Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
D&D 5 für Fluffer toll und für Cruncher eher unterdurchschnittlich?
Arldwulf:
Bezüglich Combat as Sports/War: Da würde ich dir noch aus einem anderem Grund zustimmen, denn die beiden Ansätze unterscheiden sich ja gerade bezüglich ihrer Anzahl Herangehensweisen an ein Problem. Ich kann das Problem eben sportlich direkt angehen, oder mit Kniffen und Alternativwegen.
Je mehr Herangehensweisen ein Ansatz aber unterstützt, umso leichter ist es auch Charaktereigenschaften einzubringen, indem verschiedene Charaktere auch tatsächlich verschiedene Wege einschlagen, unterschiedliche Entscheidungen treffen.
Das Mittel dorthin ist dabei dann genausowichtig wie das erreichen des Ziels, und die Wahl der Mittel ist etwas was sehr viel Hintergrund über die Charaktere transportieren kann. Oder anders gesagt: Combat as war kann über die höhere Anzahl an Handlungsoptionen Fluff und Charakterspiel fördern.
Ist aber leider natürlich eher kein Argument für eine Flufflastigkeit der 5E...dort sind derartige Dinge letztlich wieder deutlich weniger wichtig geworden und vorgesehen.
Forlorn:
--- Zitat von: Arldwulf am 16.10.2015 | 16:44 ---Bezüglich Combat as Sports/War: Da würde ich dir noch aus einem anderem Grund zustimmen, denn die beiden Ansätze unterscheiden sich ja gerade bezüglich ihrer Anzahl Herangehensweisen an ein Problem. Ich kann das Problem eben sportlich direkt angehen, oder mit Kniffen und Alternativwegen.
Je mehr Herangehensweisen ein Ansatz aber unterstützt, umso leichter ist es auch Charaktereigenschaften einzubringen, indem verschiedene Charaktere auch tatsächlich verschiedene Wege einschlagen, unterschiedliche Entscheidungen treffen.
Das Mittel dorthin ist dabei dann genausowichtig wie das erreichen des Ziels, und die Wahl der Mittel ist etwas was sehr viel Hintergrund über die Charaktere transportieren kann. Oder anders gesagt: Combat as war kann über die höhere Anzahl an Handlungsoptionen Fluff und Charakterspiel fördern.
Ist aber leider natürlich eher kein Argument für eine Flufflastigkeit der 5E...dort sind derartige Dinge letztlich wieder deutlich weniger wichtig geworden und vorgesehen.
--- Ende Zitat ---
Im Gegenteil glaube ich, dass ein Fehlen expliziter, verregelter Handlungsmöglichkeiten im Regelwerk die Ideen der Spieler eher fordert und beflügelt. Wenn ich, um einen Gifttrank zu mischen, den ich einem Troll ins Essen panschen möchte erst 24 Seiten über Alchimie durchlesen, anschliessend 4 ausgedehnte Proben machen muss und der Troll dann noch eine Reihe an Widerstandswürfen machen darf, dann lasse ich den Ranz lieber und haue ihm eins mit dem Breitschwert über. Gerade in der 5e fällt mir immer wieder auf, dass wir nach unkonventionellen Maßnahmen suchen, um uns in Kampfbegegnungen Vorteile zu verschaffen. Deutlich häufiger, als zu unseren Pathfinder und 3.5 Zeiten sogar. Ich kann nicht genau sagen, woran das liegen mag. Ich denke, es hat damit zu tun, dass sich die 5e irgendwie "leichter" anfühlt und offensichtliche Regellücken eben durch Improvisation geschlossen werden müssen. Vorgesehen ist das nicht unbedingt, da gebe ich Dir recht, aber dennoch passiert es wegen der Schlankheit des Systems automatisch.
Arldwulf:
Ja, natürlich - Regeln sind kein Selbstzweck, sie sind nur gut wenn sie den Spielern helfen eine Situation schnell und sinnvoll umzusetzen.
Und eine Regel welche den Spielfluss hindert ohne mir dafür etwas zu geben wie in deinem Giftbeispiel ist natürlich schlecht, und auch schlechter als gar keine Regel.
Aber genauso muss man natürlich auch sagen: Es gibt Regeln welche helfen können, Spieler und Spielleiter ermutigen können solche Aktionen einzusetzen und Tips um diese sinnvoll aufzulösen. Und die diese Dinge dann eben noch etwas besser einbinden.
Um genau solche Regeln geht es mir oben.
nobody@home:
--- Zitat von: Forlorn am 16.10.2015 | 17:01 ---
Im Gegenteil glaube ich, dass ein Fehlen expliziter, verregelter Handlungsmöglichkeiten im Regelwerk die Ideen der Spieler eher fordert und beflügelt. Wenn ich, um einen Gifttrank zu mischen, den ich einem Troll ins Essen panschen möchte erst 24 Seiten über Alchimie durchlesen, anschliessend 4 ausgedehnte Proben machen muss und der Troll dann noch eine Reihe an Widerstandswürfen machen darf, dann lasse ich den Ranz lieber und haue ihm eins mit dem Breitschwert über. Gerade in der 5e fällt mir immer wieder auf, dass wir nach unkonventionellen Maßnahmen suchen, um uns in Kampfbegegnungen Vorteile zu verschaffen. Deutlich häufiger, als zu unseren Pathfinder und 3.5 Zeiten sogar. Ich kann nicht genau sagen, woran das liegen mag. Ich denke, es hat damit zu tun, dass sich die 5e irgendwie "leichter" anfühlt und offensichtliche Regellücken eben durch Improvisation geschlossen werden müssen. Vorgesehen ist das nicht unbedingt, da gebe ich Dir recht, aber dennoch passiert es wegen der Schlankheit des Systems automatisch.
--- Ende Zitat ---
Umgekehrt wird's natürlich auch Spieler (und Spielleiter) geben, die auf die Idee "okay, jetzt mischen wir mal ein bißchen Gift!" erst gar nicht kommen, wenn sie (a) im "richtigen Leben" keine Ahnung haben, wie man so etwas macht und (b) in den Regeln auch nichts zum Thema finden -- da scheiden sich im Zweifelsfall schon mal die Geister in "was nicht drinsteht, geht auch nicht" und "alles, was nicht regel-mäßig vercruncht ist, ist die große Freiheit".
Persönlich will ich dieser Tage keine furchtbar komplizierten Regeln mehr haben (Kampfsysteme ausdrücklich eingeschlossen), aber das heißt nicht, daß das, was an Regeln im System vorhanden ist, nicht gerne trotzdem alle möglichen denkbaren Situationen abdecken darf. Schließlich bezahle ich für Regelbücher eher nicht so des Spaßes am anschließenden Trotzdem-Alles-Selber-Ausdenken-Dürfens wegen.
Glühbirne:
--- Zitat von: Forlorn am 16.10.2015 | 17:01 --- Wenn ich, um einen Gifttrank zu mischen, den ich einem Troll ins Essen panschen möchte erst 24 Seiten über Alchimie durchlesen, anschliessend 4 ausgedehnte Proben machen muss und der Troll dann noch eine Reihe an Widerstandswürfen machen darf, dann lasse ich den Ranz lieber und haue ihm eins mit dem Breitschwert über.
--- Ende Zitat ---
Warum sollte ich. Beim Breitschwert muss ich doch auch eine ausgedehnte Probe mache, eine Reihe an Schadenswürfe und nachlesen ob ich Eine Vorteilhafte Position habe wenn ich mich unterm Tisch verstecke. Das kann man auch drehen. Ich versteh immer nicht, wieso mittel bis stark Komplexe Kampfsysteme in Ordnung gehen aber alle regeln darüber hinaus auf einmal die Freiheit nehmen.
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