Das Tanelorn spielt > Albtraum in Norwegen

Irgendwo in IRLAND

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Joran:
Clive

"Ja", sage ich leise. Nicht mehr.

Ich bin nicht überrascht.

Ich schicke sie nicht fort.

Ich schließe die Augen und horche in die Dunkelheit.

Ich versuche ihren Duft einzufangen.

Der Läuterer:
Die Frau hat eine Art Zeremonien Kopfschmuck angelegt
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und ihre Haut glänzt im fahlen Mondschein, als habe sie sich frisch eingeölt. Es riecht nach frischen Gräsern und nach Sandelholz.

Seltsame Tiermenschen, allesamt mit den Köpfen afrikanischer Tiere, tanzen vor Deinen Augen und Du hörst das Schlagen afrikanischer Trommeln.
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Ein leichter Brandgeruch liegt in der Luft. Zwischen das rhythmische Trommeln mischt sich das Knistern des brennenden Holzes.

"Was begehrst Du, Doktor?"
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"Was ist Dein Begehr?"

Joran:
Clive

"Was ist mein Begehr? ... Was für eine Frage! ... Die Zeit um vierzig Jahre zurückdrehen können? ... IHR Leben im Kongo gerettet zu haben? ... Ein anderes Leben gelebt zu haben, ein glückliches Leben, ohne das Meer in meinem Kopf, ohne die Patrone in meiner Tasche? ... Die frühere Matilde an meiner Seite zu haben, stark und ungebrochen? ... Ich weiß es nicht! Und das alles KANN NICHT SEIN!" Ich spüre, wie eine Träne an meiner Schläfe herabrinnt.

Ich atme tief ein und sauge den Geruch von Gras und Sandelholz in meine Lungen. Es ist zwar kein Zedernholz, aber es erinnert mich doch an meine Kindheit in Main. "Ich war so lange nicht mehr dort." Ich stelle mir vor, wie die vertrauten Bäume, in denen ich als Kind kletterte, heute wohl aussehen ...

Der Duft ist betäubend und sinnlich zugleich. Er verspricht Vergessen und Geborgenheit. Als wäre alles andere in diesem Augenblick gänzlich bedeutungslos im Vergleich zu einem Moment des Glücks. Ich erinnere mich an den Moment mit Emma. Ich erahne ihre geschmeidigen Bewegungen. Ich spüre, wie mein Körper sich nach der Nähe dieser Frau sehnt, nach ihrer Wärme, nach ihrer Lebendigkeit.

Aber ich bin, wer ich bin ... wer ich immer war. Nicht ohne Bedauern formen meine Lippe daher flüsternd die Worte:

"Ich begehre eine Freundin ... eine Gefährtin ... eine Vertraute. Ich begehre einen Menschen, in dessen Hände ich vertrauensvoll legen kann, was ich niemandem anzuvertrauen wage. Ich begehre einen Seelenverwandten, der aus freien Stücken bereit ist, mein Schicksal zu teilen. ... Vielleicht könntest Du ein solcher Mensch sein. Du bist stark.

Aber ja, ich begehre auch Dich!", gestehe ich. Erneut atme ich ihren verheißungsvollen Duft. "Aber ... sieh mich doch an! Ich bin gebrochen, alt und krank. Ich vermute, Du selbst bist das Geschenk, das Du mir überbringen sollst. Karim brachte ... eine Flöte? Die Zwillinge brachten einen Stab. Und Du brachtest ... Dich? Warum sonst solltest Du jetzt hier bei mir liegen?"

Ich streiche ihr sanft über die Wange.

"Kein Mensch sollte das Geschenk des einen für einen anderen Menschen sein. Ich habe derartiges mit ansehen müssen. Und es verfolgt mich. Ich würde mir das morgen nicht verzeihen.

Und ich will auch keinen Pakt schließen, dessen Inhalt ich nicht kenne.

Vergiss nicht: Du hast versprochen, mir und keinem anderen zu dienen, solange Du mein Gast bist", flüstere ich unverändert sanft. "Und warum bist Du nun hier in meinem Bett? In wessen Namen liegst Du hier bei mir?"

Der Läuterer:
"Was würdest Du an Deinem Leben ändern wollen, Doktor, wenn Du etwas ungeschehen machen könntest. Aber überleg Dir gut, was Du Dir wünschst." Der letzte Satz entweicht ihrem Mund schärfer und schneidender als ihre Sätze zuvor.

Der Läuterer:
Ove

Du liegst auf dem Bett und starrst in die Dunkelheit an der Decke. Die Finsternis ist total und noch immer prasselt der Regen auf das Dach.
Neben Dir liegt Kristine. Sie war erstaunlich ruhig nach den Worten von Clive. Aber vielleicht ist es nur die Schockstarre im Angesicht des Schreckens.
Wie lange liegst Du nun bereits wach? Stunden? Oder nur wenige Minuten? Vielleicht Jahre?
Dein Gehirn arbeitet. Fragen um Fragen jagen nach Antworten, doch alles löst sich in Seifenblasen auf und hinter der Finsternis wartet ruhig die Fratze des Grauens.

"Was wird nun werden?" Kristine's klare Stimme schneidet durch die Stille. "Wir können nicht immer fliehen, Ove, das weisst Du. Dieses Es holt uns immer wieder ein, nicht wahr?" Die Bettdecke bewegt sich leicht.

"Ich werde bei Dir bleiben, egal was geschieht. Unser beider Schicksal scheint eng mit dem des Doktors verbunden zu sein. Vielleicht auch mit dem von Fräulein Matilde."

Kristine deht sich zu Dir um und das Bett knarzt. "Wo ist sie eigentlich? Ich habe sie heute Abend weder gesehen noch gehört?"

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