Autor Thema: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age  (Gelesen 595 mal)

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Offline sma

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[Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« am: 30.06.2024 | 13:09 »
Mein Eindruck vom neuen Conan Schnellstarter.

Der neue Lizenzinhaber Monolith hat ein 50-seites PDF mit Kurzregeln, fünf vordefinierten Charakteren und einem "Abenteuer" herausgebracht. Das Cover wirkt in seiner Komposition irgendwie komisch (und Conan sollte sein Schwert mal putzen), doch die restlichen Illustrationen, insbesondere die der Charaktere, finde ich gelungen; das Layout ebenfalls. Die typische Conan-Schrift ist geblieben, alles andere hat sich jedoch gegenüber der 2d20-Version von Modiphius verändert.

Die Regeln sind angenehm minimal.

Charaktere haben 4 Attribute (Might, Edge, Grit, Wits) mit denen alle Proben gewürfelt werden, indem zum Wert (bei den Pregens 2..6) ein Würfel (bei den Pregens immer W6) addiert wird, um dann eine Schwierigkeitsstufe zu erreichen oder zu überwürfeln, die einfach (4-6), normal (7-9), schwer (10-12) oder legendär (13+) sein kann. Die SL ist aufgefordert sich die konkrete Stufe zu überlegen und/oder einen -3 bis +3 Modifikator auf den Wurf zu verteilen. Zeigt der Würfel eine 1, ist die Probe misslungen, egal welches Ergebnis man erreicht hat.

Jedes Mal wird 1W10 (der im Laufe der Karriere auf W8 oder W6 gesteigert werden kann) mitgewürfelt und fällt der höchste Wert, ist das eine Art kritischer Erfolg, wodurch man entweder eine misslungenen Wurf doch gelingen lassen kann, einen Punkt Stamina bekommt oder Extraschaden (nochmal das Maximum des Waffenwürfels addieren) machen kann.

Stamina (Pregens starten mit 3..5) kann man ausgeben, um +1 oder +2 auf eine Probe zu bekommen (und die 1 zu negieren), +1W4 oder +2W4 auf den Schaden, um die Reichweite einer Fernkampfwaffe zu erhöhen oder sich nochmal zu bewegen. Gibt man seinen letzten Stamina-Punkt für Schaden aus, zählt das wie ein kritischer Extraschaden.

Fertigkeiten (andere Systeme würden das Feats oder Talente nennen) modifizieren die Regeln und geben z.B. +1 auf Verteidigung, +1 auf Heimlichkeit, die Möglichkeit einen Sturmangriff machen zu können oder einen misslungenen Wurf zu wiederholen.

Im Kampf würfelt man Edge für die Initiativereihenfolge. Dann hat jeder pro Runde bei seinem Zug 2 Aktionen für die üblichen Dinge wie Bewegen, Angreifen, Verteidigen oder was anderes machen (und kann sich weitere Bewegungsaktion mit Stamina kaufen). Schaden macht, wer mit im Nahkampf mit Might oder im Fernkampf mit Edge die physische Verteidigung des Gegners schlägt. Dann wird W4 (Dolch) bis W12 (Bihänder) je nach Waffe gewürfelt, wobei man im Nahkampf noch Might addieren darf. Fernkampf hat keinen Schadensbonus.

Charaktere haben zwischen 30 und 40 Lebensenergie (LE), und normalweise keine Rüstung, die ansonsten Schaden reduzieren würde (3 für leicht und 5 für schwer).

Gegner haben entweder ähnliche Mengen an LE wie Charaktere oder sind "Minions", die man ein- oder zweimal treffen muss, je nachdem, ob man mit dem eigenen Schaden deren Schadensschwelle erreicht oder nicht.

Zum Zaubern muss man eigene LE ausgeben und auf Wits würfeln. In der Regel kosten Zauber 2 Aktionen. Der Pregen kann für 1 Stamina jemand anderem 1W6 LE heilen oder kann für 5 LE einen Wolf beschwören, der dann als Minion ein oder zwei Runden kämpfen kann, bevor er totgeschlagen wird.

Apropos totschlagen. Es gibt absolut keine Regeln, die sich nicht um den Kampf drehen. Nichts zum Thema soziale Interaktion, nichts zum Forschen oder Entdecken, keine Ausrüstung, kein Geld, absolut gar nichts, was für meinen Begriff von Rollenspiel hilfreich wäre. Natürlich kann man auch ohne Regeln Rollenspiel betreiben, aber es wird schon deutlich, dass dieses Spiel einfach nur Kämpfe mit rotem Pfaden aneinanderreiht.

Somit hat auch dieser Schnellstarter ein grottenschlechtes Abenteuer, bei dem die Charaktere von Radan beauftragt werden, in einen neu entdeckten 3-Raum-Dungeon zu steigen. Das Abenteuer beginnt mit einem Aufwärmkampf gegen Banditen, gefolgt von einem Kampf gegen Wildhunde oder einem gegen Hyänen. Danach kämpft man dann gegen Skorpione, öffnet eine Tür, findet einen Dolch und kämpft gegen das Bossmonster.

Die Kämpfe funktionieren, selbst wenn die SL ein bisschen damit allein gelassen wird, dass man doch wählen soll, ob z.B. Banditen 5, 6 oder 7 als Verteidigung haben. Oder wie viele es sein sollen. 6 bei 4 Charakteren, so haben wir gemerkt, sind absolut keine Herausforderung. Man muss mindestens 3 Punkte Schaden machen, um sie zu töten, was eigentlich immer gelingt, außer man würfelt eine 1, was ja in 17% aller Fälle (bei 2 Aktionen also im Schnitt jede 3. Runde) passiert. Taktik braucht man auch keine (zumal es dafür keine Regeln gibt), einfach drauf und gut.

Die Skorpionmutter hat dann 35 LE, da aber der Conan-lookalike Pregen W12+6 Schaden austeilt und bei uns auch Glück hatte, 2x in einer Runde zu treffen, war auch diese schnell besiegt. Gute finde ich, dass größere Monster auch mehr Aktionen haben, allerdings darf diese nur 2x angreifen (und die restlichen Aktionen z.B. für Verteidigung nutzen, was unser SL vergessen hatte, dass es das gibt). Und 2 Aktionen ist gegen 4 Charaktere mit ihren 8 Angriffen nix.

Das Bossmonster (so ein Cthulhu-Tentakel-Dingens) mit 100 LE hat uns da schon längere Zeit beschäftigt und um ein Haar einen Charaktere gekillt, weil es W12+8 Schaden austeilt, eine 19 fiel und der Charakter schon angeschlagen war.

Wer auf 0 LE fällt, muss Grit würfeln, um nicht zu sterben. Sonst ist es knallhart vorbei, außer die SL interveniert. Man darf übrigens 2x pro Abenteuer seine LE wieder auffrischen. Wir hatten das nach den Skorpionen gemacht, um deren Gifteffekt wieder loszuwerden.

Nach dem Bosskampf kommt dann noch ein Kampf gegen den Auftraggeber, der einen natürlich betrogen hat und ich weiß auch nicht was sollte, sein Plan ist so hanebüchen wie das Dungeon, wo man sich fragt, wovon Skorpionen oder Möchtegern-Cthulhu eigentlich leben, wenn da keine Abenteurer vorbei kommen.

Entgegen der Regeln haben wir beschlossen, dass wir den einfach einschüchtern und vertreiben können, weil klar ist, dass Randan auch keine Gefahr gewesen wäre.

Hier ist der Beweis:

Randan würfelt mit W10+6 seine Initiative: 16, nice, Hanzi (ein Dieb) würfelt 8, Aengus (der Barbar) würfelt 5, Mhambi (Waldläuferin) würfelt 7, Gudrun (Wikingerin) würfelt 5.

Randan befielt seinen 4 Leuten anzugreifen, worauf diese 1 Aktion zum Laufen und 1 Aktion zum Angriff brauchen und sich wie gute Gegner es tun, natürlich jeweils einem SC zuwenden: Mit 12, -, 6, 9 werden alle bis auf Aengus getroffen und bekommen 4..6 Schaden (was ich jetzt nicht würfle, weil egal). Radan selbst schießt dann 2x auf Aengus, beides trifft, insgesamt 16 Schaden. Das schmerzt, da Aengus natürlich keine Rüstung trägt und jetzt noch 40-16=24 LE hat.

Hanzi muss seinen Gegner 2x treffen, da er mit dem Dolch nur W4+3 Schaden macht, die Banditen aber eine Schadensschwelle von 8 haben und hat leider eine 1 bei einem Angriff. Sein Gegner steht noch.

Mhambi hat im Angriff eine 1, hat aber die Fertigkeit, so einen Wurf für Stamina zu wiederholen, worauf sie 2x mit 8 und 6 Schaden trifft und ihr Gegner stirbt. Tatsächlich reicht schon der erste Angriff, woraufhin man beschließt, dass der zweite Treffer gegen Hanzis Gegner gerichtet war und den tötet.

Auch Aengus trifft nur 1x, macht aber mit 9 genug Schaden, um seinen Gegner zu töten.

Bei Gudrun würfle ich doch tatsächlich 2x eine 1 sodass ihr Gegner überlebt.

Randan schießt noch 2x auf Aengus und zieht sich dann mit einer Bewegung zurück.Den Barbaren zu treffen ist kein Problem, Schaden ist aber nur 10 (noch 14 LE). Gudruns Gegner schafft es nicht, ihre Verteidung zu durchdringen.

Hanzi läuft hinterher (1 Aktion) und wirft seinen Dolch (1 Aktion): Leider eine 1 (und W10-Würfe haben bislang noch nie eine 10 gezeigt, daher erwähne ich sie nicht extra).

Mhambi hat einen Bogen, trifft mit 11, und gibt 2 Stamina aus, um dann W6+1+2W4=12 Schaden zu machen. Radan hat einen Rüstungsschutz von 4, d.h. 40-8=32 LE.

Aengus gibt 2 Aktionen aus, um Randan einzuholen und hat die Fertigkeit Sturmangriff, wodurch er jetzt auch noch kostenlos angreifen darf: 10 reicht zum Treffen. Schaden ist 7+6=13. Randan hat jetzt noch 23 LE.

Gudrun muss erst noch ihren Gegner töten, was gelingt.

Radan, nun im Nahkampf greift 2x mit W8+4 an, was beides Aengus trifft und macht 12 Schaden, was Aengus auf 2 LE bringt. Dann zieht er sich zurück. Als NSC hat er leider kein Stamina, um noch weiter weg zu laufen.

Hanzi könnte ranlaufen, dann aber nicht mehr handeln und in unserem Fall hatte er nur noch 1 LE, weil er fast an dem Bossmonster gestorben wäre und hält sich daher lieber raus.

Mhambi geht vor, um in Reichweite zu bleiben, und schießt nochmal, auch wenn Fernkampfwaffen kaum etwas bringen. Mit 2+4=6 trifft sie nicht (Radans Verteidigung ist 9) und hat auch kein Stamina mehr, um den Wurf zu wiederholen.

Aengus greift an, trifft mit 10 und 11 erfolgreich, und macht 2x 10 Schaden, wo jeweils Randans Rüstung abgezogen wird, sodass dieser noch 11 LE hat. Moment, Aengus gibt seinen letzten Stamina-Punkt aus, was den einen Schaden zu einem kritischen Schaden macht, was 12 addiert. Radan ist tot.

Und Gudrun beschwert sich, nicht auch noch mal drangekommen zu sein.

Wie gesagt, Kämpfe funktionieren und sind spaßig, ich habe aber den Eindruck, mehr soll das Spiel auch gar nicht abbilden, denn "Tales, such as those found in this Quick Start, serve as strong examples of how a session of Conan: The Hyborian Age should play."

Denn auch die vollständigen Regeln bieten nur mehr vom gleichen (mehr Kämpferklassen, mehr Kampfregeln und Arenakämpfe, mehr Waffen und Rüstung, mehr Kampfzauber, mehr Gegner, mehr Fertigkeiten, damit man Charaktere steigern kann, und eine Beschreibung der Welt - warum auch immer man die braucht), wenn man dem Schnellstarter glaubt.

Das finde ich ein bisschen schade – denn 2d20 Conan fand ich regeltechnisch viel zu kleinteilig und die Charaktere auch viel zu stark, sodass ich einfachere Regeln sehr begrüße – doch wenn Kämpfen alles ist, finde ich das zu wenig. Zumal ich dann auch egal ist, dass das in der Welt von Conan stattfindet.

Online schneeland

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #1 am: 30.06.2024 | 13:21 »
Danke für den Ersteindruck! Ich hatte den Schnellstarter zwar schon runtergeladen, aber noch nicht angeschaut. Kann ich mir dann aber, glaube ich, auch sparen, denn Kampf allein ist mir auch bei Conan zu wenig. Und so richtig überzeugt mich auch dort das Regeldesign nicht.
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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #2 am: 30.06.2024 | 14:45 »
Ich finde nicht, dass die Kämpfe keine Herausforderung waren. Gerade das Skorpiongift ist schon heftig und eigentlich ist es nur der enorme Schaden von Aengus, der den Unterschied macht. Der ist zwar wirklich krass OP mit W12+6, wenn im Vergleich der omnibusgroße Endgegner W12+8 macht. Andererseits war halt jede Menge Würfelglück dabei, nicht vom Gift erwischt zu werden.
Auch das Tentakelmonster am Ende hätte bei größerem Fokus auf einzelne Charaktere, durchaus gewinnen können.

Offline KyoshiroKami

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #3 am: 30.06.2024 | 14:46 »
Was mich an ihrem tollen Plottwist mit Radan stört:

Er kann wegen seiner vermeintlichen Verletzung nicht mit. In der Gruppe ist ein Heiler, und zwar ein Magier. Das geplante Konstrukt der Autoren klappt also schon gar nicht.

Offline sma

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #4 am: 30.06.2024 | 15:25 »
Ich finde nicht, dass die Kämpfe keine Herausforderung waren.
Ich habe doch nur geschrieben, dass die 6 Banditen am Anfang keine Herausforderung waren. Am restlichen Kampf hatte ich nichts auszusetzen und sehe das wie du.

Was mich an ihrem tollen Plottwist mit Radan stört: ...
Mit Logik zerlegst du das gesamte Abenteuer :) Wir haben gleich mit dem Kampf gegen die Banditen begonnen und den Auftrag nicht angezweifelt, denn wir wollen uns ja nicht selbst um das Szenario bringen. Ganz am Anfang darf man das auch mal Railroaden, finde ich. Erklär mir lieber, wovon die Skorpione leben. Oder woher die im Text erwähnte Fackel stammt, wo die Charaktere keine Ausrüstung haben und warum die überhaupt Erwähnung findet, weil Licht scheint doch total egal. Auch Nahrung. Daher wäre es doch eigentlich auch nicht schlimm, wenn die Charaktere da tagelang eingesperrt wären. Und wenn man das Siegel nicht aufmacht, ist da keine Gefahr. Und wenn man den Gegner einfach ignoriert und das Siegel wieder zumacht, wäre es auch zuende, oder?

Offline General Kong

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #5 am: 30.06.2024 | 15:53 »
Ich habe Conan D20 sehr gerne geleitet. Hta viel Spaß gemacht. Aber ab Level 8 gab es kaum noch Herausforderungen und ab 10 war dann ziemlich Schluss.

Conan 2D20 fand ich regeltechnisch zum K.... - ich habe es nicht einmal geschafft mir einen Charakter zu erschaffen. Und ich habe den Mist auch noch mitgekickert mit Extras und allem.  ::)

Das jetzt sieht ganz gut aus. Wenigstens sind die Regeln übersichtlich. Wenn ich aber lese, dass man wie bei D&D 5 seien Lebensenergie mal so eben regenerieren kann, schwindet die Lust schon wieder.

Dann wohl doch wieder Conan D20 oder eine SaWo-Adaption ... (Savage World of Conan wär's!  :d)
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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #6 am: 30.06.2024 | 18:08 »
Gut, jetzt muss man natürlich noch irgendwie festhalten, dass das ein Schnellstarter ist, der vermutlich längst nicht alle Regeln beinhaltet.

Aber wenn ich an das Sourcematerial denke, gehts da halt auch zu weiten Teilen darum, dass Conan sich in irgendeiner Art und Weise mit Menschen oder Tieren oder Monstern prügeln muss. Gerade in den Storys, die von Howard selbst kommen.

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #7 am: 30.06.2024 | 18:09 »
Ich begrüße zwar ein neues Conan Rollenspiel, aber es müsste die leichte Eleganz von BoL schlagen um mich abzuholen.

Ich habe Conan D20 sehr gerne geleitet. Hta viel Spaß gemacht. Aber ab Level 8 gab es kaum noch Herausforderungen und ab 10 war dann ziemlich Schluss.

Conan 2D20 fand ich regeltechnisch zum K.... [...]
Ich sehe das ziemlich genau so wie Du.
(Bei Conan 2D20 fand ich es sogar noch zum Lachen, dass der Designer sich im Vorwort darüber aufregt, vorherige Conan-Spiele würden das Conan-Feeling regeltechnisch nicht aufnehmen und so musste er Hand anlegen.)
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Offline Lyonesse

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #8 am: 30.06.2024 | 20:15 »
Das Cover wirkt in seiner Komposition irgendwie komisch (und Conan sollte sein Schwert mal putzen), doch die restlichen Illustrationen, insbesondere die der Charaktere, finde ich gelungen; das Layout ebenfalls.

Ja, die Illustrationen waren bestimmt nicht billig. Beim Cover würde ich mal sagen, es sollten wohl
möglichst viele unterschiedliche Charaktertypen versammelt sein, und der liebe Conan auch mal als
Teamplayer rüberkommen.
Das Schwert zu putzen, wenn man sich gerade mit irgendwelchen fetten, geifernden Wölfen im
Schlagabtausch befindet (oder gehören die etwa auch zur Gruppe?), finde ich aber etwas viel verlangt. ;)
« Letzte Änderung: 30.06.2024 | 20:20 von Lyonesse »
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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #9 am: 30.06.2024 | 20:39 »
Ich hab mir den Schnellstartet auch mal angesehen.

Hübsch sieht der auf jeden Fall aus.

Was ich eher nicht verstehe: warum schon wieder ein RPG für Conan? Wir hatten gerade ein seeeehr ausgiebiges RPG, dass von der grossen Menge an Conan Fans gut aufgenommen worden ist (trotz des "Trends" in diesem Thread, wie es scheint).
Es gäbe sooo viel interessante und reichhaltige Fantasy ... nie bekommen die ein RPG...Conan? Keine 5 Minuten nachdem jemand die Lizenz nicht erneuert hat, schlagen sich alle drum. Ich verstehe es nicht. Sooo gut waren die Geschichten über den Cimmerier nun auch nicht. Vor allem im Jahre 2024. Ich hätte erwartet, dass nicht nur die Leser anspruchsvoller geworden sind. Je nu. Vermutlich ist die Lizenz billiger als ich angenommen habe, sonst finde ich keine Erklärung für diesen Conan Hype.

Zum Produkt: Die bisher gezeigte Spielmechanik finde ich so was von langweilig. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob sich das Designteam wirklich mal mit den Wahrscheinlichkeiten beschäftigt hat.

Es gibt also 1d6 - 1d10 und dazu noch einen Wert, den man drauf addiert. Wer aber genau was erhält, ... keine Ahnung (ok, Schnellstarter und so). Aber wenn ich dann sehe, dass es NPCs oder auch PCs gibt mit 1d6 und nem Wert von 5, und andere mit zwar einem d8 aber dafür einer 2 in der additiven Konstante... . Ich hoffe, die richtigen Regeln erklären dann mal genau, was als "gut" gilt etc. .

Ich hätte ja gedacht es geht irgendwie so 1d6 bis 1d6 + 2 (oder auch 3) und dann geht man hoch, 1d8 bis 1d8 + 2 usw. . Aber wenn man wie oben erwähnt 1d6 mit +5 haben kann, dann hab ich das lieber als 1d8 + 2 .
Und der Flux Flix ...wie hiess der Wild-Würfel nochmal ... der geht dann von 1d10 (schlechtester Würfel!) bis 1d6 ... da man ja die höchste Zahl will und so.

Also ich find das alles ziemlich ... wirr. Und spricht mich gar nicht an. Da ist irgendwie nicht viel dahinter (ja, wie gesagt, Schnellstarter und so). Mal sehen, was da noch dazu kommt. Aber bisher macht mich das gar nicht an. Obwohl ich überhaupt nicht Crunch geil bin....das scheint mir dann dev. viel zu flach.
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Offline Lyonesse

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #10 am: 30.06.2024 | 20:46 »
Was ich eher nicht verstehe: warum schon wieder ein RPG für Conan? Wir hatten gerade ein seeeehr ausgiebiges RPG, dass von der grossen Menge an Conan Fans gut aufgenommen worden ist (trotz des "Trends" in diesem Thread, wie es scheint).
Es gäbe sooo viel interessante und reichhaltige Fantasy ... nie bekommen die ein RPG...Conan? Keine 5 Minuten nachdem jemand die Lizenz nicht erneuert hat, schlagen sich alle drum. Ich verstehe es nicht. Sooo gut waren die Geschichten über den Cimmerier nun auch nicht. Vor allem im Jahre 2024. Ich hätte erwartet, dass nicht nur die Leser anspruchsvoller geworden sind. Je nu. Vermutlich ist die Lizenz billiger als ich angenommen habe, sonst finde ich keine Erklärung für diesen Conan Hype.
Ein neues Conan-RPG hätte ich auch nicht gebraucht, da ist wirklich schon alles mindestens einmal abgearbeitet
worden. Aber Conan ist halt sehr bekannt bzw. Kult, und wohl eine mehr oder weniger sichere Investition für die
Verlage.
Mich würde interessieren, welche andere Fantasy stattdessen mal eine Chance bekommen sollte? Nur so als
Anregung.
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Offline General Kong

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #11 am: 30.06.2024 | 20:59 »
Elric!/ Sturmbringer liegt brach. Hawkmoon auch.

Ich kann ehrlich gesagt nicht einschätzen, wie gut oder schlecht Conan 2D20 angenommen wurde. Der Kickstarter startete kick, dann kamen halt nach und nach die Bücher auf den Markt, man schoss sogar noch zwei hinter dem Kicker hinterher (für Oberkicker wie mich sogar zum Versandkostenpreis ... nur weil es mir nicht gefällt heißt ja nicht, dass ich es nicht vollständig haben will [KEINE KOMMENTARE!]), aber dann war die Lizenz auch schnell weg.

Obwohl ich ein Fan der Conan-Geschichten bin (noch mehr allerdings von Solomon Kane), nun noch ein Conan RPG brauche ich eigentlich auch nicht. Bei Conan SaWo wäre ich SOFORT dabei, bei diesem hier ... mal schauen. Instant-Heilung finde ich blöd und so richtig dolle machen mich die Regeln auch nicht an, obwohl es schon irgendwie das Setting atmet und ein einfaches, schnelles System definitiv besser ist als das supercrunchiges 2D20, bei dem man irgendwie ewig braucht, bis der Charakter fertig ist und dann doch nicht das bekommt, was man haben will (so ging es mir jedenfalls bei den Versuchen, mir da mal was zu basteln):
Entweder Frontlader, dann habe ich aber auch, was ich haben will, oder alles zufällig, dann aber schnell.
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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #12 am: 30.06.2024 | 22:36 »
[...]

Es gibt also 1d6 - 1d10 und dazu noch einen Wert, den man drauf addiert. Wer aber genau was erhält, ... keine Ahnung (ok, Schnellstarter und so). Aber wenn ich dann sehe, dass es NPCs oder auch PCs gibt mit 1d6 und nem Wert von 5, und andere mit zwar einem d8 aber dafür einer 2 in der additiven Konstante... . Ich hoffe, die richtigen Regeln erklären dann mal genau, was als "gut" gilt etc. .

Ich hätte ja gedacht es geht irgendwie so 1d6 bis 1d6 + 2 (oder auch 3) und dann geht man hoch, 1d8 bis 1d8 + 2 usw. . Aber wenn man wie oben erwähnt 1d6 mit +5 haben kann, dann hab ich das lieber als 1d8 + 2 .
Und der Flux Flix ...wie hiess der Wild-Würfel nochmal ... der geht dann von 1d10 (schlechtester Würfel!) bis 1d6 ... da man ja die höchste Zahl will und so.
[...]


Ein wenig wird das (d.h. das 1W6 +5 vs. 1W8 +2) vielleicht dadurch ausgeglichen, dass eine geworfene 1 immer ein Misserfolg ist.
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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #13 am: 30.06.2024 | 22:44 »
Kommentare, ohne jetzt alles zu zitieren…

"Warum schon wieder": Das letzte Mal ist 10 Jahre her. Ich persönlich vermute ja, das Monolith ihre Brettspiellizenz nur behalten konnte, wenn sie auch noch ein RPG machen. Oder die Autoren haben gesagt, dass wird kein Misserfolg und das reicht dann Monolith.

"Wahrscheinlichkeiten": Das passt schon, auch wenn der Autor eigentlich Kunstlehrer ist :) Der größere Würfel sorgt dafür, dass die 1 weniger häufig auftritt. Die - wie ich vermute – Anfängercharaktere haben ja alle W6 als Würfel und werden den bestimmt auf W8 oder W10 steigern können, was den Erwartungswert um 1 erhöht und gleichzeitig den Maximalwert um 2 erhöht. Das ist IMHO nichts "komisch".

Bei den Gegner wird benutzt, was sich "richtig" anfühlt, ist da aber auch egal, weil es ja nicht mit den SCs in Konkurrenz steht. Wählen zwischen 1W6+5 und 1W8+2 kann man auch nicht, da empfehle ich nochmal einen Blick in die Regeln.

Ich finde ehrlich gesagt den W12 für den Bihänder ein bisschen OP im Vergleich zu den anderen Waffen. Aber sowas können sie sicherlich bis zum fertigen Produkt noch fine-tunen.

"Hat sich Conan für Modiphius gelohnt?": Weiß ich auch nicht, aber in 2014 war der Kickstarter schon rekordverdächtig, auch wenn sie ja ewig gebraucht haben, die 20+ Bücher alle zu produzieren. Ich hatte da damals sehr viel Geld drauf geworfen, dann aber nicht mehr verfolgt, ob ich überhaupt jemals alles erhalten habe. Ich kann aber die Entscheidung von Modiphius (falls das dann eine Entscheidung war) verstehen, das nach 10 Jahren nicht zu verlängern, weil sich das System vielleicht zwar an Fans verkauft hat, aber nicht wirklich weit verbreitet gespielt wurde und sie ja auch inzwischen erkannt haben, das 2d20 mit weniger Crunch besser läuft.

Eine entscheidende Verbesserung der neuen Regeln ist IMHO, dass diese einfach genug sind, um "streamable" zu sein, sprich in einem Actual Play auch online verwendet werden zu können. Das dies z.B. nicht bei DSA5 geht, wird Ulisses mittel- bis kurzfristig noch das Genick brechen, denn die Streams mit Saltatio Mortis haben zwar gezeigt, dass im Stream rüberbringen kann, wie viel Spaß erwachsene Männer dabei haben, DSA zu spielen, aber das gelang trotz und nicht wegen der Regeln. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

"Conan SaWo wäre ich SOFORT dabei": Was brauchst du da? Das kannst du doch einfach so mit dem SWADE GRW spielen. Es sind ja nicht mehr die 90er Jahre, wo es kein Internet und keine Wikis gab und ein Settingbuch über die Welt noch einen echten Mehrwert darstellte. Jetzt kann man doch einfach eine Weltkarte ergooglen und diverse Infos über die Länder nachschlagen oder die AI deines Vertrauens fragen.

Und weil es noch krasser geht: Ich habe probehalber Claude gebeten, eine interaktive Karte zu erzeugen, worauf diese AI sich selbst eine React-TypeScript-Komponente schreibt und auch gleich ausführt, von der ich leider nur ein Bild zeigen kann, aber wo jedes Land durch einen SVG-Pfad beschrieben ist und die Topologie passt.

Glaube ich, dass die Welt noch ein Conan-Rollenspiel braucht? Absolut nicht. Wird es sich verkaufen? Wahrscheinlich. Insbesondere wenn sie ihren Kickstarter, der in Q4 2024 kommen soll, mit Miniaturen "würzen". Davon existieren ja diverse durch das Brettspiel. Und wenn sie auch noch Abenteuer oder eine Kampagne mit anbieten, könnten sie auch mich wieder in Versuchung führen.

Offline Fëanor

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #14 am: 1.07.2024 | 14:24 »
Ein neues Conan-RPG hätte ich auch nicht gebraucht, da ist wirklich schon alles mindestens einmal abgearbeitet
worden. Aber Conan ist halt sehr bekannt bzw. Kult, und wohl eine mehr oder weniger sichere Investition für die
Verlage.
Mich würde interessieren, welche andere Fantasy stattdessen mal eine Chance bekommen sollte? Nur so als
Anregung.

Na ja, sehr bekannt, kult...für wen? Wenn ich jeweils mit jungen Gleichgesinnten spreche (und Jung ist da grosszügig...einfach sagen wir mal unter 40), dann kennen die vielleicht vielleicht die alten Conan Filme weil...Schwarzenegger. Aber sonst? Klar, die Ü40 Rollenspieler sind natürlich die, mit dem meisten Geld das locker in der Tasche sitzt. Insofern durchaus angebracht, noch für die "alte Garde" RPGs zu produzieren und lizenzieren.

Zu deiner Schlussfrage: so direkt aus dem Stehgreif - Wheel of Time, Witcher (gut, das hat ein aktuelles RPG), Game of Thrones, Sanderson Zeugs (gut, da hat Mistborn auch ein noch aktives RPG und Stormlight Archives wird wohl bald eines bekommen). Dann gibts noch eine ganze Runde der Young Adult Fantasy Sparte (zBsp Sarah J. Maas und Co) die viel viel populärer ist als Conan bei den Verkaufszahlen der Romane. Aber ob es dort viele potentielle Rollenspieler/innen gibt, weiss ich nicht so genau.

Das Problem für WoT und GoT ist vermutlich, dass jetzt die Lizenzgebühren in unerreichbare Regionen gegangen sind, wo beide Serien mehr oder weniger erfolgreiche TV Produktionen haben. Sprich die Lizenzgeber haben meist keine realistische Vorstellung davon, was man im Feld der Rollenspiele für Lizenzen verlangen kann.

"Warum schon wieder": Das letzte Mal ist 10 Jahre her. Ich persönlich vermute ja, das Monolith ihre Brettspiellizenz nur behalten konnte, wenn sie auch noch ein RPG machen. Oder die Autoren haben gesagt, dass wird kein Misserfolg und das reicht dann Monolith.

"Wahrscheinlichkeiten": Das passt schon, auch wenn der Autor eigentlich Kunstlehrer ist :) Der größere Würfel sorgt dafür, dass die 1 weniger häufig auftritt. Die - wie ich vermute – Anfängercharaktere haben ja alle W6 als Würfel und werden den bestimmt auf W8 oder W10 steigern können, was den Erwartungswert um 1 erhöht und gleichzeitig den Maximalwert um 2 erhöht. Das ist IMHO nichts "komisch".

Bei den Gegner wird benutzt, was sich "richtig" anfühlt, ist da aber auch egal, weil es ja nicht mit den SCs in Konkurrenz steht. Wählen zwischen 1W6+5 und 1W8+2 kann man auch nicht, da empfehle ich nochmal einen Blick in die Regeln.

Da rundest du aber grosszügig. Nicht mal der KS für das Core ist 10 Jahre her. Sondern ziemlich genau 8. Und da wars dann ja noch nicht wirklich da. Zudem hat die Produkt-Linie bis vor kurzem noch neue Bücher geliefert. Finde ich also einen ziemlichen "Augenwischer" Punkt den du da zu machen versuchst.
Was deine Vermutung angeht, da könntest du recht haben. Und dann macht das auch "Sinn", schon wieder ein RPG zu machen.

Warum du Wahrscheinlichkeiten in Anführungszeichen setzt, erschliesst sich mir nicht. Aber anyway... . Das der Regelschreiber ein Kunstlehrer ist, überrascht mich nicht  ;)

Und ich bleibe bei meinem Eindruck zu den Wahrscheinlichkeiten. Zumal ich, wenn man schon lineare Verteilung nehmen "muss", mir einen ewtas grösseren Würfel als 1d6 - 1d10 wünschen würde. Vor allem dann, wenn man bei ner 1 auf dem Würfel was Patzer-artiges platzieren will. Ich finde 1 aus 6, 1 aus 8 bzw. 1 aus 10 wirklich zu hohe Chancen für einen Misserfolg, ganz egal was dein Total danach ist (mit dem fixen Bonus). Und der Flux-oder-wie-auch-immer Würfel funktioniert ja genau so. Da ist dann doch etwas viel Volatilität drin. Ihr habt zwar recht, dass beim "Aufstieg" des Würfels die Patzer Chance sinkt, und insofern der höhere Würfel "besser" ist, aber eben, bei diesen kleinen Würfel bleiben die Chancen für mich zu hoch. Und dann kommt ja wie schon erwähnt obendrauf, dass die fixen Boni recht hoch werden können. Und auch nicht klar ist, wie welche Höhe bestimmt wird (also Würfel vs. Boni usw). Nur schon im Schnellstarter hat es Boni, die höher sind als die Erwartungswerte von 2 der 3 verwendeten Würfel. Für mich unschön, da ich es nicht so mag, wenn der Würfelwurf von Boni überschattet wird.

Wie gesagt, ist ein Schnellstartet. Insofern warte ich sicher mal noch ab, was die vollen Regeln bringen. Vor allem interessiert mich auch, wie sie in dem System die Charakterentwicklung machen werden (wie und wann ändern sich Würfel, wie und wann ändern sich Boni etc.) und was ihre Benchmarks für durchschnittlich, gut, sehr gut sein werden.

Und du hast mich wohl falsch verstanden, ich wollte nicht andeuten, dass man wählen kann. Wie bei Schnellstartetn üblich, hat es ja keine Charaktererschaffung in dem Dokument. Es hat nur vorgefertigte Ware. Es war eine reine "Ich würde das lieber nehmen als dies" Aussage, ohne Implikationen.

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #15 am: 1.07.2024 | 15:27 »
Da rundest du aber grosszügig. Nicht mal der KS für das Core ist 10 Jahre her. Sondern ziemlich genau 8.
Du hast Recht. Ich hatte zwar extra noch nachgeschaut, aber falsch gelesen. Die 10 Jahre für eine Lizenz schien so schön zu passen. Aber dann waren es offenbar nur 8 Jahre. Oder vielleicht auch 4 Jahre mit einer Option zur Verlängerung. Wer weiß…

"Warum du Wahrscheinlichkeiten in Anführungszeichen setzt, erschliesst sich mir nicht.": Sowas hier? Das hatte ich gemacht, um nicht umständlich BBCode-Zitate zu machen und trotzdem einen Kontext zu setzen.

Eine 1 ist so weit ich das sehe kein Patzer, sondern einfach nur ein Weg, die Erfolgswahrscheinlichkeit bei 83% zu deckeln. Hanzi und Aengus greifen mit +6, Gudrun mit +5 und Mhambi mit +4 (und Reroll, was gleichwertig zu +1 vom Erwartungswert her ist) an, d.h. haben ansonsten gegen alles kleiner Verteidigung 8 automatisch Erfolg.

Die Banditen, Wildhunde und Hyänen und die normale Skorpione haben alle weniger Verteidigung, werden also damit mit 83% Wahrscheinlichkeit  (durch Flex-Würfel sogar mit 85%) getroffen. Das fühlt sich IMHO kompetent an. Und wer mag, kann ja noch Stamina-Punkte ausgeben, um die 1 zu negieren.

Flex-Würfel: Maxt man seine Aktionen pro Zug aus, sollte man im Schnitt alle 5 Runden einen Stamina-Punkt zurück bekommen oder aber Extraschaden machen können. Dazu sind die Kämpfe fast ein bisschen zu kurz, denn ich denke nicht, dass wir auch nur einmal so viele Runde gebraucht haben.

"Schnellstarter": Klar, da kann sich noch was ändern, aber ich denke nicht, dass sie den Grundmechanismus noch mal über den Haufen werfen, sondern ggf. noch ein bisschen Werte tweaken.

Wie ein Mitspieler es so schön sagte, die einzige taktische Option ist derzeit, dass man statt "ich haue drauf" auch "ich warte etwas und haue mit +2 drauf" wählen kann. Alles andere wird erwartet, dass die SL das improvisiert … letztlich auf Basis der Erfahrung mit anderen Systemen. Indem man etwa bei Überzahl ein +1 vergibt, bei Dunkelheit -2, bei einem Angriff aus dem Hinterhalt +2, bei großen Waffen in engen Gängen -1 usw. Das könnten sie aber mit ein, zwei Tabellen im GRW "retten".

Für mich ist entscheidender als noch ein paar weitere Kampfregeln, ob das Ziel des Systems ein Kampfsimulator sein soll oder ob es auch noch mehr für andere Arten des Rollenspiels geben wird. Was, wenn man einen Händler spielen will? Oder einen Adligen, der sich um sein Anwesen kümmern muss und Feste ausrichten muss, um gesellschaftlich nicht abzusteigen? Das Setting würde es ja hergeben...

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Re: [Ich erzähle von] Conan - The Hybroian Age
« Antwort #16 am: 1.07.2024 | 15:50 »
Na, mal schauen. Ich hab' mir den Schnellstarter gerade eben selbst heruntergeladen und werd' ihn mir in den nächsten Tagen mal vorknöpfen, wie sich die Zeit und Lust finden.

Wohlgemerkt: ich bin nicht wirklich auf der Suche nach einem neuen System an sich, und das hyborische Zeitalter würde mich auch nur dann reizen, wenn ich konkrete Pläne hätte, genau dort spielen zu wollen und nicht einfach in einem beliebigen ähnlichen Fantasysetting (aktuell nicht der Fall, aber auch nicht grundsätzlich ausgeschlossen). Aber falls doch am Ende etwas Nennenswerteres herauskommt, will man ja mitreden können. :)