Mir kann man es so und so nicht recht machen. Ich habe Probleme mir Dinge einzuprägen, und je bulletpointmäßiger diese sind, umso schlimmer. Habe kürzlich in Mythic Bastionland reingelesen, wo sehr häufig einfach nur drei (!!!) Begriffe hintereinander aufgezählt werden, alles krass praktisch und ökonomisch, aber das überfordert mich ziemlich. Deshalb brauche ich schon auch Fließtext, um die Infos überhaupt mal aufnehmen zu können.
Das geht mir auch so ... deshalb empfand ich das genannte Dolmenwood-Abenteuer auch als gutes Beispiel, da wird m.E. gut mit Fettdruck-Hervorhebungen gearbeitet, und auf jede Stichwortaufzählung folgt auch noch mal ein anschaulicher Satz.
Ich bin beim Lernen glaube ich sehr auf Kontext angewiesen - wenn ich etwas nicht für mich in einen Gesamtzusammenhang einordnen kann, ist es ganz schnell wieder aus meinem Kopf verschwunden. Ich nehme an, dass es den meisten anderen Leuten auch so geht, und dass der Unterschied eher darin besteht, ob man die Erwartung hat, beim Rollenspiel ein Szenario/einen Schauplatz weitgehend im Kopf zu haben und gedanklich mitzunavigieren, oder ob man einfach im Spiel mit dem Material an der Stelle navigiert, an der man sich gerade befindet. Ich kann letzteres nicht gut, wenn ich das Gefühl habe, dass ich die Elemente, mit denen sie SC gerade interagieren, nicht in einen halbwegs verinnerlichten Gesamtzusammenhang einordnen kann, dann werde ich gestresst, weiß nicht, wie NSCs reagieren, weil ich nicht weiß, was sie da eigentlich machen oder ob sie einen anderen NSC, den die Charaktere erwähnen, vielleicht kennen und lieben oder hassen ... Der Text soll mir nicht die Reaktion vorgeben, aber mich explizit auf Verbindungen zwischen den Elementen hinweisen. Und wenn das gegeben ist, dann fühle ich mich als Leser auch schon mit einer impliziten Geschichte gut bedient.
Ohne diese textlichen Verbindungen muss man glaube ich mit einem hohen Prozessvertrauen spielen: Also einfach die in der gegebenen Szene mit den vorhandenen Elementen schlüssigen Schritte vollziehen und darauf vertrauen, dass das Material konsistent ist und einen bei konsequenter Verwendung nicht in Widersprüche stürzt.
Ich habe das gestern bei meiner ersten Runde Tainted Grail erlebt, das ist ja auch so ein Brettspiel, bei dem man erst einmal ganz viel einfach machen muss, ohne den Sinn der Mechaniken zu verstehen. Das kostet mich enorm viel Anstrengung oder Konzentration - bei einem Brettspiel bin ich dazu bereit, wenn ich darauf vertraue, dass die Mechanismen dann nach einer Weile auch etwas hervortreten lassen, was einen Sinn ergibt und sich verstehen lässt. Bei Rollenspielen bin ich da weniger für zu haben, insbesondere, wenn es um Settingmaterial geht - da will ich wissen was Sache ist, und das vermittelt mir ein in kurze Absätze mit sinnvollen Überschriften gegliederter Fließtext meistens am besten.
Und für den Spieltisch dann bitte noch mal die fettgedruckten Bulletpoints und Kästen mit den spielmechanischen Elementen.