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[Odyssys] Begriffe für Methoden und Kategorien

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D. M_Athair:
Done.

Zu "Wille". Für mich ist das ein primär aktiver Begriff.
Wille assoziiere ich auch mit Impulskontrolle oder Durchsetzungskraft.
Das ist für den Begriff, den du suchst, sicher auch mitgemeint, unterschlägt
aber den Aspekt des Unverfügbaren, Emotionalen, Beziehungsgestaltenden.

Ich kann sagen "mein Geist jubelt". Mit "Wille" geht das nicht.

Nørdmännchen:
Jepp - Deine Argumentation ist einleuchtend, und danke für die ausführliche philologische (keine Ironie!) Beschäftigung mit meinem System. :d
Die Kategorie "Geist" ist mir jedoch zu weit...


--- Zitat von: Contains Diseases am 30.04.2016 | 12:05 ---[...] Außerdem werden hier Moral, Glaube, Psyche, Emotion und Vernunft zu einem relativ erfassbaren Phänomen gebündelt. Die Rede vom "Zeitgeist" macht das mMn relativ gut deutlich. Das alte Konzept von der "Geistesstörung" auch. [...]

--- Ende Zitat ---
(Hervorhebung von mir)

Die Abgrenzbarkeit zum "Verstand" ist mir beim "Geist" nicht mehr genügend gegeben (z.B. "wachen Geistes"). Nicht umsonst ist Geist bei mir ursächlich für "Seele" und "Verstand". (Ja, ich weiß - bei Kant ist Vernunft nicht gleich Verstand.  ;))


--- Zitat von: Contains Diseases am 30.04.2016 | 12:05 ---[...]
Seele ist als Begriff entweder zu groß (theologisch), zu speziell (psychologisch), zu weit entfernt (philosophisch).
Theologisch: Seele = Lebensgrund, Existenz-Sinn, Ort des transzendenten Begehrens, die Seele als unverfügbares Beziehungsorgan
Psychologisch: Seele = das Unbewusste, die Psyche
Philosophisch: Seele = übermaterielles Lebensprinzip, geisthafter Lebensfunke,  Ort der Individualität.
[...]

--- Ende Zitat ---

Die psychologische Deutung ist mit Emotionalität, Impulsivität und nicht (akut) bewusst gesteuerter, geistiger Prozesse - gar nicht so weit von meiner Auffassung entfernt. Allerdings sehe ich ein, dass der Begriff hier eine Dehnung erfährt. Zumal diese eher moderne Auffassung in meinem Beispiel-Setting (1805) nicht gespiegelt wird.

Für weitere, intuitivere (...see, what I did there?) Alternativen bin ich also durchaus offen und nochmals...

... ein riesen Danke, so überlegte Kritik ist regelrecht herzerfrischend!!!

D. M_Athair:
Gerne.

Kurz zu meinen Annahmen:
Da ich Physis als "Voraussetzung" von Motorik ansehe, dachte ich ein vergleichbares Verhältnis wäre für die geistig/psychisch/spirituelle Dimension auch erwünscht. Da würde für mich auch Sinn machen, da Bewegung und Denken sehr zentrale Eigenschaften von Körper(lichkeit) und Geist sind.

Mir scheint dir geht es aber um gleichwertige Dimensionen.
Um das mal (in noch nicht sicherern Bezeichnungen) abzubilden:

GeistKörperQuellRuheStärkeFlussVerständigkeitBeweglichkeit
Disclaimer: Alle Bezeichnungen sind als Eigenschaften von Personen gedacht.
Ruhe: Aus der Tiefe schöpfen, Inutition, Emotionalität
Stärke: Stabilität, Kraft,
Verständigkeit: Wissen, Überlegung, Ratio
Beweglichkeit: Möglichkeit zur Veränderung, Agilität

Die Kategorie "Quelle" wäre jeweils das eher passive, sicherheit-gebende Element,
die Kategorie "Fluss" das dynamische, aktive, freie Element.


Was schön geht: Die Eigenschaften kombinieren.
Ausdauer (körperl. und/oder geistig): Ruhe + Stärke
Kreativität: Beweglichkeit + Verständigkeit
Erkenntnis: Verständigkeit + Ruhe
Visionen, Ziele: Ruhe + Beweglichkeit
(Schaffens)Kraft: Stärke + Beweglichkeit

... die Frage ob dir das was bringt, bzw. ob solche Kombinationen überhaupt erwünscht oder verwertbar sind.


Bei der Aufteilung bräuchte es bei den Namen für "Stärke" oder "Kraft" was passiver klingendes und bei "Verständigkeit" was aktiver klingendes.

Nørdmännchen:
Achtung! Zitate-Schlacht!


--- Zitat von: Contains Diseases am 30.04.2016 | 15:39 ---Kurz zu meinen Annahmen:
Da ich Physis als "Voraussetzung" von Motorik ansehe, dachte ich ein vergleichbares Verhältnis wäre für die geistig/psychisch/spirituelle Dimension auch erwünscht. Da würde für mich auch Sinn machen, da Bewegung und Denken sehr zentrale Eigenschaften von Körper(lichkeit) und Geist sind.

--- Ende Zitat ---
Ah - verstehe. Eine gute Beobachtung und noch ein Grund mehr, dass der Begriff "Physis" fliegt.


--- Zitat von: Contains Diseases am 30.04.2016 | 15:39 ---Mir scheint dir geht es aber um gleichwertige Dimensionen.

--- Ende Zitat ---
So ist es.


--- Zitat von: Contains Diseases am 30.04.2016 | 15:39 ---Disclaimer: Alle Bezeichnungen sind als Eigenschaften von Personen gedacht.
Ruhe: Aus der Tiefe schöpfen, Inutition, Emotionalität
Stärke: Stabilität, Kraft,
Verständigkeit: Wissen, Überlegung, Ratio
Beweglichkeit: Möglichkeit zur Veränderung, Agilität

Die Kategorie "Quelle" wäre jeweils das eher passive, sicherheit-gebende Element,
die Kategorie "Fluss" das dynamische, aktive, freie Element.

--- Ende Zitat ---
Elegant. Wobei in meinem Kopf die Quelle eher für das Reservoir oder die Quantität der Energie steht. Der Fluss dagegen verkörpert die Kontrolle oder Qualität der Ausdrucksform.


--- Zitat von: Contains Diseases am 30.04.2016 | 15:39 ---Was schön geht: Die Eigenschaften kombinieren.
Ausdauer (körperl. und/oder geistig): Ruhe + Stärke
Kreativität: Beweglichkeit + Verständigkeit
Erkenntnis: Verständigkeit + Ruhe
Visionen, Ziele: Ruhe + Beweglichkeit
(Schaffens)Kraft: Stärke + Beweglichkeit

... die Frage ob dir das was bringt, bzw. ob solche Kombinationen überhaupt erwünscht oder verwertbar sind.

--- Ende Zitat ---
Das wäre mechanisch problemlos möglich, da die Eigenschaften als Modifikatoren (mit ±0 als menschlicher Norm) ausgeführt und zur Summierung angelegt sind. Im Ansinnen der erzählerischen Darstellung als Methoden, im Gegensatz zu Fähigkeiten, könnte es komplizierter oder einfach nur ungewohnt werden. Aber ich werde mal damit experimentieren - die Vielseitigkeit mag es entlohnen.  :d


--- Zitat von: Contains Diseases am 30.04.2016 | 15:39 ---Bei der Aufteilung bräuchte es bei den Namen für "Stärke" oder "Kraft" was passiver klingendes und bei "Verständigkeit" was aktiver klingendes.

--- Ende Zitat ---
Siehe oben - von der Passivität bin ich noch nicht überzeugt. (Obwohl es insbesondere die von Dir vorgeschlagenen Kombinationen zu fördern scheint.)

Nochmal ein dickes Danke!

D. M_Athair:

--- Zitat ---Reservoir oder die Quantität
--- Ende Zitat ---
... das ist gar nicht so weit weg, von dem, was ich mit "Passivität" meine.
Mir geht es nicht um die Beschreibung von etwas Statischem, sondern eher von dem, was im Daoismus mit "Nicht-Handlen"
oder im Griechischen (und Lateinischen) mit der Diathese "Medium" gemeint ist.

Dass etwas gleichzeitig getan und erfahren wird. Eigentlich Aktiv und Passiv zugleich.
Um ein Phänomen, das auch bei der Beschreibung von Flow-Erleben oder bei sozialen Ressourcen mitgemeint ist.

Ruhe könnte auch "Seelenstärke" oder "In-sich-Ruhen" heißen, aber das sind noch blödere Begriffe, die noch nichtmal besonders treffsicher sind.
Stärke könnte auch "Widerstandskraft" heißen. Aber auch hier tritt ein Problem mit der Nomenklatur auf.

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