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Autor Thema: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?  (Gelesen 612 mal)

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Offline Waldviech

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Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« am: 16.04.2018 | 11:37 »
Keine Frage, die Welt von Exalted ist, im Großen und Ganzen schon reichlich phantastisch. Wesen mit unglaublicher Macht schreiten umher, bizarre Monster kommen vom Rand der Welt, aus der Unterwelt oder der Hölle selbst, furchtbar verschachtelte Verschwörungen umspannen Jahrtausende, Städte bestehen aus edelsteingeschmückten Porzellantürmen oder sonst welchen obskuren Baumaterialien etc. Gleichzeitig verhält es sich aber so, dass es im Vergleich zur riesigen Masse der Sterblichen nur recht wenige Exalts gibt, Geister und Götter sich ihnen eher selten zeigen, First-Age-Ruinen meistens unter viel, viel Dreck begraben sind und Sterbliche an sich auch keine besonders atemberaubenden, magischen Fähigkeiten haben.
Da stellt sich mir jetzt schon die Frage, ob es in der Creation nicht viele, viele Orte gibt  Die, aus Sicht Normalsterblicher, sehr "mindermagisch" wirken. Wo seit Jahrhunderten kein Gott oder Geist sich (erkennbar) den Sterblichen gezeigt hat. Wo kein phantastisches Bauwerk aus grauer Vorzeit über allem thront. Wo selbst Drachenblüter eine Geschichte aus weit entfernten Ländern sind. Wo man Wyldkreaturen und anderes Viehzeug nur aus Legenden kennt, da normale Menschen die wenigen, seltenen Begegnungen mit ihnen ohnehin nicht überleben. Müsste das an Orten wie den Hundred Kingdoms nicht sogar die Norm sein?
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Offline nobody@home

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #1 am: 16.04.2018 | 12:10 »
Prinzipiell denkbar. Wenn ich mich recht entsinne, geht's in der Comic-Kurzgeschichte im Exalted 2-Kernregelwerk ja gerade auch um ein Problem zwischen einem Dorf und dessen Flußgott, das sich nur entwickeln konnte, weil mit dem schon ewig keiner mehr wirklich geredet hat...das klingt zwar immer noch buchstäblich etwas "märchenhaft", ist aber ansonsten doch schon eher eine recht bodenständige Kleine-Leute-Angelegenheit.

Natürlich ist Exalted andererseits hauptsächlich dafür gedacht, daß man dort genau als Auserwählter dieser oder jener Macht ganz weit oben (oder bei ihren dunkleren Gegenstücken entsprechend weit unten) spielt -- mit anderen Worten, in dem Moment, in dem der typische Spielercharakter mal den erhabenen Fuß in so eine hypothetische Low-Fantasy-Ecke setzt, ist es mit der "Low"-Fantasy-Ruhe dort eigentlich schon per Definition erst mal vorbei. ;)

Offline Waldviech

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #2 am: 16.04.2018 | 12:29 »
Sehr richtig - dann ist es damit ziemlich vorbei. Allerdings ist die Überlegung, finde ich, für die Reaktionen der Normalsterblichen recht wichtig. Und wofür ich es auch ziemlich bedeutsam halte: für Kampagnenanfänge, zumindest von Solars! Ein Sterblicher, der exaltiert, dürfte zunächst mal wenig bis gar keine Ahnung von den "übernatürlichen Tatsachen" des Settings haben.
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Offline Scimi

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #3 am: 16.04.2018 | 16:37 »
"Low-Fantasy" kann in dem Setting eigentlich nichts sein. Die komplette Creation ist ein "magisches" Konstrukt, das von den Titaten aus dem Wyld erschaffen wurde. So wie bei einem Raumschiff alles "technisch" ist, in dem Sinne, dass es eine technische Funktion hat und technisch hergestellt wurde. Nur dass in dem Setting Magie und Esoterik an die Stelle von Naturwissenschaft und Technik treten und das, was bei uns Naturgesetze sind, in der Creation himmlische Gesetze. Anstatt zwischen magisch/fantastisch und "normal" zu entscheiden, macht es mehr Sinn, anhand des Essence-Wertes von Wesen zu bestimmen, in welchem Maße die Essence lenken und damit Dinge tun können, die die Welt von sich aus nicht täte.

Es gibt aber sicherlich eine Menge Orte, wo kein Wesen mit hohem Essence-Wert lebt und wo nur irgendwelche Schamanen oder Dorfpriester Thaumaturgie kennen und wo die zuständigen Spirits sich schon lange nicht mehr gezeigt haben, weil die Menschen fromm ihre Rituale erfüllen und generell alles läuft, wie es soll. Die haben natürlich keine Ahnung von Essence in dem Sinne wie "normale" Menschen keine Naturwissenschaftler sind, aber einerseits gelten die Gesetze für die auch, so wie auch bei uns Leute, die an eine flache Erde glauben, nicht vom Rand fallen, weil die es nicht besser wissen. Und andererseits ist es normal, wenn jemand den Leuten erklärt hat, dass sie ihre Gebete bitte im Zweifelsfall an den Himmel richten sollen. Glaube und religiöse Praxis bewegen nämlich auch Essence und wenn Leute glauben, was sie wollen, ohne einen Plan von der grundlegenden Kosmologie zu haben, dann geht die Essence *irgendwohin* und das ist halt meistens eher interessant und nicht langweilig oder normal:

Die Hundred Kingdoms zeichnen sich eher dadurch aus, klein zu sein und dadurch beliebige Kulturen und Konzepte zu ermöglichen, ohne dass die auf der Landkarte erscheinen müssten. Aber da gibt es durchaus auch Nationen, die von Spirits, Dämonen, Exalts, Feen oder Unterweltviechern regiert oder beeinflusst sind. Und weil das alles so klein (aber verkehrstechnisch ziemlich gut angebunden) ist, kann ich mir gerade da nicht vorstellen, dass da viele Leute wohnen, die von so etwas noch nie gehört haben, wenn das doch die nächsten Nachbarn oder zumindest die übernächsten alle tun und man da sogar eine Tante hat…

Offline viral

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #4 am: 16.04.2018 | 16:59 »
für Low Fantasy ist Exalted das falsche Spiel... das geht mit DSA oder D&D deutlich besser.

Offline Waldviech

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #5 am: 16.04.2018 | 17:25 »
Na, ich schätze, ich habe den Betreff missverständlich formuliert. Mir geht es nicht darum, Low-Fantasy-Kampagnen in der Creation zu spielen (da wär Exalted tatsächlich das falsche RPG für), sondern mehr darum, ob es Ecken geben kann, die für, sagen wir mal, magisch Unkundige, wie "Low Fantasy" wirken, weil einem grad mal nichts sehr Mächtiges direkt ins Gesicht springt oder sich die Dinge auf einer für Normalsterbliche nicht einsehbaren Ebene abspielen. Scimis Erläuterung mit der niedrigen Essenz ist da innerkosmologisch präziser als mein Eingangsposting. Daran hängt, meines Erachtens, wie Normalsterbliche ggf. auf magische, göttliche oder dämonische Ereignisse reagieren würden.
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Offline nobody@home

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #6 am: 16.04.2018 | 17:41 »
Daran hängt, meines Erachtens, wie Normalsterbliche ggf. auf magische, göttliche oder dämonische Ereignisse reagieren würden.

Wobei mit hineinspielen dürfte, wie "normal" die angestammte Umgebung besagter Normalsterblicher eigentlich aussieht. Auch ohne ausdrücklich "übernatürliche" Ereignisse sind meines Wissens einige Ecken des Settings schon so exotisch, daß die reale Welt nicht mithalten kann -- und auch in denen leben gegebenenfalls mal Menschen, die zudem angesichts der Größe ihrer Welt leicht nie etwas "normaleres" als ihre Heimat kennengelernt haben können.

Offline Scimi

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #7 am: 16.04.2018 | 18:48 »
Ich denke, das ist so ein wenig wie bei Star Wars: Die Ewok-Filme spielen z.B. in einem Teil des Settings, der sehr Low-Power ist, mit Kindern und einer primitiven Stammesgesellschaft von friedlichen Teddybären auf einem Himmelskörper am Arsch der Heide, wo ein Trupp Söldner schon eine epische Bedrohung darstellt. Aber trotzdem ist jeder Aspekt des Ganzen aus unserer Sicht extrem exotisch und fantastisch.

Auch in irgendeinem Kaff im "Auenland" der Creation, wo seit Entstehen der Welt noch nie etwas Bemerkenswertes passiert ist, würde ich mir vorstellen, dass da eine Menge Dinge im täglichen Ablauf für uns ziemlich fremdartig wären oder dass Dinge selbstverständlich funktionieren, die in unserer Welt reiner Aberglaube wären.

Auf der Karte liegt der Ort wahrscheinlich irgendwo weitab aller Buchstaben. Denn die ganzen Dinge auf der Karte sind ja gerade eingezeichnet oder in den Büchern beschrieben, weil sich da mächtige Exalts und andere Wesen mit aktiver Essence umtreiben oder zumindest ihre Spuren hinterlassen haben.

Offline Quaint

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #8 am: 16.04.2018 | 19:09 »
Ich denke, Creation ist so riesig, dass es kein Problem ist, da auch ein paar "ruhigere" Ecken einzubauen. Ob man das dann als low fantasy durchgehen lassen kann wäre wiederrum eine andere Frage. Ich glaube nicht. Selbst in einer ruhigen Ecke der Schöpfung hätte man sicherlich das eine oder andere gehört (etwa von den Drachenblütigen, die ja quasi die Welt beherrschen, und von deren Religion) und selbst dort wäre es vermutlich einigermaßen bunt, mit minderen Wundern usw

Und sei das nur, dass der Tempel vor Ort Talismane verkauft, die tatsächlich einen gewissen Effekt haben oder dass es einen wandernden Exozisten gibt, der gegen Geld Streitigkeiten mit allerlei übernatürlichem Zeugs beilegt oder dass es jenseits der Hügel einen Schmied gibt, der sich bei seiner Schmiedekunst nach den Sternen richtet und dessen Stahl dann grün ist und einfach besser als das normale Zeug diesseits der Hügel.

Ich denke, dass die phantastischen und magischen Elemente des Settings so tiefgreifend verankert sind, dass selbst in einer Gegend, die weitgehend vom Wirken von Göttern und Exaltierten befreit ist, es immernoch zu bunt, zu phantastisch für low Fantasy ist.
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Offline nobody@home

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #9 am: 16.04.2018 | 20:26 »
Ein Knackpunkt ist möglicherweise auch, daß -- meiner Erinnerung nach -- bei Exalted die Menschen ja eigens als lebende "Gebetsmühlen" für die Götter erschaffen worden sind. Was aus meiner Sicht wahrscheinlich darauf hinausläuft, daß letztere einen größeren Landstrich voller Sterblicher nur so lange in Ruhe lassen werden, wie die umgekehrt auch ordentlich ihrer Bestimmung folgen und angemessen verehren...denn wenn sie das irgendwann aus welchem Grund auch immer nicht mehr tun, könnte es selbst in der scheinbar "unmagischsten" Gegend im ganzen Setting eines schönen Tages von göttlicher Seite plötzlich was setzen.

Offline Chruschtschow

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #10 am: 16.04.2018 | 20:37 »
Die Götter in Exalted sind omnipräsent. Das ist nicht so ein Kram wie das griechische Pantheon, sondern jede Straße, jeder Fluss, jedes Bächlein, alles mögliche hat seinen Gott. Halt das volle Animismus-Programm aus'm Shintō. Also so richtig Low Fantasy ist schwierig, wenn du deinem alten Ofen das Qualmen austreiben kannst, wenn du dem "kleinen Gott" darin jedes Mal ein Pinnchen Sake opferst.

AAAABER ... ich kannte Exalted vorher nicht, bevor ich das Regelwerk in die Hand genommen habe. Und die Story am Anfang hat mich absolut getriggert. Jeder Gott hat eigentlich seine Rolle in der himmlichen Hierarchie, aber weil sich keine Sau mehr darum kümmert (und ein guter Teil die Briefe auch gar nicht lesen kann, in denen neue Anweisungen stehen, Tiergeister halt ...), müssen die alten neuen Obermacker losziehen. Und weil die eh so einen fest verdrahteten akuten Helferkomplex haben, machen sie das auch. Passt ja auch ganz gut, denn mit so richtig großen Honchos können sie sich anfangs eh nicht anlegen, weil so ein mehrhundertjähriger Drachenblütiger mit seiner Entourage eben auch einen Arsch voll Essenz in die Waagschale wirft. Also erst ein Mal klein starten als wandernde Heldengruppe, die Götter, Geistern und anderem Gekröse mal klar macht, dass ein neuer Sheriff in der Stadt ist.
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Offline Jiba

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #11 am: 16.04.2018 | 20:37 »
Was wir nicht vergessen dürfen: Thamaturgie ist ein relativ alltägliches Phänomen, das ziemlich verbreitet sein dürfte. Ich würde soweit gehen und sagen, jedes zweite Dorf hat so seine(n) Unbefleckten Mönch/Alchemisten/Talismanhersteller/Kultisten/Exorzisten/Altes Kräuterweib/Bauern, der zu viel alte Bücher gelesen hat. Das magische Grundniveau dürfte daher zwar niedrig liegen, aber es gibt in jedem Dorf wirksame Magie (besagten Comic fand ich daher immer etwas unglaubwürdig, leider.

Oh, und dann noch die Demenses, die dürfen wir auch nicht vergessen. Schon ganz stinknormale Wildnis kann bei Exalted magisch sein.

P.S: Das ist nur persönliche Interpretation, aber ich habe mir Exalted immer so vorgestellt, dass es auf der Schöpfung eigentlich keine Wissenschaft in unserem Sinne gibt. Also keine Forscher, die Naturgesetze beobachten, Chemiker, die Formeln aufstellen und so weiter. Stattdessen ist irgendwie jeder, der im großen Stil Mathematik, Ingenieurskunst etc. betreibt auch zugleich immer Thaumaturg (im Grunde ganz ähnlich wie die Forscher im antiken Griechenland, die irgendwo immer auch zugleich Philosophen waren). Die Dinge auf der Schöpfung funktionieren nicht nach Naturgesetzen, sondern aus magischen Wechselwirkungen heraus. Die kann man beschreiben. Aber in Yu-Shan kann auch immer jemand sagen "Och nö, heute mal nicht". Dann reicht der eine Petition mit dem klingenden Namen "Ersuch zur vorsätzlichen Lockerung des Griffes des Erddrachen, im folgenden genannt Erdanziehungskräfte, gestellt an das hochwohlgeehrte Ministerium der Natur zur Abstimmung nach Artikel 17 der Himmlischen Gesetze, eingereicht von Gairo-Je, autorisierter Gesandter Hai-Zus, des Himmlischen Gottes des Staubes unter den liegenden Dinge" ein... und schon klappt das mit den Naturgesetzen nicht mehr ganz so toll, wenn die richtigen Leute im Himmel genug geschmiert werden.
« Letzte Änderung: 16.04.2018 | 20:50 von Jiba »
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Offline Scimi

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Re: Low-Fantasy-Ecken in der Creation?
« Antwort #12 am: 18.04.2018 | 01:22 »
Thaumaturgie ist auch nach meinem Verständnis auch keine Magie, weil sie im Prinzip nur bestehende Gesetzmäßigkeiten der Welt technisch ausnutzt — so wie wenn wir ein Feuer mit einer Lupe anzünden oder mit einem Flugzeug fliegen. Charms und Sorcery hingegen ändern Bewegungen und Strukturen von Essence nach dem Willen des Anwenders auf eine Art ab, die ohne aktive Essence-Anwender nicht vorkommen würde.

Deswegen fließt an Orten mit wenigen (oder sehr schwachen) Essence-Anwendern (und ohne "Fehlfunktionen" wie Shadowlands und Wyld) die Essence halt so, wie es der himmlische Masterplan vorsieht.

Die Götter in Exalted sind omnipräsent. Das ist nicht so ein Kram wie das griechische Pantheon, sondern jede Straße, jeder Fluss, jedes Bächlein, alles mögliche hat seinen Gott. Halt das volle Animismus-Programm aus'm Shintō. Also so richtig Low Fantasy ist schwierig, wenn du deinem alten Ofen das Qualmen austreiben kannst, wenn du dem "kleinen Gott" darin jedes Mal ein Pinnchen Sake opferst.

Aber eigentlich sollten die Götter Kommunisten sein — alle neutralen Gebete zum Himmel lassen die Essence nach Yu-Shan fließen, wo sie dann jedem Gott nach seiner Funktion und Aufgabe zugeteilt wird. Dass man direkt zu bestimmten Göttern betet/opfert und dafür eine Leistung bekommt, ist im Prinzip eine Form der Korruption. Eigentlich sollten die Spirits für Sterbliche unsichtbar bleiben und Probleme in der Hierarchie hocheskalieren. Das Problem ist, dass sich niemand dran hält.