Autor Thema: (erzähl mir von ) Monster of the Week  (Gelesen 1556 mal)

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Offline Supersöldner

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(erzähl mir von ) Monster of the Week
« am: 18.04.2017 | 20:34 »
Hört sich interessant. an. Wüsste gern so viel wie Möglich darüber. Danke.
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Offline Silent

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #1 am: 20.04.2017 | 22:10 »
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Offline Supersöldner

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #2 am: 21.04.2017 | 11:29 »
danke das ist sehr Informatiker.   mh es gibt also kein ,,eignendes,, Setting.
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Offline Silent

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #3 am: 21.04.2017 | 13:37 »
Es ist ein Powered by the Apocalypse System, welche fast alle nur einen eher groben Rahmen um das jeweilige Genre ziehen. Bei MotW ist es "Urban Fantasy" & "Monster Jagen". Das kann von Buffy/Angel auch zu Akte X/Tatort gehen.
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Offline Destroy all Monsters

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #4 am: 21.04.2017 | 15:48 »
Ich hab es in beiden Versionen, der etwas knapperen alten und der etwas dickeren neuen. Leider konnte ich es noch nicht ausprobieren. In Monster of the Week spielen die Spieler eine Gruppe von Monster- oder Geisterjägern.

Eine dazu passende Urban Fantasy Mythologie dürfte wirklich nicht schwer zu finden sein, es gibt ja in jedem Bahnhofskiosk Material genug dafür. Sie selbst zu entwickeln stelle ich mir auch nicht schwer vor, da die Play Books helfen. Wenn z.B. ein Spieler den Initiate nimmt, dann weiß man schon, dass es einen Geheimbund gibt, der sich dem Kampf gegen das Übernatürliche verschrieben hat, wenn einer den Professional nimmt, dann gibt es eine Behörde, die Monster jagt usw.

Nochmal zur Betonung: Monster of the Week ist ein erzählerisches Geisterjägerspiel. Man ermittelt Hintergründe, spürt Übeltäter auf und exekutiert Ungeheuer. Wenn du eher was suchst, bei dem man ein übernatürliches Wesen spielt, das sich in den Intrigen der verschiedenen übernatürlichen Fraktionen zurechtfinden muss - also sowas ähnliches, wie V:tM früher von einigen Leuten gespielt wurde - und das erzählspielerisch mit der Apokalypse World Engine betrieben wird, dann würde ich dir zu Urban Shadows raten. Dazu gibts auch Settings in Urban Shadows: Dark Streets. Wenn du eher die typischen Liebesromane mit übernatürlichem Einschlag (siehe Bahnhofskiosk) spielen willst, dann ist Monsterhearts das, was dir hilft.

Und wenn du, wie ich, mal gerne ein Setting bespielen würdest, in denen Superhelden gegen Monster aus Horrorvorlagen kämpfen, dann schau dir Masks oder Worlds in Peril an.

Der Vorteil von Spielen, die auf der World-Enige beruhen, liegt darin, dass du ein an Genre orientiertes, von der Regelmechanik her leichtes Erzählspiel bekommst. Der Nachteil liegt darin, dass a) alles auf Englisch ist und b) man als SL stark zum improvisieren angehalten ist.

Als Sl besteht deine Abentuervorbereitung in Monster of the Week z.B. darin, dass du dir das Monster mit seinen Fähigkeiten und Zielen ausdenkst, dazu noch ein paar Opfer, Zeugen, Verbündete und Handlanger und ein paar Orte, an denen das Monster zuschlägt und Spuren hinterlässt. Dann entwirfst du eine Tabelle mit einer Katastrophenspirale, die sich immer weiter dreht, wenn die Spieler nix tun, blöde Ideen haben oder Proben versemmeln. Außerdem überlegst du dir vielleicht, welche Monsterzüge/Bedrohungen du wann anwendest, wenn die Spieler Proben verhauen bzw. Teilerfolge erzielen. Das Spielprinzip beruht darauf, dass die Spieler selten bei einem Zug vollen Erfolg haben und umgekehrt der Spielleiter je nach Teilerfolg oder Misserfolg die Bedrohung durch das Monster zuspitzt. Ein Zug (Move) ist eine Charakteraktion, auf die gewürfelt wird. jedes World-Spiel hat eigene Züge, die für das Genre typisch sind.

Beispiel:

Der Kleinkriminelle Smiling Jack hatte schon eine Begegnung mit ein Ghoul, der seinen Kumpel Rick verspeist hat. Jack sich seitdem geschworen, solche und ähnliche Monster zu jagen und zur Strecke zu bringen. Gerüchte aus der Unterwelt, dass bei einem Raubüberfall auf einen kleinen Dealer ein paar seltsame Sachen passiert sind, veranlassen Jack dazu, das verwüstete Methlabor genauer zu untersuchen. Der Zug dazu ist Investigate a mystery (Geheimnis untersuchen). Jack würfelt 2w6+ seinen Wert in Sharp (Köpfchen). Wenn er auf 7 - 9 kommt, bei 10 oder mehr sogar 2 Sachen. Bei 6 oder weniger kann der Spielleiter als Resultat eine Bedrohung aktivieren. Obwohl Jack eigentlich recht clever ist (Sharp+2), würfelt der Spieler mies (1 und 2) und kommt nur auf ein Gesamtergebnis von 5. Beim Zug Investigate a mystery kann das bedeuten, dass das Monster etwas über die Spieler erfährt. Der Sl entscheidet sich für Put someone in trouble und beschließt, dass ein Handlanger des Monsters nochmal zum Tatort gekommen ist, um Spuren zu verwischen. Er teilt dem Spieler mit, dass Jack gerade mit der heimlichen Untersuchung des Tatorts begonnen hat, als er Geräusche hört, die auf einen weiteren Eindringling schließen lassen - der Jack möglicherweise schon bemerkt hat. Was tut Jack als nächstes?

Unter den Zügen (Moves) und Sl-Bedrohungen sind viele "selbstverständliche" Sachen, die man als erfahrener Spieler oder SL oft sowieso macht, aber die Züge und Bedrohungen strukturieren die Geschichte und bieten Alternativen zu gewohnten Sl-Aktionen an. Der Nachteil erscheint mir, dass man als Sl manchmal nicht weiß, ob eine Spieleraktion ein Zug ist und wenn ja, welcher Zug dazu passt. Nehmen wir z.B. mal an, Jack wolle sich verstecken, in der Hoffnung, noch nicht bemerkt worden zu sein, und in der Erwartung, einen Blick auf den Eindringling werfen zu können. Ist das Read a bad Situation? Oder Act under pressure? Oder überhaupt kein Zug?

Die Geschichte wird auf jeden Fall anhand der Moves entwickelt, nicht anhand von vorgefertigten Szenen. Nehmen wir mal an, im Methlabor wurden Drogen aus dem Blut oder Schweiß oder Gift übernatürlicher Kreaturen gewonnen. Leider lösen die Drogen nach recht kurzer Zeit schon Anfälle von Wahnsinn und eine Art Blutrausch aus und bewirken schreckliche Mutationen. Dahinter steht ein Kult, der die Stadt mit einer Mutanteninvasion ins Chaos stürzen will. Ein Abhängiger ist früh mutiert - bevor die ersten Umwandlungen einsetzen sollten - und hat seinen Dealer überfallen, um an mehr Stoff zu kommen. Wir haben es also mit zwei Monstern zu tun: Erstens der Mutant, der immer blutrünstiger wird und neue Quellen für seinen Stoff sucht. Zweitens der Anführer des Kultes, der schnell noch mehr Drogen unters Volk bringen will und alles zu vertuschen versucht. Es gibt keine klassische Szenenreihenfolge, welche die Spieler auf die eine oder andere Spur führt, sondern aus den Zügen und Gegenzügen entwickelt sich die Geschichte.
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Offline 10aufmW30

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #5 am: 29.10.2019 | 11:57 »
Also alter X-Phile klingt das schon richtig cool. (PbtA hat wie Fate die Angewohnheit tausend coole Settings aufzubauen, nur dass Fate nicht mein Ding ist.)

Monster of the Week ist hier natürlich Programm, aber hat das Buch/Setting auch Inhalte, die einen längeren story arc aufbauen können? Es muss ja nicht gleich die Alien-Weltverschwörung von Majestic 12 sein, aber schon etwas, was vielleicht ein halbes Jahr zu füllen weiß.

Könnte mir da schon was wie die Verschwörungspyramide von NBA vorstellen oder bricht das einfach zu sehr mit dem freien Spielkonzept?

Nebenbei: Ist das Buch auch einfach so lesenswert, ohne dass man ein Chance aufs Spielen sieht?

Offline Blechpirat

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #6 am: 29.10.2019 | 12:21 »
Lesenswert? Mit Einschränkungen ja. Die Playbooks sind schon lesenswert, dafür musst du nicht mal Geld ausgeben, die sind auf der Verlagsseite herunterladbar.

Ich mag MotW sehr gerne. M.E. ist es sehr stark von Supernatural beeinflusst, dass würde ich mal als Default-Setting betrachten. Das passt besser zu den Moves als das eher alberne Beispielabenteuer.

So wie ich pbtA verstehe, treiben die Spieler das Spiel voran. Anders als bei Fate, haben sie aber keine Kontrolle über ihre Umwelt. Insofern kann man leicht eine geplante Kampagne "dahinter legen", muss nur darauf achten, dass die Spieler nicht zu viel Freiheit verlieren. Anders als bei Fate kommen auch klassisch konditionierte Spieler gut mit MotW klar.

Offline 10aufmW30

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #7 am: 29.10.2019 | 13:32 »
Danke für den Tipp. Ja, ich vermute alleine durch die Auswahl der Playbooks kann man schon sehr beeinflussen in welche Richtung die Reise gehen wird. Wenn ich "Monstrous", "Spell-Slinger" und "Spooky" rausnehme, dann erhalte ich bestimmt mehr X-Files als Buffy und natürlich umgekehrt.

Mit 5 EXP / Stufe und dann noch für jede -6 steigen die Charakter vermutlich auch echt fix auf. Wo das obere Ende ist, kann ich aus den Playbooks nicht herauslesen, allerdings gibt da es einen "Retire" Move.

Offline Niniane [n/a]

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #8 am: 29.10.2019 | 14:01 »
MotW eignet sich auf jeden Fall für Kampagnen, die so zehn Sitzungen umfassen. Damit sind wir in einer Runde gut gefahren, es gab zwei Playbook-Wechsel und ich glaube, kaum ein Charakter hat sich die Advancements freigespielt. Wir hängen jetzt mit den gleichen Charakteren nochmal fünf Sitzungen dran. Ich denke, länger funktioniert das nicht, weil die Charaktere sonst tatsächlich sehr schnell aufsteigen und in ihren Gebieten recht kompetent werden.

Da auch "Fringe" als Inspiration genannt wird, sollte Akte X jetzt kein Problem sein, denke ich.
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Offline nobody@home

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #9 am: 29.10.2019 | 14:20 »
Mit 5 EXP / Stufe und dann noch für jede -6 steigen die Charakter vermutlich auch echt fix auf. Wo das obere Ende ist, kann ich aus den Playbooks nicht herauslesen, allerdings gibt da es einen "Retire" Move.

Es gibt, glaube ich, kein formelles "oberes Ende" wie z.B. die 10. Stufe in Dungeon World, allerdings...

-- muß man erstens meinem Verständnis nach bei jedem Aufstieg eine Verbesserungsoption nehmen (von denen jede nur einmal gewählt und abgehakt werden kann), was dazu führt, daß man sich eben irgendwann zwangsläufig aus dem Jägergeschäft zurückzieht, wenn man lange genug überlebt hat, daß nur noch das als letzte Möglichkeit beim nächsten Aufstieg übrig bleibt, und

-- hat man zweitens irgendwann einmal fast schon zwangsläufig und wahrscheinlich früher sein Glück komplett verbraucht (im Gegensatz zur Gesundheit "heilt" oder regeneriert das nicht einfach von sich aus), und von da an wird das Spiel für diesen Charakter entsprechend schwieriger. Nicht nur, daß man ohne Glückskästchen zum Abstreichen ohnehin schon ein paar Möglichkeiten weniger hat, sondern auch die SL ist angehalten, solche Charaktere gerne mal etwas härter 'ranzunehmen, weil ihre anfängliche Glückssträhne jetzt eben buchstäblich zu Ende ist.

Insbesondere der zweite Punkt kann je nach Gruppenstil schnell als Motivation dienen, die "Mein Charakter zieht sich aus dem Monsterjägergeschäft zurück"-Aufstiegsoption auch schon mal deutlich vor dem allerletzten Moment zu nutzen.

Offline Blechpirat

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #10 am: 29.10.2019 | 14:25 »
Mit 5 EXP / Stufe und dann noch für jede -6 steigen die Charakter vermutlich auch echt fix auf. Wo das obere Ende ist, kann ich aus den Playbooks nicht herauslesen, allerdings gibt da es einen "Retire" Move.

Jo. Die Chars werden aber nicht D&Dlike einfach besser, sondern "breiter aufgestellt". Insofern ist das mit den Erfahrungspunkten eigentlich kein großes Thema.

Offline Olibino

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Re: (erzähl mir von ) Monster of the Week
« Antwort #11 am: 29.10.2019 | 14:35 »
Wir wollten eine lange Kampagne spielen (20 Mysteries) und haben daher einfach festgelegt, dass der Spielleiter entscheidet, wann alle Spieler 1 Stufe aufsteigen. Wir sind jetzt nach 15 Mysteries in Stufe 4 und bleiben vermutlich auch dabei.

Das Regelwerk finde ich übrigens sehr lesenswert, da es wirklich hervorrangend beschreibt, wie man ein Mystery erstellt. Mit entsprechenden Beispielen. Und das kann man auch in anderen Systemen nutzen.