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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Sehen => Thema gestartet von: Andropinis am 23.12.2025 | 09:56

Titel: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Andropinis am 23.12.2025 | 09:56
Gestern ist der offizielle Trailer veröffentlicht worden, Mitte nächsten Jahres kommt The Odyssey / Die Odyssee von Christopher Nolan in die Kinos.

Wird ja einiges an Stars aufgeboten: Matt Damon als Odysseus und ansonsten Tom Holland, Anne Hathaway, Charlize Theron, Robert Pattinson, Jon Bernthal, Zendaya...

Die Odyssee 2026 - Offizieller Trailer (https://www.youtube.com/watch?v=q5Jya-8TzRY)

Werde mir das auf jeden Fall im Kino anschauen, Odysseus ist für mich sowas wie der Ursprung meines Interesses des Phantastischen. Die schwarze Rüstung relativ am Anfang sieht ja irgendwie 'sick' aus aber ich hoffe es wird nicht zu kitschig.

(https://m.media-amazon.com/images/M/MV5BN2MyYjk2MWMtODMyZS00MDUyLWE0OGQtOTQ3MGY0MDE0ZjVmXkEyXkFqcGc@._V1_.jpg)

Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Inquisitor_Majoris am 23.12.2025 | 10:17
Bin schon sehr gespannt auf Nolans Interpretation. Ja Agamemnon sieht etwas merkwürdig aus in seinem "Batman" Kostüm, aber in Summe mag ich die düstere Stimmung des Trailers.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.12.2025 | 10:46
Ah, das Batman-Reboot in pseudogriechisch  >;D

Hab mir den Trailer mal angeschaut, und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Alle Klamotten und Rüstungen sind vornehmlich schwarz, edgy und grim.
Und als Dreingabe haben die Mannen aus Ithaka sich für ein skandinavisches Schiffsmodell aus der Zukunft (circa 2000 Jahre nach ihrer Lebzeit) entschieden  ;D

Schade, daß Kubrick nicht mehr lebt, und Homer in gleicher Machart verfilmen kann wie Barry Lyndon. Ganz ehrlich, ich bin diese Machart "alles bitte in düster, abgerissen und schmucklos" inzwischen sowas von leid, da spiele ich lieber nochmal Assassin's Creed Odyssey.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Weltengeist am 23.12.2025 | 11:17
Ganz ehrlich, ich bin diese Machart "alles bitte in düster, abgerissen und schmucklos" inzwischen sowas von leid,

Ich auch. Hab mir aber sagen lassen, dass so die ganzen computergenerierten Effekte viel billiger werden, weil man nicht sehen kann, dass sie gar nicht wirklich stimmen >;D

(Aber davon ab ist dieser Trend zu "dark and dirty" auch bei anderen Sachen nicht so meins. Bei Rollenspielprodukten beispielsweise. Wenn ich dreckig-realistische Bilder in einer ungerechten Welt haben will, guck ich Nachrichten.)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.12.2025 | 11:22
Och, ich werde mir den Nolan trotzdem reinziehen, als Regisseur finde ich den nicht schlecht. Nur diese Ästhetikentscheidungen sind inzwischen arg altbacken.

Vor allem, wenn man wie ich das wunderbare Buch von Connolly über die Zeit des Odysseus zu Hause stehen hat, worin man solche Darstellungen findet:

(https://i.pinimg.com/736x/7d/d5/ff/7dd5ff3c6d8436ff5a8174d354020fca--greek-warrior-mycenaean.jpg)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lovecraft am 23.12.2025 | 11:22
Ich finde, das sieht ganz fantastisch aus. Ich finde auch nicht, dass das zu "dark & gritty" aussieht. Neben den sehr dunklen Szenen, hab ich da im Trailer jetzt auch helle und farbenfrohe Szenen gesehen.

Aber ich bin auch Fan von Dark & Gritty ... nachdem die Medien in meiner Bubble in den letzten 20 Jahren immer "heller" und "fröhlicher" und möglichst "witzig" wurden, finde ich den neuen Weg gerade sehr viel erfrischender.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.12.2025 | 11:29
Ich hoffe ja, dass anders als bei Emmerichs Troja hier das Wirken der Götter nicht völlig aus dem Plot entfernt wurde. Das machte für mich schon immer sehr den Reiz bei Homer aus, dass da mächtige übernatürliche Schachspieler die Helden herumschieben.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: HEXer am 23.12.2025 | 11:44
Naja, ist halt die Frage, ob Nolan Geschichte oder die Geschichte verfilmen wollte. Die Odyssee war ja noch nie so richtig historisch korrekt (jedenfalls, was die Zeit in der sie spielt angeht). Aufbauend ist die Odyssee ja über lange Strecken nicht, von da her kann ich damit leben, auch wenn ich nicht so ein Grim&Gritty Fan bin.


Über Emmerichs Troja reden wir lieber nicht...  :o
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.12.2025 | 11:47
Jo, als Mythos kann man das ja durchaus ästhetisch darstellen, wie man will.

Aber (mal abgesehen von meinen geschmacklichen Präferenzen): es ist ja nicht so, dass es momentan zu wenige Verfilmungen in diesem optischen Stil gäbe.
Es gibt eigentlich NUR die Schlamm-und-Leder-Ästhetik, und sonst gar nichts, wenn man mal von sehr wenigen Ausnahmen absieht (The Northman z.B.).
Und das finde ich sehr schade.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Andropinis am 23.12.2025 | 11:48
Vor allem, wenn man wie ich das wunderbare Buch von Connolly über die Zeit des Odysseus zu Hause stehen hat, worin man solche Darstellungen findet:
...

Die sollen mal einen Film machen, wo alle eine Dendra Rüstung tragen. Dann braucht man auch keine Darsteller mit Six-Pack usw.  ;D

Habe von Conolly "Hannibal und die Feinde Roms", das war als Kind eins meiner Lieblingsbücher. Steht immer noch bei mir im Regal.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.12.2025 | 11:48
Ich bin jederzeit bereit, jeden Thread hier im Forum zu kapern und einen Connolly-Huldigungsthread daraus zu machen!  :headbang: :headbang: :headbang:

Übrigens klingt für mich das hier schon mal sehr gut:

Zitat
Anders als bei Wolfgang Petersens Troja wird die mystische Komponente bei Nolan wohl nicht wegfallen und auch die griechischen Götter ins Spiel kommen. Wichtige Stationen, die Odysseus in der Vorlage mit seiner Schiffscrew auf dem Heimweg überstehen muss, sind folgende:

Auf der Insel der Lotophagen essen einige von Odysseus Gefährten von einer Frucht des Vergessens, wollen nicht mehr heim und müssen gewaltsam aufs Schiff zurückgebracht werden.
Auf der Ziegeninsel legt sich Odysseus Mannschaft mit dem einäugigen, menschenfressenden Zyklopen Polyphemus an und auch auf Telepylos treffen sie weitere kannibalistische Riesen.
Auf der Insel Aiaia verwandelt die Zauberin Kirke die Hälfte von Odysseus Männern in Schweine.
Als sie die Insel der Sirenen passieren, lässt Odysseus sich an den Schiffsmast fesseln, um ihrem Gesang zu lauschen, ohne den Fabelwesen zu verfallen.
Nahe einem Meeresstrudel treffen die Reisenden auf zwei Seeungeheuer: die blutrünstige, sechsköpfige Skylla und Charybdis, das als gestaltloses Ungeheuer häufig als Mahlstrom-Strudel dargestellt wurde.
Bei der Nymphe Kalypso auf der Insel Ogygia sitzt Odysseus sieben Jahre als ihr Liebhaber fest.
Endlich daheim in Ithaka, wo Anwärter um die Hand seiner Ehefrau Penelope werben, verkleidet sich Odysseus als Bettler trifft seinen Sohn Telemachos und besteht den Test, einen Pfeil durch 12 Axtköpfe zu schießen, bevor er seine Identität preisgibt und sich blutig den Verehrern widmet.

(https://www.moviepilot.de/news/christopher-nolan-verfilmt-die-odyssee-abenteuer-epos-start-besetzung-dreh-technik-trailer-bilder-1152230)

Yeah!!!

Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: HEXer am 23.12.2025 | 12:03
Mensch, jetzt hast du den Plot gespoilert!
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Kurna am 23.12.2025 | 12:15
Du meinst, der ist nicht mit einem Eisberg zusammengestoßen und untergegangen?  :o
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: HEXer am 23.12.2025 | 12:18
Nein, es ist ja nicht Odyssey: Episode 7.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: ghoul am 23.12.2025 | 12:20
Ich finde es reizvoll, dass die Space Odyssey in die Antike zurückversetzt wird. Aber wenn der Monolith nicht vorkommt, werde ich enttäuscht sein ob der Quellenmissachtung!
 ~;D
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Vinter am 23.12.2025 | 12:47
Ich bin jederzeit bereit, jeden Thread hier im Forum zu kapern und einen Connolly-Huldigungsthread daraus zu machen!  :headbang: :headbang: :headbang:

Übrigens klingt für mich das hier schon mal sehr gut:
 
(https://www.moviepilot.de/news/christopher-nolan-verfilmt-die-odyssee-abenteuer-epos-start-besetzung-dreh-technik-trailer-bilder-1152230)

Yeah!!!
Im Trailer kann man ja für einige kurze Momente mystische Elemente erkennen. Der Zyklop ist drin und irgendwelche untoten Krieger. Odysseus blickt auch in einer Szene ziemlich ehrfürchtig nach oben, scheint was Großes zu kommen. Als ursprünglicher Fan von dark und edgy sind mir die Trailerbilder allerdings auch etwas drüber. Andererseits, ist halt Nolan...und am Ende sieht Nolan eben aus wie Nolan. Das ist ja nichts Schlechtes.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Andropinis am 24.12.2025 | 21:05
Die sollen mal einen Film machen, wo alle eine Dendra Rüstung tragen. Dann braucht man auch keine Darsteller mit Six-Pack usw.  ;D

Es hat tasächlich jemand mit KI den Trailer geändert und die Rüstungen angepasst.  ~;D

https://www.youtube.com/watch?v=aM-TuFkUXEA
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Raven Nash am 25.12.2025 | 08:18
Mein Hauptproblem ist ja, dass sie mysteriöserweise mal wieder in EISEN rumlaufen, statt in Bronze.
Andererseits hätte das Publikum einen Glockenharnisch wohl auch nicht goutiert.  ~;D
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: HEXer am 25.12.2025 | 09:17
Es hat tasächlich jemand mit KI den Trailer geändert und die Rüstungen angepasst.  ~;D

https://www.youtube.com/watch?v=aM-TuFkUXEA (https://www.youtube.com/watch?v=aM-TuFkUXEA)


Kein Wunder, dass der Krieg zehn Jahre dauerte. Dem Trailer nach müssen sie mindestens 9 Jahre lang nur die Rüstung poliert haben.


Leute, es ist ein Hollywood Actionfilm über einen Mythos, dessen historische Basis schon beim Aufschreiben hunderte Jahre alt war.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Weltengeist am 25.12.2025 | 09:39
Leute, es ist ein Hollywood Actionfilm über einen Mythos, dessen historische Basis schon beim Aufschreiben hunderte Jahre alt war.

Wir sollten unbedingt mal bei jedem Superheldenfilm reinschreiben, warum der unrealistisch ist ~;D
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Andropinis am 25.12.2025 | 10:16

Kein Wunder, dass der Krieg zehn Jahre dauerte. Dem Trailer nach müssen sie mindestens 9 Jahre lang nur die Rüstung poliert haben.

Leute, es ist ein Hollywood Actionfilm über einen Mythos, dessen historische Basis schon beim Aufschreiben hunderte Jahre alt war.

Und ich habe mich schon gefragt, warum im Trojanischen Pferd (Originaltrailer) auch ein Ost-Asiate mit am Start ist.  ;D

Im KI Trailer hat man auch die Schiffe in Triremen geändert, habe ich später erst bemerkt.

Wie auch immer, werde ihn mir auf jeden Fall ansehen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: AndreJ am 25.12.2025 | 10:27
Wir sollten unbedingt mal bei jedem Superheldenfilm reinschreiben, warum der unrealistisch ist ~;D

Die Antwort dürfte in den meisten fällen identisch sein: Physik
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Chaos am 25.12.2025 | 10:36
Die für mich entscheidende Frage ist nicht "Ist die Verfilmung realistisch?", auch wenn mir authentische Schiffe und Waffen und Rüstungen aus der Bronzezeit doch lieber wären als anachronistische aus der klassischen Periode. Für mich ist entscheidend, wie nah die Verfilmung am Original dran ist.

Nehmen wir "Troja" als Beispiel. Als Film über einen Konflikt in der späten Bronzezeit, der als Inspiration für den trojanischen Zyklus gedient haben könnte, war es recht brauchbar. Aber als Verfilmung der Ilias (oder des trojanischen Zyklus insgesamt) war es eine Katastrophe.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Aedin Madasohn am 25.12.2025 | 13:39
Vor allem, wenn man wie ich das wunderbare Buch von Connolly über die Zeit des Odysseus zu Hause stehen hat, worin man solche Darstellungen findet:

(https://i.pinimg.com/736x/7d/d5/ff/7dd5ff3c6d8436ff5a8174d354020fca--greek-warrior-mycenaean.jpg)


Für mich ist entscheidend, wie nah ... am Original dran ist.


Odysseus hat keine Hörner am Helm

Argamemnon trägt hingegen den Helm des Gehörnten

Penelope vs Klytaimnestra  >;D
easteregg Connollys oder so passiert?

der geänderte Trailer ist wirklich  :o :o :o :o :o
ab wann kann man sich dann komplette Filme redressen, wenn die Kostüme persönliche Zahnschmerzen auslösen?
(etwa Ducktrooper zurück in classic Stormtrooper converten)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Runenstahl am 25.12.2025 | 14:22
Nehmen wir "Troja" als Beispiel. Als Film über einen Konflikt in der späten Bronzezeit, der als Inspiration für den trojanischen Zyklus gedient haben könnte, war es recht brauchbar. Aber als Verfilmung der Ilias (oder des trojanischen Zyklus insgesamt) war es eine Katastrophe.

Du hättest also lieber Kriegsgötter wie Ares die sich als Menschen getarnt unter die Kämpfenden mischen. Und wenn sie dann von einem Menschen verletzt werden, so ticken sie nicht aus und richten ein Gemetzel an, sondern laufen zu Papa Zeus und brechen wie 5 Jährige vor ihm zusammen um sich über die Menschen zu beschweren ? Also ich kann schon damit leben das man diese Stellen weggelassen hat.

Und das "Helden" wie Hektor erstmal vor einem Duell weglaufen und dabei mehrmals die komplette Stadt umrunden, am besten noch zur klassischen Benny Hill Musik... nun das kann man sicherlich machen, ist dann aber halt ein ganz anderes Genre.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 25.12.2025 | 17:38
Ich hoffe ja, dass anders als bei Emmerichs Troja hier das Wirken der Götter nicht völlig aus dem Plot entfernt wurde. Das machte für mich schon immer sehr den Reiz bei Homer aus, dass da mächtige übernatürliche Schachspieler die Helden herumschieben.
Ich fand das eine der besseren Ideen in Petersens Film, dass die Götter nur indirekt wirkten. Das andere hatten wir doch schon: etwa in Clash of the Titans (1981), und da war das direkte Auftreten der Olympier auch nicht ganz so prickelnd - obwohl, Ursula Andress als Aphrodite war schon ganz ok.
Der Trailer ist jedenfalls ganz nice und Nolan scheint auch Fantasy-Elemente (etwa Polyphem) aus der Vorlage eingearbeitet zu haben. Die schwarze Bronzerüstung ist vermutlich eine Einzelanfertigung (für einen König?). Aber schon seltsam, was die auf einmal alle mit Odysseus haben.

(https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgCjo9bjdclor93L32-2eWn77AxTOwLKi2DrRTXZoJ8bjkyY_CbLNgficoyj6PvAFQ_hzQCTPNHzjTJpJauzIrdC0yQBB_Hz1bRT-J1y2mpUtBH7DnJwStMySt6JGZ_si2hyphenhyphenUcC/s1600/clash-of-the-titans_2.jpg)
Das kommt jetzt zwar ein wenig überraschend, aber Zeus ist offenbar ein eingefleischter Disco-Fan.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Feuersänger am 25.12.2025 | 18:25
Neue Screenshots geleakt! Noch nie dagewesene Tricktechnik!

(https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!IURD!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fbucketeer-e05bbc84-baa3-437e-9518-adb32be77984.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe1d79be2-f6f5-4650-b4ca-a0677696d75c_600x507.jpeg)

Spaß beiseite -- ich finde Nolan sowieso dermaßen overrated, für mich ist der Name mittlerweile Grund genug, einen Film aktiv zu vermeiden. Der Typ halt EINMAL EINEN (1) guten Film gemacht, und ansonsten halt nichtssagende Dutzendware oder völligen Rotz, darauf fall ich nicht nochmal rein.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Menthir am 25.12.2025 | 18:39
Ich freue mich tatsächlich auf den Film. Wenn Nolan seine klassische Erzähltechnik anwendet, finde ich die Odyssee über Gebühr dafür geeignet.
Die Technik dreht sich hauptsächlich um die komplexen, nicht-linearen Erzählstrukturen Nolans, der oft mit verschachtelten Handlungen, Rückblenden und überraschenden Wendungen arbeitet, um die Wahrnehmung des Zuschauers zu beeinflussen und Themen wie Realität vs. Fiktion, Zeit und Gedächtnis zu erforschen.

Diese Themen sind in der Odyssee besonders kräftig vertreten und regen zur strukturellen Analyse an. Ebenso spannend wird die Rolle von Penelope und den Freiern als Spiegel der zeitlichen Erzählung.

Ich bin also mehr als gespannt, wie sich das entwickelt und wie das erzählt wird. Persönlich schätze ich die Erzählungen Nolans allerdings auch. :)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 25.12.2025 | 20:09
... Spaß beiseite -- ich finde Nolan sowieso dermaßen overrated, für mich ist der Name mittlerweile Grund genug, einen Film aktiv zu vermeiden. Der Typ halt EINMAL EINEN (1) guten Film gemacht, und ansonsten halt nichtssagende Dutzendware oder völligen Rotz, darauf fall ich nicht nochmal rein.
Nolan wird ganz sicher überschätzt, genau wie Tarrantino, aber was andere (Fans, Kritiker, etc ...) aus seinen Filmen machen, dafür kann er ja am Ende nichts. An echten Rotz kann ich mich spontan nicht erinnern, aber ich habe auch nicht alles gesehen. Seine Filme hinterlassen zumindest immer einen ästhetisch angenehmen Eindruck, aber da wird dann auch häufig mehr an bedeutungsschwangerer Substanz hinein interpretiert, als am Ende tatsächlich vorhanden ist.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Ainor am 25.12.2025 | 20:50
Was heisst überschätzt? Man kann einfach auf IMDB nachschauen und sehen dass er jede Menge extrem gut bewertete Filme hat, während andere bekannte Regisseure keinen einzigen zustande gebracht haben.

Klar, jeder hat seinen eigenen Geschmack, aber sehr viele Leute scheinen seine Filme extrem gut zu finden.
Ganz ok wird der Film schon werden, aber die Erwartungen dürften recht hoch sein.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Feuersänger am 26.12.2025 | 02:26
Genau den Umstand, dass diese Filme so gut bewertet sind, meine ich mit überschätzt.  >;D
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Andropinis am 26.12.2025 | 08:43
Also gerade Oppenheimer fand ich sehr gut, sowas wie Tenet, Interstellar, Inception usw. kann man sich auf jeden Fall anschauen, auch die Dark Knight Filme. Das ist alles solide Kost; dass er nur einen guten Film hatte, sehe ich so nicht.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Sashael am 26.12.2025 | 08:54
Nolan ist so ein bißchen Hit or Miss bei mir.

Dark Knight, Inception, Oppenheimer - mega!

Dark Knight Rises, Tenet, Interstellar - würg!

Ich schaue einer "Odyssee" von Nolan also mit gemischten Gefühlen entgegen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Johann am 26.12.2025 | 09:16
Ich finde Nolan etwa so gut wie Michael Bay, nur nimmt sich letzterer nicht so verdammt wichtig.

Beide sind technisch gut und liefern sehenswerte Unterhaltung mit großartigen Set Pieces, aber der eine halt mit pompösen philosophischen Kram, der andere mit auf die Spitze getriebenem Americana-Kitsch.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Vinter am 26.12.2025 | 12:14
Völliger Rotz sind die Filme von Nolan sicher nicht. Nur eben nicht immer wirklich gelungen. Ich sehe da seine Filme eher in der Tradition eines Ridley Scotts. Wie Scott ist die visuelle Inszenierung seiner Filme in der Regel überragend. Und wie Scott scheitert Nolan dann aber auch immer wieder an dem gewollt philosophischen Überbau. Nolan presst häufig seine Lieblingsthemen wie Zeit, Wahrnehmung und Gedächtnis mal strukturell, mal inhaltlich und mal beides in seine Verfilmungen. Mal passt es, siehe "Inception", und mal geht es völlig daneben wie in "Tenet". Man muss Nolan Inszenierungsstil nicht mögen, aber nichtsdestotrotz gehört er neben Villeneuve, Fincher, Wes Anderson oder auch den Coen Brüdern und Tarantino zu den visionären Regisseuren unserer Zeit. Einen Michael Bay oder auch Zack Snyder zähle ich da übrigens nicht dazu...
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 26.12.2025 | 15:20
Nolans Filme wirken halt oft recht kühl, sind schon mal unnötig kompliziert und mit relativ wenig Interesse für die Charaktere. Aber ich will auch anführen, dass das natürlich Jammern auf hohem Niveau ist; und es muss auch ziemlich schwer bis unmöglich sein, diesem Dauer-Hype gerecht zu werden.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Ainor am 27.12.2025 | 10:06
Man muss Nolan Inszenierungsstil nicht mögen, aber nichtsdestotrotz gehört er neben Villeneuve, Fincher, Wes Anderson oder auch den Coen Brüdern und Tarantino zu den visionären Regisseuren unserer Zeit. Einen Michael Bay oder auch Zack Snyder zähle ich da übrigens nicht dazu...

Jo. Also Zack Snyder wäre so der erste Name der mir bei "überschätzt" in den Sinn kommt. Relativ bekannt, aber etliche seiner Filme sind eher ein Totalausfall.   
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Andropinis am 5.05.2026 | 18:59
Trailer 2 ist draußen:

DIE ODYSSEE Trailer 2 German (https://www.youtube.com/watch?v=5pLXJ6WkvjI)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 5.05.2026 | 21:08
Ich weiß nicht so recht, irgendwie bin ich bei Street Fighter, MotU und MK mehr gehypt. Nolans Odyssee sieht mir nach nichts aus, was ich im Kino sehen müsste, obwohl sein Name ja für eine gewisse Qualität steht.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: manbehind am 5.05.2026 | 21:09
Ich gespannt und mag die Filme Nolans, die ich bisher gesehen habe :) Falls jemand Lust hat, die Perspektive von deutschen Filmschaffenden auf Nolan kennenzulernen, der kann sich den verlinkten Roundtable (https://indiefilmtalk.de/episodes/99-roundtable-nolans-dream-in-a-dream/) anhören :) So richtig los geht's ab Minute 7:42.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 5.05.2026 | 21:34
Ich ja auch. :) Ich halte z.B. Memento, Batman begins und The Dark Knight für ziemlich gute Filme. Batman begins sogar für den besten Batman Film bisher.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Andropinis am 22.05.2026 | 09:17
Um den Film ist ja mittlerweile ein gewisser Kulturkampf in den USA entbrannt. Helena wird von einer Farbigen verkörpert und die Trans Person Elliot Page spielt auch irgendwo mit.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Mithras am 22.05.2026 | 10:14
Ich mag nicht alles vob Nolan aber The Odyssey ist für mich kein Historienepos sondern Fantasy wie Sinbads 7te Reise oder ähnliches. Daher: eine schwarze Helena von Troja? Mir egal. Hauptsache gute Unterhaltung mit Zyklopen und Sirenen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 22.05.2026 | 10:17
Um den Film ist ja mittlerweile ein gewisser Kulturkampf in den USA entbrannt. Helena wird von einer Farbigen verkörpert und die Trans Person Elliot Page spielt auch irgendwo mit.
Er spielt wohl Achilles.


Ich mag nicht alles vob Nolan aber The Odyssey ist für mich kein Historienepos sondern Fantasy wie Sinbads 7te Reise oder ähnliches. Daher: eine schwarze Helena von Troja? Mir egal. Hauptsache gute Unterhaltung mit Zyklopen und Sirenen.
+1
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Swanosaurus am 22.05.2026 | 10:30
Völliger Rotz sind die Filme von Nolan sicher nicht. Nur eben nicht immer wirklich gelungen. Ich sehe da seine Filme eher in der Tradition eines Ridley Scotts. Wie Scott ist die visuelle Inszenierung seiner Filme in der Regel überragend. Und wie Scott scheitert Nolan dann aber auch immer wieder an dem gewollt philosophischen Überbau. Nolan presst häufig seine Lieblingsthemen wie Zeit, Wahrnehmung und Gedächtnis mal strukturell, mal inhaltlich und mal beides in seine Verfilmungen. Mal passt es, siehe "Inception", und mal geht es völlig daneben wie in "Tenet". Man muss Nolan Inszenierungsstil nicht mögen, aber nichtsdestotrotz gehört er neben Villeneuve, Fincher, Wes Anderson oder auch den Coen Brüdern und Tarantino zu den visionären Regisseuren unserer Zeit. Einen Michael Bay oder auch Zack Snyder zähle ich da übrigens nicht dazu...

Das trifft es wohl ganz gut ... wobei ich Nolan wirklich nicht besonders mag. Seine Batman-Filme haben mich tendenziell geärgert (besonders der dritte tat echt weh und hatte noch dazu eine wirklich abscheuliche Botschaft). Nur Inception hat mir wirklich gefallen, was aber zu einem großen Teil auch Leonardo diCaprios Verdienst war.
Was für mich auch wieder zu Ridley Scott passt: Je nach Geschmack ein paar Volltreffer, aber auch ganz viel Aufgeblasenes und inhaltlich Halbgares, bei dem man das Gefühl hat, die Regissuere seien dem Mythos des eigenen Genies aufgesessen und glaubten jetzt, dass jeder Gedanke, der ihnen kommt, automatisch tiefsinnig und bedeutend sein muss.

Habe trotzdem halbwegs Lust auf den Odyssee-Film, allein schon des Zyklopen wegen, und hoffe, Nolan versucht nicht allzu philosophisch zu werden.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 22.05.2026 | 11:10
Seine Batman-Filme haben mich tendenziell geärgert (besonders der dritte tat echt weh und hatte noch dazu eine wirklich abscheuliche Botschaft).
Spannend.
Ich hab mich nie näher als auf Popcorn-Ebene mit dem dritten Nolan Batman beschäftigt und ich komme nicht drauf.
Was ist hier die Botschaft?

(Ich hoffe dieser kurze Ausflug ist hier erlaubt)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Swanosaurus am 22.05.2026 | 11:18
Spannend.
Ich hab mich nie näher als auf Popcorn-Ebene mit dem dritten Nolan Batman beschäftigt und ich komme nicht drauf.
Was ist hier die Botschaft?

(Ich hoffe dieser kurze Ausflug ist hier erlaubt)

Ich habe ihn auch nur einmal gesehen, als er damals im Kino war, und bekomme es nicht mehr so ganz zusammen ... aber der Kern war doch: Die Bösen hetzen das dumme Volk zu politischen Protesten auf; irgendwelche Milliardäre müssen den ganzen Schlamassel dann unilateral niederschlagen. Klar, ein bisschen davon hat Batman automatisch im Gepäck, aber ich hatte den Eindruck, dass da die autoritären Aspekte der Figur völlig unkritisch hochgedreht wurden und man am Ende mit einer brutalen Law-and-Order-Message dastand.

Vielleicht war's ja auch alles eine kritische Reflektion, aber wenn ja, hat es sich mir nicht erschlossen ... ich weiß jedenfalls noch, wie ich im Kino vor Fremdscham über so viel Dummheit gepaart mit so viel Wichtigtuerei immer tiefer in meinem Sessel versackte.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 22.05.2026 | 11:22
Wenn ich das lese merke ich wieder, wie lange der Film bei mir her ist.
Müsste ich wohl unter diesen Gesichtspunkten nochmal ansehen, interessent  :d


Danke für die Antwort und damit...
 :btt:
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 22.05.2026 | 11:44
Bei der Besetzung mal wieder die üblichen Verdächtigen, was möglicherweise auch ein Grund dafür sein könnte, warum mich zumindest dieser Trailer noch nicht so ganz abholt. Die Schauwerte scheinen zumindest zu passen, also einfach mal abwarten. Und so Dinge wie die Besetzungsentscheidung für Helena, die sicherlich auch Aufmerksamkeit erregen sollte, versuche ich mittlerweile mental weg zu filtern - steigt eh keiner durch, wer da wen und warum für eine Rolle besetzt.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Philipp.Baas am 22.05.2026 | 12:43
Ich habe ihn auch nur einmal gesehen, als er damals im Kino war, und bekomme es nicht mehr so ganz zusammen ... aber der Kern war doch: Die Bösen hetzen das dumme Volk zu politischen Protesten auf; irgendwelche Milliardäre müssen den ganzen Schlamassel dann unilateral niederschlagen. Klar, ein bisschen davon hat Batman automatisch im Gepäck, aber ich hatte den Eindruck, dass da die autoritären Aspekte der Figur völlig unkritisch hochgedreht wurden und man am Ende mit einer brutalen Law-and-Order-Message dastand.

Vielleicht war's ja auch alles eine kritische Reflektion, aber wenn ja, hat es sich mir nicht erschlossen ... ich weiß jedenfalls noch, wie ich im Kino vor Fremdscham über so viel Dummheit gepaart mit so viel Wichtigtuerei immer tiefer in meinem Sessel versackte.

Krass. Ich habe den ganz anders gelesen. Batman ist ein Sinnbild für Hybris. Nicht nur hat er sich psychisch und physisch völlig übernommen, sondern seine Entscheidung, was für die Menschheit das Beste ist (den Reaktor zu verstecken, Bane zu stellen) ist ein wichtiger Teil der Katastrophe und ermöglicht Bane erst seine finalen Taten. Dann gelingt es ihm auch nicht, die Menschen in seinem Umfeld zu verstehen und Freund und Feind zu erkennen. Er schickt Alfred weg und hilft unwissend der Gesellschaft der Schatten, weil er nicht in der Lage ist, andere Menschen zu verstehen. Seine Schwarz-Weiß-Sicht verwendet er als Schablone, um andere zu beurteilen.
Und dann noch Bane, der Freiheit einer Gesellschaft mit dem Recht des Stärkeren verwechselt, aber dem es andererseits gelingt diejenigen, die sich für stark halten (hier aber physische Stärke und Reichtum verwechseln), dazu zu bringen, ihr eigenes System zu vernichten.

Klar rettet der Superheld den Tag, sonst funktionieren solche Film nicht, und gleichzeitig geht aus meiner Sicht Nolan mit Batman und der Gesellschaft hart ins Gericht. Wo der 2. Teil das Gute im Menschen im Gegensatz zum Chaos zum Thema hat, ist der 3. Teil da ziemlich schonungslos. Gordon ist der einzige, den man als guten und rationalen Menschen beschreiben würde und selbst er hat diesen Schmutzfleck auf seiner Weste, der ihn quält.

Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Swanosaurus am 22.05.2026 | 12:52
Krass. Ich habe den ganz anders gelesen. Batman ist ein Sinnbild für Hybris. Nicht nur hat er sich psychisch und physisch völlig übernommen, sondern seine Entscheidung, was für die Menschheit das Beste ist (den Reaktor zu verstecken, Bane zu stellen) ist ein wichtiger Teil der Katastrophe und ermöglicht Bane erst seine finalen Taten. Dann gelingt es ihm auch nicht, die Menschen in seinem Umfeld zu verstehen und Freund und Feind zu erkennen. Er schickt Alfred weg und hilft unwissend der Gesellschaft der Schatten, weil er nicht in der Lage ist, andere Menschen zu verstehen. Seine Schwarz-Weiß-Sicht verwendet er als Schablone, um andere zu beurteilen.
Und dann noch Bane, der Freiheit einer Gesellschaft mit dem Recht des Stärkeren verwechselt, aber dem es andererseits gelingt diejenigen, die sich für stark halten (hier aber physische Stärke und Reichtum verwechseln), dazu zu bringen, ihr eigenes System zu vernichten.

Klar rettet der Superheld den Tag, sonst funktionieren solche Film nicht, und gleichzeitig geht aus meiner Sicht Nolan mit Batman und der Gesellschaft hart ins Gericht. Wo der 2. Teil das Gute im Menschen im Gegensatz zum Chaos zum Thema hat, ist der 3. Teil da ziemlich schonungslos. Gordon ist der einzige, den man als guten und rationalen Menschen beschreiben würde und selbst er hat diesen Schmutzfleck auf seiner Weste, der ihn quält.

Mal sehen, vielleicht schau ich mir den Film doch noch mal an, um zu sehen, ob diese Interpretation für mich aufgeht ... wie gesagt, damals fand ich das alles einfach nur entsetzlich reaktionär, kann aber auch daran liegen, dass ich mit dieser Selbstüberwindungsgeschichte (Bruce Wayne steigt doch irgendwie aus diesem Loch ...) gar nichts anfangen kann und deshalb alles andere dann auch negativ gelesen habe.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Philipp.Baas am 22.05.2026 | 13:00
Mal sehen, vielleicht schau ich mir den Film doch noch mal an, um zu sehen, ob diese Interpretation für mich aufgeht ... wie gesagt, damals fand ich das alles einfach nur entsetzlich reaktionär, kann aber auch daran liegen, dass ich mit dieser Selbstüberwindungsgeschichte (Bruce Wayne steigt doch irgendwie aus diesem Loch ...) gar nichts anfangen kann und deshalb alles andere dann auch negativ gelesen habe.

Das ist halt der Teil, den es braucht. Den hätte ich anders auch besser gefunden, wobei die Idee "Spring über deinen Schatten" funktioniert, wenn man die vorherige Hybris sieht. Dann beginnt er ja auch Verbündete zu sammeln und versteht, dass er es eben nicht alleine reißen kann.

Was mich angekotzt hat: Das ULTIMATIVE OPFER. Wenn er mit der Bombe los saust. Ey, dann lass ihn sterben, aber das ist irgendwie so ein Hollywood-Ding. Dann muss er da sitzen in Venedig und ... das fand ich ziemlich semi.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Swanosaurus am 22.05.2026 | 13:02
Was mich angekotzt hat: Das ULTIMATIVE OPFER. Wenn er mit der Bombe los saust. Ey, dann lass ihn sterben, aber das ist irgendwie so ein Hollywood-Ding. Dann muss er da sitzen in Venedig und ... das fand ich ziemlich semi.

Ich glaube, an dem Punkt war mir schon alles egal ...
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Philipp.Baas am 22.05.2026 | 13:05
Passt zum Thema:

https://www.youtube.com/watch?v=4Q3h3vsX8Y4
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Megavolt am 22.05.2026 | 15:35
Ich denke, der neue Film wird es nicht leicht habe, weil der alte Troja sehr smooth und insgesamt sehr gern gesehen war, noch dazu mit den Megastars aus einer Zeit, als die Stars noch völlig entrückt waren. Man kannte damals den Orlando Bloom, der stand sinnbildlich für den Höhenkamm der schauspielerischen Besetzung (ob ihm der Ruhm gebührte, das sei einmal dahingestellt), aber sowas gibts heute nicht mehr.

Akzentuiert im Kulturkampf mitzumischen scheint mir ein passabler Gag sein, um erst einmal Aufmerksamkeit zu generieren, ob es die Zuschauerzahlen am Ende vielleicht sogar halbiert, das wird man sehen.

Ich warte mal ab, was die Kritiken sagen, mein Interesse ist aber geweckt, da bin ich also schon erfolgreich in die Falle getappt. Da ich aus dem Bauch heraus ein unschuldig-ungetrübtes Glotzvergnügen erwarten würde, wie ich es einst bei Troja hatte, kann ich eigentlich nur enttäuscht werden, d.h. vermutlich schenke ich mir den Film trotzdem.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 22.05.2026 | 16:00
Ich bleibe bei meiner bisherigen Einschätzung. Das gezeigte Material weckt in mir nicht das Interesse den Film im Kino sehen zu müssen (das von Street Fighter interessanterweise schon).
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Swanosaurus am 22.05.2026 | 16:24
Akzentuiert im Kulturkampf mitzumischen scheint mir ein passabler Gag sein, um erst einmal Aufmerksamkeit zu generieren, ob es die Zuschauerzahlen am Ende vielleicht sogar halbiert, das wird man sehen.

Wieder mal denen auf den Leim gegangen, die den Kulturkampf herbeireden ... wie von anderen bereits gesagt müsste man dann auch Matt Damon als Odysseus als "Kulturkampf" abstempeln. Vielleicht ist es aber auch einfach nur eine Besetzung in einem Werk, das hinreichend losgelöst von realer Geschichte betrachtet wird, um einfach (wie es ja so viele Produktionen gerne von sich behaupten, wenn sie Whitewashing von Figuren betreiben, siehe Erdsee) ohne Ansehen der Hautfarbe die vom Casting als richtig empfundenen Darsteller*innen zu wählen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Megavolt am 22.05.2026 | 16:56
Das gezeigte Material weckt in mir nicht das Interesse den Film im Kino sehen zu müssen (das von Street Fighter interessanterweise schon).

Da bist du offenbar nicht alleine, eine kurze und oberflächliche Recherche meinerseits hat ergeben, dass der Film wahrnehmbare Schwierigkeiten hat, zum Gang ins Kino zu motivieren.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 22.05.2026 | 17:29
Also die Zyklopenbegegnung wirkt bislang sehr stimmig, auch die Freier könnten ganz spaßig werden. Allerdings wird man hier an Kirk Douglas, Anthony Quinn oder Silvana Mangano nur sehr schwer bis gar nicht rankommen. Auch die Dialoge wirken im Trailer leider kein bisschen innovativ oder auch nur archaisch, was schade ist. Könnte möglicherweise mal wieder ein Fall von ''Ich will das ja gut finden, aber es ist einfach zu viel Sand im Getriebe'' werden.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 22.05.2026 | 17:55
*Nehmt die Steine in die Hand. Fertig? Los:

Ich finde Christopher Nolan ist als Regisseur überschätzt.

Ja, er hat Qualitäten. Ja, die Darstellenden, die mit ihm arbeiten wollen, sind immer allererste Sahne. Ja, er hat auch wirklich gute Filme gedreht, zB."Batman 2" und "Inception", vielleicht auch "Interstellar" (Hans Zimmer sei dank).

Aber "Tenet"? "Batman 3"? "Oppenheimer"?

Der erste Trailer zu Odyssee holt mich noch nicht ab, trotz toller Riege an Darsteller:innen. Der zweite Tailer machte immerhin deutlicher, worum es gehen könnte: Gesellschaftliche Konventionen und Gewalt wollen Frau und Sohn zwingen, ihre Loyalität und Liebe zu Mann und Vater zu verraten. Ich erwarte, dass die beiden sich unter Opfern von Verbündeten mit Hirnschmalz, Tricks, Fiesigkeiten und geschliffenen Dialogen wehren, bis Papa nach Hause kommt und blutig aufräumt. Das könnte ich gut finden, und wenn es nicht zu fantastisch wird - in einer Welt spielt, in der Übernatürliches alle Probleme lösen kann - dann könnte es mir gefallen. Abweichungen von Homers Figuren-Beschreibungen sind bei so einer Geschichte ja wohl völlig egal.

Risiko: Nolan verzettelt sich darin, zuviel erzählen zu wollen, oder wieder einmal mit einem Zeittrick auftrumpfen zu wollen (Memento; Tenet; Dunkirk) oder er schreibt miese Batman-3-Dialoge. (Gedächtnisprotokoll: (Bitte in tiefen, blechernen Stimmen lesen) "Ich bin hier um die Stadt zu zerstören!" "Und ich bin hier um Dich aufzuhalten!")
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Andropinis am 22.05.2026 | 20:17
Ich mag nicht alles vob Nolan aber The Odyssey ist für mich kein Historienepos sondern Fantasy wie Sinbads 7te Reise oder ähnliches. Daher: eine schwarze Helena von Troja? Mir egal. Hauptsache gute Unterhaltung mit Zyklopen und Sirenen.

Sehe ich ähnlich. Falls Page aber tatsächlich Achilleus spielen sollte, passt das für mich überhaupt nicht. Dafür ist er zu sehr Lauch.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 22.05.2026 | 21:04
Spoiler zu Achilles in der Odysee:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Philipp.Baas am 1.06.2026 | 21:03
Spoiler zu Achilles in der Odysee:
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Gehen sie nach dem originalen Stoff, was sie niemals tun werden, ist er in der Odyssee ein Totengott.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 1.06.2026 | 21:45
Interessant!
Danke für die Richtigstellung  :d
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 17.07.2026 | 09:59
Als Nolan Fan war ich gestern in der Premiere und bin mit sehr gemischten Gefühlen rausgekommen.
Zum einen hat mich der Film nur sehr selten emotional erreicht - das ist für mich bei Nolan oft eine Schwäche die aber oft durch einen komplexen, raffinierten Plot mit philosophischen Unterbau ausgeglichen wird (Prestige, Memento, Inception), was seine Stärke ist.
Leider kommt sie hier nicht zum tragen, und so wirkt es auf mich blutleer.

Odysseus verschiedene Stationen kamen bei mir auch unterschiedlich gut an - manche waren sehr gut, andere machten eher den Eindruck eines Lückenfüllers. Manche Sachen wurden verändert, simplifiziert, am märchenhaften wurde gespart - das fand ich schade.

Das Ende hat mich leider auch enttäuscht, da wird etwas aufgebaut und dann völlig plump aufgelöst.
Achtung, großer Spoiler:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Für mich leider auch nicht gut gelungen:
Actionszenen waren für mich oft zu verwackelt und so geschnitten, dass ich immer wieder das Gefühl hatte: "Hey, hier fehlen doch 2 Sekunden": Ich hatte schon in früheren Filmen das Gefühl, dass bei Nolan zu früh geschnitten wird, aber hier wurde es mir zu viel.
Denn das sorgt zwar für Tempo, aber Übersicht darüber, was gerade passiert, bleibt auf der Strecke. Es wirkt eher als würde nur eine Szenerie präsentiert, aber für Spannung sorgt das nicht.

Die Set-Pieces und Ausstattung (ob anachronistisch oder nicht) haben mich hingegen absolut überzeugt, fand ich toll.
CGI Einsatz auf das nötigste Reduziert, eigentlich nur in 2 Szenen erkennbar.
Auch das Casting hat für mich absolut gepasst, Matt Damon eigentlich perfekt, die im Vorfeld dazu geschürten Ängste waren im Film völlig unproblematisch.

Leichter Spoiler bzgl. Elliot Paige als Achilles:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Die innere Heldenreise von Odysseus nimmt erst am Schluss Fahrt auf (davor wird es einmal angedeutet), das fand ich bei der Verfilmung von DER Heldenreise schlechthin mager. Den Arc selber finde ich jedoch wieder sehr gut und passt auch gut in die heutige Zeit.

Bin gerade etwas erschüttert, weil ich doch merke, dass ich vieles habe, das mich stört (obgleich auch immer wieder starke Szenen drin sind).

So ist mein das Fazit, und das sage ich wirklich ungern: Es ist für mich kein großer Wurf und man muss ihn nicht im Kino gesehen haben.
Ich hoffe Nolan hat sein Pulver noch nicht verschossen, an seine früheren Werke kommt er mit der Odyssee jedenfalls nicht heran.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Sashael am 17.07.2026 | 10:16
Das Ende hat mich leider auch enttäuscht, da wird etwas aufgebaut und dann völlig plump aufgelöst.
Achtung, großer Spoiler:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Ohne den Film gesehen zu haben, das ist so ziemlich 1:1 der Verlauf in der Originalsage.

Wüsste jetzt nicht, ob ich das bemängeln würde. So sind halt die griechischen Heldenmythen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 17.07.2026 | 10:27
Ja, das hab ich schon vermutet.

Das Problem dabei ist halt, dass der Film sich einen relativ geerdeten Anstrich gibt, wo Odysseus aus den gewöhnlichen Leuten nicht so heraussticht wie zum Beispiel Captain America unter normalen Soldaten.

Das kratzt bei der Auflösung halt dann doch an der Suspension of disbelief.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 17.07.2026 | 10:33
Naja, der normale mykenische Fußlatscher hat auch nicht permanentes Coaching durch die Göttin der Weisheit und Kriegsführung persönlich, das deutet ja schon zart auf einen gehobeneren Status hin  ;)

Hab den Film noch nicht gesehen, habs aber auf alle Fälle vor. Vorher will ich mir aber zum Vergleich Rückkehr nach Ithaka mit Ralph Fiennes anschauen, der hat nämlich schon vor 2 Jahren das gleiche Thema behandelt, und das scheinbar nicht schlecht (https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckkehr_nach_Ithaka).
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 17.07.2026 | 11:02
Meine Bewertungsgrundlage ist rein das was ich im Film gesehen habe  ;)

NACHTRAG:
Bin aber gespannt, wie Kenner der Materie (denn das bin ich absolut nicht) den Film rezipieren  :d
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 17.07.2026 | 20:47
Ich schließe mich gilborns Review (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,132037.msg135356665.html#msg135356665) im Großen und Ganzen an.

Der Film hält sich recht eng an die Vorlage. Ein paar Nebenfiguren der Sage sind leicht neu erfunden - das schadet nicht.

Großartige Twists gibt es endlich mal nicht - mich nerven die bei Nolan fast immer. Viele Flashbacks gibt's, sie sind aber nicht verwirrend. Die von Nolan in die Geschichte hineingewobenen Themen fügen sich sehr gut ein, ohne die Sage zu verzerren:

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Wer hatte bei einer Figur noch Darth Vader Vibes?  ;D

Die Darstellenden sind allesamt gut in meinen Augen. Am eindrucksvollsten ist, so finde ich, Anne Hathaway, die hier sehr viele gegensätzliche Emotionen mit 110% überzeugend spielen darf. Dass dies, wie auf Social Media hier und da gesagt, die mit Abstand beste Leistung ever von Matt Damon und anderen sein soll, finde ich aber nicht.

Musik und Sound: Klingt stellenweise modern aber immer passend - das gilt auch fürs Zyklopische.

Ich gebe mal 7 von 10 IMAXen.
Edit: Nach einigen Tagen "Nachlingen lassen" merke ich, dass der Film wirklich keinen großen Impact bei mir hinterlassen hat, darum wechsele ich auf

6,5 von 10 IMAXen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Runenstahl am 17.07.2026 | 23:30
Bin auf jeden Fall interessiert. Ein paar meiner Rollenspielgruppe hat den gesehen und ist begeistert.

Mich persönlich freut es auch das hier ein Film gut ankommt der vorher (wie viele andere Projekte auch) von verschiedenen Seiten recht übel verrissen wurde. Natürlich ohne überhaupt den fertigen Film je gesehen zu haben.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 18.07.2026 | 18:04
Vorher will ich mir aber zum Vergleich Rückkehr nach Ithaka mit Ralph Fiennes anschauen, der hat nämlich schon vor 2 Jahren das gleiche Thema behandelt, und das scheinbar nicht schlecht (https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckkehr_nach_Ithaka).
Gar kein schlechter Film, der mit einigen starken Momenten und Einsichten aufwartet, aber budgetmäßig eher in der zweiten Liga spielt - was natürlich nichts heißen muss. Fiennes ist beeindruckend als (abgehalfterter) Odysseus.
(https://www.freiburger-wochenbericht.de/wp-content/uploads/2025/11/02_Rueckkehr-Nach-Ithaka_c_IthacaFilmsLimited_photo_Maila-Iacovelli_Fabio-Zayed-1536x1025.jpg)
Odysseus (Ralph Fiennes) erkennt seine Heimat kaum wieder
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Mr.Misfit am 19.07.2026 | 02:13
Spannend, hier "Rückkehr nach Ithaka" von 2024 mir Ralph Fiennes zu sehen, dachte der wäre größtenteils untergegangen.
Kann den nur empfehlen, finde den sehr viel besser, als seine 7.6 auf IMDB andeuten würden.

Zu Nolans Film...ich denke, da ist hier im Thread eigentlich vieles schon gesagt worden. Ich finde ihn okay-gut, aber sicher nicht sein bester Film.
Wenn er dafür Preise gewinnt, spricht das eher gegen die Qualität der Mitbewerber, als für den Film selbst. Leider.

Ich fand ihn sehr langatmig, einige Reisestellen kamen viel zu kurz (Sirenen, Scylla, Charybdis) dafür fand ich den Zendaya-Part sehr stark, auch Page mochte ich sehr. Gut besetzt.
Trotzdem fand ich, dass Pattinson bis auf die letzten 10 Minuten, hier sehr viel stärker war. In den letzten 10 Minuten hingegen fand ich ihn schrecklich, aber das liegt dan eher daran, was der Film draus macht.
Ich glaube, was mich am meisten störte, war dass ich die ganze Zeit diesen Holzhammer seiner großen Idee ins Gesicht bekam und mich gefragt habe, warum er dem Publikum so wenig vertraut.

Naja. 6,5 von 10
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: carthoz am 19.07.2026 | 10:24
War gestern drin und muss sagen: Meine Fresse, ist dieser Film schlecht.

Er ist langwierig, langatmig, kann sich nicht zwischen mythischer oder realpolitischer Ebene entscheiden, Nolan holzhammert seine "Lektionen" ins Publikum und der Epilog ist daher an Lächerlichkeit kaum noch zu überbieten.

Wenn ihr unbedingt rein wollt, gebt bloß nicht das Geld für IMAX aus.

4/10. Höchstens.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Weltengeist am 19.07.2026 | 18:31
Ich war heute auch mit meinem Sohn drin - wenn er den nicht hätte sehen wollen, wäre ich nach all den negativen Kritiken wohl gar nicht mehr reingegangen. Und was soll ich sagen? Ich fand ihn gut. 20-30 Minuten kürzer wäre sicher auch okay gewesen, aber sonst habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

Scheinbar habe ich einfach wenig Ansprüche beim Kinobesuch (?), aber ich fand ihn gut erzählt, visuell gut umgesetzt (bis auf die ewige Krankheit aller neueren Filme mit den vielen Dunkelheitsszenen) und auch den Stoff gut interpretiert. Passt für mich.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 19.07.2026 | 18:42
Der Film ist FSK 12, richtig? Ich finde das ziemlich knapp. Immerhin werden Köpfe abgebissen und Leute zerrissen. Für Deinen Sohn war‘s okay?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Weltengeist am 19.07.2026 | 18:44
Der Film ist FSK 12, richtig? Ich finde das ziemlich knapp. Immerhin werden Köpfe abgebissen und Leute zerrissen. Für Deinen Sohn war‘s okay?

Hey, ich bin ein alter Sack, mein Sohn ist volljährig... ;D

Abgesehen davon ist der bei Gewaltdarstellungen viel weniger mimimi als ich, und ich hatte jetzt keine Probleme mit dem Film.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 19.07.2026 | 19:53
 ;D

Gut, dann sollte FSK 12 für Euch beide klargehen.  :)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Horsinand am 20.07.2026 | 00:26
Mir war die Odyssee im Detail nicht mehr ganz geläufig. Während des Films fielen mir einige Dinge wieder ein.

Positiv fand ich Matt Damon (das Alter hat ihm für diese Rolle gut getan - und fit schien er auch), den Soundtrack, das späte Finale, den Sound des Bogens (klang wie ein Saiteninstrument), die Szenen mit dem Jagdhund, Pattinson als Unsympath am Hofe und weitere Details.

Nicht gefallen hat mir das Casting in einigen Nebenrollen - was der Story aber keinen Abbruch tut. Stellenweise war der Film etwas langatmig.

Daher insgesamt eine Schulnote 2 von mir.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 20.07.2026 | 08:33
Wer hatte bei einer Figur noch Darth Vader Vibes?  ;D
Rein optisch hatte ich eher Batman Vibes, vom Wesen her war er aber eher auf der Dunklen Seite der Macht ;)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 20.07.2026 | 11:09
Ich war jetzt auch drin, und war angenehm überrascht, wie respektvoll Nolan mit der Vorlage umgegangen ist. Da wurde nix auf-Teufel-komm-raus umgebaut und vergewaltigt, sondern Nolan hat die Story sehr ernst genommen, und weitergesponnen, was die Handlung mit den Leuten macht, die in dieser Situation drinstecken.

Zendayas Rolle als Athene (und die Andeutungen, wie das zustande kommt, dass Odysseus mit ihr spricht) fand ich klasse, der Auftritt von Menelaos und Helena war passenderweise zutiefst verstörend, Kirke und der Zyklop ebenso, der Tod von Argo war genauso herzzerreißend, wie es mir beim Lesen von Homer immer rüberkam...
Und wenn Odysseus am Schluß den Bogen spannt und singen lässt, das war schon episch.

Okay, Ausstattung und Bauten sind wie üblich eher symbolisch, was ich persönlich immer schade finde, authentische mykenische Klamotten und Gebäude hätten dem Gesamtbild nicht geschadet - aber solange die Story und die Schauspieler gut sind, ist das marginal.

Insgesamt muss ich sagen: sehr gute Verfilmung der Odysee, was der Nolan da abgeliefert hat. Hat mich sehr gefreut.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 20.07.2026 | 16:33
Eine kleine Argumentationshilfe für alle, die sich nicht länger vorwerfen lassen möchten, dass sie ""Originaltreue" nur als Vorwand benutzen, um die Besetzung rassistisch oder queerfeindlich zu kritisieren".

Die Lösung ist: Du musst noch weitere originaluntreue Faktoren aus dem Film dazu nennen, um zu beweisen, dass es Dir wirklich  n u r  um die Originaltreue geht. Hier einige hilfreiche Sätze für Dich:

• "Diese Dialoge - die Leute sprechen nicht einmal in daktylischen Hexametern wie im Original. Pff."
• "Wir können ja davon ausgehen, dass die Figuren der Odyssee alle griechisch waren, richtig? Aber war im Cast auch nur ein einziger griechischer Mensch dabei? Wie soll wer aus den USA einen Griechen spielen können? "
• "Die haben irgendwelche Drehorte auf Island(!) genommen, anstatt direkt am Hades zu drehen. Island liegt nun wirklich nicht im Mittelmeerraum."
• „Und dieser Sinon, den gibt es im Original gar nicht! Den haben Arktinos von Milet, Apollodor und Virgil (der war sogar nur Römer!) hinzuerfunden, aber Nolan musste den auch noch als Figur nutzen…“
• "Die haben im Film nicht mal Altgriechisch gesprochen, die Figuren. Sogar die Untertitelungen waren  n i c h t  in einem epichorischen Alphabet geschrieben, kannste das glauben?"

-> "Das alles zusammen macht mir die Vorstellung total kaputt, die ich vom Original hatte.  :-[ "
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 21.07.2026 | 13:08
Hab mich noch viel mit dem Film beschäftigt (an meinem Grundsätzlichen Urteil hat sich leider nichts geändert), etwas auf das ich in diesem Zusammenhang gestoßen bin:
Ich hatte schon in früheren Filmen das Gefühl, dass bei Nolan zu früh geschnitten wird, aber hier wurde es mir zu viel.
Da Nolan in IMAX dreht, ist er mit den Kameras an diversen Ecken relativ limitiert. Eine davon ist wohl, dass man nur so etwa 3 Minuten am Stück drehen kann bevor sie zu heiß werden - ein Zeitrahmen der vermutlich so gut wie nichts ist bei einer professionellen Filmproduktion.
Ich frage mich, ob diese oben beschriebene Schnitt-Thematik daher rührt...  :think:
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Jiba am 21.07.2026 | 14:46
Da bist du offenbar nicht alleine, eine kurze und oberflächliche Recherche meinerseits hat ergeben, dass der Film wahrnehmbare Schwierigkeiten hat, zum Gang ins Kino zu motivieren.

https://www.theguardian.com/film/2026/jul/20/the-odyssey-box-office
 (https://www.theguardian.com/film/2026/jul/20/the-odyssey-box-office)

Woah, krass, wie gut du das vorhergesagt hast.  ;)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 21.07.2026 | 15:05
Hat mich auch schon gewundert, dass da wieder von schwachen Zuschauerzahlen geredet wird - der Film ist aktuell überall Thema, jede Menge darauf bezogene Artikel in allen möglichen Online- und Totholzpublikationen, und alle bisher veröffentlichten Zahlen gehen auch eher in Richtung des Guardian-Artikels. Als ich selber Samstags drin war, war der Kinosaal auch so voll wie schon lange nicht mehr.

Was mich insgesamt sehr freut, weil es halt auch ein Schlag ins Gesicht von Dummbrottrollen á la Musk ist, die glauben, was von Antike zu wissen, aber tatsächlich nicht einmal ein Halbwissen kultiviert haben.

Übrigens hab ich nach dem Oh-Gott-Helena-wird-von-einer-schwarzen-Frau-gespielt-Shitstorm schmerzlich den Warum-zum-Hades-spielt-Nolans-Odysee-fast-nur-in-nordeuropäisch-anmutenden-Landschaften-und-nicht-in-Mediterraner-Umgebung-Shitstorm vermisst... irgendwie wird da komisch gewichtet.  8]

Ich hab jetzt auch den Ralph-Fiennes-Odysseus geschaut - da es darin nur um den Teil mit der Rückkehr von Oddy nach Ithaka geht, braucht der auch nur anderthalb Stunden.
Aber der bietet fürs kleine Geld auch ordentlich was:
- ordentliche mediterrane Landschaft? Check.
- sehr gute schauspielerische Leistungen? Check.
- halbwegs passabel nach archaischer Antike aussehende Klamotten und Ausstattung? Check.
- Betonung der grimmigen Aspekte der Story? Check.
- Man kriegt nen Hass auf die Freier? Aber Hallo! Check.
- Tränentreibende Schnuffiwuffi-Sterbe-Szene mit Argos? Schnüff! Check.
- Sehr coole Penelope (hier durch Juliette Binoche)? Check.

Hat mir genauso gut gefallen wie Nolans Odyssee. Finde ich sehr befriedigend, dass die immer noch tolle Story Homers jetzt in knapp den letzten zwei Jahren gleich zwei sehr ordentliche Verfilmungen bekommen hat. Bitte in diese Richtung weiter, Lichtspielindustrie!  ^-^
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 22.07.2026 | 10:51
Die taz störte sich gestern in einer Kolumne zur Odyssee an der Darstellung von Frauen in Nolan's Filmen, die sich aus ihrer Sicht wie ein roter Faden durch sein Werk zieht.
Ein Regisseur für Männer (https://taz.de/Die-Odyssee-von-Christopher-Nolan-Ueberzeugende-Frauenfiguren-kommen-nicht-vor/!6197516&s=nolan/)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Kurna am 22.07.2026 | 10:58
Wir waren gestern drin und alle begeistert. War für mich der bisher beste Film des Jahres. Und von den wenigen Nolan-Filmen, die ich kenne, auch klar der beste. Ich habe ihm 86% gegeben. Die anderen Bewertungen in unserer Gruppe waren 88%, 89%, 91% und 100%.
Ich fand Pattinson als Bösewicht sehr gut, viel besser als ich ihn je als Held gesehen habe. Auch Matt Damon war gut und Anne Hathaway sehr gut. Zendaya und Charlize Theron waren leider eher nur schmückendes Beiwerk. Dafür wiederum gefiel mir Circe sehr.
Und worin wir uns einig waren, es war wichtig den Film im Kino auf einer großen Leinwand gesehen zu haben. Der machte optisch schon was her.

Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Kurna am 22.07.2026 | 11:02
Die taz störte sich gestern in einer Kolumne zur Odyssee an der Darstellung von Frauen in Nolan's Filmen, die sich aus ihrer Sicht wie ein roter Faden durch sein Werk zieht.
Ein Regisseur für Männer (https://taz.de/Die-Odyssee-von-Christopher-Nolan-Ueberzeugende-Frauenfiguren-kommen-nicht-vor/!6197516&s=nolan/)
Ich kenne nicht alle Filme von Nolan, aber auf die Odyssee bezogen kann ich das schon zum Teil nachvollziehen. Dass ein paar der Frauenrollen in dem Film so lahm waren, ist einer der Gründe, warum ich den Film nicht noch besser bewertet habe. Penelope sehe ich aber doch etwas positiver.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 22.07.2026 | 12:01
Ich denke schon, dass er eher Filme für Männer macht.
Ist für mich aber völlig ok (wäre es auch mit umgekehrten Vorzeichen). Verstehe nicht, warum man daraus gleich wieder ein moralisch abwertendes Urteil machen muss.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: unicum am 22.07.2026 | 12:46
- ordentliche mediterrane Landschaft? Check.

Was sagt man denn wie die mediterrane Landschaft vor 2500+ Jahren war?

Ich erinere mich nur an abgeholzte und verkarstete Landschaften an den Balkanküsten (in Griechenland war ich noch nicht), aus denen die Flotten der ein oder anderen "Nation" gebaut worden ist bis man endlich auf vollmetallschiffe umgestiegen ist (und das ist noch nicht so lange her) - und mit wiederaufforsten hatte man es ja noch nicht so arg in der Zeit, da hat der Regen auch schon mal den Boden in die Adria und das Mittelmeer gespült,...
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 22.07.2026 | 12:57
Die taz störte sich gestern in einer Kolumne zur Odyssee an der Darstellung von Frauen in Nolan's Filmen, die sich aus ihrer Sicht wie ein roter Faden durch sein Werk zieht.
Ein Regisseur für Männer (https://taz.de/Die-Odyssee-von-Christopher-Nolan-Ueberzeugende-Frauenfiguren-kommen-nicht-vor/!6197516&s=nolan/)
Das finde ich irgendwie ironisch lustig. Der arme Nolan kann es wirklich keinem recht machen. Da hat er bereits eine feministische Interpretation der Odyssee als Grundlage gewählt, Helena und andere schwarz oder asiatisch gemacht, einen queeren Schauspieler eingebunden, politische Aussagen gemacht die ihm eigentlich nicht zustehen usw. … und trotzdem reicht es nicht! Er vergrätzte das konservative und wohl auch einen guten Teil des zentristischen Publikums, doch nun fällt ihm jetzt auch noch die progressive Seite in den Rücken, weil die feststellt: Überraschung! In allen Nolanfilmen sind die Protagonisten männlich und Frauen sind nur Support-Figuren oder Love Interests.

„You either die a hero, or live long enough to see yourself become the villain.“
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: 6 am 22.07.2026 | 15:05
Das finde ich irgendwie ironisch lustig. Der arme Nolan kann es wirklich keinem recht machen. Da hat er bereits eine feministische Interpretation der Odyssee als Grundlage gewählt, Helena und andere schwarz oder asiatisch gemacht, einen queeren Schauspieler eingebunden, politische Aussagen gemacht die ihm eigentlich nicht zustehen usw. … und trotzdem reicht es nicht! Er vergrätzte das konservative und wohl auch einen guten Teil des zentristischen Publikums, doch nun fällt ihm jetzt auch noch die progressive Seite in den Rücken, weil die feststellt: Überraschung! In allen Nolanfilmen sind die Protagonisten männlich und Frauen sind nur Support-Figuren oder Love Interests.

„You either die a hero, or live long enough to see yourself become the villain.“
Also wenn ich mir die Wochenendeinnahmen anschaue, dann hat er absolut garkein Publikum vergrätzt.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Jiba am 22.07.2026 | 16:02
Da hat er bereits eine feministische Interpretation der Odyssee als Grundlage gewählt, Helena und andere schwarz oder asiatisch gemacht, einen queeren Schauspieler eingebunden…

Let me get this straight: Menschen, für die diese übersteuerten Vorwürfe, die Elon Musk sich aus dem Arsch gezogen hat, ausreichen, um den Film nicht zu gucken, bezeichnest du wirklich noch als "zentristisch"? :o

Alter...
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 22.07.2026 | 16:03
Da hat er bereits eine feministische Interpretation der Odyssee als Grundlage gewählt, ... politische Aussagen gemacht die ihm eigentlich nicht zustehen usw.

Kannst Du diese beiden Punkte etwas ausführen? Die sehe ich so gar nicht. Oder habe ich nur einen Zwinker-Smiley übersehen/überlesen?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Runenstahl am 22.07.2026 | 21:34
Da hat er bereits eine feministische Interpretation der Odyssee als Grundlage gewählt.

Hat er das ? Die Meinungen darüber gehen da ein bißchen auseinander. Die Übersetzung von Wilson wird zwar von einigen tatsächlich als "Feministisch" bezeichnet, aber es gibt auch viele Stimmen die hervorheben das sie recht originalgetreu ist und halt auch Dinge übersetzt die Vorgänger von ihr nicht übersetzt haben:
Zitat
In another extract, she describes Penelope's hand as "muscular" because the original Greek pachus (transl. thick) associated Penelope's craft with the "physical competence" of male warriors. Wilson retains the Homeric Greek's characterisation of Penelope as talented at word play, a trait associated with Odysseus himself, that has been omitted by some translators, such as Fitzgerald.

Macht sie das nun Feministisch oder vielleicht nur Authentisch ? Ich selbst stecke nicht tief genug in der Materie (und kann auch kein griechisch) um das beurteilen zu können, aber mein Eindruck ist das hier vielleicht etwas vorschnell geurteilt wird.

Hier Links zum Video zum Thema der "Lady of the Library":
https://www.youtube.com/watch?v=8Pf8HycN_SI (https://www.youtube.com/watch?v=8Pf8HycN_SI)

...und die Wiki Seite zur Wilson Übersetzung:
https://en.wikipedia.org/wiki/Odyssey_(Emily_Wilson_translation) (https://en.wikipedia.org/wiki/Odyssey_(Emily_Wilson_translation))
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Ainor am 22.07.2026 | 22:24
Das finde ich irgendwie ironisch lustig. Der arme Nolan kann es wirklich keinem recht machen.

Genau wie zwischen Skylla und Charybdis kommt niemand unbeschadet zwischen den woken und anti-woken Kritikern hindurch.
Aber es ist nunmal das Geschäftsmodell dieser Leute sich zu beschweren. Alle anderen gehen einfach ins Kino und geniessen den Film.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 23.07.2026 | 11:22
Alle anderen gehen einfach ins Kino und geniessen den Film.
Nun ja, es fällt ein wenig schwer den Film völlig unbeschwert zu genießen, wenn man weiß, dass Teile desselben in der Westsahara gedreht wurden. Die sogenannte ''letzte Kolonie Afrikas'', ein Gebiet, das seit 1975 unmittelbar nach dem Abzug Spaniens völkerrechtswidrig von Marokko annektiert wurde; und wo seitdem ein bewaffneter Konflikt ausgetragen wird und Bevölkerungsgruppen unterdrückt werden.
Da fragt man sich dann schon: Warum zum Kuckuck muss Nolan ausgerechnet da drehen, und warum mag er sich auf berechtigte Fragen zu dem Thema partout nicht äußern?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 23.07.2026 | 11:28
Kannst Du diese beiden Punkte etwas ausführen? Die sehe ich so gar nicht. Oder habe ich nur einen Zwinker-Smiley übersehen/überlesen?
Punkt 1: Es war nie ein Geheimnis das Emily Wilson Homer progressiv übersetzt hat. Das kann man übrigens auch in der Wikipedia und anderswo nachlesen. Die Qualität der Arbeit können in der Tat nur Fachexperten bewerten, aber soweit ich weiß, wird die Qualität der Arbeit gar nicht in Zweifel gezogen, sondern die Neutralität einer progressiven (d.h. politischen) Übersetzung.

Punkt 2: Im Internet wurde kritisiert, dass Nolan z.B. in Interviews einige Statements gemacht hat, die man als politische Statements zur Migration über das Mittelmeer ansehen kann. Das soll Hand in Hand gehen mit Szenen aus dem Film (schwarze Griechen), so die Kritik.
Ich vermute, das Nolan tatsächlich will, dass man dies so ansehen soll, da er alles mögliche zerdenkt und sich gewählt geäußert und Szenen so besetzt hat. Als Außenstehender steht ihm das aber nicht zu, das stünde fairerweise nur der griechischen Nation, bzw. "den Griechen" zu. (Inwieweit das aber nur ein PR-Manöver sein könnte, ist schwer zu bewerten. Wenn es ein PR-Manöver war, ist das in meinen Augen sogar negativer, weil er das Thema nebenbei kommerziell verwendet.)

Aber um das ging es mir wie in meinem obigen Post nicht, sondern um die Ironie das Nolan all das und mehr gemacht hat und von der progressiven Presse dennoch nicht belohnt wurde.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Fuchs am 23.07.2026 | 11:34
Punkt 1: Es war nie ein Geheimnis das Emily Wilson Homer progressiv übersetzt hat. Das kann man übrigens auch in der Wikipedia und anderswo nachlesen. Die Qualität der Arbeit können in der Tat nur Fachexperten bewerten, aber soweit ich weiß, wird die Qualität der Arbeit gar nicht in Zweifel gezogen, sondern die Neutralität einer progressiven (d.h. politischen) Übersetzung.

Punkt 2: Im Internet wurde kritisiert, dass Nolan z.B. in Interviews einige Statements gemacht hat, die man als politische Statements zur Migration über das Mittelmeer ansehen kann. Das soll Hand in Hand gehen mit Szenen aus dem Film (schwarze Griechen), so die Kritik.
Ich vermute, das Nolan tatsächlich will, dass man dies so ansehen soll, da er alles mögliche zerdenkt und sich gewählt geäußert und Szenen so besetzt hat. Als Außenstehender steht ihm das aber nicht zu, das stünde fairerweise nur der griechischen Nation, bzw. "den Griechen" zu. (Inwieweit das aber nur ein PR-Manöver sein könnte, ist schwer zu bewerten. Wenn es ein PR-Manöver war, ist das in meinen Augen sogar negativer, weil er das Thema nebenbei kommerziell verwendet.)

Aber um das ging es mir wie in meinem obigen Post nicht, sondern um die Ironie das Nolan all das und mehr gemacht hat und von der progressiven Presse dennoch nicht belohnt wurde.

Ist dieser ganze Beitrag ernst gemeint?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.07.2026 | 11:54
Was sagt man denn wie die mediterrane Landschaft vor 2500+ Jahren war?

Ich erinere mich nur an abgeholzte und verkarstete Landschaften an den Balkanküsten (in Griechenland war ich noch nicht), aus denen die Flotten der ein oder anderen "Nation" gebaut worden ist bis man endlich auf vollmetallschiffe umgestiegen ist (und das ist noch nicht so lange her) - und mit wiederaufforsten hatte man es ja noch nicht so arg in der Zeit, da hat der Regen auch schon mal den Boden in die Adria und das Mittelmeer gespült,...

Es geht mir um klimatische Darstellung - auch 1250 v.Chr. war der mediterrane Raum subtropisch, und nicht Teil der gemäßigten Zonen. Island für das Totenreich war ja noch okay, aber der Rest sah mehr nach Ostsee und angrenzende Landgebiete als nach Mittelmeer aus.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Ludovico am 23.07.2026 | 11:59
Ich erinere mich nur an abgeholzte und verkarstete Landschaften an den Balkanküsten (in Griechenland war ich noch nicht), aus denen die Flotten der ein oder anderen "Nation" gebaut worden ist bis man endlich auf vollmetallschiffe umgestiegen ist (und das ist noch nicht so lange her) - und mit wiederaufforsten hatte man es ja noch nicht so arg in der Zeit, da hat der Regen auch schon mal den Boden in die Adria und das Mittelmeer gespült,...

Wie alt bist Du eigentlich?  :P
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Jiba am 23.07.2026 | 12:41
Die Qualität der Arbeit können in der Tat nur Fachexperten bewerten, aber soweit ich weiß, wird die Qualität der Arbeit gar nicht in Zweifel gezogen, sondern die Neutralität einer progressiven (d.h. politischen) Übersetzung.

Okay, die Frage oben musst du dann nicht mehr beantworten.

Eine "progressive" Übersetzung ist also politisch, weil nicht "neutral". Wie auch immer eine "neutrale" Übersetzung für einen Text aussieht, der nicht irgendein Unterhaltungsroman ist, sondern ein mündlich tradiertes Epos, das der mythischen Aufladung konkreter, historischer Ereignisse im alten Griechenland diente und sich stark mit politischen Themen wie Legitimation von Herrschaft, einem gesamtgriechischen Nationalbewusstsein (sofern man das schon so nennen konnte), etc. befasst hat.

Entschuldige, aber die ganze Idee, dass es eine "nicht-politische" Übersetzung der Odyssee überhaupt geben könnte, ist doch völlig illusorisch. Nach welchem Maßstab ist die Übersetzung von Wilson denn mehr oder weniger "politisch" als die Übersetzungen der über 40 Männer, die die Odyssee übersetzt haben, davor? Die Antwort ist: Nach einfach gar keinem. So sind frühe Übersetzungen der Odyssee noch stark von der elisabethanischen oder christlichen Linse geprägt, spätere haben auch die Moralvorstellungen und politischen Ansichten ihrer Übersetzer in den Text hineingelegt. Und die Odyssee lässt das zu, einfach von der Form und Offenheit des Textes her. Weil es ein Mythos ist. Aus dem gleichen Grund wie auch bei Bibelübersetzungen die Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt werden.

Sagen denn die rechten Arschlöcher, die ganzen gekränkten Alpha-Hampelmännchen, die diesen Talking Point ins Internet scheißen irgendetwas dazu, welche Übersetzung jetzt ihrer Ansicht nach die "neutralste" ist? Oder ist halt einfach nur jede Übersetzung, die nicht eine feministische Sichtweise auf den Text einnimmt, die neutralste? Weil, nu ja, so genaaaaaaaaau haben wir uns damit jetzt ja nicht befasst. Jedenfalls ist das neu und von einer Frau und passt so gar nicht in unsere testo-geladene Machismo-Version des alten Griechenlands mit den beefigen Helden in ihren goldenen Rüstungen, die gar nichts, aber auch gar nichts mit dem historischen Griechenland zu tun haben – sondern einfach nur auf memeifizierten Popkulturannahmen aus Filmen und Videospielen beruhen.

Guck doch mal, wer die Absender sind? Der Typ der das Thema großgemacht hat, ist Elon Musk! Ein rechtsradikale Parteien unterstützender, über alles Gute und Anständige Dreck ausgießender, Ultrarassist. (Und Unternehmer. Wie konnte ich nur vergessen, dass er Unternehmer ist. Überhaupt, wir sollten viel mehr darüber reden, dass er Unternehmer ist. Nicht wahr, liebe Wirtschaftswoche.)

Das ist Teil einer großangelegten Masche von politischen Akteuren rechts der Mitte, um vormals in der Gesellschaft den ganz selbstverständlichen Anstand und die Freiheitlichkeit zu untergraben. Der Ruf nach "Neutralität" und "oh, die bösen Linken machen ja alles so politisch" ist vor allem eine Propagandatechnik. Denn was "neutral" ist, das bestimmt natürlich nicht der gesellschaftliche Aushandlungsprozess oder die sachlich geführte Debatte. Das bestimmt allein der rechte Rand. "Deutschland, aber normal", du weißt schon.

Und du lässt dich da vor den Karren spannen. Bei Nolan. Zuvor bei Star Wars.
Prisma, ich halte dich nicht für einen Rechten, aber Gott im Himmel such dir bitte andere Bezugspunkte für deine Popkultur-News!

Und dieses höhnische "Höhöhö, wie man's macht ist es verkehrt" kannst du dir auch stecken. Ich bin auch jemand, der mit der Debattenführung auf ganz linker Seite und den dortigen Gepflogenheiten des rabiaten Ablehnens anderer Meinungen fremdelt. Wirklich. Weißt du auch. Bin dir oft genug im anderen Tanelorn beigesprungen. Aber das hier ist eine unterkomplexe Argu,entation. Da schreibt eine Redakteurin in der taz, deren sonstige Ansichten zu sonstigen politischen Fragen nicht kennst, einmal einen schnippischen Text über Nolans Frauenbild (und ja, seine Frauencharaktere könnten wirklich besser sein... "Oppenheimer" hat Florence Pugh und Emily Blunt völlig unter Talent verheizt) und du konstruierst sofort daraus, dass die ganze progressive politische Landschaft jetzt Nolan aus ihrer Mitte verstößt und das ganze Werk völlig ablehnt.

Du weißt hoffentlich selbst, was das für ein Blödsinn ist. Der auch recht linke Guardian hat wohlwollend über den Film geschrieben. Viele andere linke Filmkritiker*innen auch. Diese Kolumne betrachtet einen Aspekt des Films. Einen. Der auch unter diesen Gesichtspunkten diskutierbar ist.

Da direkt eine "Ganz oder Gar Nicht"-Erzählung ableiten zu wollen... das passt natürlich zur rechten und rechtsapologetischen Seite der Medienkritik besser. Die müssen nämlich aus jeder popeligen Kleinigkeit einen Kampf auf Leben und Tod vor der Kulisse des Untergangs des Abendlandes inszenieren. Mach doch bitte bei so einer Scheiße nicht auch noch mit.

Es geht mir um klimatische Darstellung - auch 1250 v.Chr. war der mediterrane Raum subtropisch, und nicht Teil der gemäßigten Zonen. Island für das Totenreich war ja noch okay, aber der Rest sah mehr nach Ostsee und angrenzende Landgebiete als nach Mittelmeer aus.
Sehr gute Beobachtung. Haben die rechten Schneeflöckchen bei ihrem Gejammer natürlich nicht drauf geachtet. Die waren viel zu sehr damit beschäftigt, eine junge schwarze Schauspielerin im Internet zu belästigen. Aber passt ja auch in deren Bild. Alles bitte hübsch nordeuropäisch. Ist ja sonst nicht "neutral".
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.07.2026 | 12:52
Man sollte übrigens mal zur Kenntnis nehmen: Althistoriker, Sprachforscher und Literaturwissenschaftler, die sich hauptberuflich mit Homer beschäftigen, sind ziemlich durch die Bank sehr positiv angetan vom Film.

Und ich bin zugegebenermaßen jemand, der nicht jede Meinung als gleichwertig betrachtet - zu Homer und einer Umsetzung seines Werkes lass ich mir gerne was vom altsprachlichen Professor erzählen, aber weniger von einem Typ, der was von Herrschaft der Maschinen, Unsterblichkeitsfantasien und Marsbesiedlung brabbelt, ohne auch nur ein Ingenieur zu sein, der alle gute Ideen, die man ihm zuschreibt, einfach nur mit reich ererbtem Geld gekauft hat, und gerne mal den rechten Arm lüpft, weil das ja so geil provokant ist.

Ich habe bis jetzt auch noch keine wirklich fundierte Kritik an Nolans Odyssee  gesehen, die ich in irgendeiner Form ernst nehmen könnte. Das ist nicht provokant gemeint, ich hätte nichts dagegen, wenn ein Spezialist für Mythenverfilmung oder Homer mal genau aufdröseln würde, warum der Film in seinen Augen nichts taugt.
Aber alles, was ich bisher mitbekommen habe, ist halt die Sorte, über sich Jiba auch aufregt.  :)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 23.07.2026 | 13:02
Ich habe bis jetzt auch noch keine wirklich fundierte Kritik an Nolans Odyssee  gesehen, die ich in irgendeiner Form ernst nehmen könnte. Das ist nicht provokant gemeint, ich hätte nichts dagegen, wenn ein Spezialist für Mythenverfilmung oder Homer mal genau aufdröseln würde, warum der Film in seinen Augen nichts taugt.
Aber alles, was ich bisher mitbekommen habe, ist halt die Sorte, über sich Jiba auch aufregt.  :)
Er fand den Film trotz durchaus vorhandener Schwächen jedenfalls sehr gut, und das will für gewöhnlich schon was heißen. (https://www.youtube.com/watch?v=MHAhNQYS9zA)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Grubentroll am 23.07.2026 | 13:21
Sagen denn die rechten Arschlöcher, die ganzen gekränkten Alpha-Hampelmännchen,
Ab dem Punkt braucht man gar nicht diskutieren mit dir.

Geh mal zum Arzt, oder nimm deine Tabletten.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: unicum am 23.07.2026 | 13:27
Wie alt bist Du eigentlich?  :P

Was hat das denn mit der Fragestellung zu tun das ich nicht weis wie denn der Mittelmeerraum zur Zeit von Homer ausgeschaut hat? Ausser eben: völlig anderst als heute.

Ich hab immer noch das Bild von Karten des Sherwood Forest vor Augen und wie der heute ausschaut,... also sind etwa noch 5% übrig.
An der Adriaküste erinnere ich mich an einige Berge aus blankem Felsen wo sich keine große Vegetation sich halten kann.

KWÜTEG GRÄÜWÖLF schrieb eben:
"- ordentliche mediterrane Landschaft? Check."

Das mag ja so stimmen (der letze Kionfilm in dem ich wirklich im Kino war war der Herr der Ringe ansonsten geh ich ins Kino um lecker chiensisch zu essen) aber ich vermute es ist eben eine "ordentliche heutige mediterrane Landschaft".

Wir wissen heute wie in Städten schon eine handvoll Bäume das Mirkoklima verändern, es versuchen Leute immer wieder neue Wälder in regionen anzuüflanzen die "wir" menschen vor langer Zeit abgeholzt haben wieder anzupflanzen.

Sehr gute Beobachtung. Haben die rechten Schneeflöckchen bei ihrem Gejammer natürlich nicht drauf geachtet. Die waren viel zu sehr damit beschäftigt, eine junge schwarze Schauspielerin im Internet zu belästigen. Aber passt ja auch in deren Bild. Alles bitte hübsch nordeuropäisch. Ist ja sonst nicht "neutral".

Bin ich wegen meiner Frage also eine rechte jammernde Schneeflocke?

Es war eine verdammte einfache Frage!
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: First Orko am 23.07.2026 | 13:29
Ab dem Punkt braucht man gar nicht diskutieren mit dir.

Geh mal zum Arzt, oder nimm deine Tabletten.

Nicht jeder Stiefel, der passend erscheint, ist für einen gedacht.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 23.07.2026 | 13:35
@Jiba, @Grubentroll, @Fuchs: Wollt ihr mal etwas durchatmen? : )



Ich habe bis jetzt auch noch keine wirklich fundierte Kritik an Nolans Odyssee  gesehen, die ich in irgendeiner Form ernst nehmen könnte. Das ist nicht provokant gemeint, ich hätte nichts dagegen, wenn ein Spezialist für Mythenverfilmung oder Homer mal genau aufdröseln würde, warum der Film in seinen Augen nichts taugt.
Aber alles, was ich bisher mitbekommen habe, ist halt die Sorte, über sich Jiba auch aufregt.  :)
&
Genau wie zwischen Skylla und Charybdis kommt niemand unbeschadet zwischen den woken und anti-woken Kritikern hindurch.
Aber es ist nunmal das Geschäftsmodell dieser Leute sich zu beschweren. Alle anderen gehen einfach ins Kino und geniessen den Film.
Nachdem ich mich kritisch zu dem Film geäußert habe (hier (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,132037.msg135356665.html#msg135356665)), fühle ich mich hier schon etwas provoziert  ;)

Zum einen entzündet sich meine Kritik nicht am zu Woke oder zu Anti-Woke sein, und trotzdem konnte ich ihn nicht genießen.
Zum anderen würde ich sie auch ungern als nicht fundiert stehen lassen und mich in "die Sorte, die Jiba beschreibt" eingeordnet sehen ;)

Der Film ist für mein Dafürhalten als Film nicht gut, unabhängig davon, dass sie eine gut Umsetzung von Homers Vorlage ist - denn eine 1:1 Umsetzung eines guten Buches macht nicht automatisch einen guten Film! Und ein Spezialist für Homer ist auch nicht unbedingt geeignet, filmische Qualitäten zu bewerten.

Wer für mich die bist dato beste, weil sehr treffende und gut begründete Kritik verfasst hat, sind die Movieamphs (https://www.youtube.com/watch?v=iS3v7SHdjwg).
Die gehen darauf ein, wie Nolen den Wesenkern von Odysseus entgegen der Vorlage verändert hat:
Nämlich von einem gewitzten, aber auch an Hybris leidenden Helden zu einem ehemaligen, an postraumatischer Belastungsstörung leidenden Soldaten - und warum er mit seiner Adaption dabei gescheitert ist.
Abgesehen von ein paar Sachen die unnötig Lächerlich gemacht wurden (zum Beispiel die Beschaffenheit des Trojanischen Pferds, die ich durchaus plausibilisiert bekommen würde), finde ich mich hier fast komplett wieder (Triggerwarnung: Sie stören sich auch am diversen Cast, weil er aus der Immersion reißt - kann ich inhaltlich Nachvollziehen, war aber im Kinobesuch bei mir überhaupt kein Problem).
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 23.07.2026 | 13:42
Es war eine verdammte einfache Frage!
Es gibt jedenfalls Olivenhaine, und die gab es zu Homers Zeiten ja auch schon. Ansonsten macht Ithaka im Film eher einen ärmlichen Eindruck: Steilküste, sehr hügelig, von schmalen Trampelpfaden durchzogen, kaum nennenswerter Ackerbau, heruntergekommene Hütten und eine einsame, steinerne Burg auf einem Felsrücken als Königssitz. Vor der Ankunft der Freier wird es aber vermutlich etwas einladender gewesen sein; im Film selber erfolgt dann noch der Hinweis respektive Vorwurf von Eumaios dem Schweinehirten, dass Odysseus ja vor zwanzig Jahren mit den besten Männern die Insel verlassen hat und seither alles schlechter wurde.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.07.2026 | 13:43
@Jiba, @Grubentroll, @Fuchs: Wollt ihr mal etwas durchatmen? : )


&Nachdem ich mich kritisch zu dem Film geäußert habe (hier (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,132037.msg135356665.html#msg135356665)), fühle ich mich hier schon etwas provoziert  ;)

Zum einen entzündet sich meine Kritik nicht am zu Woke oder zu Anti-Woke sein, und trotzdem konnte ich ihn nicht genießen.
Zum anderen würde ich sie auch ungern als nicht fundiert stehen lassen und mich in "die Sorte, die Jiba beschreibt" eingeordnet sehen ;)

Der Film ist für mein Dafürhalten als Film nicht gut, unabhängig davon, dass sie eine gut Umsetzung von Homers Vorlage ist - denn eine 1:1 Umsetzung eines guten Buches macht nicht automatisch einen guten Film! Und ein Spezialist für Homer ist auch nicht unbedingt geeignet, filmische Qualitäten zu bewerten.

Wer für mich die bist dato beste, weil sehr treffende und gut begründete Kritik verfasst hat, sind die Movieamphs (https://www.youtube.com/watch?v=iS3v7SHdjwg).
Die gehen darauf ein, wie Nolen den Wesenkern von Odysseus entgegen der Vorlage verändert hat:
Nämlich von einem gewitzten, aber auch an Hybris leidenden Helden zu einem ehemaligen, an postraumatischer Belastungsstörung leidenden Soldaten - und warum er mit seiner Adaption dabei gescheitert sind.
Abgesehen von ein paar Sachen die unnötig Lächerlich gemacht wurden (zum Beispiel die Beschaffenheit des Trojanischen Pferds, die ich durchaus plausibilisiert bekommen würde), finde ich mich hier fast komplett wieder (Triggerwarnung: Sie stören sich auch am diversen Cast, weil er aus der Immersion reißt - kann ich inhaltlich Nachvollziehen, war aber im Kinobesuch bei mir überhaupt kein Problem).

Ich beziehe mich mit meinem "bisher keine Kritik, die ich ernst nehmen kann" eher auf das, was im Web und Feuilletons so rumschwubbert.
Dass man auf filmischer Ebene den Film für nicht gut gemacht halten kann, okay, dazu kann ich selber nichts sagen, da kann ich nur feststellen, dass ich als Konsument ihn unterhaltsam fand.

Aber entgegen den Auslegungen der von dir zitierten Movieamphs, dass Nolan Odysseus so verändert habe, dass er damit den Wesenskern von Homer entstellt hätte und dadurch gescheitert wäre: das ist wiederum etwas, das sehr wohl von Homerspezialisten fundierter beantwortet werden kann als von Cineasten.
Und wie gesagt, die Resonanz aus dem akademischen Feld der Homerforscher und Althistoriker redet da nicht von Scheitern. Dass Nolan Elemente der Vorlage verändert oder weiterentwickelt, naja, das ist das, was schon Vergil gemacht hatte.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Grubentroll am 23.07.2026 | 13:51
Nicht jeder Stiefel, der passend erscheint, ist für einen gedacht.

Wollen wir echt auf dem Niveau hier im Forum diskutieren wie Jiba das tut in dem Post?
@Moderation: Und wenn ja, gilt das dann auch politisch andersrum ohne gesperrt zu werden?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.07.2026 | 13:53
Was hat das denn mit der Fragestellung zu tun das ich nicht weis wie denn der Mittelmeerraum zur Zeit von Homer ausgeschaut hat? Ausser eben: völlig anderst als heute.

Ich hab immer noch das Bild von Karten des Sherwood Forest vor Augen und wie der heute ausschaut,... also sind etwa noch 5% übrig.
An der Adriaküste erinnere ich mich an einige Berge aus blankem Felsen wo sich keine große Vegetation sich halten kann.

KWÜTEG GRÄÜWÖLF schrieb eben:
"- ordentliche mediterrane Landschaft? Check."

Das mag ja so stimmen (der letze Kionfilm in dem ich wirklich im Kino war war der Herr der Ringe ansonsten geh ich ins Kino um lecker chiensisch zu essen) aber ich vermute es ist eben eine "ordentliche heutige mediterrane Landschaft".

Wir wissen heute wie in Städten schon eine handvoll Bäume das Mirkoklima verändern, es versuchen Leute immer wieder neue Wälder in regionen anzuüflanzen die "wir" menschen vor langer Zeit abgeholzt haben wieder anzupflanzen.


Das ist ja alles gut und schön, aber hast du irgendwelche Belege, dass der Mittelmeerraum am Ende der Bronzezeit dem nordeuropäischen Klima entsprochen hätte, wie im Film oft (nicht immer) zu sehen ist? Dass wir für damals keine eins-zu-eins-Kopie heutiger Kulturlandschaften zu erwarten haben, das ist mir sehr wohl klar. Der Schiffsbauboom der Hochantike in Griechenland und Rom hat ja zur massiven Abholzung der Waldbestände geführt. Allerdings muss man nur mal antike Literatur in Sachen Landwirtschaft und Naturbeschreibungen quer lesen, da fällt schon auf, dass da Pflanzen vorkommen, die auch heute das Bild des mediterranen Raums prägen.

Die wissenschaftlichen Daten deuten auch nicht auf nordeuropäische Verhältnisse, nebenbei gesagt - sie geben Regisseuren sogar recht, wenn sie karge heiße Landschaften zeigen: https://www.scinexx.de/news/geowissen/klima-brachte-hochkulturen-am-mittelmeer-zu-fall/
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Fuchs am 23.07.2026 | 13:58
@Jiba, @Grubentroll, @Fuchs: Wollt ihr mal etwas durchatmen? : )

Naja, die Frage war durchaus ernst gemeint, denn die historischen Behauptungen sind stark angreifbar und die politischen mindestens genauso.

Wenn man also einen Film so politisiert, muss man doch damit leben, dass das dann hinterfragt wird.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 23.07.2026 | 14:01
Können wir uns bitte etwas beruhigen und sachlich bleiben? Danke!


@Jiba:

Eine "konservative" Übersetzung wäre genauso politisch und nicht neutral. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. (Wenn du mich persönlich fragst was ich bevorzuge: Ich würde eine fachliche Übersetzung wählen und bei Elementen wo eine politische Einordnung nötig ist, die jeweiligen Perspektiven anbieten.)


Vielleicht erklärt das Folgende meinen Punkt noch besser:

Erinnerst du dich an Assassin's Creed Shadows? Da war einer der Protagonisten ein schwarzer Samurai. Zwar eine historische Randfigur, aber eine Kontroverse löste es dennoch aus. Die Japaner mochten das auch nicht. Aus dem japanischen Parlament kam sogar ein Statement, dass Japan nicht durch einen schwarzen Samurai repräsentiert sei. Dafür wurden die Japaner im Internet als rassistische Gesellschaft beschimpft - übrigens von Progressiven. Aber es ist doch das Recht der Japaner sich so zu repräsentieren und repräsentiert zu sehen, wie sie wollen. Es ist doch ihre Kultur. Es steht sonst niemandem zu dies zu entscheiden. Weder Ubisoft, noch irgendwelchen Leuten aus dem Internet.
Als die "Cleopatra was black" Sache aufkam, haben sich die Ägypter beschwert. Das ging auch durch die Medien. Da hieß es auch es wären alles Rassisten. Sind die Ägypter nun alles rechte Arschlöcher, weil die sich wie die Japaner nicht fremdbestimmen lassen wollen? Das glaube ich nicht.
Bei Nolan liegt eine analoge Situation vor. Er hat ein Repräsentationsstatement gesetzt, welches ihm schlicht nicht zusteht. Nur den Griechen steht das zu.
Die können nun entscheiden, wie sie selbst dazu stehen. Nicht wir, nicht Elon Musk oder irgendwelche Internetbubbles haben das zu bestimmen. Es gibt ja schon heute durchaus positive wie auch gemischte Stimmen aus Griechenland. Es ist noch früh, mal abwarten wie es sich entwickelt, doch am Prinzip wem was zusteht ändert es nichts.

(Wenn die schlau sind, nutzen sie den Film für den Tourismus, wie Neuseeland die Herr der Ringe Filme.)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: First Orko am 23.07.2026 | 14:04
Wollen wir echt auf dem Niveau hier im Forum diskutieren wie Jiba das tut in dem Post?
@Moderation: Und wenn ja, gilt das dann auch politisch andersrum ohne gesperrt zu werden?

Ich schließe mich der Frage an und erweitere:

Soll es im Tanelorn möglich sein, rechte Arschlöcher im Allgmeinen zu adressieren, oder müssen wir Angst haben, dass sich stets jemand damit persönlich damit angegriffen fühlt und uns diesbezüglich ALLE zurückhalten?

Eine Antwort hierzu wird meinen Umgang mit diesem Forum in Zukunft nachhaltig beeinflussen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: unicum am 23.07.2026 | 14:13
Das ist ja alles gut und schön, aber hast du irgendwelche Belege, dass der Mittelmeerraum am Ende der Bronzezeit dem nordeuropäischen Klima entsprochen hätte, wie im Film oft (nicht immer) zu sehen ist? Dass wir für damals keine eins-zu-eins-Kopie heutiger Kulturlandschaften zu erwarten haben, das ist mir sehr wohl klar. Der Schiffsbauboom der Hochantike in Griechenland und Rom hat ja zur massiven Abholzung der Waldbestände geführt. Allerdings muss man nur mal antike Literatur in Sachen Landwirtschaft und Naturbeschreibungen quer lesen, da fällt schon auf, dass da Pflanzen vorkommen, die auch heute das Bild des mediterranen Raums prägen.

Die wissenschaftlichen Daten deuten auch nicht auf nordeuropäische Verhältnisse, nebenbei gesagt - sie geben Regisseuren sogar recht, wenn sie karge heiße Landschaften zeigen: https://www.scinexx.de/news/geowissen/klima-brachte-hochkulturen-am-mittelmeer-zu-fall/

Danke für den Link. das Ende der Trockenperiode ist auch in etwa die Zeit in welcher das ganze spielen soll 1200 vChr
Aber bezüglich der Belege die du einforderts: wo schrieb ich bitte ewtas voin nordeuropäischem Klima?

Mich kekst es gerade an das hier einige sofort eine rechtsorientierte Gesinnung unterstellen, nur weil man etwas hinterfrägt. Wenn man  Fragen nicht mehr erlaubt, dann ist man selbst schon vieleicht soweit links das man rechts wieder rauskommt.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Jiba am 23.07.2026 | 14:23
Mich kekst es gerade an das hier einige sofort eine rechtsorientierte Gesinnung unterstellen, nur weil man etwas hinterfrägt. Wenn man  Fragen nicht mehr erlaubt, dann ist man selbst schon vieleicht soweit links das man rechts wieder rauskommt.
Stop, Moment! Das möchte ich entschieden zurückweisen. Ich habe Kwüteg nicht zitiert, um dich anzugreifen, sondern habe das Thema Drehort als weitere Punkt angebracht, um die Bigotterie der rechten Internetbubble anzukreiden. Nicht jeder, der eine solche Frage stellt, ist ein rechtes Arschloch. Im Gegenteil: Du problematisierst es ja. Den Schreihälsen, die ich meine... denen ist diese spezielle "historische Ungenauigkeit" ja nicht einmal aufgefallen. Eine schwarze Frau als Helen von Troja zu besetzen, ist historisch ungenau, aber dass in Schottland statt am Mittelmeer gedreht wurde, das fällt nicht mal auf. Um diese Diskrepanz geht es mir.

Ich bitte um Verzeihung, wenn der Eindruck entstanden sein sollte, ich hätte dich gemeint. Es ging mir da nicht um dich, sondern um spezielle Teile der Internetbubble.

Zum einen entzündet sich meine Kritik nicht am zu Woke oder zu Anti-Woke sein, und trotzdem konnte ich ihn nicht genießen.
Zum anderen würde ich sie auch ungern als nicht fundiert stehen lassen und mich in "die Sorte, die Jiba beschreibt" eingeordnet sehen ;)

[...]

Abgesehen von ein paar Sachen die unnötig Lächerlich gemacht wurden (zum Beispiel die Beschaffenheit des Trojanischen Pferds, die ich durchaus plausibilisiert bekommen würde), finde ich mich hier fast komplett wieder (Triggerwarnung: Sie stören sich auch am diversen Cast, weil er aus der Immersion reißt - kann ich inhaltlich Nachvollziehen, war aber im Kinobesuch bei mir überhaupt kein Problem).
Auch hier: Du bist von mir nicht gemeint. Es geht mir ausschließlich um die Leute, Vorwürfe von "politisch" oder "woke" oder sonst irgendwas konstruieren. Die kommen nämlich wirklich von ganz Rechts und werden als Einfallstore genutzt, um eine ahistorische, weiße, hypermaskuline Antike als die Realgeschichte zu verkaufen. Darum geht es mir.

Dass man den Film auch blöd finden kann... nur zu! Vielleicht finde ICH ihn ja auch blöd, ich war nämlich noch nicht drin. Aber wie jetzt schon drüber gesprochen wird, kotzt mich an.
Ich werde einfach nicht schulterzuckend danebensitzen, wenn diese ganze rechte Empörungsspirale losgeht, die sich auf den sozialen Medien zuverlässig jedes Mal in die völlige Anstandslosigkeit dreht, wenn eine nicht-weiße Schauspielerin eine mythische oder fantastische Figur spielt, die Menschen aus irgendwelchen Gründen als weiß imaginieren. Oder wenn eine Frau im Kampf stärker ist als ein Mann. Oder wenn eine Transperson irgendeine Rolle in einem historischen Film spielt. Ir-gend-eine.

Eins muss uns völlig klar sein: Wenn jemand einen Film über Jesus von Nazareth machen würde und Jesus sähe nicht weiß genug aus... die würden sich auch aufregen.

Ich bin in diesem einen Punkt übrigens etwas anderes gestrickt als du, gilborn: Ich kann dieses Immersions-Argument überhaupt nicht nachvollziehen. Denn mein Zugang zu einer fiktiven Welt läuft nämlich nicht so ab, dass im Kopf eine Checkliste durchgeguckt wird, in der ich Ethnien abhake. Ich fühle mit, weil ich mit den Figuren mitempfinde. Und das kann ich völlig unabhängig davon, wie die Leute aussehen. Bei mir muss eine Person nicht weiß sein, um als mythischer Grieche durchzugehen. Es reicht, dass ich der Figur emotional zugänglich ihre Regungen abnehme. Mehr brauche ich da nicht.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 23.07.2026 | 14:28
Ich beziehe mich mit meinem "bisher keine Kritik, die ich ernst nehmen kann" eher auf das, was im Web und Feuilletons so rumschwubbert.
Dass man auf filmischer Ebene den Film für nicht gut gemacht halten kann, okay, dazu kann ich selber nichts sagen, da kann ich nur feststellen, dass ich als Konsument ihn unterhaltsam fand.
Alles gut, hatte ich durchaus auch vorhin schon so gelesen...  :d
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Grubentroll am 23.07.2026 | 14:31
Ich schließe mich der Frage an und erweitere:

Soll es im Tanelorn möglich sein, rechte Arschlöcher im Allgmeinen zu adressieren, oder müssen wir Angst haben, dass sich stets jemand damit persönlich damit angegriffen fühlt und uns diesbezüglich ALLE zurückhalten?

Eine Antwort hierzu wird meinen Umgang mit diesem Forum in Zukunft nachhaltig beeinflussen.

Ah, sehr gut. Können wir da eventuell noch hinzufügen ob "linke Spassten und Heultransen" auch adressierbar sind, oder müssen wir Angst haben, dass sich stets jemand damit persönlich angegriffen fühlt?

Alles rein hypothetisch und objektiv, natürlich.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Jiba am 23.07.2026 | 14:50
Zitat
Ah, sehr gut. Können wir da eventuell noch hinzufügen ob "linke Spassten und Heultransen" auch adressierbar sind, oder müssen wir Angst haben, dass sich stets jemand damit persönlich angegriffen fühlt?

Du weißt schon, Grubentroll, dass ich mich mit meinem Post auf die rechten Arschlöcher im Fahrwasser von Elon Musk bezog, die aus Nolans Film ein Politikum machen wollen, weil ihr fragiles, männliches Ego sich ins Höschen macht, wenn sie eine schwarze Frau in einer "weiß imaginierten" Rolle sehen.

Ich habe weder dich, noch Prisma, noch sonst irgendwen als "rechtes Arschloch" beschimpft. Ich habe lediglich gebeten, dass Prisma den Talking Points dieser rechten Arschlöcher, die eine ganz klare anti-demokratische Agenda verfolgen, doch bitte nicht auch noch glauben möge und das hier nicht auch noch wiedergeben muss. Und die Argumente, die da vorgebracht werden, halte ich auch weiterhin für ausgemachten Blödsinn.

Dass du dich angegriffen fühlst und meinst so reagieren zu müssen, sagt mehr über dich aus als über die anderen Diskutierenden hier. Und umso bezeichnender ist es, weil du ja selbst im Forum doch ganz gerne mal einsilbig und rabaukig und betont unsensibel unterwegs bist.

Ich hoffe, die Moderation weiß, was sie daraus macht, was du grade geschrieben hast.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: unicum am 23.07.2026 | 15:22
Eine schwarze Frau als Helen von Troja zu besetzen, ist historisch ungenau, aber dass in Schottland statt am Mittelmeer gedreht wurde, das fällt nicht mal auf. Um diese Diskrepanz geht es mir.

Es gibt meherer Versionen von Homer, manche meinen auch das es mehr als einen Homer gab. In einer soll Helena blond gewesen sein in einer anderen hatte sie nur "helle arme". (und in der ältesten Fassung kommt auch die Gestallt des Sinon dessen Besetzung durch Page ja auch noch sehr viel mehr shitstorm abbekommen hat - kommt auch nicht in allen versionen vor) - aber da mag jemand anderes vieleicht mehr dazu schreiben ich hab die Infos auch nur aus dem netz, mein altgrtiechisch ist etwas eingerostet und ich komm nicht an die Orginaltexte ran, wo sind die überhaupt?

Von der Schauspielerin finde ich nur ein Zitat etwas befremdlich, das sie die Odysee als Fiktion darstellet kurz darauf aber "Wakanda" feiert als darstellung afrikanischer Kultur. Das fand ich eben etwas "Höh?" aber ja das kann auch eine Vertedigung gewesen sein gegen die Vorwürfe die dann etwas (imho) daneben ging (also als wäre Wakanda keine Fiktion).

Bezüglich Schottland,... naja die meisten Filme werden nicht an historischen richtigen Schaupätzen gedreht (geht ja auch oft nicht wegen "nicht mehr im Orginalzustand"). Ich kenne keinen SF der wirlklich im All gedreht wurde,... regt sich auch niemand auf.
Odyseus war ja an recht ungewöhnlichen Orten etwa im "Haus des Hades" wo immer man das drehen soll ist eh fraglich. Also warum nicht auch Schottland? (Island wäre auch cool gewesen, Vulkane und so eben wegen Hades. Aber die armen Schauspieler in den Klamotten in den Regionen)

Stop, Moment! Das möchte ich entschieden zurückweisen. Ich habe Kwüteg nicht zitiert, um dich anzugreifen, sondern habe das Thema Drehort als weitere Punkt angebracht, um die Bigotterie der rechten Internetbubble anzukreiden. Nicht jeder, der eine solche Frage stellt, ist ein rechtes Arschloch. Im Gegenteil: Du problematisierst es ja. Den Schreihälsen, die ich meine... denen ist diese spezielle "historische Ungenauigkeit" ja nicht einmal aufgefallen.
....
Ich bitte um Verzeihung, wenn der Eindruck entstanden sein sollte, ich hätte dich gemeint. Es ging mir da nicht um dich, sondern um spezielle Teile der Internetbubble.

Überlege das vieleicht das nächste mal und mach es klarer. Ich hatte noch eine ganz andere Reply vorbereitet aber viel verworfen nachdem ich dies hier gelesen habe. Ich belasse es bei diesem rest davon:

Und im übrigen bin ich der Meinung das Kartago ... dieser Fanden mal runterkommen sollte.

Ich werde mir trozdem den Film nicht ansehen, also jedenfalls nicht im Kino, nicht unbedingt wegen der irgendetwas hier diskutiereten Sachen an sich sondern weil ich erstens eh nicht merh so oft ins Kino gehe (ich leb aufm land, das nächste Kino das was taugt is ne ecke weg) und ja - der stoff ist so oft verfilmt und ich hab zwei der Übersetzungen schon öfter gelesen das es mich einfach nicht mehr so wichtig ist.
Verfolgen tue ich die Sache trozdem, man kommt im Netz ja kaum an irgendwelchen Hatezeugs vorbei. Vor allem den Elliot Page hat es ziemlich getroffen (zugestanden als Achilles hätte ich den auch nicht haben wollen, aber als Sinon? Kein Problem) einiges war auch mehr als nur einfach geschmacklos.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Drantos am 23.07.2026 | 15:33
Du weißt schon, Grubentroll, dass ich mich mit meinem Post auf die rechten Arschlöcher im Fahrwasser von Elon Musk bezog, die aus Nolans Film ein Politikum machen wollen, weil ihr fragiles, männliches Ego sich ins Höschen macht, wenn sie eine schwarze Frau in einer "weiß imaginierten" Rolle sehen.

Ich habe weder dich, noch Prisma, noch sonst irgendwen als "rechtes Arschloch" beschimpft. Ich habe lediglich gebeten, dass Prisma den Talking Points dieser rechten Arschlöcher, die eine ganz klare anti-demokratische Agenda verfolgen, doch bitte nicht auch noch glauben möge und das hier nicht auch noch wiedergeben muss. Und die Argumente, die da vorgebracht werden, halte ich auch weiterhin für ausgemachten Blödsinn.

Dass du dich angegriffen fühlst und meinst so reagieren zu müssen, sagt mehr über dich aus als über die anderen Diskutierenden hier. Und umso bezeichnender ist es, weil du ja selbst im Forum doch ganz gerne mal einsilbig und rabaukig und betont unsensibel unterwegs bist.

Ich hoffe, die Moderation weiß, was sie daraus macht, was du grade geschrieben hast.

Ich hatte das gar nicht so verstanden, dass Grubentroll die Aussagen auf sich bezogen hat. Bei mir kam es so an, als wären die Formulierungen der Auslöser und nicht persönliche Beleidigung. Die Nachfrage war doch nur, ob man im Allgemeinen linke Arschlöcher genau als solche bezeichnen darf wie rechte Arschlöcher, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

cu Drantos
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 23.07.2026 | 15:40
Punkt 1: Es war nie ein Geheimnis das Emily Wilson Homer progressiv übersetzt hat. Das kann man übrigens auch in der Wikipedia und anderswo nachlesen. Die Qualität der Arbeit können in der Tat nur Fachexperten bewerten, aber soweit ich weiß, wird die Qualität der Arbeit gar nicht in Zweifel gezogen, sondern die Neutralität einer progressiven (d.h. politischen) Übersetzung.

Ich denke, dass Du diegleiche Sensibilität für verfälschende Übersetzungen in früheren Jahrhunderten hast und nicht einfach nur im Kulturkampf verfälschende Talkingpoints von Anti-Woken wiederholst.

Zuerst muss eine Übersetzung doch einfach nur gut sein, richtig? Ich habe mich insbesondere auf ältere Rezensionen anlässlich der Herausgabe der Übersetzung von Emily Wilson fokussiert von noch vor der Kulturkampfhysterie. Über die Formalien der Übersetzung gibt es große Übereinstimmung bei den Rezensent:innen:

Zitat
Wilsons Übersetzung im englischen Epen-Versmaß des Fünfhebigen Jambus ist flink, schlank und aufregend; sie stellt das rasche Erzählen und das mitreißende Tempo des Originals in den Vordergrund.
(The Guardian (https://www.theguardian.com/books/2025/apr/12/epic-win-why-the-odyssey-is-having-a-moment#:~:text=Wilson%20and%20Mendelsohn's%20translations%2C%20in%20some%20ways%2C,storytelling%20and%20thrilling%20pace%20of%20the%20original.))

Zitat
Es ist eine zügige, lebendige, oft magische Version des antiken Epos, die dessen anhaltende Anziehungskraft und Dringlichkeit einfängt.
(Bryn Mawr Classical Review (https://bmcr.brynmawr.edu/2018/2018.10.58/#:~:text=Corinne%20Pache%2C%20Trinity%20University%2C%20San%20Antonio.%20corinne.pache%40trinity.edu.,The%20introductory%20material%20and%20notes%20are%20excellent.))

Das sehen Du und ich gleich.

Was Emily Wilson Anspruch betrifft, zeitgemäß zu übersetzen - den hält sie nicht hinter dem Berg (https://www.alumni.ox.ac.uk/quad/article/matching-her-stride-homers-nimble-gallop):

Zitat
She speaks of to the ‘masculinist’ bias of some prominent earlier translations by men, and describes her own work as less misogynistic, and more attuned to the original text's complexity.

Jahrhunderte von Übersetzungen der Odyssee hatten ihren patriarchalen Bias in das Werk einmassiert. Beispiel "dmōes": Dies sind unfreie Personen, die als Kriegsbeute, durch Kauf oder als Geschenk in ein Haus gelangt sind, und dort zu arbeiten haben. Wie würdest Du diese Personengruppe übersetzen?

Übersetzer wie Lattimore, Fitzgerald und Fagles verwenden hier Begriffe wie "servant," "maid," "retainer,"  - Begriffe, die die Unfreiheit der dmōes verschleiern - und manchmal immerhin "thrall" oder "bondsman/bondswoman" Wilson nennt sie "slaves", denn sie sind Besitz, und in der Odyssee können Odysseus und Telemach soviele dmōes ohne Konsequenzen töten, wie sie möchten.

Die dmōes, die mit den Freiern Sex haben müssen, werden im Original als "Hündin", kyōn, beschimpft. In englischen Übersetzungen werden sie teilweise "sluts" oder "bitches", Schlampen, oder "whores" genannt, und damit wird die Beschimpfung durch die Übersetzung nochmal sexueller aufgeladen. Ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie frühere Übersetzer eigene Moralvorstellungen über das Original verfälschend draufprojiziert haben.

Hier noch ein Artikel beim Deutschlandfunk (https://www.deutschlandfunkkultur.de/neu-uebersetzung-von-homers-odyssee-aus-schlampen-werden-100.html) über diese Übersetzungsfehler.

Ich nehme an, dass Du über diese Jahrhunderte andauernde Verfälschung des Originals zur Abwertung von Frauen mindestens so empört bist wie über die vermeintliche verfälschende "feministische" Übersetzung.

Emily Wilson legt hier ihre Ansätze zur Übersetzung offen (https://honisoit.com/2018/05/emily-wilson-on-translating-the-odyssey/) - eine "heimliche "Indoktrinierung"" ist das jedenfalls nicht, und man kann sich mit ihrem Versuch, die Odyssee neutraler und ähnlicher am Original nun auseinandersetzen.

Ihrem Gegenentwurf zu den verfälschten Altherren-Übersetzungen vorzuwerfen, dass ihre Korrektur die Verfälschung sei, ist irreführend.

Mein Fazit:
Emily Wilsons Leistung besteht darin:

• Sie korrigiert die verfälschenden Untertöne der Altphilologen des 19. und 20. Jahrhunderts.
• Sie bringt den Text philologisch näher an das Original, indem sie nachträglich aufgepfropfte Moralvorstellungen entfernt.
• Sie macht die bitteren Realitäten der antiken Gesellschaft (Klassenhierarchien, Sklaverei, Gewalt) ohne romantische Verklärung sichtbar.

Die Übersetzung ist also nicht deshalb gut, weil sie „progressiv“ ist, sondern weil sie präzise, stilistisch konsequent und historisch ehrlich ist.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 23.07.2026 | 15:41
Als die "Cleopatra was black" Sache aufkam, haben sich die Ägypter beschwert. Das ging auch durch die Medien. Da hieß es auch es wären alles Rassisten. Sind die Ägypter nun alles rechte Arschlöcher, weil die sich wie die Japaner nicht fremdbestimmen lassen wollen? Das glaube ich nicht.
Hier könnte man noch anmerken, dass Cleopatra zwar über Ägypten geherrscht hat, selber aber eigentlich eine Griechin war wie alle Ptolemäer.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Jiba am 23.07.2026 | 15:51
Ich hatte das gar nicht so verstanden, dass Grubentroll die Aussagen auf sich bezogen hat. Bei mir kam es so an, als wären die Formulierungen der Auslöser und nicht persönliche Beleidigung. Die Nachfrage war doch nur, ob man im Allgemeinen linke Arschlöcher genau als solche bezeichnen darf wie rechte Arschlöcher, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

Also, entschuldige, aber „Heultransen“ ist schon mal eine Nummer härter als „Linke Arschlöcher“ (kann man auch gerne sagen, habe ich kein Problem mit). Und welche rechten Arschlöcher ich damit meine, habe ich ja deutlich gemacht. Wer dann als Erstes lauthals einfordert, auch „Transe“ im Forum sagen zu dürfen, bei dem frage ich mich schon, wo der sich wohl auf der Skala sonst so verortet.

Für mich jedenfalls gebietet es die demokratische, gute Kinderstube Leute, die rassistische oder frauenfeindliche oder transfeindliche Narrative im Netz verbreiten als rechte Arschlöcher zu bezeichnen.  Your mileage may vary.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Drantos am 23.07.2026 | 16:03
Also, entschuldige, aber „Heultransen“ ist schon mal eine Nummer härter als „Linke Arschlöcher“ (kann man auch gerne sagen, habe ich kein Problem mit). Und welche rechten Arschlöcher ich damit meine, habe ich ja deutlich gemacht. Wer dann als Erstes lauthals einfordert, auch „Transe“ im Forum sagen zu dürfen, bei dem frage ich mich schon, wo der sich wohl auf der Skala sonst so verortet.

Für mich jedenfalls gebietet es die demokratische, gute Kinderstube Leute, die rassistische oder frauenfeindliche oder transfeindliche Narrative im Netz verbreiten als rechte Arschlöcher zu bezeichnen.  Your mileage may vary.

Ich hab da keine Aktien im Spiel. Mir ist egal, was jemand schreibt. Ich wollte nur darstellen, wie ich Grubentrolls Äußerung verstanden habe. Und um das, was hier gesagt werden darf, kümmern sich erfahrungsgemäß die Moderatoren.

cu Drantos
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 23.07.2026 | 16:29
Ich glaube nicht, dass wir bei diesem Stand der Diskussion noch irgendeinen weiteren Erkenntnisgewinn bekommen, als dass man schlicht nicht einer Meinung ist und die Schnitte immer radikaler werden. 
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.07.2026 | 17:12
Ich muss auch anmerken, dass ich inzwischen auch kein Interesse mehr an diesem Strang habe. Da wird mit viel zu viel Emotion rausgehauen.

Wenn sich die Gemüter mal etwas beruhigt haben, könnte es hier wieder interessant werden.  ;)

Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: 6 am 23.07.2026 | 18:14
Mal etwas zur Auflockerung eine Top6 von Super Bunnyhop (einem langjährigen Games-Youtuberkritiker) der besten filmischen Odysee-Adaptionen (vor der Veröffentlichung des Nolan-Filmes):
Gamer Homer Shares His Top 6 Favorite Odysseys (https://www.youtube.com/watch?v=0dRvg4Xa3zE)
(Ich finde Platz 1 Klasse!  ;D)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 23.07.2026 | 18:39
Ich glaube nicht, dass wir bei diesem Stand der Diskussion noch irgendeinen weiteren Erkenntnisgewinn bekommen, als dass man schlicht nicht einer Meinung ist und die Schnitte immer radikaler werden.

Meine mit Belegen untermauerte Entgegnung  (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,132037.msg135357341.html#msg135357341)des Vorwurfs, Emily Wilson würde das Original feministisch verfälschen, ist doch aufschlussreich, findeste nicht?

Punkt 2: Im Internet wurde kritisiert, dass Nolan z.B. in Interviews einige Statements gemacht hat, die man als politische Statements zur Migration über das Mittelmeer ansehen kann. Das soll Hand in Hand gehen mit Szenen aus dem Film (schwarze Griechen), so die Kritik.
Ich vermute, das Nolan tatsächlich will, dass man dies so ansehen soll, da er alles mögliche zerdenkt und sich gewählt geäußert und Szenen so besetzt hat. Als Außenstehender steht ihm das aber nicht zu, das stünde fairerweise nur der griechischen Nation, bzw. "den Griechen" zu. (Inwieweit das aber nur ein PR-Manöver sein könnte, ist schwer zu bewerten. Wenn es ein PR-Manöver war, ist das in meinen Augen sogar negativer, weil er das Thema nebenbei kommerziell verwendet.)

Belege helfen immer einzuordnen, was jemand behauptet. Ansonsten gerät man in Gefahr, einfach nur erfundenen Quark weiter zu verbreiten, der kein Recht hat, Menschen ihre Zeit zu rauben. Einen Kommentar zu der Krise, Menschen auf der Flucht vor dem Ertrinken im Mittelmeer zu bewahren, kann ich in dem Film beim besten Willen nicht erkennen. Bevor wir das diskutieren also die Frage: Hat Nolan das wirklich gesagt und wo? Oder ist es eine bewusst oder unbewusst in die Welt gesetzte Fehlinformation?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.07.2026 | 18:40
Mal etwas zur Auflockerung eine Top6 von Super Bunnyhop (einem langjährigen Games-Youtuberkritiker) der besten filmischen Odysee-Adaptionen (vor der Veröffentlichung des Nolan-Filmes):
Gamer Homer Shares His Top 6 Favorite Odysseys (https://www.youtube.com/watch?v=0dRvg4Xa3zE)
(Ich finde Platz 1 Klasse!  ;D)

Das macht auf so vielen Ebenen neugierig, vielen Dank dafür.  :)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: tarinyon am 23.07.2026 | 18:54
Fand die Diskussion zum Film interessant, bis es wieder mal in Kulturkampf ausgeartet ist. Niemand hat da Bock drauf, außer ein paar Leuten die hier ständig miteinander in den Ring steigen und sich wegen links vs rechts battlen. Chillt mal! Ich wohne in Niederbayern. Wenn ich mich da jedesmal mit jemanden streiten würde, wenn der oder sie was sagt, was von meiner Meinung abweicht, dann wäre ich Dauer aggro.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: JohnnyPeace am 23.07.2026 | 19:27
Also, mir hat der Film gut gefallen. Sind hier im Urlaub in einer Vormittagsvorstellung für 5 Euro gewesen, krass! Ich fand der Film profitiert vom Kino, auf einem Fernseher (oder meinem Tablet) käme das Bildgewaltige nicht rüber. Die Besetzung der Figuren fand ich insgesamt gut umgesetzt. Telemachus war eine schwache Figur, aber das hat Tom Holland glaubhaft verkörpert. Es war auch schön, mal wieder einen so episch langen Film zu gucken, auch wenn das natürlich auch anstrengend war.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 23.07.2026 | 19:42
Meine mit Belegen untermauerte Entgegnung  (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,132037.msg135357341.html#msg135357341)des Vorwurfs, Emily Wilson würde das Original feministisch verfälschen, ist doch aufschlussreich, findeste nicht?

Belege helfen immer einzuordnen, was jemand behauptet. Ansonsten gerät man in Gefahr, einfach nur erfundenen Quark weiter zu verbreiten, der kein Recht hat, Menschen ihre Zeit zu rauben. Einen Kommentar zu der Krise, Menschen auf der Flucht vor dem Ertrinken im Mittelmeer zu bewahren, kann ich in dem Film beim besten Willen nicht erkennen. Bevor wir das diskutieren also die Frage: Hat Nolan das wirklich gesagt und wo? Oder ist es eine bewusst oder unbewusst in die Welt gesetzte Fehlinformation?

Ich habe mir in der jüngeren Vergangenheit so einiges an Interviews und Videos angesehen, ich habe aber keinen Apparat angelegt, weil ich nicht erwartet habe, in eine Diskussion zu kommen, in der ich alles belegen müsste. Daher, nein, ich habe das Interview nicht zur Hand. Ich könnte mich einen Abend hinsetzen und das raussuchen, aber ich sage dir klar, dafür ist mir meine Zeit, insbesondere wie hier der Ton war, zu schade. Kein Interesse mehr da. Von mir aus kannst du es also als Fehlinformation ansehen, weil ich dir keinen Beleg liefere. Ich bin mir auch nicht sicher ob es was bringen würde, beispielsweise im Star Wars Thread habe ich oft Belege aus dem Setting dargelegt, die ignoriert wurden. Aus dem ganzen ziehe ich für zukünftige Diskussionen im Tanelorn meine Schlüsse, ob und in welchem Stil da was beizutragen ist.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Chaos am 23.07.2026 | 20:15
Ich habe mir in der jüngeren Vergangenheit so einiges an Interviews und Videos angesehen, ich habe aber keinen Apparat angelegt, weil ich nicht erwartet habe, in eine Diskussion zu kommen, in der ich alles belegen müsste. Daher, nein, ich habe das Interview nicht zur Hand. Ich könnte mich einen Abend hinsetzen und das raussuchen, aber ich sage dir klar, dafür ist mir meine Zeit, insbesondere wie hier der Ton war, zu schade. Kein Interesse mehr da. Von mir aus kannst du es also als Fehlinformation ansehen, weil ich dir keinen Beleg liefere. Ich bin mir auch nicht sicher ob es was bringen würde, beispielsweise im Star Wars Thread habe ich oft Belege aus dem Setting dargelegt, die ignoriert wurden. Aus dem ganzen ziehe ich für zukünftige Diskussionen im Tanelorn meine Schlüsse, ob und in welchem Stil da was beizutragen ist.

Eine Aussage von dir zum Rest von Zeds Post wäre noch recht erhellend:

Meine mit Belegen untermauerte Entgegnung  (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,132037.msg135357341.html#msg135357341)des Vorwurfs, Emily Wilson würde das Original feministisch verfälschen, ist doch aufschlussreich, findeste nicht?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Grubentroll am 23.07.2026 | 20:44
Ich hoffe, die Moderation weiß, was sie daraus macht, was du grade geschrieben hast.

Du reagierst ganz genau wie ich es erwartet habe.

Q.E.D.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Jiba am 23.07.2026 | 21:10
Was willst du denn da demonstriert haben? Dass es Menschen gibt, die auf Beleidigungen von ohnehin bereits gesellschaftlich angegriffenen Minderheitengruppen nicht mit Schulterzucken reagieren? Ist dir gelungen. Und jetzt?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Sashael am 23.07.2026 | 21:24
Jetzt ist hier erst mal bis morgen zu.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Sashael am 24.07.2026 | 08:22
So, ich mache hier wieder auf.

Ihr dürft euch über den Film austauschen.

Und jetzt als explizite Moderationsanweisung:
Jegliche Beleidigungen, ob allgemein oder persönlich addressiert, sind zu unterlassen!

Jeder Versuch, durch Formulierungen wie "Also könnte ich hypothetisch gesprochen nicht sagen ..." u.ä. wird als Missachtung dieser Anweisung geahndet.

Über die Konsequenzen für das, was gestern hier abgegangen ist, wird noch in der Redaktion beraten.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Inquisitor_Majoris am 26.07.2026 | 22:01
Vergebe eine 3/10 für einen langweiligen, emotionslosen und heldenleeren Odyssee Film.
Mir haben die Trailer schon gereicht und hatte gar nicht vorgehabt mir den Film anzusehen. Dann hat meine Frau gemeint sie muss den Film gucken, da spielen ja Zendaya, Tom Holland, Anne Hathaway, usw. mit. Na gut, will ja mal kein Spielverderber sein und werde sie begleiten, wie es sich gehört. Um ehrlich zu sein, das Popcorn war das beste am gesamten Abend. Eigentlich mag ich ja Nolans Stil, gegen Odyssee war jedoch selbst Tenet eine Meisterleistung. Kommentar meiner Frau: Also Troja war deutlich besser mit einem halbnackten Brad Pitt und Diane Kruger war eine viel passendere Helena als bei Nolans Film. Meine größten Kritikpunkte: die Setpieces, sei es der Riese oder Circe oder die kolossalen Krieger aber auch Agamemmnon, nichts davon hat sich wie ein Abenteuerfilm nach Homer angefühlt und vor allem auch nicht der kriegstraumatisierte Odysseus. Der Film hat mich ein wenig an The Green Knight erinnert, den habe ich abbrechen müssen. 
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Runenstahl am 27.07.2026 | 00:13
Die Odyssee werde ich wohl morgen sehen. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie ich den finden werde.

Im Spoiler meine allgemeine Meinung zu Filmen und historischer Korrektheit etc.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lovecraft am 27.07.2026 | 08:58
Dieser Film ist der perfekte Beweis dafür, dass das Internet einfach scheiße ist und dass man selbst leider doch immer wieder beeinflusst wird. Als ich seinerzeit den Trailer zum ersten mal sah, war ich sehr angetan davon. Warum? Weil mir Historische Korrektheit in Filmen vollkommen Wurst ist. Ein Film soll mich unterhalten. Soll mich begeistern. Soll vielleicht sogar meine Fantasie anregen oder Kreative Kräfte mobilisieren. Das Gefühl hatte ich beim Trailer.

Aber dann hat das Internet angefangen über völlig unnötige Scheiße zu diskutieren. Hautfarbe hier. Historisch inkorrekte Kostüme da. Schauspieler XYZ ist doof. Und ich hab gar nicht gemerkt, wie mir das die Vorfreude genommen hat. Jetzt ist das Ding schon ein paar Tage im Kino und ich hab nicht einmal Anstalten gemacht zu gucken, ob und wann ich Zeit fürs Kino hätte. Und ich glaube, ich werd auch nicht mehr ins Kino gehen.

Total schade. Ich sollte das Internet einfach Internet sein lassen und wieder in die fröhliche Zeit vor dem ganzen Mist zurückgehen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Runenstahl am 27.07.2026 | 09:27
Bei mir funktioniert das genau anders herum. Wenn "Das Internet" versucht mir einzureden das XY blöd ist, dann weckt das bei mir echt Interesse an dem jeweiligen Stoff. Und mit der Einstellung finde ich die meisten Sachen dann auch längst nicht so schlecht wie man mir einreden wollte. Im Gegenteil, vieles finde ich sogar ziemlich gut.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Raven Nash am 27.07.2026 | 09:43
Mir reichen im Allgemeinen ein paar Bilder um zu entscheiden, ob ich einen Film sehen will, oder nicht. Bei diesem hier hat mir ein Blick auf die Ausstattung gereicht um zu wissen: Nö. Vielleicht mal im Streaming, wenn gratis.
Die Story ist bekannt, ich kenne mindestens 2 Verfilmungen, die mir gefallen - ich brauche keine weitere.

Und das ist auch mein Hauptproblem zur Zeit: Die ständigen Remakes, der Xte Aufguss alter Filme die nichts besser machen als das CGI.

Meistens ist es aber auch so, dass ich im Internet hochgejubelte Filme und Serien langweilig finde. Dune war so ein Fall, GoT hat's bei mir nur bis Staffel 3 geschafft, usw.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Jiba am 27.07.2026 | 09:57
Die ständigen Remakes, der Xte Aufguss alter Filme die nichts besser machen als das CGI.

Naja, nun ist die Odyssee ja kein Xter Aufguss eines Films, sondern eine eigene Interpretation eines Mythos. Das geht schon klar, wird ja alles ständig gemacht. Und Nolan als Regisseur kann man Xtes Geremake auch nicht vorwerfen: Der ist bekannt dafür, hauptsächlich originäre Filme zu machen, die nicht auf vorhandene IPs aufsetzen. Batman war da die große Ausnahme.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Weltengeist am 27.07.2026 | 18:28
Dieser Film ist der perfekte Beweis dafür, dass das Internet einfach scheiße ist und dass man selbst leider doch immer wieder beeinflusst wird.

Tatsächlich war ich bei dem Film auch kurz davor, ihn von der Liste zu streichen, weil ich so viel Negatives darüber gelesen habe. Nur weil mein Sohn den gerne sehen wollte, bin ich dann doch mitgegangen - und war total positiv überrascht.

Ich habe immer häufiger den Eindruck, dass Leute "Ich hätte dies oder das anders gemacht, wenn ich der Regisseur / Drehbuchautor / Produzent wäre" mit "Der Film ist schlecht" verwechseln. Sie entwickeln im Vorfeld eine (teils sogar krass detaillierte) Vorstellung, wie der Film sein soll, und sind dann überracht und verärgert, dass der Film davon abweicht. Wirklich völlig unverständlich, dass niemand sie zum Regisseur gemacht hat, sondern so einen Kretin wie beispielsweise Christopher Nolan...  ::)

Für mich selbst ist es zunehmend heilsam, mit möglichst wenigen Vorab-Erwartungen ins Kino zu gehen und sich einfach mal auf das einzulassen, was sich die Kreativen da gedacht haben. Ohne Vergleiche mit irgendwelchen Vorgängern, Buchvorlagen, Genrevertretern oder eigenen Vorstellungen. Dann findet sich nämlich in überraschend vielen Filmen etwas (oder sogar viel) Gutes. Und falls nicht: Nicht "hat mir nicht gefallen" mit "ist scheiße" verwechseln. ;)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Horsinand am 27.07.2026 | 18:39
Bei mir wächst der Film im Nachhinein. Ich denke über Details nach (wie den Inhalt des Gesangs der Sirenen). Für viele diese Details bleibt beim Schauen oft keine Zeit, weil der Film so lange dauert 😉
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 27.07.2026 | 20:38
(wie den Inhalt des Gesangs der Sirenen).
...wait what?
Das ist an mir vorbei gegangen, magst du in nem Spoiler schreiben was der Inhalt war?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Horsinand am 27.07.2026 | 21:14
Sinngemäß und für mich der Kern
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Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 27.07.2026 | 22:12
Mag man ja anders sehen, aber ich denke, Nolan ist der falsche Mann, um Mythen zu verfilmen. Er hat einen mythischen Stoff genommen und diesen, Zyklop, Circe usw. hin oder her, im Prinzip entmythisiert. Relativer Realismus ist das was Nolan gut bis sehr gut kann. Aber eine Odyssee muss in meinen Augen mythisch sein. Zack Snyder zum Beispiel kann das besser. Sein 300 ist die Comicverfilmung eines historischen Ereignisses, welches er mythisiert hat. Nolans Odyssee ist ein Mythos welches Nolan auf seinen Realismus heruntergebrochen hat. 
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 27.07.2026 | 22:16
Mag man ja anders sehen, aber ich denke, Nolan ist der falsche Mann, um Mythen zu verfilmen. Er hat einen mythischen Stoff genommen und diesen, Zyklop, Circe usw. hin oder her, im Prinzip entmythisiert.
Darf ich fragen, ob Du den Film auch gesehen hast?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Vash the stampede am 27.07.2026 | 22:30
@Prisma. Was genau hat Zack Snyder mythisiert, dass noch nicht im Comic drin war?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Runenstahl am 27.07.2026 | 22:59
Komme gerade aus dem Kino. Vermutlich werde ich nochmal drüber schlafen müssen, deshalb hier nur ein Sammelsorium aus meinen noch frischen Eindrücken:

Was mir nicht gefallen hat:
- Man hatte viel Geld für Kulissen aber alles wirkt trostlos und "meh". Troja wirkt wie eine Ansammlung von Lehmhütten und Ithaka ist im Prinzip eine Ruine. Zumindest bei Troja hätte es mMn die Botschaft des Films noch unterstreichen können wenn man hier eine wirklich prächtige Stadt mit Farbenfroh gekleideten Bewohnern verwüstet hätte.
- Überhaupt wirkt alles künstlich düster und melancholisch. Klar, das soll ein Stilmittel sein aber wenn alles so aussieht ist es eher ein Einheitsbrei aus dem nichts mehr hervorsticht.
- Ich habe mich zwar nicht gelangweilt aber zeitweilig war mir der Film dann doch ein wenig zu lang. Beisst sich mit dem Imax-Format, aber als Mehrteiler würde die Geschichte vielleicht sogar besser funktionieren. Sie ist nunmal sehr episodenhaft.
- Der Typ der eine Reihe hinter mir die erste Hälfte des Films mit offenem Mund Popkorn gemampft hat.

Was mir gefallen hat:
- Jemand hatte es schon geschrieben, aber ich kann dem nur zustimmen: Man lernt die Freier zu hassen und kann es kaum erwarten das sie ihren gerechten Lohn erhalten.
- Ich mag es wenn Charaktere nachvollziehbar agieren.
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- Der Film als Ganzes. Eine runde Sache die eine komplette Geschichte erzählt.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 27.07.2026 | 23:15
Darf ich fragen, ob Du den Film auch gesehen hast?
Nein, noch nicht. Ich werde mir den nicht im Kino anschauen. Vielleicht später auf irgendeiner Plattform. da der Film bei mir keine Priorität hat. Ich fand den Trailer schon underwhleming.  Mittlerweile gibt es aber genügend repektable und ausführliche Reviews, einige auch hier gepostet, mit denen man ein gutes Bild bekommt. Die Szenen die dort beschrieben und diskutiert wurden, lassen meinen Schluss zu. Nolan fährt wieder seinen relativen Realismus, mit wenn auch technisch beeindruckenden Prisen, wo es nicht anders geht. Muss ja nichts schlechtes sein, aber bei Mythen oder selbst Superhelden klappt das nicht so gut, denke ich. Bei Batman hat es total gut geklappt, weil der keine Kräfte hat und man diese Figur relativ realistisch darstellen kann. "Nolans Superman" oder "Nolans Avengers" stelle ich mir dagegen nicht sehr passend vor.   


@Prisma. Was genau hat Zack Snyder mythisiert, dass noch nicht im Comic drin war?
Nein, ich meine nicht den Inhalt, sondern die Art und Weise wie er das umgesetzt hat. Da spürt man den Mythos regelrecht. Schon die Trailer haben sich so angefühlt.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 27.07.2026 | 23:46
Er hat einen mythischen Stoff genommen und diesen, Zyklop, Circe usw. hin oder her, im Prinzip entmythisiert. ... Nolans Odyssee ist ein Mythos welches Nolan auf seinen Realismus heruntergebrochen hat.

Das sind wagemutige Thesen, die Du ohne Kenntnis des Filmes aufstellst.

Der Zyklop, und insbesondere seine "Stimme", die ekelhaftest eindrucksvollste Tranformationsmagie der Circe, die seit "American Werwolf" auf der Leinwand lief, und ein eindrucksvoller Hades waren durchaus mythisch. Und der Soundtrack ist auch nicht von dieser Welt. Das Ganze ist nicht grau-blau-dunkel-slow-motion-überzeichnet wie Zack Snyder es immer macht, aber trotzdem mythisch.

"Bähm" macht es gerade von Emily Wilson, der Übersetzerin, die die neueste Odyssee-Übertragung ins Englische vorgenommen hat, und die Nolan nach eigener Aussage fürs Drehbuch inspiriert hat: Sie stellt Nolans Verfilmung eine enttäuschte Kritik aus. (https://www.lrb.co.uk/the-paper/v48/n14/emily-wilson/an-uncomplicated-man)

Bevor sich wer auf die wenigen Stellen ihrer Kritik stürzt, die aus einer politischen Perspektive formuliert sind, hier ihr Hauptkritikpunkt, wie ich ihn verstehe: Sie findet, dass Nolan die Odyssee sehr unterkomplex umgesetzt hat, ich denke, man könnte auch "oberflächlich" sagen. Ich finde, dass sie das gut argumentiert und kann nicht recht widersprechen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Prisma am 28.07.2026 | 07:44
Wagemutige Thesen, ohne Kenntnis:
Jain, ich denke mir ja keine Dinge aus, sondern beziehe mich auf das was in Rewievs rauf und runter diskutiert wurde.

Stimme des Zyklops/Circe/Hades:
Das meine ich ja mit technisch beeindruckenden Prisen. Die Stimme und Circe sollen das Beste an dem Film sein, da sind sich viele - sogar die härtesten - Kritiker einig. Der Hades wird durchmischter gesehen. Der Soundtrack wird auch durchmischt gesehen.

Emily Wilsons Kritik:
Habe ich auch schon gesehen. Da stimme ich dir zu.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: First Orko am 28.07.2026 | 08:23
Der Zyklop, und insbesondere seine "Stimme", die ekelhaftest eindrucksvollste Tranformationsmagie der Circe, die seit "American Werwolf" auf der Leinwand lief, und ein eindrucksvoller Hades waren durchaus mythisch. Und der Soundtrack ist auch nicht von dieser Welt. Das Ganze ist nicht grau-blau-dunkel-slow-motion-überzeichnet wie Zack Snyder es immer macht, aber trotzdem mythisch.

Na also so ganz fürchterlich daneben liegt Prisma aber nicht, wenn er Nolan an der Stelle einen Hang zur Entmystifizierung (wie zum Beispiel auch bei Batman) unterstellt, finde ich. Diese Odyssee kann man zumindest auch als Heimfahrt eines traumatisierten Soldaten deuten und damit als quasi-realistische Umdeutung der Figur mit der Überlegung "Wie könnte die Figur von Odysseus gewesen sein, damit sich so ein Mythos drum entspinnt?". Der Begriff Mythos ist halt zum Einen geisteswissenschaftlich ausführlich definiert, wird dann aber in der Breitenwahrnehmung ziemlich vage und auf sehr viel unterschiedliche Arten benutzt. Des Einen Mythos kann durchaus des Anderen Dekonstruktion sein. So finde ich zum Beispiel gerade die "trostlos und meh"-Ästhetik der Umgebungen sehr passend für die angestrebte Stimmung und der Soundkulisse... mich hatte das an die stellenweise entrückt-surrealen Kulissen des 2015er Macbeth erinnert.
Auf sowas muss man aber auch Lust haben. Wer da mit der Erwartung einer bildgewaltigen, pompös ausgestatteten Heldenerzählung reingeht wird bitterlich enttäuscht werden. Diese gab es schon und Nolan hatte offensichtlich keine Lust, sich dieser Tradition hinzugeben - und das muss ein legitimer Ansatz für einen Filmschaffenden sein, denn es trägt zur Vielfalt bei, zu unterschiedlichen Blickwinkeln, zu Gesprächen über die eigenen Vorstellungen usw. Wie langweilig, trostlos und meh wären unsere Medien, wenn man mit einem alten Stoff nicht auf komplett unterschiedliche Arten spielen könnte/dürfe und dieselbe Geschichte immer wieder auf neue Art erzählen?

Gefallen muss nicht jede Variante allen - aber dass dies so ist, ist keinerlei Qualitätskriterium für irgendwas.

Ich persönlich fand den Film zumindest angemessen episch in seiner Bild- und Tongewalt und auch erzählerisch auf ein gewisse Art "vage" gehalten, als dass er zu Interpretation und Diskussion einlädt. Und das sind für mich alles Eigenschaften, die einen GUTEN Film ausmachen. Zum Mythos hatte ich bisher bis auf gewissen popkulturelle Klischeevorstellungen ansonsten keinen Zugang, habe jetzt aber Lust bekommen, mich mit dem Text genauer zu befassen - und das ist ja auch mal eine positive Wirkung, würde ich meinen  8)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Crimson King am 28.07.2026 | 08:27
Zak Synders Verfilmung einer maximal toxischen Glorifizierung von Gewalt als Mythisierung von irgendetwas zu bezeichnen, hat auch was. Das mythisiert vor allem Sachen, die meines Erachtens eher geächtet werden sollten.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Jiba am 28.07.2026 | 08:30
Vorsicht, CK. Keine Politik im Thread. Sonst fühlen sich Leute wieder angesprochen.  8]
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Runenstahl am 28.07.2026 | 09:20
Drüber geschlafen (und davon geträumt). Die Odyssey ist ein gewaltiger Film. Einer der nicht in das Schema meines geliebten Popkorn-Kinos pass, ein Film der mich auch danach noch beschäftigt hat.

Ich habe auch Wilsons Kritik gelesen (danke für den Link Zed) und muss ihr in weiten Teilen beipflichten, komme aber zu einem anderen Schluss. Die Odyssey ist wie alle Geschichten nur eine mögliche Interpretation des Stoffes. Und so oberflächlich ist sie nicht. Odysseus ist ein gespaltener "komplizierter" Mann zwischen Pflicht, Verantwortung, Liebe und Stolz. Das bringt der Film sehr gut rüber. Ich bin mir auch nicht sicher ob die Odyssey an sich wirklich so eine tiefgründige Geschichte ist. Letztlich ist es eine klassische Heldenreise mit dem "Twist" das hier Odysseus und seine Mannschaft für ihre Fehler bezahlen müssen. Auf jeder Station lassen ein paar seiner Männer ihr Leben und am Ende bekommen die Freier ihre Strafe.

Es gibt im Film mMn ein paar kleinere Ungereimtheiten, aber der Gesamteindruck bleibt für mich sehr gut. Als jemand der Popkornkino bevorzugt und um Filme mit bedeutungsschwangeren Botschaften lieber einen Bogen macht, gebe ich ihm 7 von 10 heilige Kühe. Wer Interstellar und Inception richtig gut fand wird den Film vermutlich deutlich besser bewerten.

Ich freue mich jedenfalls das es der toxischen Meute nicht gelungen ist den Film runterzuziehen. Das mag daran liegen das der Stoff hier universeller ist und auch nicht-Nerds ins Kino zieht, während bei anderen Projekten die Zielgruppe deutlich kleiner und damit leichter zu beeinflussen ist. Wie schon bei anderen Filmen und Serien waren viele der Behauptungen die im Vorwege getroffen wurden einfach falsh oder letztlich bedeutungslos für dem Film. Das Kino bei uns war jedenfalls recht gut besetzt.

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Trägt kaum zu meiner Wertung bei, aber der Vollständigkeit halber noch ein paar Kleinigkeiten über die ich mich beim Sehen und Nachdenken gewundert habe:
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Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Raven Nash am 28.07.2026 | 11:31
Zitat
- Ist es wirklich relevant ob man korrekte Schiffe und Rüstungen verwendet oder reicht es wenn die Ausstattung den Erwartungen vom antiken Griechenland entspricht ? Immerhin stellt quasi die gesamte griechische Kunst alle Helden Trojas auf eine Art und Weise dar die eher an 300 erinnert als an historisch korrekte Gestalten.
Welche "griechische Kunst" denn? Ist ja nicht so, als gäbe es da nicht auch eine Menge Epochen. Auf den diversen Vasen, Mosaiken, usw. sind die Helden jedenfalls meistens nackt - heißt das, dass Odysseus also im Lendenschurz herumlief (oder ganz ohne)?
Wohl eher nicht.
Und wie Waffen und Rüstungen diverser Epochen in dem Kulturkreis aussahen, weiß man inzwischen durchaus. Die Infos sind auch nicht schwer verfügbar. Liegt also nur am Wollen, nicht am Können.
Ein Langschiff ist auch kein Ersatz für eine Bireme (und wenn man es ausleiht und beschädigt, sollte man den Schaden auch bezahlen, das nur nebenbei). Gäbe es auch einige Nachbauten, genau wie für die Langschiffe. Auch wieder ein Wollen, nicht Können.

Aber Nolan macht halt einen auf Ridley Scott, der auch gerne "historische" Stoffe verfilmt, um alles Historische dann mit Füßen zu treten.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Runenstahl am 28.07.2026 | 11:40
Wie gesagt, diese Version der Odyssey ist halt eine mögliche Interpretation. Wem es wichtig ist das alles historisch korrekt ist, der muss halt auf eine andere Version warten. Meines Wissens nach gibt es bislang keine die diese Ansprüche erfüllen würde.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Eisenmeile am 28.07.2026 | 11:49
Selbst die Erstaufführung der Odyssee war höchstwahrscheinlich nicht historisch korrekt (Kostüme und Theaterwaffen, die sich grob auf Homers Lebzeiten datieren lassen, stellen halt den Stand der Mode/Kriegsführung um 600 v. Chr. dar, nicht den von 1000 v. Chr. oder gar früher).
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 28.07.2026 | 11:57
Auf den diversen Vasen, Mosaiken, usw. sind die Helden jedenfalls meistens nackt - heißt das, dass Odysseus also im Lendenschurz herumlief (oder ganz ohne)?

Wer einen Eindruck von den Schilderungen im Epos bekommen möchte und von Emily Wilson, die aus ihrer Übersetzung vorliest, kann sich folgenden Ausschnitt ihrer Lesung geben. Und jungejunge, Emily Wilson brennt für die bluttriefende Vorlage!  ;D Von Homers Formulierungen und von Wilson plastischem Vortragestil kann sich so manche SL eine Scheibe abschneiden.

"Bloodshed (https://www.tiktok.com/@w.w.norton/video/7666153941121518879?is_from_webapp=1&sender_device=pc&web_id=7667514488460363286)": Emily Wilson liest spielt den Moment, in dem Odysseus die Freier (nackt!) zu töten beginnt, 90 Sekunden. (Es ist ein zwar tiktok, aber auf einem PC spielt es über den Browser ab, also ohne Anmeldung, quasi wie auf youtube.)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Eisenmeile am 28.07.2026 | 12:04
Zitat
Nämlich von einem gewitzten, aber auch an Hybris leidenden Helden zu einem ehemaligen, an postraumatischer Belastungsstörung leidenden Soldaten
Zitat
nichts davon hat sich wie ein Abenteuerfilm nach Homer angefühlt und vor allem auch nicht der kriegstraumatisierte Odysseus

Sag mir, dass du die Odyssee nie zu Ende gelesen hast, ohne es zu sagen.

Zitat
Was hat das denn mit der Fragestellung zu tun das ich nicht weis wie denn der Mittelmeerraum zur Zeit von Homer ausgeschaut hat? Ausser eben: völlig anderst als heute.

Homer hat mutmaßlich den Mittelmeerraum zur Zeit des trojanischen Krieges auch nicht gekannt.
Aber wir Wissen zumindest, wie Ithaka laut seinem Protagonisten zu der Zeit aussah: eine karge Insel, auf der fast nichts wächst, und die nur zur Zucht von Ziegen und Schweinen taugt. So äußert sich Odysseus gegenüber Kalypso, als er seine Heimat mit dem paradiesischen Ogygia vergleicht (auch wenn er fast unmittelbar darauf hinzufügt, dass er trotzdem zurück will - weil Ithaka zwar nicht schön, aber eben seine Heimat ist).
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 28.07.2026 | 12:18
Hang zur Entmystifizierung

Also ne, da geht die überspitzte Formulierung "Entmystifizierung" deutlich zu weit.

Nolans Erzählstil wird häufig als nüchtern oder auch als unterkühlt beschrieben. Dem würde ich mich anschließen.

Wer einen Mythos nüchtern erzählt, entmystifiziert ihn nicht. Wer den Mythos entmystifiziert, entmystifiziert ihn.

Das wäre der Fall gewesen, wenn der Zyklop von Hafþór Júlíus Björnsson als Einsiedler mit Augenklappe gespielt worden wäre, die Laistrygonen schlicht als kannibalisch lebendes Volk gezeigt worden wären und Kalypso, Circe und vielleicht auch die Sirenen als Teil eines Volkes, das für die Griechen unbekannte, weniger restriktivere Sexualmoral- und Beziehungs-Vorstellungen hat, analog dazu, als die britische Besatzung der Bounty in historischen Zeiten auf die Menschen Tahitis trafen - die wollten da lieber auch bleiben. Die Hades-Dialoge hätten in einer entmystifizierten Version höchstens Drogen- oder Fieberträume sein können.

Sind sie aber nicht. All diese mythischen, mythologischen Aspekte sind ungebrochen in Nolans Version. Gut, er hat die Gottheiten etwas zurückgefahren, aber die Toten erstehen trotzdem auf, um einen Schnack zu halten, und Odysseus' Männer werden trotzdem in Schweine transformiert.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Raven Nash am 28.07.2026 | 12:31
Emily Wilson liest spielt den Moment, in dem Odysseus die Freier (nackt!) zu töten beginnt, 90 Sekunden. (Vorsicht: Es ist ein tiktok!)
Ich hab kein tiktok und werd's auch nicht anklicken - aber wirft Odysseus in dem Moment nicht sein Gewand (die Tarnung) ab, und ist deshalb darunter nackt?
Er wird jedenfalls nicht vor Troja gestanden haben, mit nichts als seiner Männlichkeit zum Schutz.  ~;D
Da wird er wohl eine Rüstung getragen haben.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: gilborn am 28.07.2026 | 12:38
Was mich verfolgt, seit ich den Film gesehen habe (Dafür, dass er mir im Kino nicht so gefallen hat, beschäftigt er mich auf jeden Fall schon geraume Zeit):

Kann die Irrfahrt vielleicht so gedeutet werden, dass es sich um die inneren Dämonen von Odysseus gehandelt hat?
(Dass das Mystische quasi etwsa Psychologisches ist)

Leider komme ich mit dem Gedanken nicht so recht auf einem grünen Zweig - mich würden eure Gedanken dazu interessieren.

Interessant in dem Zusammenhang:
Ich frage mich, warum er bei der Begegnung mit den Riesen Rüstungen hinzugefügt hat - und die hatten markante Helme, die mich durch den Sehschlitz durchaus an die seltsamen Rüstungen der Trojaner erinnert haben. Eventuell eine Angstprojektion von Odysseus?

(die Rüstungen können natürlich auch aus praktischen Gründen gemacht worden sein - man wollte auf CGI verzichten, und echte Riesen sind vermutlich schwierigker als überdimensionale Rüstungen)

Rund wird es leider dadurch auch nicht so recht, weshalb ich vermute ich überinterpretiere das Ganze.
Aber ganz los lässt es mich nicht.

Noch verrückter, und noch weniger Rund, und noch mehr überinterpretiert, ich bin versucht es in Spoiler zu packen:
Agamemnons Maske sieht fast wie eine Batman Maske aus - Sind die Stationen von Odysseus Stationen in Nolans Schaffenswerk?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Weltengeist am 28.07.2026 | 12:56
Ich frage mich, warum er bei der Begegnung mit den Riesen Rüstungen hinzugefügt hat

Das habe ich auch überhaupt nicht verstanden. Es passt null zur Kulturstufe (des Films allgemein und der Laistrygonen als "Primitive" im Original im Besonderen). Und es war vollständig lächerlich - drei Minuten nach der Landung wimmelt der Wald von vollständig kriegsgerüsteten Typen, die aussehen wie die Zylonen aus Kampfstern Galactica. Sie trägt auch nichts wirklich zur Handlung bei außer dem Dezimieren der Mannschaft. Für mich die einzige wirklich schwache und völlig unpassende Sequenz des Films - oder kriege ich hier irgendwas nicht mit?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 28.07.2026 | 13:06
Ich hab kein tiktok und werd's auch nicht anklicken - aber wirft Odysseus in dem Moment nicht sein Gewand (die Tarnung) ab, und ist deshalb darunter nackt?

Ja, aber auf einem PC kannst Du das tiktok (https://www.tiktok.com/@w.w.norton/video/7666153941121518879) über den Browser anschauen, ohne Anmeldung, quasi wie auf youtube.

Genau, Odysseus zerreißt seine Lumpen, springt auf den Tisch, und Sekunden später fließen zwei Ströme Blut aus den Nasenlöchern des ersten Freiers, der eben noch seinen Wein geschwenkt hat.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Zed am 28.07.2026 | 13:22
Dass Hybris die erste Sünde in Homers Odyssee ist - hier brüllt Odysseus dem geblendeten Zyklopen seinen Namen zu, macht sich Poseidon zum Erzfeind und letztlich gehen deshalb alle Schiffe und Gefährten von Odysseus zugrunde - greift auch Nolan auf.

In aktuellen Interviews wird Nolan darauf angesprochen, und er widerspricht nicht, dass seine Odyssee eine Art Fortsetzung von "Oppenheimer" sei: Zeigt der Film "Oppenheimer" den Weg hin zum Zivilisationsbruch, zur Atombombe, weil Oppenheimer es kann, zeigt die Odyssee, was nach dem Zivilisationsbruch, dem Verrat aufgrund des trojanischen Pferdes, mit dem Verantwortlichen Odysseus und der Gesellschaft geschieht.

Man kann sowohl Homers als auch Nolans Odyssee als Irrungen eines Smartass und seiner Läuterung verstehen, bei Nolan ist das Thema "Schuld und (Versuch der) Sühne" deutlicher.

Kann die Irrfahrt vielleicht so gedeutet werden, dass es sich um die inneren Dämonen von Odysseus gehandelt hat?

Ich denke, man kann schon Homers Odyssee so interpretieren und ja, Nolans Odyssee ebenfalls.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Raven Nash am 28.07.2026 | 14:22
Es gibt eine Verfilmung (aus den 90ern, denke ich), die die diversen Stationen der Odyssee überhaupt als Fieberträume darstellt, in denen Odysseus vor allem mit dem Tod seiner Kameraden klarkommen muss. Und seiner eigenen Hybris, die dafür ausschlaggebend ist.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 28.07.2026 | 16:05
Kann die Irrfahrt vielleicht so gedeutet werden, dass es sich um die inneren Dämonen von Odysseus gehandelt hat?
(Dass das Mystische quasi etwsa Psychologisches ist)
Natürlich kann man die Irrfahrt psychologisch interpretieren oder als Fiebertraum des Odysseus o.ä.. Aber textgeschichtlich ist die Irrfahrt der viel ältere Text, der wohl auch mal für sich allein stand. Der Held dieser Geschichte ist vermutlich auch gar nicht Odysseus gewesen. Das trojanische Pferd, die Plünderung Trojas und die Ermordung der Stadtbevölkerung, der Zorn des Poseidon und schließlich die Heimkehr sowie der Kampf mit den Freiern ist eine erst später hinzugedichtete Rahmenhandlung.
Übrigens ist Ithaka auch kein zufällig ausgewählter Ort. Die Insel wurde vermutlich ausgesucht um Odysseus Heimatliebe noch zu unterstreichen, denn auf Ithaka gab es keine Pferdezucht und das bedeutete im antiken Griechenland, die Gegend war so ziemlich das letzte -  da wollte man nicht tot übern Zaun hängen. ;)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: unicum am 28.07.2026 | 16:09
Selbst die Erstaufführung der Odyssee war höchstwahrscheinlich nicht historisch korrekt (Kostüme und Theaterwaffen, die sich grob auf Homers Lebzeiten datieren lassen, stellen halt den Stand der Mode/Kriegsführung um 600 v. Chr. dar, nicht den von 1000 v. Chr. oder gar früher).

Ganz allgemein (ich hab den Film ja auch noch nicht gesehen) prägen solche Filme eben auch manchmal die Vorstellung.

Ich verweise nur mal darauf das es unsägliche Schwarz/Weis Filme gab in denen "Ritter" mit Krahn aufs Pferd gehieft wurden weil man eben dachte "so wird das gewesen sein!" - sicher ist das eigentlich besser geworden und die größten Schnitzer werden abgefangen weil man auch in Hollywood nun mal für sowas experten zur rate zieht. Aber manchmal muss es eben nochmal eine Schippe mehr sein.

Klar gehen die wenigsten in Filme wie diesen um "historsiche Korrektheit" zu sehen, aber es würde mich eben nicht wundern wenn einige aus dem Kino kommen und es dann eingebrannt ist wie es zur Zeit in der das Epos spielt ausgesehen hat. Wobei sicherlich nirgends im Film gesagt wird "welche Zeit es denn sein soll?" (oder? heist es irgendwann an einem Dienstag 9:30 1100 bC?)

Aber das ist eben in Zeiten in denen viel über soziale Medien gerlernt wird eben nochmal eine Schippe schlimmer als für ältere Generationen die eben den Homer einfach mal so aus einem Buch gelesen haben, mit Illustrationen auf roten Vasen im Museum dazu oder Bleistiftzeichnungen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Raven Nash am 29.07.2026 | 07:47
Ich verweise nur mal darauf das es unsägliche Schwarz/Weis Filme gab in denen "Ritter" mit Krahn aufs Pferd gehieft wurden
Also ich kenne da nur "The Court Jester", und der ist in Farbe und war damals schon eine Komödie.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 29.07.2026 | 10:01
Ich haben den Film jetzt im Original gesehen und ich fand, es war ein ganz ordentlicher Unterhaltungsfilm bei dem Nolans Handschrift gut erkennbar war. Kein Mega-Sommer-Blockbuster, sondern eher ein aufwendiger Film der nachdenklichen Töne. Gut gefallen hat mir, dass die Atmosphäre streckenweise schön archaisch war, dass Zeus‘ Gesetze ein Witz waren und zwar fast die ganze Zeit über, es gab einige schöne Bilder und die Erzählstruktur war auch nicht uninteressant. Insofern war alles gut.
Weniger gut war die altbekannte Schwäche Nolans, sich fast schon zu weigern einem seine Charaktere näher zu bringen. Es ist, als wenn der Zuschauer auf keinen Fall Empathie oder eine Beziehung zu den Figuren aufbauen soll. Das war hier, aufgrund der Episodenhaftigkeit, aber ohnehin schwierig.
Das andere, eigentlich noch gravierendere Problem ist, dass der Film ziemlich zerredet wird. Es ist kein Vertrauen in den Zuschauer da, dass dieser die Situation einordnen kann und die richtigen Schlüsse daraus zieht, und vor allem auch den Subtext mitbekommt. Nein, es kommt häufig ein begleitender Kommentar von den handelnden Personen selber, der meistens einfach überflüssig ist und ohne den der Film vermutlich doppelt so gut geworden wäre. Das wurde hier aber auch schon von anderen erwähnt und ich kann nun bestätigen: Ja, es stört und war größtenteils echt unnötig.
Gut war noch, dass Christopher Nolan Szenen durchaus eigenwillig interpretiert, und so auch mal ein neuer Blickwinkel entsteht. Alles in allem war es zum größten Teil solide Unterhaltung, wenn auch in meinen Augen jetzt nicht der ganz große Wurf oder gar Nolans beste Arbeit. Ich habe allerdings auch nichts gesehen, was den momentanen Hype vor allem in den Staaten wirklich nachvollziehbar macht, aber gut - muss man vielleicht noch sacken lassen.
Allerdings hatte ich für dieses Monster-Budget eigentlich größere Schauwerte erwartet, und was die Besetzung anbelangt - gar nicht mal die von Helena -, so hätte man über den einen oder anderen Part, ganz sicher aber über Matt Damon ruhig nochmal reden können. Ich hab gar nix gegen ihn, aber als Odysseus wirkte er streckenweise nicht so wirklich auf der Höhe und sonderlich verschlagen schon mal gar nicht. Tom Holland kam für meine Begriffe zu Beginn auch hin und wieder mal ins schwimmen, Charlize Theron hingegen wirkte gelangweilt, aber dafür hat Edward Cullen seine Sache durchgehend gut gemacht.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
7/10 mit Epos-Bonus

(https://www.slashfilm.com/img/gallery/circe-christopher-nolan-the-odyssey-actress-samantha-morton/intro-1784297526.webp)
Kann es etwas schöneres geben, als eine Einladung zum Essen bei Circe?
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Grashoffer am 29.07.2026 | 10:26
Das andere, eigentlich noch gravierendere Problem ist, dass der Film ziemlich zerredet wird. Es ist kein Vertrauen in den Zuschauer da, dass dieser die Situation einordnen kann und die richtigen Schlüsse daraus zieht, und vor allem auch den Subtext mitbekommt. Nein, es kommt häufig ein begleitender Kommentar von den handelnden Personen selber, der meistens einfach überflüssig ist und ohne den der Film vermutlich doppelt so gut geworden wäre. Das wurde hier aber auch schon von anderen erwähnt und ich kann nun bestätigen: Ja, es stört und war größtenteils echt unnötig.

Das wird vermutlich auf neuerliche Sehgewohnheiten zurückzuführen sein, was Matt Damon selbst vor ein paar Monaten angeprangert hatte. Es geht darum, dass viele Leute Filme und Serien via Streaming schauen und nebenbei mit ihrem Smartphone herumspielen und dadurch weniger konzentriert auf den Film sind und daher dieses "Zerrede" benötigen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Ob etwas dran ist? Vermutlich. (Obwohl die Leute früher vor der Flimmerkiste auch andere Dinge wie Essen oder Bügeln getan hatten...)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Kurna am 29.07.2026 | 11:04
Das wird vermutlich auf neuerliche Sehgewohnheiten zurückzuführen sein, was Matt Damon selbst vor ein paar Monaten angeprangert hatte. Es geht darum, dass viele Leute Filme und Serien via Streaming schauen und nebenbei mit ihrem Smartphone herumspielen und dadurch weniger konzentriert auf den Film sind und daher dieses "Zerrede" benötigen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Ob etwas dran ist? Vermutlich. (Obwohl die Leute früher vor der Flimmerkiste auch andere Dinge wie Essen oder Bügeln getan hatten...)
Und deshalb zum Beispiel die Fernserie Police Squad vorzeitig abgesetzt wurde, weil das Studio meinte, der enthält zu viele Gags, die die Zuschauer dann verpassen. Erst als Film The Naked Gun hatte die gleiche Idee dann großen Erfolg. :)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Eisenmeile am 30.07.2026 | 18:42
Ganz allgemein (ich hab den Film ja auch noch nicht gesehen) prägen solche Filme eben auch manchmal die Vorstellung.

Und? Dann haben eben ein paar Leute ein paar falsche Vorstellungen, das ficht mich nicht an.

Sollen ein paar Leute doch glauben, dass Ritter sich in ihren schweren Rüstungen kaum bewegen konnten, dass Dinosaurier im Grunde große Echsen ohne Federn waren, dass Jack the Ripper hauptsächlich Prostituierte umgebracht hätte, oder dass es theoretisch möglich wäre auf dem Mars Kartoffeln anzubauen. Nichts davon mag den Tatsachen entsprechen, aber es ist auch nicht meine Aufgabe den Oberlehrer zu spielen und diese Vorstellungen zu korrigieren, und die Aufgabe von Filmschaffenden ist das auch nicht. Wer sich dafür interessiert, der wird schnell bei entsprechender Fach- und Semi-Fachliteratur fündig - wer das nicht will, der behält eben sein persönliches Bild von der Vergangenheit.

Und sich über "falsche" Waffen, Rüstungen oder Schiffe aufzuregen ist, in meinen Augen, richtige Zeitverschwendung, angesichts echter Probleme in der Welt.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 31.07.2026 | 10:41
Und? Dann haben eben ein paar Leute ein paar falsche Vorstellungen, das ficht mich nicht an.

Das wird aber dann ein Problem, wenn z.B. falsche Bilder wie "Europa war immer ein Kontinent rein weißer Menschen!" in den Köpfen rumspuken, oder "Der Orient war schon immer der Todfeind Europas." Manche Filme bestärken gefährliche Einstellungen. Da hört der Spaß dann auf. Ansonsten hast du durchaus recht, es richtet keinen Schaden an, wenn die Leute falsche Vorstellungen von mykenischen Rüstungen haben oder sowas in der Art.  :) Obwohl es mich trotzdem aufregt, grrr.  ^-^

Sollen ein paar Leute doch glauben, dass ... es theoretisch möglich wäre auf dem Mars Kartoffeln anzubauen.

Öhöm: https://www.smithsonianmag.com/smart-news/scientists-successfully-grow-potatoes-mars-soils-180962528/
 ;D
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Talasha am 9.08.2026 | 21:42
Ich finde es schade das man nicht auf die Idee kam für die Statisten einfach zwei griechische Fußballmannschaften ein zu fliegen.
Die Lystrigonen fand ich peinlich irgendwie, Einfache Riesen mit Knüppeln wären besser gewesen.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Lyonesse am 9.08.2026 | 21:54
All Odysseus scenes in Troy (2004) (https://www.youtube.com/watch?v=MxQTMu_7Vno)
Wenn ich das so sehe, dann kann ich nur sagen, Sean Bean war echt ein klasse Odysseus. Schade eigentlich, dass sie damals die Odyssee nicht noch dran gehängt haben, aber dafür war Troja wohl zu erfolglos an der Kinokasse.
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: Eisenmeile am 11.08.2026 | 18:07
Ich finde es schade das man nicht auf die Idee kam für die Statisten einfach zwei griechische Fußballmannschaften ein zu fliegen.

Das hätte dann aber mit den Hauptdarstellern geclashed.

Zitat
Die Lystrigonen fand ich peinlich irgendwie, Einfache Riesen mit Knüppeln wären besser gewesen.

Sollte wohl deren Fremdartigkeit unterstreichen. Die Typen waren aus guten Grund in den meißten Adaptionen nicht drin, weil sie (als nackte Riesen mit Knüppeln) halt effektiv nur "Zyklopen, mit zwei Augen" waren.

Zitat
Das wird aber dann ein Problem, wenn z.B. falsche Bilder wie "Europa war immer ein Kontinent rein weißer Menschen!" in den Köpfen rumspuken, oder "Der Orient war schon immer der Todfeind Europas." Manche Filme bestärken gefährliche Einstellungen. Da hört der Spaß dann auf.

Wenn es tatsächlich Schaden anrichtet, dann kann man es ansprechen, allerdings auch dann auch offen, warum diese falschen Vorstellungen schädlich sind - nicht unter dem Deckmantel von "jede Änderung ist abzulehnen".

Zitat
Öhöm: https://www.smithsonianmag.com/smart-news/scientists-successfully-grow-potatoes-mars-soils-180962528/

Die Studie ist von 2016, und benutzt Erde aus einer peruanischen Wüste, von der man damals annahm, sie würde dem Marsboden entsprechen.
Seitdem hat sich allerdings herausgestellt, dass der Boden des Mars nicht nur nährstoffarm und salzhaltig ist, sondern auch einen hohen Anteil von Perchloraten enthalten, welche effektiv ziemlich viel abtöten. Um da etwas angebaut zu bekommen braucht es mehr, als eine dünne Schicht Eigenkacka (und selbst wenn, wären die Ergebnisse vermutlich hochgiftig - was ja auch die Studie einräumt, wenn auch im Bezug auf Schwermetalle im Boden, von den Perchloraten wussten sie damals ja nichts, ebensowenig wie Weir, als er sein Buch geschrieben hat).

Interessante Talks zu dem Thema:
https://youtu.be/mJF3JiwQk0g (besonders Minute 8 und 18)
https://youtu.be/o6UdRXloqGc (besonders Minute 13)
Titel: Re: [Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 12.08.2026 | 11:31
Die Studie ist von 2016, und benutzt Erde aus einer peruanischen Wüste, von der man damals annahm, sie würde dem Marsboden entsprechen.
Seitdem hat sich allerdings herausgestellt, dass der Boden des Mars nicht nur nährstoffarm und salzhaltig ist, sondern auch einen hohen Anteil von Perchloraten enthalten, welche effektiv ziemlich viel abtöten. Um da etwas angebaut zu bekommen braucht es mehr, als eine dünne Schicht Eigenkacka (und selbst wenn, wären die Ergebnisse vermutlich hochgiftig - was ja auch die Studie einräumt, wenn auch im Bezug auf Schwermetalle im Boden, von den Perchloraten wussten sie damals ja nichts, ebensowenig wie Weir, als er sein Buch geschrieben hat).

Interessante Talks zu dem Thema:
https://youtu.be/mJF3JiwQk0g (besonders Minute 8 und 18)
https://youtu.be/o6UdRXloqGc (besonders Minute 13)

Wieder was gelernt, danke für die Info!  :)