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Star Trek: Discovery - 2017[SPOILER!]

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YY:
Dass es kein Reboot/Relaunch ist und in der Prime-Timeline spielt, ist ja quasi Discoverys Lebenslüge.
Dabei war von Anfang an klar, dass es einen Riesenbruch darstellt und das bei der zeitlichen Verortung auch muss.


(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Die salbadernden Klingonen haben mich auch gestört. Allerdings kann man auch auf Föderationsseite sinnloses Drama und ewiges Gelaber. Da wird aus "Show, dont´t tell" öfter mal "Show and tell. Twice". Ein bisschen mehr darf man dem Zuschauer schon zutrauen und auf der anderen Seite tun es auch weniger pseudodramatische Dialoge und permanente "Bangs", die sich nicht so recht in den Zusammenhang einfügen. Das gilt speziell für die Rückblenden und die gleich zwei aus dem Hut gezauberten Wege, mit Sarek in Verbindung zu treten.


Es würde aber auch bedeuten, dass man Szenen (und ganze Plots) vorher von Anfang bis Ende durchdenkt und nicht auf den kurzfristigen Schauwert reduziert.

Paradebeispiel Brunnen:
Warum sollte man da hinlatschen, außer um nicht aufzufallen?
Aber wieso flaniert man dann mitten durch den Brutbereich derer, von denen man nicht entdeckt werden will?

Wenn man sich sowieso direkt am Brunnen hochbeamen lassen will, kann man sich auch dort runterbeamen lassen.
Und wenn die Shengzhou sowieso bis kurz über den Boden runterkommt (!!!) zum Abholen, kann man auch am Brunnen warten, weil sie genau dort mit der Suche anfangen werden.
Zwei sich bewegende Menschen sieht man ohnehin besser als deren Fußspuren und mit dem bloßen Auge (!) sucht da bestimmt keiner, ob nun aus dem Orbit oder von weiter unten.
Kurz: Das passt in der Konstellation vorne und hinten nicht zusammen, nur damit man ein Starfleet-Symbol in den Sand latschen und das dem Zuschauer präsentieren kann.
Die Shengzhou in Szene setzen wäre auch anders gegangen, von mir aus auch mit Atmosphäreflug.
 

Selbes Spiel mit dem Flug im Anzug.
Da ist die ganze Herleitung schon komplett an den Haaren herbeigezogen und bei den Details knirscht meine SoD noch viel mehr.

Kern des Ganzen ist aber, dass Fr. Mary Sue Burnham ab der Stelle recht flott zur Höchstform aufläuft, was Fehlentscheidungen und deren obendrauf noch vermasselte Umsetzung angeht.
Das zieht sich dann auch genau so durch bis ans Ende der zweiten Folge, wo auf "Haben Sie noch etwas zu sagen?" sinngemäß und den Fakten entsprechend kommt "Ich habe auf ganzer Linie verkackt". Und eben keine nachvollziehbare, hochdramatische Entscheidung mit weitreichenden Folgen getroffen. Nur verkackt.

Dass sie dafür dann die Quittung erhält, bedeutet leider, dass zwischen den beiden Pilotfolgen und der eigentlichen Serie ein recht großer Bruch kommen muss, der die Ereignisse aus den ersten zwei Folgen weitgehend relativiert - zumindest was Burnham angeht.


Kurz:
Die neue Schule, nach deren Muster Serien schon seit Längerem aufgezogen werden, macht natürlich auch vor Discovery nicht halt.
Das geht mir an vielen Stellen auf den Keks, speziell dann, wenn es mit technischen und physikalischen Verfehlungen zusammen fällt.

Bisher ist das aber schon mal unterhaltsamer als die Totalausfälle, die Voyager und Enterprise mMn waren, die eben noch nicht mal völlig überzogenes Dramagedöns zu bieten hatten.


Und fürs Protokoll:
Die Tradition bockschlecht gemachter Nahkämpfe ist nach wie vor ungebrochen. Selbst wenn man eine Michelle Yeoh dabei hat  :gaga: :,,(

Antariuk:

--- Zitat von: Der Narr am 26.09.2017 | 12:54 --- Es soll die erfundene Sprache sein, habe ich gelesen, also das "echte" Klingonisch mit Grammatik und Wörterbuch. Mir war nur aufgefallen, dass manche Wörter anders ausgesprochen wurden als in TNG/DS9, aber so eine Sprache kann sich ja auch verändern. Es ist aber in der Tat anstrengend, denen zuzuhören, ich finde weil die so langsam sprechen und ungewohnt betonen. Als ob denen jedes Wort schwer fällt und sie Überwindung kostet, dass man es geradezu ausspucken muss. Ich hoffe, das war jetzt nicht rassistisch :P.

--- Ende Zitat ---

Gerade das fand ich sehr erfrischend und gut - es machte den Eindruck als wenn Klingonen, zumindest wenn sie öffentlich und als Krieger untereinander reden und verhandeln, nichts leichtfertig sagen. Und was die Aussprache in älteren Installationen von Star Trek angeht habe ich mal gehört die Aussprache wäre dort oft eine Katastrophe aus Sicht von Klingonisch-Linguisten, aber kA ob das stimmt ;D

Der Nârr:

--- Zitat von: Antariuk am 26.09.2017 | 14:43 ---Und was die Aussprache in älteren Installationen von Star Trek angeht habe ich mal gehört die Aussprache wäre dort oft eine Katastrophe aus Sicht von Klingonisch-Linguisten, aber kA ob das stimmt ;D

--- Ende Zitat ---
Dann haben die Klingonisch-Linguisten aber schlechte Arbeit gemacht, denn die Aussprache der Serien ist ja nun mal die Primärquelle, aus der sich jede Klingonisch-Linguistik ableiten muss. Was generell das Theatralische der Klingonen angeht, so stimme ich zu, die Klingonen "sind halt so". Das hat die Serie bis jetzt finde ich auch gut eingefangen und es sind ja auch alle Schlüsselworte gefallen, von Kronos über High Council bis Sto'vo'kor. Ich kann gar nicht die Inszenierung der Vulkanier-Mystik abwarten. Man erinnere sich an TOS, wo hochrangige Vulkanier auf Sänften getragen werden und man einen Kampf auf Leben und Tod führen muss, bevor es an die Hochzeit geht :D. Sowas will ich sehen, nur in cool und modern.


--- Zitat von: YY am 26.09.2017 | 13:54 --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Und fürs Protokoll:
Die Tradition bockschlecht gemachter Nahkämpfe ist nach wie vor ungebrochen. Selbst wenn man eine Michelle Yeoh dabei hat  :gaga: :,,(
--- Ende Zitat ---
Ich freue mich schon auf den Lumberjack:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Der war auch in DS9 öfter mal zu sehen und meistens ein sicherer Knock-Out gegen Ende eines Kampfes - m.E. auch eine Hommage an TOS.

Aber was Discovery angeht
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)so viel war da an Nahkampf noch nicht zu sehen, dass ich mir da ein Urteil bilden kann

El God:

--- Zitat von: YY am 26.09.2017 | 13:54 --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Kern des Ganzen ist aber, dass Fr. Mary Sue Burnham ab der Stelle recht flott zur Höchstform aufläuft, was Fehlentscheidungen und deren obendrauf noch vermasselte Umsetzung angeht.
Das zieht sich dann auch genau so durch bis ans Ende der zweiten Folge, wo auf "Haben Sie noch etwas zu sagen?" sinngemäß und den Fakten entsprechend kommt "Ich habe auf ganzer Linie verkackt". Und eben keine nachvollziehbare, hochdramatische Entscheidung mit weitreichenden Folgen getroffen. Nur verkackt.

--- Ende Zitat ---

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Gerade deswegen empfand ich den Charakter aber nicht als Mary Sue, sondern die Handlung als Exposition des Scheiterns in die Katastrophe eine angenehme Abwechslung zum Konzept des Scheiterns zum Sieg. Die Figur reitet sich und alle um sich herum so richtig in die Scheiße, endet dafür aber nicht als Held, sondern wird bestraft. Als geschlossener Handlungsbogen ist das sicherlich nicht soo reizvoll, als Startpunkt für eine charakterliche Entwicklung finde ich es aber extrem vielversprechend.

Runenstahl:

--- Zitat von: YY am 26.09.2017 | 13:54 ---Paradebeispiel Brunnen:
Warum sollte man da hinlatschen, außer um nicht aufzufallen?
Aber wieso flaniert man dann mitten durch den Brutbereich derer, von denen man nicht entdeckt werden will?
Wenn man sich sowieso direkt am Brunnen hochbeamen lassen will, kann man sich auch dort runterbeamen lassen.

--- Ende Zitat ---

Das macht in der Tat wenig Sinn. Genau genommen hat die Beam-Philosophie bei Star Trek aber noch nie viel Sinn ergeben. Ähnlich wie bei Star Wars (wo man auch nie dort landet wo man eigentlich hinwill) ist es halt immer spannender erstmal ein paar Kilometer laufen zu müssen. So kann halt auch viel mehr passieren ;)

Gerade Star Trek ist bei vielen seiner Technologien sehr inkonsistent. Ist auch nicht verwunderlich wenn man bedenkt das bei insgesamt über 700 Folgen ja etliche verschiedene Leute daran gearbeitet haben.
Da gibt es auf einmal langstrecken Scanner die Spocks Gesicht in einer Menschenmenge auf Romolus entdecken können (!). Da ist man auf der DS9 in der Lage einen feindlichen Offizier vom Holodeck der Station zur Kommandozentrale zu beamen (obwohl diese sich in Feindeshand befindet !). Realistisch könnte man also jegliche Eindringlinge einfach direkt ins Gefängnis, das All oder die nächste Sonne beamen (oder sie gar nicht erst wieder materialisieren sondern direkt verpuffen lassen).

Ich gebe dir völlig recht das man gerade bei einer neuen "modernen" Serie darauf achten könnte sowas besser zu machen (oder zumindest eine Technobabble-Erklärung zu liefern warum man nicht direkt zum Brunnen beamen konnte). Für mich ging das noch in Ordnung ohne meinen (positiven) Gesamteindruck zu stören. Aber da ist die Grenze bei jedem halt anders gesetzt.

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