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Autor Thema: Umgang mit schwarzer Magie  (Gelesen 495 mal)

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Offline felixs

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Umgang mit schwarzer Magie
« am: 31.08.2018 | 14:36 »
Schwarze Magie ist laut Hintergrund verpönt. Schwarze Hexer sind außerdem ab Stufe 7 an ihrer Aura erkennbar.
Ansonsten ist mir etwas unklar, wie die Regeln sich das vorstellen und auch wie der Hintergrund genau funktioniert. Vor allem ist mir die Verzahnung von Hintergrund und Spielmechaniken unklar. Mir scheint, dass schwarze Magie regeltechnisch nicht von anderer Magie zu unterscheiden ist. Der Rest ist Hintergrund, Regeltechnisch läuft es auf Handwedelei hinaus.

Aber, der Übersicht halber, besser im einzelnen:

1) Wie verhält es sich mit Sprüchen schwarzmagischen Ursprungs? Die kann grundsätzlich jeder lernen, oder?

2) Was passiert, wenn man solche Sprüche lernt?

3) Was passiert, wenn man sie anwendet?

4) Kann man erkennen, ob jemand einen schwarzmagischen Spruch gelernt hat? Wie schlimm ist das?

5) Bei Anwendung würde ich es mit einer erfolgreichen Zauberkunde-Probe für erkennbar halten, dass ein Zauber schwarzmagisch ist. Resultat wäre dann (wenn jemand verfolgungswillig und -fähig ist) ein Prozess, endend mit Verbannung oder Todesurteil. Würde das jemand anders handhaben?
« Letzte Änderung: 31.08.2018 | 14:38 von felixs »
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Offline Eleazar

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Re: Umgang mit schwarzer Magie
« Antwort #1 am: 31.08.2018 | 23:35 »
Ich denke, dass die Gilden und Kulte den Umgang mit schwarzer Magie regeln und begrenzen.

- Das Erlernen muss nicht überall verboten sein, denn man kann sein Wissen ja für Gegenzauber nutzen. Gut, aber manchen Gilden/Kulten mag selbst das schon zu heiß sein.

- Wenn man sie anwendet und erwischt wird, dann dürfte kaum ein Weg am Scheiterhaufen vorbeiführen. Allenfalls dürften bei minderschweren Fällen eine Verbannung, ein Ausschluss und eventuell eine Brandmarkung möglich sein. Aber Gilden haben ja auch den Auftrag, das Volk sicher vor Schwarzmagiern zu schützen. Viel Gnade ist da nicht drin.

- Man sieht das einem Zauberer nicht an, aber die Zaubermaterialien können ihn verraten. Außerdem hat der Zauberer ja Mitwisser, wenn er das irgendwo gelernt hat.

- Schwarzmagische Sprüche sind in ihrer Wirkung ja meistens geradezu selbsterklärend: Wer so einen Effekt auslöst oder sich solcher Mittel bedient, der gehört einfach auf einen Scheiterhaufen. Deshalb braucht es oft gar keinen Zauberkundewurf. Bei manchen Kulten oder beim Hexenjäger würde ich auch einen Bonus auf Zauberkunde geben, weil die dem Bösen eine besondere Aufmerksamkeit widmen. Und ganz im Ernst: Wenn ein Zauberlehrling ein Semester Zauberkunde gelernt hat, dann müsste er schon recht viel über den Inhalt des Arkanums und der Dunklen Mächte wissen. Und sobald es kein reiner Gedankenzauber ist, sagt man seinen Zauber ja quasi hörbar an.
Und wenn sich ein Herz aus dem Körper des Opfers reißt und das in die Hand eines Zauberers fliegt, dann braucht niemand mehr auf Zauberkunde zu würfeln...

- Prozess, ja. Manchmal auch kurzer Prozess. Schwarzmagier sind nämlich total gefährlich und bevor die noch andere umbringen oder besessen machen oder irgendwelche Teufel zur Hilfe holen - zippzapp, Rübe ab. Und eine Magiergilde, die etwas schlau ist, wird die wackeren Bauern loben, wenn jemand in ihrem Geltungsbereich schwarzgezaubert hat. Denn es ist sehr unschön, wenn eine Gilde in Verdacht gerät, sie hätte eine unklare Haltung zu solchen Zauberern.

Offline felixs

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Re: Umgang mit schwarzer Magie
« Antwort #2 am: 1.09.2018 | 09:23 »
Vielen Dank für Deine Gedanken dazu!

Bezüglich Regeln scheint es wirklich nicht viel zu geben. Laut "Dunkle Mächte" ist es für schwarze Hexer einfacher, schwarzmagische Sprüche zu lernen (immer Faktor 30). Sonst finde ich keine regeltechnischen Einschränkungen. Man kann schwarze Magie auch "aus zweiter Hand" lernen, braucht sich dafür also nicht den finsteren Dämonen zu verschreiben.

Ich denke, dass die Gilden und Kulte den Umgang mit schwarzer Magie regeln und begrenzen.
(...)
- Prozess, ja. Manchmal auch kurzer Prozess. Schwarzmagier sind nämlich total gefährlich und bevor die noch andere umbringen oder besessen machen oder irgendwelche Teufel zur Hilfe holen - zippzapp, Rübe ab. Und eine Magiergilde, die etwas schlau ist, wird die wackeren Bauern loben, wenn jemand in ihrem Geltungsbereich schwarzgezaubert hat. Denn es ist sehr unschön, wenn eine Gilde in Verdacht gerät, sie hätte eine unklare Haltung zu solchen Zauberern.

Denke ich auch. Und ich denke auch, dass die Formen dieses Umgangs lokal sehr unterschiedlich sein können.
Waeland: Der Prozess dauert solange, wie man braucht, um mit der Axt auszuholen.
Alba: In der Provinz knüpft man den Schwarzhexer an den nächsten Baum, vielleicht fragt man vorher noch beim Laird nach. In Städten und im Einflussgebiet zivilisierterer Fürsten und vor allem im Machtbereich der Magiergilden dürfte es schon einen richtigen Prozess geben.

- Das Erlernen muss nicht überall verboten sein, denn man kann sein Wissen ja für Gegenzauber nutzen. Gut, aber manchen Gilden/Kulten mag selbst das schon zu heiß sein.

- Man sieht das einem Zauberer nicht an, aber die Zaubermaterialien können ihn verraten. Außerdem hat der Zauberer ja Mitwisser, wenn er das irgendwo gelernt hat.

Sehe ich auch so ähnlich: Gilden, auch einzelne Lehrmeister werden das unterschiedlich handhaben.
Sicherlich kommt das zumindest in der Theorie mal dran, man muss ja wissen, wovor man sich zu hüten hat.
Bezüglich der Zaubermaterialien braucht es aber schon viel Spezialwissen, also einen richtigen Prozess. Man müsste also in Verdacht geraten und es müsste ein Sachkundiger vor Ort sein. Je nach Grad der "Sachkunde" bietet das dann auch viel Rauf für - absichliche oder nicht - Fehleinschätzungen...


- Schwarzmagische Sprüche sind in ihrer Wirkung ja meistens geradezu selbsterklärend: Wer so einen Effekt auslöst oder sich solcher Mittel bedient, der gehört einfach auf einen Scheiterhaufen. Deshalb braucht es oft gar keinen Zauberkundewurf. Bei manchen Kulten oder beim Hexenjäger würde ich auch einen Bonus auf Zauberkunde geben, weil die dem Bösen eine besondere Aufmerksamkeit widmen. Und ganz im Ernst: Wenn ein Zauberlehrling ein Semester Zauberkunde gelernt hat, dann müsste er schon recht viel über den Inhalt des Arkanums und der Dunklen Mächte wissen. Und sobald es kein reiner Gedankenzauber ist, sagt man seinen Zauber ja quasi hörbar an.
Und wenn sich ein Herz aus dem Körper des Opfers reißt und das in die Hand eines Zauberers fliegt, dann braucht niemand mehr auf Zauberkunde zu würfeln...

Ich denke auch, dass man da je nach Situation unterscheiden muss. Das aus dem Körper gerissene Herz ist natürlich drastisch. Trotzdem: Es gibt auch nicht-schwarzmagische Sprüche, die sehr drastische Auswirkungen haben.
Dass Zuschauer auf sowas heftig reagieren und den Zaubernden möglicherweise lynchen, ist klar.
Ob sofort erkennbar ist, dass das technisch schwarze Magie (also von den finsteren Dämonen kommend) ist, bin ich nicht so sicher.
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Offline Tante Petunia

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Re: Umgang mit schwarzer Magie
« Antwort #3 am: 1.09.2018 | 20:50 »
Ich denke mal letztendlich ist der Umgang mit Schwarzer Magie eine Frage des jeweiligen Gruppenvertrages und hängt auch sehr stark von der Art der in der Runde gespielten Charaktere ab.
Besteht die Runde z.B. aus einem Spitzbuben, einem Hexer (grau), einem Söldner, einem Schamanen wird sie wohl garantiert komplett anders mit Sprüchen der Schwarzen Magie umgehen als eine Runde, die z.B. aus einem Priester, einem Ordenskrieger, einem Klingenmagier und einem Weißen Hexer besteht.
Gegen etwaige Auren bei Spielercharakteren, bzw. das ungewollte Erkennen jener Auren wird ein Grad 7+ Zauberkundiger sich garantiert durch ein entsprechendes Artefakt, z.B. ein passendes Amulett zu schützen wissen.
In meinen Runden gibt es einige Spieler, die Charaktere spielen, welche sich durchaus auch einmal mit Schwarzer Magie beschäftigen und diese in "geeigneten" Situationen auch effektiv einsetzen.
Aber - wie schon geschrieben- es hängt m.E. vom jeweiligen Gruppenvertrag und dem damit einhergehenden Verständnis der Spielwelt ab.
Slüschwampf

Offline Eleazar

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Re: Umgang mit schwarzer Magie
« Antwort #4 am: 1.09.2018 | 22:02 »
Ich hatte mal einen Magier, der auf eigenartige Art und Weise an den Zauber "Graue Hand" geraten ist. Ich weiß nicht, ob ich ihn je angewendet habe, weil er ja eindeutige Spuren hinterlässt. Da muss dann auch alles passen, so dass man die Leiche verschwinden lassen kann. Sonst hast du den Mob am Hacken. Das war auch in Ordnung.

In einem anderen Szenario hatte ich mich mit einer Hexe angelegt, die wir dann verschnürt mittransportiert haben. Von dem Augenblick der Auseinandersetzung an ging es mir schlechter und schlechter und die Hexe machte unschöne Andeutungen. Da meine Figur fliegen konnte, wollte ich der Hexe Angst einjagen und sie zwingen, ihren "Fluch" von mir zu nehmen, indem ich sie mit in die Lüfte nahm und fallen ließ. Leider habe ich daneben gegriffen. Danach ging es mir bald wieder besser. Dass unser Gruppenmagier mich deshalb angezeigt hat, habe ich ihm gründlich übel genommen.

Offline dabba

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Re: Umgang mit schwarzer Magie
« Antwort #5 am: 6.09.2018 | 17:38 »
Gerade einem studierten Magier würde ich auch durchaus zugestehen, dass er es genau nimmt.

> Der Bauernlümmel kann doch gar nicht beurteilen, was Magie ist. Der denkt doch, er sei verflucht, wenn er nach dem Saufen am nächsten Morgen Kopfschmerzen hat.

Aber auch einem Priester oder Ordenskrieger würde nur begrenzt Selbstjustiz zustehen. Für die Verurteilung von Straftätern (sowohl mit als auch ohne Magie-Einsatz) sind normalerweise nicht die Abenteurer zuständig, sondern örtliche Institutionen. Selbst wenn diese auf dem Dorf faktisch nur aus einem Schultheiß und/oder einem Dorfpriester besteht, hat der vor Ort immer noch mehr Zuständigkeit als der umherziehende Abenteurer-Priester. ;)

Offline felixs

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Re: Umgang mit schwarzer Magie
« Antwort #6 am: 6.09.2018 | 17:50 »
Ob die Abenteurer für das Urteilen zuständig sind oder nicht, die Frage ist trotzdem, wie die Beweise gewonnen werden. Das ist ja auch dann relevant, wenn andere ermitteln oder wenn man einen stimmigen und schlüssigen Hintergrund dafür erzeugen will, warum Spielerfiguren die Finger von schwarzer Magie lassen sollten, bzw. was das Risiko ist.
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