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Horror-Settings und Fiktion

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Der Läuterer:
Nichts gegen Deine Einstellung dazu...
In meiner Anfangszeit ging es beim AD&D nur ums Dungeon Crawl und ums Monster Bashing.
Das empfanden wir jahrelang als absolut super. Und es verlor nie seinen Reiz oder wurde langweilig.

rillenmanni:

--- Zitat von: Chiarina am  4.09.2016 | 20:22 ---Danke für den Hinweis. Vielleicht hast du Recht und Horror ist einfach kein allzu guter Begriff für das, was mir Spaß macht. Muss ich nochmal drüber nachdenken.

--- Ende Zitat ---

Das dachte ich auch beim Lesen Deines Eingangsbeitrags. Andererseits ist die Definition von Horror eine, über die sich schon trefflich im Literaturbetrieb gestritten wurde. Da müssen wir hier eigtl nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden. Hast Du denn irgendwo eine Definition von Horror in der Schublade (des Internets, des heimischen Bücherregals etc), die für Dich eine maßgebliche sein soll und die daher eine Basis für Deine Diskussionspunkte sein kann?

Aber im Eingangsbeitrag schreibst Du ja auch zu Punkt 3: "Es wird auf einen Mythos und überhaupt auf Fantastisches verzichtet, denn die (mögliche) Realität ist bereits Horror genug." Lässt Du dabei denn noch Raum für (mögliche) Technologie? Oder ist das auch "Fantastisches", sobald sich feststellen lässt, dass zB das Berserker-Gas, das größere Gruppen rasend und schmerzunempfindlich machen kann, noch nicht erfunden wurde?

Ich habe für Dich nur einen Rollo-Vorschlag, der aber gewiss nicht rein genug für Kategorie 3 ist. Das einzige übernatürliche Element aber, welches das Spiel benötigt, ist die Prämisse, dass alle Spieler Geister spielen. :) Der Rest liegt allein in der Macht der Spielenden, und ganz leicht können weitere übernatürliche Elemente vorab per gemeinsamem Beschluss ausgeschlossen werden. Ich zitiere mal aus einer Vorstellung des Systems, die Tanelorn-Dom vor vielen Jahren für unseren ersten echten Metstübchen-Con im Jahre 2008 angefertigt hat:

Wir spielen die Geister Gestorbener. Alle Spieler starten ohne Wissen über Charakter, der ergibt sich im Laufe des Spiels von alleine; denn eines verbindet die Geister: Der Tod. Die Geister erinnern sich, was passiert ist, warum sie gestorben sind. Am Ende werden wir sehen, wessen Erinnerungen am wenigsten getrübt waren, welche Widersprüche es gibt und wir finden vielleicht auch heraus, was wirklich passiert ist. Die Geister werden erlöst, oder sie sind verdammt, auf Ewig zu spuken.

Das System: Ohne Würfel, ohne Charakterbogen, nur mit 6 Chips pro Person. Ein intensives Erzählspiel um Tod und getrübte Erinnerungen, bei dem die Spieler der Reihe nach dran sind und erzählen. Wer Widersprüche erzählt, bekommt schwarze Chips. Wer Widersprüche auflöst, bekommt weiße Chips. Das Spiel endet ein paar Runden, nachdem alle mindestens einen weißen Chip bekommen haben.

Shades ist ein Rollenspiel aus Holland; es ist nur in einer Test-Version als PDF verfügbar.

Shades ist ein kostenfrei und liegt bei mir auf dem Rechner. Leider habe ich spontan keinen Link mehr gefunden, 50 Shades of Grey übertüncht hier alles. :)

rillenmanni:
(Oh je! War das jetzt mal wieder so schrecklich?)

Chiarina:
Ach nein, tut mir leid! Irgendwie habe ich´s gelesen und es war zu spät für eine Antwort und dann habe ich nicht mehr dran gedacht.

Ich finde diese Begriffsdefinitionen hier im Tanelorn gerade etwas ermüdend. Obwohl ich eingesehen habe, dass das mit dem Begriff Horror hier so eine Sache ist, hatte ich keine Lust, hier jetzt nach wasserdichten Definitionen zu suchen. Aber du klingst so, als hättest du da durchaus auch Verständnis und das fand ich erstmal gut.

Technik am Rande zur Fiktion... ja... kann ich mir vorstellen. Die ganze Sache ist bei mir sowieso fließend. Ich könnte keine präzise Grenze nennen, bei deren Überschreiten es dann automatisch mit der entsprechenden Stimmung vorbei wäre. Generell betrifft es wohl in stärkerem Maße klischeehafte Monster. Ich finde die Beobachtung, dass das Spiel im Hier-und-Jetzt diese Gefahr für mich nicht in sich birgt, trotzdem ganz interessant.

Shades klingt ganz gut. Muss ich mal ausprobieren.

rillenmanni:
Ja, eine wasserdichte Definition zu finden ist ja auch kaum möglich. Ich habe ein Regal voll Horror-Meta hier (leicht übertrieben), und dort gibt es freilich unterschiedliche Vorstellungen von "Horror".  Trotzdem ist jedes einzelne Werk interessant. So wie auch die von Dir angestoßene Diskussion sehr interessant werden kann, solange man sich nicht über die "wahre" Definition von Horror streitet. Daher fragte ich ja, ob Du für Dich klarmachen kannst, was es für Dich bedeutet. Das könnte man als nicht diskutable Basis nehmen. ... Aber auf eine Weise hast Du das ja tatsächlich durch die Nennung Deiner drei Punkte schon getan. Mit den "Tentakeln" sprichst Du ja sogar einen für die Unterscheidung von, hm, Horror-Stilen wichtigen Punkt an: Du möchtest die Ungewissheit nicht auf dem Altar des Plakativen geopfert wissen. Es mag ja sein, dass klar wird, dass es sich um ein "Wesen" handelt, aber wenn man bis zum Schluss nicht weiß. wie es beschaffen ist, dann ist das für Dein Erleben wertig. Das ergeht vielen so wie Dir. Der Moment, in dem das Wesen gezeigt wird, zerstört alles.

Dein dritter Punkt scheint aber in der Tat Exotisches für unser Hobby zu adressieren: Es gibt dazu bislang ja so gut wie keine Wortmeldung hier. :)

Shades habe ich nun übrigens über die Recherche im Tanelorn wiedergefunden: http://gamingphilosopher.blogspot.de/2005/12/shades-looking-for-playtesters.html

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