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(Brainstorming) Supermächte besiedeln im Kalten Krieg eine Parallelwelt
Sin:
Meine Ideen:
- Die Tore, zweidimensionale Übergänge ähnlich wie in Stargate nur ohne Rahmen, öffnen sich auch ohne menschliche Einflussnahme, aber nur selten, manche alle paar Jahrhunderte, andere noch seltener. Es gibt Portale, die sich für wenige Sekunden öffnen, andere einige Stunden. Sie lassen Materie nur in eine Richtung durch, elektromagnetische Wellen in beide Richtungen. Beide Welten (zur Einfachheit: Alpha und Beta) sind zwar geologisch identisch, aber Portaleingänge auf Alpha liegen nicht am selben Ort wie die Ausgänge auf Beta. Ein Portal in Alpha-Bayern mag also nach Beta-Ägypten führen.
- Auf diese Art sind schon vor langer Zeit Menschen von Alpha nach Beta gelangt, aber davon hat die Welt nichts erfahren, auch da Kommunikation durch die Tore damals noch nicht möglich war. In wenigen Fällen traten genug Menschen über, um auf Beta eine kleine lokal begrenzte Zivilisation zu gründen. Ein Portal mag Steppenbewohner während einer Dürre dazu gebracht haben in die verregneten blühenden Wiesen überzutreten, die sie durch das offene Portal sahen (so wie Funk durch ein offenes Portal in beide Richtungen funktioniert kann man auch in beide Richtungen sehen). Oder während der Antoninischen Pest ein ganzes Römerdorf. In einem Teil von Beta mag es eine kleine Zivilisation geben, die dem chinesischen Mittelalter ähnelt und woanders Aborigines. In solchen Fällen kann man davon ausgehen, dass die Bevölkerung zu gering ist, als das sie große wissenschaftliche/technische Fortschritte gemacht hätten, sie also kulturell und technisch ihrer Herkunft entsprechen.
Irgendwo mögen Menschen vielleicht schon in der Steinzeit übergetreten sein und inzwischen eine eigene Kultur begründet haben, die vielleicht vom Zivilisationsniveau der griechischen Antike entspricht und weite Teile eines Kontinents, vielleicht die Ostküste Beta-Amerikas, umfasst. Das ganze führt natürlich zu interessanten Situationen, wenn die modernen Menschen sich mit diesen Zivilisationen verbünden wollen, oder sie unterwerfen wollen.
[Wenn sich ein Portal wieder öffnet, das beim letzten Öffnen zur Gründung einer Zivilisation auf Beta geführt hat, kann das auch zu interessanten Situationen führen, wenn etwa Italiener aus der frühen Alpha-Neuzeit durch das Portal eine antik-römische Beta-Siedlung sehen und vielleicht übertreten, aber das ist jetzt schon sehr spezieller Hintergrund.]
- Inzwischen ist es möglich Portale bedingt nach Wunsch zu öffnen. Vielleicht durch Bestrahlung des Portals (möglicherweise wurde das erste bei einem Atombombentest entdeckt). Allerdings wurde festgestellt, dass ein Portal nur dann (einigermaßen) sicher zu aktivieren ist, nachdem es mindestens für eine Zeit geschlossen war, die der 200-fachen Öffnungszeit des Portals enspricht - sonst kollabiert es nach einem unvorhersehbaren, meist kurzen Zeitraum, was mit einem heftigen, gefährlichen Strahlenausstoß auf beiden Seiten einhergeht. Später kann man es aber wieder wie sonst öffnen. Es gibt kleine Portale, die keine Objekte durchlassen, die größer bzw. massereicher sind als Menschen, und solche kleinen Portale haben auch kurze Öffnungszeiten. Also besipielsweise ein Portal, das stets eine Öffnungszeit von 30 s hat, so dass nur wenige Personen jedes mal durchkönnen, dafür lässt es sich aber alle 100 min öffnen. Dann gibt es ein Portal mit einer Öffnungszeit von 30 min, das Fahrzeuge durchlässt, aber nur alle 100 h (genauso gut könnte man aber auch festlegen, dass sich kleine wie große Tore nur nach 5 Tagen Ruhezeit weitgehend sicher öffnen lassen). Dementsprechend mögen die Russen zwei große und mehrere kleine Portale unter ihrer Kontrolle haben.
- Inaktive Portale stellen Strahlungsquellen an dem Ort, an dem sie sich öffnen - nicht an dem, zu dem sie führen - dar, daher konnten auf Alpha einige gefunden werden (einige werden natürlich nicht benutzt, wenn z.B. die Sowjets eins in China lokalisieren, aber nicht wollen, dass China von Beta erfährt).
Auf Beta konnten auch entsprechende Strahlungsquellen lokalisiert werden, aber aus irgendeinem Grund ließ sich bisher keines auf die bekannte Art öffnen... Es wird dort natürlich experimentiert, auch wenn nicht mal sicher ist, dass sie, wenn es sich denn um Portale handelt, nach Alpha führen und nicht womöglich nach Gamma. :)
Ich finde deine Idee durchaus gut und inspirierend, falls das nicht aufgefallen sein sollte. ;)
blut_und_glas:
--- Zitat von: Anchises am 12.11.2015 | 00:29 ---Der sowjetische Vorsprung ist nicht sooooo riesig wie man denken könnte. Zum einen war lange Zeit nur das erste Ursprungsportal im Betrieb, sodass die sowjetischen Kolonien in der ersten Zeit nur sehr langsam wuchsen und zweitens plagen die Sowjets auch in dieser Welt die Sorgen des Kalten Krieges. Man hätte viel mehr Material entsenden können, war aber gleichzeitig auch noch in das Wettrennen um den Weltraum und in die massive Aufrüstung verstrickt. Die längste Zeit köchelte das Projekt sozusagen auf Sparflamme, außerdem können die Amerikaner 1982 auch nur militärisch einigermaßen Mithalten während ihre zivilen Kolonien chronisch unterversorgt sind.
--- Ende Zitat ---
Das klang eingangs noch ein wenig anders für mich.
Vor allem aber: Dieses Problem der Ressourcenverteilung gilt ja für beide Seiten. Auch das meinte ich mit der Frage nach dem Einfluss auf die Dynamik des kalten Krieges - welche Rüstungsprojekte als Teil des (für die Sowjetunion ruinösen) Wettlaufs sind auf US-Seite nicht durchgeführt worden oder umgeleitet worden?
Jedes Flugzeug, das in der neuen Welt zum Einsatz kommt, ist eines, das nicht in der Kernwelt zur Verfügung steht.
Wie sieht es mit Entwicklungen aus. Die unterschiedliche Infrastruktur stellt andere Anforderungen an das Material. Welche technischen Lösungen, die es nicht gab, werden deshalb entwickelt? Welche, die es gab, werden nicht entwickelt?
Interessant natürlich auch im Hinblick auf eines der großen Klischees des kalten Krieges - die bessere Anpassung sowjetischen Geräts auf eine schlechte Infrastruktur. Haben die US-Truppen in der neuen Welt also eventuell primär damit zu kämpfen, dass viel von ihrer gepriesenen Ausrüstung binnen kurzer Zeit den Dienst versagt, und ihre Portallogisitik völlig mit der Lieferung von Ersatz überlastet ist?
--- Zitat ---Zu der unveränderten Geschichte: Zu jedem Zeitpunkt vor Aufdeckung des Geheimnisses wussten stets nur sehr wenige sowjetische Topfunktionäre und die Siedlerkandidaten von der anderen Welt. Außerdem steht der Anspruch auch unsere Welt als sozialistische Führungsmacht zu gestalten unverändert, ich sehe nicht warum Dinge wie Korea oder die Kubakrise in dieser Welt nicht geschehen sein sollten
--- Ende Zitat ---
Was ist mit einem anderen Denken der Führung zum Beispiel? Handeln die Akteure des kalten Krieges wirklich gleich - zu Beginn natürlich speziell die Sowjetunion - wenn sie einen solchen absolut sicheren Fluchtpunkt haben? Alleine das hat das Potential die gesamte Logik der nuklearen Abschreckung aus den Angeln zu heben.
Das setzt auch noch früher an. Schon im großen vaterländischen Krieg wird die Frage gestellt worden sein, ob statt einem Rückzug hinter den Ural nicht ein Rückzug in die neue Welt geplant werden sollte. (Und sogar noch früher, im Bürgerkrieg.)
Dabei sorgt die Einwegtechnologie auch noch für eine positive Feedbackschleife für solche Entscheidungen. Denn alles, was ich hinüber schicke, kann und wird mir nicht mehr dabei helfen, mein hiesiges Problem zu lösen. ergo wird mein hiesiges Problem größer. Es wird attraktiver sich von ihm zurückzuziehen. Die weiteren Vorbereitungen, die ich in dieser Richtung treffe, sorgen wiederum dafür, dass ich mein Problem mit weniger Ressourcen angehe, ...
Wenn beispielsweise in den späten 30ern eine sowjetische Division statt in Jakutien in der neuen Welt steht, was bedeutet das? Das dürfte die Geschichte ja nicht großartig verändern, richtig? Sicher? Fehlen diese Truppen dann vielleicht bei den Kämpfen am Khalkin-Gol und führen dazu, dass sich in Japan die Befürworter der nördlichen Strategie durchsetzen können und es statt Pearl Harbor einen japanischen Angriff auf die Sowjetunion gibt? Oder passiert das zwar nicht, aber gibt es dadurch eine Division weniger bei der Verteidigung von Moskau? ...?
Wen schickt die Sowjetunion überhaupt auf die andere Seite? Als politisch besonders zuverlässig geltende Leute, die dann aber im Apparat fehlen? Besonders unzuverlässige, anstatt sie nach Sibirien zu verbannen? Aber was machen die dort dann so alleine? (Und zurückholen lassen sie sich im Notfall auch nicht mehr, siehe den letzten Absatz...)
Auch: So wie du eingangs die Situation in der neuen Welt beschreibst, gibt es dort einen heißen Krieg mit aktiven Kampfhandlungen ohne dass eine der beiden Seiten durch Stellvertreter agieren würde. Wenn es Kommunikation gibt, wie schlägt diese Nachricht auf das Verhältnis der Mächte in der Kernwelt durch? Selbst wenn bis dahin noch niemand auf den Knopf gedrückt hat, wie sieht im nächsten Jahr (du hast ja 1982 als Startdatum genannt) dann die Situation bei Able Archer aus, wenn andernorts scharf geschoßen wird?
mfG
jdw
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Anchises am 12.11.2015 | 01:35 ---
Die Sowjets sollen ja auch weit überlegen sein, sie sind die Meister dieser neuen Welt. Die Erwägung der USA ist es die sowjetische Kolonie am wachsen zu hindern und sie mit militärischen Mitteln zu bekämpfen,
--- Ende Zitat ---
Warum?
--- Zitat ---aber die Amerikander sind so hoch mobil
--- Ende Zitat ---
, wie?
--- Zitat ---, für monatelange Kampfhandlungen reicht der Nachschub an Waffen nicht
--- Ende Zitat ---
so schwer ist Mun für Handwaffen mkn nicht zu produzieren
--- Zitat ---( außer vielleicht bei den Sowjets). Die können aber wiederum nicht genügend Truppen aufbieten um ihre Kolonien zu schützen und die Amerikaner zu schlagen.
--- Ende Zitat ---
können es die Amerikaner , Luftwaffe mal abgesehen?
Raids müssten hier die klassische Kriegsführung sein
https://en.wikipedia.org/wiki/St._Francis_Raid
https://en.wikipedia.org/wiki/Rogers%27_Rangers
https://en.wikipedia.org/wiki/Long-range_reconnaissance_patrol
https://en.wikipedia.org/wiki/Canadian_Rangers
https://en.wikipedia.org/wiki/Sissi_(Finnish_light_infantry)
https://en.wikipedia.org/wiki/75th_Ranger_Regiment_(United_States)
Wie versorgen die USA ihre Luftstreitkräfte, das scheint mir unmöglich.
--- Zitat von: Anchises am 11.11.2015 | 23:46 --- In der sowjetischen Einflusszone existiert eine gut ausgebaute Infrastruktur, eine eigene Industrie ( wenn auch noch eher bescheiden), Erdölforderung und stabile Nahrungsversorgung.
--- Ende Zitat ---
das haben die Sowjets nicht mal bei uns geschafft, wieso kriegen sie es dort hin.
--- Zitat ---Nachdem Ronald Reagan die Präsidentschaft übernimmt verstärken die USA ihre sowieso gewaltigen Bemühungen noch weiter, die Taktik der USA zielt darauf ab starke militärische Kräfte in die neue Welt zu bringen und diese zu Nutzen um das Wachstum der sowjetischen Kolonien zu stoppen.
--- Ende Zitat ---
Wie rekrutiert man diese Kräfte und hält es geheim? Spez die Zivilen Kolonisten?
--- Zitat ---- Frühmenschen ja oder nein ? Als Söldner, Kanonenfutter, Gegenspieler usw.
--- Ende Zitat ---
und moralische Stolpersteine
Pyromancer:
--- Zitat von: Anchises am 12.11.2015 | 01:35 ---U-Boote, Satelliten und dergleichen ist nur sehr selten vorhanden. Bis die Techbase da ist um sowas eigenständig in Betrieb zu halten brauchts mindestens noch 100-120 Jahre würde ich sagen. Das heißt nicht das die Sowjets kein geheimes Nuklearwaffen U-Boot am Nordpol der neuen Welt haben, während die USA ihre beiden Spionagesatelliten Hawk und Eye grade in betriebt nimmt... Solche Technologie ist verdammt selten und frisst sehr viel wertvollen Nachschub aus unserer Welt.
--- Ende Zitat ---
Wie viele Leute leben da drüben? Das hört sich so an, als wären das schon hunderttausende. Wer sind diese Leute? Wie werden sie ausgewählt? Wie viele Leute melden sich freiwillig für eine Unternehmung, über die man ihnen vorher nichts erzählen kann (und wo jeder andere, der sich freiwillig gemeldet hat, auf Nimmerwiedersehen verschwand)?
Und wie kontrolliert die Sowjetunion (und später die anderen Mächte) ihre Parallelwelt-Siedler? Prinzipiell muss Moskau einfach glauben, was die Leute von der anderen Seite erzählen, während die Leute auf der anderen Seite jede Motivation haben, zu lügen (bzw. "Berichte zu beschönigen"), insbesondere, wenn die "Freiwilligen" vielleicht gar nicht so freiwillig, bzw. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zur Teilnahme eingewilligt haben.
Das hätte im Spiel dann auch am Anfang gleich einen netten Twist, wenn die SCs von Propaganda gefüttert durchs Portal treten und dort dann alles anders ist, als ihnen daheim erzählt wurde.
Antariuk:
--- Zitat von: Pyromancer am 12.11.2015 | 13:27 ---Das hätte im Spiel dann auch am Anfang gleich einen netten Twist, wenn die SCs von Propaganda gefüttert durchs Portal treten und dort dann alles anders ist, als ihnen daheim erzählt wurde.
--- Ende Zitat ---
Genau das war auch mein Gedanke.
Weil, was will man aus Weltenbastler-Perspektive, sonst mit der Parallelwelt erreichen? Einen Sandkasten wo die Supermächte sich gegenseitig mit Raids einheizen? Wieso kann man das nicht auf der echten Erde machen? Da wäre die Einbeziehung von anderen Ländern und von historischen Details ja eh viel einfacher, in der Parallelwelt muss das alles herkonstruiert werden, dann würde ich doch gleich auch was draus machen dass andersartig genug ist.
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