Das Tanelorn spielt > Albtraum in Norwegen

Irgendwo in IRLAND

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Joran:
Clive

Fast bin ich geneigt, lauthals zu lachen.

"Welche Wandlung soll ich denn jetzt noch vollziehen? Ich glaube, ihr kommt ein wenig zu spät ...

Das ganze hört sich eher nach einer rituellen Opferung an, gekleidet in schöne Worte."

Ich denke an den Trümmerhaufen, der am Ende dieses Tages von meinem Leben übrig geblieben ist.

"Matilde ist fort ... mit oder ohne Marie ... ich weiß es nicht. Vielleicht ist sie Paul gefolgt, vielleicht wurde sie von Rick verschleppt. All meine Pläne für die Zukunft liegen endgültig in Scherben.

Mir läuft die Zeit davon. Der Herzanfall hat mir das deutlich gezeigt. Niemand weiß, wieviel Zeit mir bleibt, aber die mir auf Erden verbleibenden Tage sind gezählt. Die Nornen haben meinen Faden längst zuende gesponnen. Skuld fordert nun den kleinen Rest des der Vergangenheit Geschuldeten ein. Ich werde keine Zeit mehr haben, einen neuen Erben ausfindig zu machen, dem ich IHN und alles andere anvertrauen könnte. Ich werde keine Zeit mehr haben, Antworten auf meine Fragen zu finden.

Mein Haus ist nicht mehr sicher. Das ganze Dorf ist nicht mehr sicher. Die Menschen beginnen sich zu verändern."

Ich betrachte eine Weile Ayana, blicke nochmals in ihre dunklen Augen, und versuche sie zu ergründen.

"Vielleicht gilt es nur noch, den letzten Weg zu wählen, den ich beschreiten will?

Will ich erneut davonlaufen? Für wie lange?

Will ich hier kämpfen? Alleine mit Ove? Mit Braddock, den ich überhaupt nicht kenne und nicht vertraue? Soll ich die Menschen in meinem Dorf der Gefahr aussetzen?

Oder will ich dem allen selbst ein Ende setzen? Die Zügel zumindest im letzten Moment in den eigenen Händen halten .... all diese Menschen unter mein Dach laden ... und mit mir den Flammen überantworten? Ein letzter Tanz im Feuerschein? Feuer mit Feuer bekämpfen! Den Kreis schließen!"

Plötzlich reißt eine neue Stimme mich aus meinen Gedanken. Ein hühnenhafter Fremder steht im Salon und hat die Blicke aller Anwesenden auf sich gezogen. Er scheint unser Gespräch schon eine Weile zu verfolgen ...

"Verflucht, ist mein Haus denn ein Taubenschlag, dass heute jeder meint, er könne es ohne Einladung betreten?", entfährt es mir zornig.

"Wer sind Sie und was suchen Sie hier?"

Der Läuterer:
"Auch ich habe dem Auserwählten meine Aufwartung gemacht, habe ihm gehuldigt, wie es angebracht ist und ihm ein Geschenk dargeboten, wie es geschrieben steht. Er hat mein Geschenk angenommen, womit der Pakt geschlossen wurde und er hat mich hier in sein Haus geführt, so dass ich ihm weiter huldigen darf und ihn auf seine Reise vorbereiten werde."

Der Mann streckt seinen Rücken durch und richtet sich zu seiner vollen, imposanten Grösse auf. "Mein Name ist William Collins und der Auserwählte ist OVE EKLUND. Sie Sir, Sie sind nur ein Scharlatan."

Joran:
Clive

Ich werde langsam zornig, bremse mich aber mit Rücksicht auf meine Verfassung. Mit ruhiger, aber fester Stimme erkläre ich dem Hünen:

"Ich habe immer von mir gewiesen, ein 'Auserwählter' zu sein! Es entspricht wohl kaum der Beschreibung eines Scharlatans, dass dieser vehement Fähigkeiten oder Eigenschaften von sich weist, die ihm dritte zuschreiben.

Sie vergessen sich in Ihrer Wortwahl, mein Herr! Und Sie vergessen, wo Sie sich befinden: in meinem Haus, in meinem Salon ... ungeladen ... ohne sich vorzustellen.

Ich bin geneigt, Sie von meinem Besitz zu jagen, ... Mr. Collins, wie ich vermute."

Dann rufe ich nach Luni, der sich im Flur befinden muss.

Der Läuterer:
"Sir, Ihr Hund wird nicht kommen. Sie haben ihn ausgesperrt, zusammen mit den anderen Hunden."

"Und noch eins... Das ist nicht ihr Haus, Sir. Also spielen Sie sich nicht so auf. Dies ist der Besitz von Herrn Eklund, dem wahren Auserwählten."

Joran:
Clive

"Wie konnte er Luni so einfach aussperren?"

Ich erhebe mich aus meinem Sessel und wende mich dem Hünen zu.

"Ihr anmaßendes Benehmen gefällt mir ganz und garnicht!", sage ich nun bestimmter. "Woher wollen Sie wissen, wem dieses Haus gehört? Seien Sie versichert, Sie befinden sich auf MEINEM Grund und Eigentum!

Packen Sie sich ... aber schnell, bevor ich wirklich ärgerlich werde!"

Ohne mich umzudrehen setze ich an alle gerichtet hinzu:

"Wer immer hier irgendeinen Pakt schließen will, ohne sich vorher zu erklären, sollte seine Geschenke schnellstens einpacken und seine Füße in die Hand nehmen!"

Ich fasse meinen Stock fester ... meinen alten Gehstock, nicht den der Zwillinge. Aber ich weiß, dass meine Möglichkeiten begrenzt sind. Ove und ich alleine gegen fünf Fremde ist kein gutes Zahlenverhältnis.

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