Medien & Phantastik > Lesen

Blade Runner von Philip K. Dick.

(1/7) > >>

Dreamdealer:
So, jetzt sterbe ich nicht mehr dumm - DEN Klassiker habe ich hinter mir. Also nicht nur Filmwissen, sondern auch fundierte Buchkenntnis.
Nur leider habe ich nichts verstanden, oder besser gesagt, ich verstehe nicht, wie ein solches Buch als Klassiker bezeichnet wird.
Den Schreibstil fand ich hölzern, die Geschichte verworren, das dystopische Weltbild eher merkwürdig und albern, den tieferen Sinn
schein ich auch nicht gerafft zu haben. Ich hatte deutlich mehr erwartet, aber vielleicht würde ich bei dem Film mittlerweile auch die
Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber durch die verklärte Brille der Erinnerung hattte ich ihn als ganz großes Kino im Hinter-
kopf. Vielleicht lag es an der Übersetzung oder den hohen Erwartungen, aber dieses Buch war ein ziemlicher Reinfall.

1/10 auf der Voight-Kampff Skala

Bin ich ein Banause, oder ist es jemanden ähnlich gegangen?

Boba Fett:
Ich denke, der Film hat - besonders für den modernen Konsumenten - wesentlich mehr Unterhaltungswert als das Buch.
Philip K. Dick war in vielen Themen in der SF ein Vordenker und hat viele revolutionäre Gedanken in Geschichten verfasst.
Nichts desto Trotz ist sein Schreibstil aber immer noch aus den 60er Jahren und wirkt heute eher hölzern und langweilig.

Und genau genommen sind auch nicht einmal die Geschichten das grandiose, sondern die Ideen und Konzepte, die darin verarbeitet wurden und die Fragen, die aufgeworfen werden...

Also nein, für mich bist Du kein Banause.
Schau Dir einen James Bond Film aus der Zeit an und halte einen der aktuellen Bond Filme dagegen...
Dann weisst Du, was ich meine.

Achamanian:
Ich mag ja tatsächlich das Buch ein kleines bisschen lieber ... was aber auch daran liegt, dass ich die ganze Noir-Ästhetik einfach zu abgenutzt finde.
Dick ist für mich in erster Linie ein unkontrolliert philosophierender und durchgeknallter Humorist, selbst in seinen schwärzesten Momenten. Ein kunstvoller Stilist war er wohl eher nicht (obwohl beispielsweise Ubik stilistisch extrem starke Sequenzen hat); aber ehrlich gesagt ist seine Schreibe mir hundertmal lieber als ein großer Teil der glattgebügelten "modernen" Genre-Literatur.

Deep_Impact:

--- Zitat von: Boba Fett am 11.05.2016 | 13:50 ---Schau Dir einen James Bond Film aus der Zeit an und halte einen der aktuellen Bond Filme dagegen...
Dann weisst Du, was ich meine.

--- Ende Zitat ---

Die entsprechend wenigstens dem James Bond aus den Büchern.

Aber ja es gibt viele Bücher aus der Zeit, die als Klassiker oder "Must-read" angepriesen werden. Und nein oftmals sind die einfach in ihrer Zeit oder mit dem Verständnis um ihre Zeit genial, heute aber nicht mehr. Do Androids Dream of Electric Sheep? ist ein gutes Beispiel dafür. Ergo: Nein, kein Banause, aber 1/10 finde ich schon sehr hart :)

Kowalski:

--- Zitat von: Dreamdealer am 11.05.2016 | 13:33 ---So, jetzt sterbe ich nicht mehr dumm - DEN Klassiker habe ich hinter mir. Also nicht nur Filmwissen, sondern auch fundierte Buchkenntnis.
Nur leider habe ich nichts verstanden, oder besser gesagt, ich verstehe nicht, wie ein solches Buch als Klassiker bezeichnet wird.
Den Schreibstil fand ich hölzern, die Geschichte verworren, das dystopische Weltbild eher merkwürdig und albern, den tieferen Sinn
schein ich auch nicht gerafft zu haben. Ich hatte deutlich mehr erwartet, aber vielleicht würde ich bei dem Film mittlerweile auch die
Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Aber durch die verklärte Brille der Erinnerung hattte ich ihn als ganz großes Kino im Hinter-
kopf. Vielleicht lag es an der Übersetzung oder den hohen Erwartungen, aber dieses Buch war ein ziemlicher Reinfall.

1/10 auf der Voight-Kampff Skala

Bin ich ein Banause, oder ist es jemanden ähnlich gegangen?

--- Ende Zitat ---

Philip K. Dick schreibt keine leicht zu verstehenden Geschichten/Romane.
Also ja, Du und ich sind Banausen weil wir den Film deutlich besser finden als das Buch.

Als Literatur ist das Buch ein Klassiker. Auch weil man bei mehrmaligem Lesen unterschiedliche Interpretationen finden kann.
Ein Literaturkritiker, wenn er denn nicht die im deutschsprachigen Raum verbreitete Groschenromaninterpratation von Science Fiction teilt, wird in dem Buch aus den späten 60-ern sehr gute und tiefgründige Literatur für die damalige Zeit finden.

Persönlich fand ich Dicks schreibe anstrengend und nicht einfach zu lesen. Und immer wieder anders.
Die Kinointerpretationen von Dicks Geschichten sind massentauglich und, Chapeau, tatsächlich gelungen, auch wenn von der Ursprungsgeschichte oft nur die Idee genommen wird. (Total Recall (das original)
und Blade Runner z.b.

tl:dr;
Für manche Bücher muß man reifen und den Kontext kennen

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln