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Welches System für Frühmittelalterliche Low-Fantasy?
Oberkampf:
Zu Yggdrasil gibt es eine ausführliche Beschreibung auf RPGnet.
Gespielt habe ich es selbst noch nicht, aber vom Lesen der Regeln kann ich mal sagen, dass es verschiedene Fähigkeiten, Hintergründe mit Boni und Kampfmanöver gibt, um unterschiedliche mundane Charaktere darzustellen. Magie scheint mir nicht übermächtig zu sein, ich schätze, man kann sie sogar streichen, ohne dass das Spiel darunter leidet. was frühmittelalterlich-pseudorealistischee Low Magic Fantasy angeht: Das Genre ist das Ziel des Spiels.
Es gibt allerdings einige Dinge, die man mögen muss, um Yggdrasil genießen zu können. Zum Beispiel ist es eine Art Roll&Keep-System und es gibt explodierende Würfel bei Aktionen. Rüstung reduziert außerdem Schaden und bestimmt nicht die Trefferschwierigkeit (wie bei D&D). Außerdem gibt es Bonusaktionen pro Runde in Höhe des Geschicklichkeitswerts (was für mich endgültig ein Grund war, das System nicht auf meinen Spielplan zu setzen).
Mal abgesehen davon: Das deutsche Rollenspiel Midgard ist zwar für eine Standardfantasywelt im üblichen Fäntelalter zwischen Spätantike und Frührenaissance geschrieben, lässt sich aber sicherlich leicht anpassen, indem man ein paar Waffen, Fertigkeiten und Charakterklassen und Zauber streicht. Mundane Charaktere werden über Fertigkeiten und Waffenkenntnisse individualisiert. Einige Kampfmanöver sind verregelt, aber eigene Feats oder Klassenboni dafür gibt es nicht. Zauberei ist nicht so mächtig, dass mundane Charaktere zu Randfiguren werden.
Midgard geht allerdings in den simulationistischen Bereich und hat auch eine ganze Reihe von Schwachstellen bzw. Besonderheiten, die man mögen (oder ertragen ;) ) muss.
Grandala:
--- Zitat ---Zu den Unterscheidungen der Kampfstile etc.: da haben wir halt so bissl das Problem, dass wir gar nicht so furchtbar viel über Kampftechniken dieser Zeit wissen.
--- Ende Zitat ---
Es gibt auch aus dieser Epoche keine Manuskripte aber ein paar findige dänische Historiker mit biomechanischem Hintergrund. Wenn es dich interessiert: https://www.youtube.com/watch?v=dkhpqAGdZPc Das kann als Einleitung nützlich sein... Spoileralert! Das Schwert ist garnicht die Hauptwaffe ~;D Zumindest nach deren These.
Erzdrakon:
--- Zitat von: Grandala am 29.06.2016 | 22:15 ---Es gibt auch aus dieser Epoche keine Manuskripte aber ein paar findige dänische Historiker mit biomechanischem Hintergrund. Wenn es dich interessiert: https://www.youtube.com/watch?v=dkhpqAGdZPc Das kann als Einleitung nützlich sein... Spoileralert! Das Schwert ist garnicht die Hauptwaffe ~;D Zumindest nach deren These.
--- Ende Zitat ---
Sehr cooles Video - klingt für meine Laienohren auch ganz schlüssig was der gute Mann da (sogar recht unterhaltsam) erzählt und vorführt.
Feuersänger:
--- Zitat von: Grandala am 29.06.2016 | 22:15 ---Spoileralert! Das Schwert ist garnicht die Hauptwaffe ~;D Zumindest nach deren These.
--- Ende Zitat ---
Naja! Großteils ist das schon recht stimmig (und deckt sich auch mit dem, was ich über "Schildtheorie" weiß), aber ein gut Teil seiner theoretischen Techniken klappt wirklich _nur_ mit einem willfährigen Sparringpartner, der sich absichtlich möglichst blöde anstellt und z.B. nicht auf die Idee kommt, da selber mit seinem Schwert zu stoßen. Und möglichst noch dämlich genug ist, seinen Schild schön breit vor sich zu halten. Man sieht ja auch, in den Echtzeit-Sparringsequenzen, dass das dann ganz anders aussieht als was er da vorher schwadroniert.
Jedoch, das was er da über die kurzen Griffe und Parier...stummel erzählt, das ist ganz wichtig. ^^ Das kekst mich bei den heutigen Kloppern so an, dass da die Griffe immer bis in die Küche gehen. :p Und das hatte auch nichts damit zu tun, dass die Menschen damals angeblich kleiner gewesen wären und kleinere Hände gehabt hätten -- das ist einfach nicht der Fall.
nobody@home:
Zumindest sieht man da mal ein bißchen Kampftechnik, die nicht einfach 1:1 aus Hollywood entlehnt ist(*), und kriegt auch mal gleich demonstriert, daß man mit einem Schild doch mehr machen kann, als sich das Ding einfach nur passiv für +1 auf Rüstungsklasse bzw. -schutz vom Arm baumeln zu lassen. Für mich hat sich die ins Video investierte Zeit gelohnt. ;)
(*) Wobei man fair sein muß: Kämpfe im Film sind natürlich wie ihre Vorgänger im Theater klassischerweise bewußt in erster Linie auf Sicherheit für die Darsteller bei gleichzeitig möglichst viel zuschauerfreundlich demonstrierter dramatischer, aber harmloser "Äktschn" getrimmt. Die Schauspieler versuchen sich ja nicht wirklich gegenseitig umzubringen oder auch nur dem Publikum Tips zu geben, wie man das am besten macht...
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