Das Tanelorn spielt > Albtraum in Norwegen

AiN - Smalltalk

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Joran:
Ein Nagel war der Übeltäter.

Das Sprühzeug hat überraschend gut gewirkt(, so gut, dass ich überlege, mir eine Dosen ins Auto zu legen). Ich musste noch ein wenig Druckluft ergänzen, konnte aber immerhin zu diesem Zweck schon bedenkenlos bis zur Tanke fahren. Nach dem Einfüllen muss man sofort 10 km mit bis zu 50 km/h fahren, damit sich der Schaum gleichmäßig im Reifen verteilt. Von einer Unwucht haben wir nichts gemerkt. Wir sind aber danach in der Spitze auch nicht mehr über 80 km/h gefahren (ohnehin nur Landstraße). Ich denke der meiste Schaum wird durch die Zentrifugalkraft in die Fläche des Reifens gepresst. Bei Löchern in der Seite und Schnitten funktioniert das Spray daher nicht. Die Felge hat vermutlich nicht viel davon abbekommen. Das Rad sollte wohl am besten so stehen, dass das Ventil möglichst weit unten ist, wenn man befüllt.

Die Felge ist, denke ich, noch in Ordnung. Die Werkstatt hat nichts gegenteiliges gesagt. Gemerkt haben wir es nach dem Anfahren von einem Parkplatz, so dass wir nur wenige Meter mit dem platten Reifen gefahren sind. Man könnte wohl sogar den Reifen noch flicken, aber die Werkstatt äußerte sich diesbezüglich nicht begeistert und mir geht da die Sicherheit vor. Die Preisdifferenz zwischen Flicken und neuem Reifen wäre vermutlich noch nicht einmal sehr groß. Zudem waren diese Sommerreifen ohnehin schon stark abgefahren. Also weg damit.

Die Winterreifen sind nun drauf. Man wollte mir auch schon neue Sommerreifen verkaufen. Aber warum sollte ich die Einlagern? Wer weiß, was bis zum Frühling noch so alles passiert. Die Reparaturen hatten in letzter Zeit ein wenig Überhand genommen, darum muss ich mal in einer ruhigen Stunde rechnen. Man hofft ja nach jeder Reparatur, dass es das dann für eine Weile auch war...

Der Läuterer:
Wie heisst das Sprühzeugs? Intresse ist geweckt. Neugier.

Joran:
Bei der Aral-Tanke hatte die verschiedene Marken. Man muss darauf achten, dass die Dose groß genug ist für den jeweiligen Reifen, denn man benutz, also genug Füllmenge und Druckluft enthält.

Ich meine, das Reifenpannen-Set, das ich verwendet habe, war von "Holts" (hab die leere Dose bei der Tanke gelassen). Haltbarkeit 5 Jahre ab Herstellungsdatum am Dosenboden. Preis in der Tanke ca. 13 €. Macht im Jahr 2-3 € für die Sicherheit, nicht irgendwo in der Pampa zu stehen, wenn man es sich vorsorglich ins Auto legt. Kann man vermutlich auch billiger bekommen, wenn man die Chance hat, zu wählen ... Und vermutlich bekommt man auch Flaschen mit einem größeren Volumen, so dass man den Reifen noch weiter befüllen kann. War mir in der Situation mit der ganzen Familie im Auto aber alles völlig egal!

Der Läuterer:
Vielen Dank für den Tipp, Joran. Das werde ich mir dann mal ins Auto packen.
Ich werde mir auch noch nen Feuerlöscher fürs Auto holen. Ich bin nämlich vor drei Wochen an einem Wagen vorbeigefahren, der gerade gelöscht worden war. Das gab mir sehr zu denken... Vielleicht kann man damit mal Leben retten.

Puklat:
Unser Auto hat gar kein Reserverad mehr, dafür aber ein "Pannenset". Dabei ist so eine Spraydose und ein Kompressor, der über den Zigarettenanzünder mit Strom versorgt werden kann. Damit soll man eben auch wirklich platte Reifen wieder in Fahrt bringen können. Allerdings war ich da ... skeptisch. Aber Jorans Erfahrungsbericht stimmt mich hoffnungsvoll, dass unser Pannenset im Falle eines Falles auch funktionieren könnte. Voraussetzung ist wohl, dass das Ventil noch intakt ist.

Was den Feuerlöscher angeht könnte ich jetzt die eine oder andere Annekdote erzählen. Aber ich versuche es kurz machen:
Feuerlöscher kann helfen. Allerdings muss man wissen, was er kann und was nicht. Und aus eigener mehrfacher leidvoller Erfahrung kann ich sagen: Bei Feuer im Motorraum MUSS man sehen, dass man die Motorhaube aufkriegt, um das Feuer wirklich ernsthaft bekämpfen zu können. Das gilt sogar für die Feuerwehr.
Also vielleicht noch einen stabilen Handschuh mit ins Auto, damit man bei einem Entstehungsbrand etwas geschützt ist beim Versuch die Haube zu entriegeln.

Das bloße Sprühen in die Rillen des Kühlergrills, macht die Flammen kurz niedriger, hilft aber nicht wirklich.

Und dann immer daran denken in Sprühstößen zu arbeiten. Nicht in 5 Sekunden alles rausblasen und dann feststellen, dass man nicht die richtige Stelle getroffen hat. ;)


Doch nur kurz ne Annekdote:
Bin auf der Autobahn unterwegs gewesen, vor mir fährt ein VW Transporter mit Pritsche (klassischer Baustellenwagen) auf. Und ich sehe orange Flammen unter ihm züngeln. Mit Lichthupe und Armwedeln, mache ich ihn aufmerksam, dass er rechts ranfahren soll, was er tatsächlich tut. Motorhaube ließ sich schon nicht mehr öffnen, da die Flammen da schon rauszüngelten (ich hatte mit ca. 100 m Abstand geparkt, für den Fall der Fälle) und bis ich bei ihm war (Warndreieck und Warnweste), war der Motorraum schon am fackeln. Ich hab dann noch meinen Feuerlöscher geholt, der andere Fahrer rief die Feuerwehr. Und dann habe ich mit Sprühstößen von unten, durch den Kühlergrill und durch die Luftschlitze versucht das Feuer einzudämmen. Leider ohne nachhaltigen Erfolg.
Dann überzeugte ich ihn, alles aus dem Auto zu holen, was von wert ist. Von der Feuerwehr her weiß ich, dass das Feuer auf jeden Fall mit der Zeit im Fahrgastraum enden wird. Wir räumten also gemeinsam das Auto aus. Die Rauchsäule wurde beeindruckend. Da hielt ein VW-Busfahrer, mitten im Rauch. Kam mit einem 6 kg (Standard-)Feuerlöscher, ich rief ihm zu, er solle es lassen, das hätte keinen Sinn mehr (das Feuer war inzwischen im Fahrgastraum angekommen (dieser schwarz verraucht mit einzelnen orangen Zungen, die hindurch zuckten).  Der VW-Bus-Fahrer wollte aber gerne helfen oder hörte mich nicht. Zündete seinen Feuerlöscher. Hielt alles auf einmal in Richtung Motorhaube. Er hatte einen glorreichen 5 bis 10 Sekunden auftritt, bis der Löscher leer war. Das Feuer war vollständig unbeeindruckt. Ich rief ihm zu, dass das nichts bringe. Und dass sein Auto nun mit offener Schiebetür im Rauch stünde. Er das besser woanders hinfahren solle.
Das verstand er wohl als Rausschmiss, er eilte zum Auto und brauste wieder los.

Das war extrem beeindruckend. Aber leider nur teuer und nicht hilfreich. :(

Das Fahrzeug war dann ein Fall für die Schrottpresse. Die Feuerwehr kam nach gut 10 Minuten (=gefühlte Ewigkeit, obwohl niemand in Gefahr war) und da waren die Seitenscheiben schon geplatzt und das Auto vollständig in Flammen.

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