Autor Thema: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?  (Gelesen 2000 mal)

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Offline Issi

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Weil das Thema aufkam. Hier noch ein klitzekleiner Strang dazu, für alle die Lust haben.

Gibt es das überhaupt? Sesshafte Abenteurer?
Und wie kann das denn funktionieren?
Was wenn plötzlich ein Held auf die Idee kommt sein Geld in eine Immobilie zu stecken? Oder zu heiraten? Oder einen wichtigen Posten annimmt?
Ist das dann der Anfang vom Ende des Abenteurer Lebens?
Sollen und müssen Abenteurer deshalb
unbedingt unabhängig und ungebunden bleiben?

Oder kann ein Abenteurer auch zum Teilzeithelden werden?
Kann er einen wichtigen Posten besetzen und nebenbei noch Abenteuer erleben? Kann er Familie haben und trotzdem die Welt retten?

Meine Idee ist hier einfach Erfahrungen auszutauschen.
Denn je nach Gruppe habe ich das recht unterschiedlich erlebt.
Wenn sich Spieler überlegt haben, was mal aus ihrer Figur werden sollte, dann kamen Ideen wie eigenes Gasthaus haben, Assassine des Königs werden, Familie gründen, usw.
In einer Gruppe bedeutete das die Figur zu Ruhe zu setzen. Denn dann seien Abenteuer ja nicht mehr nötig. Denn das wäre ja dann das Endziel für die Figur gewesen.
In einer anderen wurde weitergespielt. Und es macht mMn.  viel Spaß diese Figuren Entwicklungen zu verfolgen.

Es gibt auch Figuren die von Haus aus weniger frei sind als andere bzw die einen bestimmten Stützpunkt haben.
Z. B. der Ordenskrieger oder Priester steht ja immer auch im Dienst der Kirche und seines Ordens. Wenn er diesen für längere Zeit verlässt und auf Reisen geht braucht es meist einen Grund. Nicht selten reist man im Auftrag des Ordens um die Reise plausibel zu machen.
So ähnlich habe ich das auch mit sesshaften bzw. angestellten Abenteurern erlebt. Sie haben einen festen Stützpunkt zu dem sie immer wieder zurück kehren.
Aber Reisen und Abenteuer erleben geht trotzdem noch.
Dann ist die Figur eben mal ein paar Wochen oder auch Monate unterwegs. Aber auch im eigenen Land lassen sich tolle Abenteuer spielen.

Wie sind eure Erfahrungen? Gibt es bei euch sesshafte Figuren? Spielt ihr sowieso lieber Sandbox?
Oder sind solche Figuren eher selten bzw nicht euer Ding?
« Letzte Änderung: 28.03.2017 | 12:08 von Issi »

Offline Pyromancer

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #1 am: 28.03.2017 | 10:03 »
Schade. Da es hier nur um Midgard gehen soll, kann ich nichts beitragen.

Offline Supersöldner

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #2 am: 28.03.2017 | 10:09 »
ja so was gehört in eine allgemeineren Bereich.
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Offline Issi

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #3 am: 28.03.2017 | 10:12 »
Schade. Da es hier nur um Midgard gehen soll, kann ich nichts beitragen.
Ich hätte da nichts dagegen,das Thema universaler zu behandeln. Notfalls können wir das auch gerne verschieben.

Offline Grandala

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #4 am: 28.03.2017 | 10:14 »
Also das ist ja eigendlich Systemübergreifend auch wenn Midgard natürlich in seinen vorgefertigten Abenteuern sehr stark die "alte Schule" bedient und daher nicht eine Sesshaftigkeit voraus setzt. Als alter oWoD Fan, Spieler und Spielleiter sehe ich allerdings keinerlei Problem mit sesshaften Figuren/Charakteren da das in dieser Welt der Standard ist. Ich finde die Übertragung auch nicht so schwer, genau gesagt sehe ich nur Vorteile von sesshaften Charakteren.

- Wiederkehrende und bekannte NSCs
- Ressourcenansammlung der Charaktere
- Bleibende Effekte der erspielten Konsequenzen (Ruf, Ruhm, Gerüchte über die SCs usw.)
- Belohnung von Detailwissen im Setting

Sandbox erscheint mir als beste Methode sesshafte Charaktere zu bespielen, muss aber nicht.

Andere Spiele wie z.B. DER und im gewissen Maß auch das SoIaF-RPG gehen als Prämisse davon aus, dass die SCs irgentwo, mehr oder weniger detailliert ausgearbeitet, sesshaft sind und ein Heim haben. Je nach Spielart kann das halt der Spielort einer ganzen Kampange oder "nur" der Ort sein an den sich der SC zurück zieht, wenn er grade nicht auf Reisen/Abenteuer ist.

Persönlich finde ich das Spielen von Figuren/Charakteren, die nicht irgendwo zu Hause sind merkwürdig. Das würden nach meinem Verständnis nur wenige Menschen so handhaben, z.B. Fahrendes Volk ect., wobei diese lediglich das abstrakte Wort "Heimat" anders leben als z.B. ich.

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Offline Boba Fett (away)

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #5 am: 28.03.2017 | 10:16 »
Gibt es das überhaupt? Sesshafte Abenteurer?
Und wie kann das denn funktionieren?

Warum sollte man keine Kampagne um die Helden eines Ortes spielen können?
Man nehme eine kleiner Ortschaft an der Grenze zur Wildnis, schaffe ein paar Beziehungsgeflechte, die schöne  Konfliktsituationen provozieren.
(Wer Anregungen braucht, mag die TV Serie Deadwood ansehen)
Dann statte man das Ganze noch mit den üblichen Lokalitäten aus, verknüpfe einen Teil der dafür notwendigen NSCs mit den Konfliktsituationen.
Und dann ein paar externe Bedrohungen und vielleicht noch ein paar alte Ruinen in der Umgebung...

Dann bastel man sich Charaktere, die in dem Ort aufgewachsen sind und da jetzt ihre Karriere durchstarten.
Die Option, dass sie ab und zu mal auf Reisen gehen (und da Abenteuer erleben) widerspricht ja nicht der Seßhaftigkeit.
Die meisten Abenteuer sollten an ihren Lebensmittelpunkt stattfinden, um die Seßhaftigkeit zu unterstreichen.

Bei Earthdawn habe ich da z.B. sehr gute Erfahrungen mit gemacht.
Generell mache ich es so, dass ich erst eine Kampagne mit "Nomaden" in einem Setting spiele, damit die Spieler das Setting spielen und
danach dann überlege, ob man eine weitere Kampagne mit seßhaften Charakteren spielt. Dann kennen alle das Setting und haben sich - was das Erkunden neuer Länder und Orte angeht - schon ausgetobt.

Der immer wiederkehrende Ort hat Vorteile, weil man die Beziehungen zu NSCs pflegen und ausbauen kann.
Der Spielleiter muß nicht immer neue NSCs schaffen und es entwickelt sich etwas.
« Letzte Änderung: 28.03.2017 | 10:30 von Boba Fett »
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Offline Issi

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #6 am: 28.03.2017 | 10:28 »
@
Boba Fett
Ich bin auch der Meinung, dass man mit sesshaften Figuren
tolle Kampagnen spielen kann. Machen wir auch so.  :)

Aber das klappt meiner Meinung nach deshalb, weil wir viele Abenteuer bzw.  Plots selbst schreiben. Oder Kaufabenteuer Ideen der Region anpassen.
Für eine Gruppe die vielleicht bevorzugt gerne viel und weit reist und lieber vorgefertigte Abenteuer aus möglichst unterschiedlichen Regionen spielt ist das möglicherweise nicht ganz so Ideal. Nur meine Vermutung.

Und um noch den Bogen zu den hochgradigen Sesshaften zu spannen. Denke auch dass Sesshaftigkeit vermutlich nichts für den Erstgradler ohne Vermögen und Erfahrung ist.
Umgekehrt ist es fast seltsam wenn eine Figur trotz viel Erfolg,  Gold und Erfahrung nie anstrebt sich etwas aufzubauen.
« Letzte Änderung: 28.03.2017 | 11:15 von Issi »

Offline Boba Fett (away)

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #7 am: 28.03.2017 | 10:31 »
Da es kaum Kaufabenteuer gibt, die sich als lange Kampagne um einen Ort drehen (Schnutenbach fällt mir dazu ein),
wird es meistens nur mit Selbsterdachten Abenteuern gehen. Aber das gilt bei Midgard doch sowieso.
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Offline Issi

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #8 am: 28.03.2017 | 10:52 »
@
Boba Fett
Ja der SL wächst mit seinen Aufgaben im Idealfall mit den Figuren mit.
Habe den Eindruck man beginnt mit einem tollen Abenteuer für das sich anfangs jeder Spieler einen Erstgradler baut.
Und später wenn die Abenteurer schon groß und stark geworden sind ist es umgekehrt. Dann baut der Spielleiter dann das passende Abenteuer für die Figuren. :)

Aber gut, es ist auch Arbeit,  die vielleicht nicht jeder möchte.


Aber eine Frage drängt sich mir hier nach meinen Erfahrungen und den Beiträgen hier tatsächlich auf :Führen alle Wege am Ende doch sinnvoller Weise in die Sandbox?
Oder zumindest in eine bestimmte Region?
Bin fast geneigt zu sagen :Ja
« Letzte Änderung: 28.03.2017 | 11:28 von Issi »

Offline KhornedBeef

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #9 am: 28.03.2017 | 11:22 »
Kleiner Einwurf: Esoterrorists 2nd Edition hat als Kampagnenformat "Station Duty". Jetzt ist das sowohl vom Setting als auch mechanisch weit weg von Fantasy mit steilem Powerlevelzuwachs, darum erkläre ich es mal in anderer Weise: Es ist so eine Art "Twin Peaks" (oder "Eerie, Indiana" für 90er-Kids bzw "Buffy" oder "Stranger Things" für die jeweiligen Generationen), bei dem es eben nicht nur das Monster of the Week gibt, sondern auch die Bewohner und ihrer Verbindungen eine Rolle spielen, und sich nach und nach ergibt, wie diese auch in die größeren Vorgänge verstrickt sind, die die SCs direkt betreffen.

Das Problem ist eben das typische Fantasy Helden zeigt, die eben gerade aus dem gewöhnlichen entrückt werden oder schon sind und das außergewöhnliche regelrecht suchen oder anziehen. Darum braucht "Buffy" eben das etwas lächerliche Konzept des Höllenschlunds, damit sich die außergewöhnlichsten Bedrohungen der Welt wie ein Polonaise in einer Popelskleinstadt einfinden, ohne dass die Helden etwas tun müssen... ;)
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Offline Skyrock

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #10 am: 28.03.2017 | 11:26 »
Da es kaum Kaufabenteuer gibt, die sich als lange Kampagne um einen Ort drehen (Schnutenbach fällt mir dazu ein),
wird es meistens nur mit Selbsterdachten Abenteuern gehen. Aber das gilt bei Midgard doch sowieso.
Parinov ist mWn so entstanden, indem die Kampagnenbasis in dem Städtchen lag und die gespielten SCs nach und nach Posten wie den des Bürgermeisters übernommen haben. Ist aber auch nur ein Servierbeispiel für das Endergebnis, nicht die komplette gespielte Kampagne.
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Offline Issi

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #11 am: 28.03.2017 | 11:44 »
Vielleicht gibt es tatsächlich verschiedene Entwicklungen für die Figuren.
In der Regel startet der SC ja als unerfahrener Typ der von der Welt noch nicht viel gesehen hat. Dann reist er umher sammelt Ruhm Gold und Erfahrungen und wenn er genug davon hat, will er sich damit in der Welt etwas schaffen.
Etwas aufbauen. Vielleicht auch seine Position in der Welt festigen statt weiterhin Vagabund zu sein.

Wenn Reisen als Option nicht in Frage kommt, mag das auch an Ort und Stelle gehen.
Aber diese Idee des Aufstiegs gibt es vermutlich trotzdem (unabhängig von EP)
@
KhornedBeef
Jo wenn die Helden nicht zum Abenteuer reisen können, muss das Abenteuer eben zu den Helden kommen.
Das Problem mit sesshaften Abenteurern wäre damit natürlich gelöst.
Wenn eine Gruppe dagegen mit Abenteuern in aller Welt angefangen hat könnte die plötzliche Sesshaft einiger Abenteurer tatsächlich auch eine Plan Änderung bedeuten.
Für die ganze Gruppe.
« Letzte Änderung: 28.03.2017 | 13:01 von Issi »

Offline Chiarina

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #12 am: 28.03.2017 | 13:28 »
Zitat von: KhornedBeef
Das Problem ist eben das typische Fantasy Helden zeigt, die eben gerade aus dem gewöhnlichen entrückt werden oder schon sind und das außergewöhnliche regelrecht suchen oder anziehen.

Das stimmt zwar, aber Sesshaftigkeit geht trotzdem. Siehe beispielsweise Ars Magica, da ist das sogar die Regel.
[...] the real world has an ongoing metaplot (Night´s Black Agents, The Edom Files, S. 178)

Offline Pyromancer

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #13 am: 28.03.2017 | 13:29 »
Ich hätte da nichts dagegen,das Thema universaler zu behandeln. Notfalls können wir das auch gerne verschieben.
Ja, dann sollte man es wirklich verschieben.

Ich spiele gerne ortsgebundene Kampagnen, wobei es da nicht so ist, dass die Charaktere "irgendwann" sesshaft werden, sondern sie sind es meist von Anfang an.

Aktuelles Beispiel ist unsere Ars-Magica-Kampagne: Wir sind ein frisch gegründeter Magier-Bund und haben unser Haus am Bodensee. Ein Teil der Abenteuer dreht sich dann auch um lokale Dinge: Was die Dorfbevölkerung so treibt, mysteriöse Vorkommnisse in der Umgebung, die Beziehungen zu den Nachbarn, Machtspiele mit Konstanz und dem Kloster Salem, etc.
Das schöne daran ist, dass man die NSCs wirklich kennen lernt und mit der Zeit wirklich in einem Beziehungsnetz drinsteckt. Man agiert nicht im luftleeren Raum, sondern muss sich viel mehr Gedanken über die Konsequenzen von Handlungen machen. Man kann schließlich nicht einfach weiter ziehen. Aber der Vorteil ist, dass soziales Kapital eben erhalten und verfügbar bleibt. Ein paar gute Freunde im Nachbardorf bringen halt mehr, als ein paar gute Freunde eine Monatsreise entfernt für einen herumstreunenden Abenteurer.

Die Handlungsgeschwindigkeit ist auch eine andere. Da vergehen auch mal ein paar In-Game-Monate oder Jahre, ohne, dass etwas passiert. In nicht-ortsfesten Kampagnen hab ich das nie erlebt.  :)

Die Handlung selbst wird auch sehr oft von uns Spielern vorangetrieben. WIR machen etwas, und daraus resultieren dann "Abenteuer".

Offline Eleazar

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #14 am: 28.03.2017 | 13:50 »
Wir hatten mal eine sehr schöne Midgard-Kampagne auf einer Selbstbauwelt. Alle Charaktere waren Einwohner der Stadt Zweibrücken. Wir haben sogar die Stadtkarte gemeinschaftlich gemalt. Nach ein paar Eingangsabenteuern wurde das dazugehörige Reich von den Orks angegriffen und alle tapferen Büger meldeten sich natürlich für das Zweite Zweibrückener Feiwilligenregiment. Danach haben wir als Eliteeinheit einer eroberte Stadt unterwandert und die Greifenfurtkampagne gespielt.
Alles natürlich letztlich zum Wohle der Heimatstadt, wohin wir immer zurückgekehrt sind.
Ging bis rund Grad 6 (M4), dann hat die Gruppe nicht mehr regelmäßig gespielt. 

Schwierig wird, wenn Sesshaftigkeit zum Spielziel wird und die Figurn nicht mehr vom Hof wollen.

Offline Issi

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #15 am: 28.03.2017 | 13:54 »
Das mit den bekannten NSC genieße ich auch sehr an einem relativ ortsgebundenen Setting. Auch den Aufbau von Beziehungsgeflechten. Auf die man dann wiederum zurück greifen kann. Wenn ausschließlich nur gereist wird hat man das nicht.
Am liebsten habe ich beide Möglichkeiten.  D. h.  einen Stützpunkt mit Beziehungen aber auch die Option ab und an herum zu reisen.

Beides hat seine eigenen Qualitäten. Aber ohne Stützpunkt würde mir wahrscheinlich vieles fehlen,  von dem ich vorher nicht wusste, dass ich es im Spiel vermisse.
Einfach weil sich dadurch Abenteuer Möglichkeiten ergeben die es vorher nicht gab.
Zum Beispiel NSC die die Figuren tatsächlich kennen. (Freunde wie Feinde,  Konkurrenten, Neider, Nachahmer, Widersacher, Geliebte, Verfolger...... usw)

Und eine nicht zu unterschätzende Sache ist vermutlich: 
Das Ansehen einer Figur,  ihr Status und ihre gesellschaftliche Position kann auch mal in Gefahr sein nicht nur ihr Leben. Es gibt mehr zu gewinnen aber auch mehr zu verlieren.

Das Problem das Helden nicht mehr vom Hof wollen, kenne ich glücklicherweise nicht. Solange es einen plausiblen Grund gibt. Und der wird selbstverständlich immer schwerer zu finden,  je weniger sie brauchen. Noch mehr Geld ist da vermutlich ein schlechterer Anlass als eine Einladung einer einflussreichen Person oder der Hilferuf eines guten Freundes in Not. Durch bestehende Beziehungsgeflechte sind die Figuren stärker betroffen und haben automatisch ein andere Verantwortung als sie zum Beispiel ein Durchreisender empfinden würde. (Nicht dass der keine hat aber sie betrifft ihn vielleicht weniger direkt)
« Letzte Änderung: 28.03.2017 | 14:46 von Issi »

Online nobody@home

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #16 am: 28.03.2017 | 14:56 »
Seßhaftigkeit kann ja auch erst mal heißen, daß die Abenteurer "nur" eine klar definierte Operationsbasis haben und keine komplett wurzellosen Vagabunden sind. Also etwa durchaus einen festen Wohnort haben, an dem man sie dann halt nicht immer antrifft, wenn sie gerade unterwegs sind, um die Welt zu retten, oder beispielsweise auch nur mit ein und demselben eigenen Schiff durch die Gegend schippern (was sich gerne auch mit einem passenden Heimathafen kombinieren läßt). Da gibt's aus diversen Serien genug Beispiele dafür, daß das nicht mal unbedingt nur ein Status für irgendwann später in der Karriere sein muß -- man kann so genausogut auch gleich anfangen. :)

Offline Issi

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #17 am: 28.03.2017 | 15:10 »
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Nobody@home
So ist das ja im Prinzip auch bei Figuren die Aufträge für Ihren Orden erfüllen und dorthin irgendwann zurück kehren.
Ein  Problem entsteht vielleicht dann wenn die Stützpunkte der Gruppe sehr weit auseinander liegen. Z. B. in verschiedenen Ländern. Da ist es dann vermutlich von Vorteil wenn man sich zumindest auf ein Land als Ausgangspunkt einigen kann.
« Letzte Änderung: 28.03.2017 | 15:11 von Issi »

Offline Boba Fett (away)

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #18 am: 28.03.2017 | 15:15 »
Man kann so eine Sesshaftigkeit auch in einer Wandergruppe initiieren:
Auftrag eines Handelshauses: Reist nach XYZ und seht dort in unserer Handelsniederlassung nach dem rechten. Und danach gibt es immer weitere Aufträge / Abenteuer vor Ort, die die Gruppe "busy" halten.
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Offline Issi

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #19 am: 28.03.2017 | 15:24 »
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Boba Fett
Das ginge sogar sehr gut,  weil dann alle den gleichen Startpunkt und Auftraggeber hätten.Gerade wenn man das von Anfang an so gestaltet.

Wenn ich jetzt mal eine Gruppe nehme wo der Elfen Magier, der Zwergen Priester der Elefanten Shamane aus Buluga, der Tiermeister aus Moravod und der Assassine aus Kan Thai Pan zusammen reisen, ohne gemeinsamen Auftraggeber wird dagegen wohl eine Einigung notwendig sein.
Auf der anderen Seite bietet so eine bunte Truppe natürlichen auch einen gewissen Reiz. Und man weiß ja auch Anfangs vielleicht noch nicht wo es die Gruppe mal hinverschlaegt.
« Letzte Änderung: 28.03.2017 | 15:34 von Issi »

Offline Widukind99

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #20 am: 28.04.2017 | 08:08 »
Interessantes Thema.
Natürlich kann ein Abenteurer auch ein Haus, einen eigenen Betrieb oder sogar eine Festanstellung haben, solange er damit flexibel genug ist.
Der Adelige hat vielleicht eine Burg und Ländereien, und während seiner Abwesenhat "managed" das der Major Domus. (in der irdischen Geschichte musste so mancher Burgherrr ja auch in den Krieg oder auf einen Kreuzzug ziehen).
Der Magier ist vielleicht Dozent an einer Magierakademie, und nimmt sich "Forschungssemester".
Nicht jeder Elf muss von seiner Sippe verstoßen sein, aber wenn man 500 Jahre lebt, ist es doch nur ein kurzer Urlaub, wenn man mal 3 oder 4 Jahre weg ist, gleiches gilt für Zwerge.
Da sich der Abenteurer allerdings nicht selber um seine Geschäfte kümmern kann, fließt ihm hieraus nicht unbegrenzt Geld zu, sodass das Spielgleichgewicht gewahrt bleiben kann.

Ich sehe da also keine unlösbaren Probleme.

Offline Issi

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #21 am: 28.04.2017 | 08:31 »
Dass mit dem "nicht unbegrenzten Geld" stimmt wohl. Es wäre gegenüber den anderen Spielern auch unfair. Deshalb hat mein Spielleiter meine Figur auch in eine recht arme kleine Baronie mit Turm gesteckt statt in eine große reiche mit Burg. Mein Gesichtsausdruck muss sehr lustig ausgesehen haben als meine Figur zum erstmal ihr neues Anwesen gesehen hat.
Aber mir ist auch klar, dass es wichtig ist, hier ein Gleichgewicht zwischen den Figuren zu wahren. Und je höher die Figuren steigen desto unterschiedlicher können ihre Errungenschaften aussehen.
Jeder hat andere Ziele und die Fairness wird relativer.
« Letzte Änderung: 14.05.2017 | 19:59 von Issi »

Offline Widukind99

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #22 am: 28.04.2017 | 08:47 »
Ja, das ist dann natürlich auch eine Absprache zwischen den Charakteren. In meiner alten Gruppe gab es auch einige "reiche" Charaktere mit Burg daheim usw. Es war aber Konsens, dass die Abenteurer unterwegs nur über das Geld verfügen, das sie dort auch "einnehmen". Sind die Abenteurer "zu Hause", sind sie reich. Sie haben wir mal eine große Schlacht mit quasi unbegrenzten Ressourcen gegen eine Nachbarbaronie ausgefochten. Und hinterher bekam jedes Gruppenmitglied noch eine tolle (wertvolle) Belohnung in Form eines Artefaktes oder einer besonderen Waffe.

Offline Issi

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #23 am: 28.04.2017 | 10:27 »
Zitat
Es war aber Konsens, dass die Abenteurer unterwegs nur über das Geld verfügen, das sie dort auch "einnehmen". Sind die Abenteurer "zu Hause", sind sie reich.
Ja stimmt schon. Am Ende nützt Dir oft nur das Geld, dass die Figur gerade bei sich hat.
Solange das nicht irgendwelche Summen sind, die unrealistisch hoch und nur in einer dicken Truhe tragbar wären, hält sich das eigentlich auch in Grenzen.

Und "Alles was Du hast hat irgendwann Dich"-Das heißt ein Anwesen will unter Umständen auch Instand und die Anwohner bei Laune gehalten werden. Ist auch mal ein netter Anlass für ein Abenteuer.
Und konfrontiert die Gruppe mal mit Problemen, die sie normalerweise nicht hat....  ;)

PS. "Reiche bzw.adlige Figuren" könnten uU. aber auch wunderbar angegeblichen Besitz beim Glücksspiel verzocken, den sie gar nicht haben. Oder mit ihrem guten Namen für etwas oder jmd. bürgen, was sich hinterher als "Fehler" herausstellt. Auch das bringt evtl- nette Problemchen mit sich. >;D
« Letzte Änderung: 28.04.2017 | 10:39 von Issi »

Offline unicum

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Re: Was wenn Abenteurer irgendwann sesshaft werden?
« Antwort #24 am: 14.05.2017 | 16:03 »
Wir haben vor einigen Jahren eine Kampange gespielt - selbstgebaute Welt, etwas an "Rom" angehaucht - wo jeder der Senatoren gleichzeitig auch Magier war (was ja gut zu Valian auf Midgard passt - auch wenn das Rom bei uns eine landstreitmacht war."

Im ersten Abenteuer fanden wir eine höhle mit einem seltenen Erz (Mithrill) das galt es dann auszubeuten.
Schlussendlich bauten wir eine Festung oben drauf
(Stronghold Builder's Guidebook: Dungeons & Dragons Accessory (D&D Accessory)

Die Abenteuer waren dann auch derart:
Probleme in der Miene.
Probleme mit den näheren Nachbarn, sowohl diesen helfen wie andere auch bekämpfen.
Diplomatisches mit den entfernteren Nachbarn.
Organisieren von Handelszügen.
Verhindern von Invasionen.
Angriffe auf gegnerische Stützpunkte.
Irgendwann hatten wir dann auch andere Abenteuergruppen ausgesendet um "Kleinkram" zu erledigen - wenn die nicht zurückgekommen sind gingen wir ihnen auch nach.

Da kann man sehr sehr lange spielen auch ohne das einem Langweilig wird.