Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Tolle Welt, aber dem System abgeneigt
Ahab:
Immer wieder stoße ich auf Universalsysteme oder solche mit Setting, wie jüngst Midgard 5, die ich supergern mal spielen würde, deren Weltbeschreibungen aber nicht (oder so gut wie gar nicht) verfügbar sind oder mir nicht gefallen. Dann denke ich mir immer, es muss doch massig Fantasysettings geben, die ich mit diesen Regelsystemen bespielen kann. Jetzt ist es natürlich eine Sache, ein Setting aus einer Romanreihe oder ähnlichem zu konvertieren. Es gibt aber ja auch bestehende Rollenspiele, deren Regeln unterirdisch sind, die aber über ein ansprechendes, liebevoll ausgearbeitetes Setting verfügen. Die suche ich hier. Aber um den Strang für alle nützlich zu machen, frage ich hier mal explizit nach Rollenspielen aller Genres, die über ein tolles Setting aber Eurer Meinung nach unbrauchbare Regeln verfügt. Ring frei!
Mein Startschuss: Agone. MMn viel zu differenziert und zu hohe Erfolgschancen für ein story- und märchenbasiertes RSP.
alexandro:
Definitiv Artesia - Adventures in the Known World.
Tolle Welt, ein wenig wie Game of Thrones mit mehr Magie (allerdings nicht von der Feuerballwerfer-Sorte, sondern subtiler). Wunderbar ausgearbeitet (inklusive sämtlicher Staaten, Politik, Geschichte und Götterwelt) und die Comics versprechen epische Abenteuer... aber das Spielsystem ist dann klein-klein, mit Regeln für Ackerbau, Kinder kriegen und Töpferwarenhandel. Die Kampfregeln sind nicht einmal ansatzweise in der Lage, so große Schlachten wie in den Comics darzustellen. Es gibt 18 Attribute (welche nochmal mit unterschiedlichen Fertigkeiten kombiniert werden) , so dass ständig die Frage aufkommt "Auf was muss ich jetzt würfeln?", was das Spiel ausbremst. Es gibt 22(!) verschiedene Arten der Erfahrungspunkten, welche für verschiedene In-Game-Handlungen vergeben werden (analog zum Rufsystem in Ratten! oder dem alten Werwolf, nur verkomplizierter), und die keiner im Blick behalten kann. Am schlimmsten sind jedoch die Magieregeln, die so flexibel gestaltet wurden, dass man problemlos Feuerballschleudern bauen kann, was den Low-Fantasy-Ansatz des Settings effektiv aushebelt.
Habe die Regeln nach einem Versuch über Bord geworfen und Savage Worlds genommen.
HEXer:
Star Wars.
(Ja, es gibt ein gutesSystem, aber das ist schn lange OOP.) Weder D20 noch FFG Versionen gehen. Not. At. All.
alexandro:
Fand jetzt das WEG-System auch nicht so pralle: Vermischung von Erfahrungs- und Gummipunkten, seltsame Kompetenzstufen, beknackte Machtregeln (Einteilung in Sense/Alter/Control, "Size doesn't matter...except when the rules tell you so") und fragwürdiger GM-Advice. Hat sich für mich nie nach Star Wars angefühlt (besonders wenn man die offiziellen Abenteuer spielt, bei denen man sich unwillkürlich fragen muss, ob diese nicht ursprünglich für Traveller geschrieben und nachträglich mit dem "Star Wars"-Etikett beklebt wurden).
Ludovico:
Unhallowed Metropolis
Das Setting ist genial. Zombies, Vampire, Psychics, Steampunk, duestere postapokalyptische Welt, aber das System ist gross und klobig, teilweise wieder ungenau und nicht ausbalanciert.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln