es macht die Deutung solcher Zitate leider schwierig.
--- Ende Zitat ---
"Durchschauen" ist da vielleicht der falsche Begriff.
Schließlich hat das ja auch Schutzfunktion für die Leute, und die meisten sind gut damit beraten, das trotzdem zu betreiben.
@Darius:
Das läuft in jeder Armee so, auch in den europäischen.
Vielleicht weniger explizit und mit weniger Außenwirkung, aber das wars dann auch schon.
--- Zitat von: JS am 14.08.2015 | 16:53 ---Hmja, ein Scharfschützenduell ist natürlich wieder so ein romantisch-morbides Klischee des Scharfschützengenres; nicht unrealistisch, aber irgendwie doch abgegriffen.
--- Ende Zitat ---
Im Buch gab es dieses Duell gar nicht, und auch im Film wirkt es ein bisschen wie nachträglich angeklebt.
Da wäre es ganz interessant zu wissen, auf wessen Mist das gewachsen ist - der Film verlöre dadurch kein bisschen, hätte im Gegenteil mMn ein bisschen mehr Gelegenheit, seine eigentliche Geschichte etwas runder zu erzählen.
Aber da war irgendwer eben klassischen Hollywood-Erzähltraditionen verhaftet.
Das ist dann wohl für die Leute, die den Film direkt nach dem Duell ausmachen und sich über das Happy End freuen wollen :P ;D
alexandro:
@Darius: Sorry, aber wenn du denkst dass Kyle mit seinen Tötungen prahlt, hast du dich nicht sonderlich mit dem Thema auseinander gesetzt (ehrlich gesagt nicht überraschend). Er selbst wollte nichtmal über die Anzahl seiner Tötungen reden ("Fragen Sie die die Navy - an einem gutem Tag kriegen Sie vielleicht sogar die Wahrheit") und ob er wirklich der Scharfschütze mit den meisten Todesschüssen wäre (sinngemäß: "Die veröffentlichten Zahlen ändern sich sowieso ständig"). Das scheint ihm wirklich egal zu sein.
Mit seinem plötzlichen Ruhm ist er afaik auch recht bescheiden umgegangen (Minimum an öffentlichen Auftritten, kein exklusiver Fokus auf sein Buch) - das meinte ich mit reflektiert und bodenständig. Nicht gerade selbstverständlich im Zeitalter der Pseudo-Celebrities.
Aber genug davon:
Was ich im Film auch etwas vermisst habe, ist seine Zeit als Ausbilder irakischer Scharfschützen. Da hätte man durchaus was draus machen können.
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