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Geht das - Fantasy Festung im moderneren Stil

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mattenwilly:
Die "klassische" Festung des Fantasy-Rollenspiels ist ja geprägt von Conwy, Harlech, Beaumarais oder den dt. Höhenburgen am Rhein.  Die Dinger haben ja historisch auch durchaus funktioniert und sehen auch recht imposant aus. Mit dem Aufkommen von Schiesspulver haben sich die Festungen gewandelt und sind "im Boden versunken". Auch wurden in dieser Zeit die Anlagen nach innen hin geschlossen (früher waren Mauertürme ja zT. zur 2. Mauer hin offen um dem Feind keine Deckung zu geben wenn er die 1. Mauer genommen hatte)

Nun sind die Vorderlader-Flinten auch nicht wesentlich schneller als ne Armbrust oder ein Bogen was Feuergeschwindigkeit angeht und in einer Fantasy-Welt sind Repetierarmbrüste/Ballisten und Magier als Kanonenersatz verfügbar. Und auch das bewegen großer Erd/Steinmengen ist dank Magie nicht das riesige Problem. Somit sollten die Dinger baubar sein.

Daher die Frage: Könnte so eine Festung des 16. / 17. Jahrhunderts mit ihrem breiten/steilen trockenen Graben und teilweise im Boden versenkten Bauten auch in einem Fantasy-Setting effizient funktionieren? Oder wäre sie zu Angreifbar für Belagerungsturm/Leiter bzw. vergesse ich sonst was?

Quaint:
Naja, ich denk mal das kommt sehr auf die fragliche Welt an. Mit klassischen Methoden wie Sturmleitern und Belagerungstürmen sind niedrigere Mauern natürlich leichter zu nehmen. Höhere Mauern sind also per se besser, wurden nur historisch abgeschafft weil man die dann mit den entsprechenden schweren Belagerungkanonen recht leicht zerlegen konnte - eine niedrige, robuste Mauer ist eben immernoch besser als ein Mauer mit großen Löchern.

Wenn es also in der Welt Methoden gibt, die hohe, relativ dünne Mauern leicht durchbrechen, niedrige, gedrungene Mauern aber nicht, dann ist eine entsprechende Bauweise natürlich naheliegend.
Neben Kanonen kommen da natürlich Magier in Frage.

Mal eine Betrachtung bei einigen mir geläufigen Fantasy-Settings

DnD, sagen wir mal Forgotten Realms
Zauber, die geeignet sind, Befestigungen zu durchbrechen sind relativ hochstufig und damit rar. Ein Feuerball ist ja ganz nett, aber er hat viel zu wenig Sprengkraft um Mauern zu zerdeppern (immerhin besteht eine gewisse Chance, dass Personen ohne Deckung im Wirkbereich überleben). Hölzerne Befestigungen mögen in Brand gesteckt werden, aber gegen Mauern dürfte der wenig bis nix bringen. Desintegration reißt da schon eher Löcher, aber der ist glaube Grad 5 und brauch damit einen Stufe 9 Zauberer - die gibt es nicht unbedingt massenweise und die können gegebenenfalls auch durch eigene Magiewirker gekontert werden. Da normale Schußwaffen auch unbekannt oder nahezu unbekannt sind, spricht nichts gegen klassische hohe Mauern etc.
Eher interessant sind da besondere Bauformen, die verstärkt auch gegen Angriffe aus der Luft schützen.

DSA
Nun, richtige Schwarzpulverwaffen gibt es nicht, wohl aber teils deren Äquivalent auf Torsionsbasis. Und zumindest bei den Personenwaffen scheinen die schon recht wirksam zu sein. Das spricht meiner Meinung nach dafür, dass es in den entsprechend fortschrittlichen Bereichen (Horasreich, einige Gegenden des Mittelreichs) auch eher gedrungene Festungen gibt, mit vielen Abwehrwaffen und überlappenden Feuerlinien.
Magier und dergleichen haben aber im Normalfall nicht unbedingt das Handwerkszeug um meterdicke Mauern zu zerdeppern und wenn sie es haben, dann meist mit einer sehr geringen Reichweite. Am ehesten interssant dürften da noch Beschwörungen sein - ein Erz-Djinn mag schonmal eine Mauern einstürzen lassen können und ich meine mich zu erinnern, dass es auch Dämonen gibt die so massiv und stark sind, dass sie sich als Belagerungsgerät qualifizieren (wobei hilfreich sein dürfte, dass Dämonen in dieser Welt meist immun oder stark resistent gegen mundane Waffen sind).

The Witcher
Einigen wenigen sind zwar Schwarzpulver und dergleichen bekannt, aber es wird wenn, dann für Bomben verwandt und nicht für Musketen und Kanonen. Zauberer (und Zauberinnen) sind potentiell sehr mächtig und deren Einsatz im Krieg ist nicht unüblich. Allerdings scheint es so, dass man Befestigungen eher durch kostspielige Verzauberungen usw. resistent gegen Zauberer macht und weniger durch die allgemeine Bauform. Zudem sind Zauberer relativ rar und wirklich mächtige Zauberer umso mehr. Dementsprechend werden viele Schlachten und Belagerungen ohne nennenswerte Beteiligung von Zauberern ausgefochten.
Allgemein scheint es eher in die Höhe gebaute Befestigungen zu geben und herkömmliche Methoden wie Sturmleitern, Belagerungstürme und Artillerie in Form von Katapult, Tribok, Ballista geben meist den Ton an.

Lichtschwerttänzer:
Festungen spiegeln die technischen, ökonomischen und sozialen  Möglichkeiten und Ansprüche ihrer Zeit wieder.

Repetierarmbrüste und Ballisten sind kein Kanonenersatz.

https://en.wikipedia.org/wiki/Star_fort

Holothuroid:
Du müsstest vielleicht besser beschreiben, was jetzt "Fantasy" bedeutet. Ich fand z.B. den Gedanken ganz nett, dass Flugzauber über Wasser nicht funktionieren. Kriegen also alle Festungen breite Wassergräben.

Wenn Teleports einen Zielkreis brauchen, kann man überlegen, wie man den Ankunftsraum gestaltet. Vorzugsweise wahrschienlich mit ner Balustrade um Sachen auf ungebetene Ankömmlinge zu werfen.

Also solange jedenfalls nicht klar, was Magie kann und nicht kann, ist die Bewertung schwierig. Wenn man von D&D ausgeht, ist die einzig sinnvolle Festung jedenfalls eine, die mehr Magie auffahren kann, als die Angreifer. Zumal sowas wie Teleport-Sperren einen höheren Grad haben als Teleports.

Arldwulf:
Erstmal muss man definieren welchen Zweck eine Festung hat. Und in Fantasywelten ist dabei zumeist eigentlich weniger der Magier das Problem als der Oger. Oder die Orkbande. Es ist leicht dieses Thema nur aus Spielersicht zu betrachten und sich zu überlegen "wie kommt man rein" - wozu es als hochstufige Abenteurer natürlich immer Mittel geben wird.

Doch die meisten Festungen werden eben nicht für solche Zwecke gebaut, sondern um die Bewohner eines bestimmten Gebiets zu beschützen vor deren "alltäglichen" Gefahren.

Gerade Fluchtburgen dürften in einer Welt mit marodierenden Halbmenschenkreaturen und jeder Menge sonstiger Monster ein sehr häufiger Zweck sein.

Gegenüber solchen Gegnern hat eine "modernere", weitgehend im Boden versenkte Festungsanlage aber eher Nach- als Vorteile, da sie für die Flucht aus dem Dorf schlechter geeignet ist und auch schlechter geeignet ist z.B. mit relativ einfachen Mitteln zurückzuschlagen (Bogenschützen auf der Mauer) oder die Angreifer zu attackieren.

Auch die Reichweite ist ein wichtiger Faktor, in den meisten Fantasywelten und Regelwerken sind die meisten Zauber durchaus mit einer Reichweite versehen die unterhalb der Reichweite von Bogenschützen und dergleichen liegt. Das ist schon noch ein Unterschied zu einer Festung die mit Artillerie attackiert wird - und bei der dementsprechend viele Elemente mittelalterlicher Burgen wegfallen konnten.

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