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Autor Thema: [Spielbericht] "Märchenkrieger, LOS!" - Krähencon, 1.09.2018  (Gelesen 256 mal)

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Offline SeldomFound

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Am letzten Samstag leitete ich eine Runde "Märchenkrieger, LOS!", wobei ich allerdings nur die Idee der Abenteuerwelt benutzte, aber nur die Standard-TurboFATE Regeln benutzte. Es spielten mit mir 3 FATE-Neulinge, die direkt am Tisch ihre Charaktere erschufen.


Einstieg:

Gespielt wurde in St. Petersburg, 1915. Die SCs trafen sich in einem Restaurant, während draußen seit drei Tagen ein furchtbarer Schneesturm tobte. Sie bekamen mit, wie eine weiß gekleidete, adlig aussehende Dame sich mit einem ebenso weiß gekleideten, älteren Pärchen auf Dänisch stritt. Wütend verließ sie den Tisch und das Restaurant und ihre beiden Gesprächspartner winkten die SC zu sich heran.

Bei den SCs handelte es sich um:

1) Eine englische Journalistin - Märchenseele: Sindbad, der siebenfache Reisende
2) Kapitän eines kleinen Schiffes - Märchenseele: CAPTAIN Jack Sparrow
3) Eine walisische Bogenmacherin - Märchenseele: Merida, die Bärenprinzessin

(Anmerkung: Hey, Disney-Geschichten sind auch Märchen! XD Davon abgesehen basierte mein ganzes Abenteuer auf alle möglichen Figuren, die nicht aus Grimms Märchen stammen)

Bei dem älteren Mann und der älteren Frau handelte es sich um Väterchen Frost und Frau Holle, die beide darüber besorgt waren, dass ihr Gast, die Schneekönigin, ziemlich wütend über den Diebstahl eines Gegenstandes war, der für sie sehr wichtig ist - Einen Spiegelsplitter. Die beiden konnten gerade so viel herausfinden, dass der Dieb wohl Peer Gynt gewesen war. Und dieser könnte eventuell von dem Troll gefunden werden, der in der Peter-und-Paul-Festung arbeitet.

Die Helden konnten in der Festung den Troll finden und ihn davon überzeugen, ihnen bei der Jagd auf Peer Gynt zu helfen. Auf seinen Wunsch ihn schlugen sie den Troll den Kopf ab, der sie dann durch die Straßen der Stadt zu einem Bordell führte. Hier kam es zu einem kurzen Gefecht. Während Jack und Sindbad das Haus betreten und nach Peer Gynt suchen konnten, musste Merida und ihre menschliche Seite draußen warten. Dort wurde sie mit einem kleinen Pfeil angegriffen. Sie konnte den Angriff ausweichen und den Angreifer bis in eine Gasse hinter dem Bordell verfolgen. Hier wurde sie von dem Mausekönig und seinem Gefolgen aufgelauert, der sie für seine Herrin Baba Yaga fangen wollte.

Doch just in diesem Moment sprang Peer Gynt, verfolgt von Sindbad und Jack aus dem Fenster direkt in den Hinterhalt hinein. Sindbad verkomplizierte die Situation, als er die Schwinge des Roc zog und einen gewaltigen Schneewirbel auslöste, der auf der einen Seite Merida Feuerschutz gab, aber auf der anderen Seite Peer Gynt einen Fluchtweg verschaffte. Allerdings konnte er nicht Jack Sparrow entkommen, der ihn zu einem unfreiwilligen Schneeengel zwang. Währenddessen nutzte Merida ihr Geschick mit dem Bogen um den Mausekönig und sein Gefolge in die Enge zu treiben. Hier war der Mausekönig ein leichtes Opfer für ihre und Sindbads Attacken. Nachdem der Mausekönig die Zeichen seiner Macht, den Umhang, das Zepter und seine Krone verloren hatte, blieb ihm nur eine letzte Drohung bevor sich seine Märchenseele von der gewöhnlichen Maus löste, die er besessen hatte.

Peer Gynt gestand schließlich, dass er den Spiegelsplitter an niemand anderen als Rasputin verkauft hatte. Man überließ ihn dann dem Troll, der sich komplett neu aus seinen Kopf regeneriert hatte.

Rasputin zu finden war nicht schwer, man fand ihn mit Wein, Weib und Gesang in einer großen Kneipe. Obwohl sie vorher gewarnt worden war, unterschätzten sie die Märchenseele, die sich mit dem wahnsinnigen Wanderpriester verbunden hatte: Koschtschei, den Todlosen, den größten Schurken der russischen Märchenwelt. Koschtschei bewies auch schnell seine Macht, in dem er den großen Jack Sparrow schnell auf Däumlingsgröße herunterschrumpfte, doch ließ sich dennoch dazu überreden, preiszugeben, wo sich nun der Splitter befindet: Im Herzen des Zarensohns Alexei.

Die Gruppe konnten sich in den Winterpalast schmuggeln, wo sie auf Alexeis Schwester Anastasia trafen. Das Mädchen enthüllte selbst eine Märchenseele, die Wunderschöne Vasilisa, der gute Konterpart zu Koschtscheis böser Gier und Baba Yagas wilder Urmacht. Sie erkannte, nachdem sie von den Helden über die Ereignisse informiert wurde, dass Koschtschei den Splitter benutzt hatte, um das Leben des kranken Alexei zu retten, wahrscheinlich mit der Absicht, um diesen in Zukunft kontrollieren zu können. Vasilisa half den Abenteurern dabei, Alexei aus den Palast zu schmuggeln, indem sie ihn in einen Vogel verwandelte. Die Gruppe brachte daraufhin den Jungen zu der Schneekönigin. Diese zeigte aber unverhofft Gnade und ließ den Jungen fürs Erste allein.

Und das war dann das Ende der Runde.


Insgesamt war es mehr eine Einführungsrunde in das Setting "Märchenkrieger, LOS! - St. Petersburg 1915" als eine wirkliche Runde, aber die Spieler hatte es gefallen und ließen sich auch gerne fürs Erste berieseln. Ich würde auf jeden Fall gerne, sobald ich die vollen Regeln haben, dieses Setting noch einmal aufbereiten und anbieten.

Vielen Dank fürs Lesen, für eure konstruktiven Eindrücke und Meinungen bin ich euch sehr dankbar.

Offline Caranthir

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Klingt nach einer tollen Geschichte! Russland würde ich auch gerne mal in ein Abenteuer einbauen, gerade für Märchenkrieger hätte ich da sogar ein Buch über russische Sagen und Märchen.

Wie hast du denn die Märchenseelen regelseits umgesetzt? Ich meine, das Buch kommt ja bald, aber interessiert mich einfach.
Lese: Fate Tachyon Squad, Wearing the Cape, Shadow of the Demon Lord

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Offline SeldomFound

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Ursprünglich war die Idee: Zwei Aspekte für die Menschenseite, zwei Aspekte für die Märchenseele. Dazu sind bestimmte Sachen nicht möglich, wenn man noch nicht verwandelt ist.

Aber so streng wurde es dann nicht im eigentlichen Spiel, da die Spieler jetzt einfach so darauf losgespielt haben und ich einfach je nach Situation "Ja" oder "Nein, aber..." gesagt habe.


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Offline Caranthir

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Ah, das heißt du hast einfach Aktionen zugelassen, wenn sie verwandelt waren, die für Menschen nicht möglich sind. Jepp, einfach und effektiv. Habt ihr vorher geklärt, wofür die Märchenfiguren stehen? Gab es Stunts jeweils nur für die Märchen- bzw. nur für die menschliche Seite?
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Offline SeldomFound

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In diesem Falle war allein schon durch die Auswahl klar, dass es sich bei den Märchenfiguren und ihren menschlichen Trägern um freiheitsliebende Abenteurer handelt, die aus Gutem Willen einen Auftrag annahmen, um damit St. Petersburg vor dem Zorn der Schneekönigin zu retten.

Stunts wurden jetzt, bis auf den Kapitän glaube ich, nur für die Märchenseelen entworfen.


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Offline Daheon

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Schade, die Runde habe ich verpasst. Vielen Dank für den Spielbericht!  :d
"Fantasy is escapist, and that is its glory. If a soldier is imprisoned by the enemy, don't we consider it their duty to escape? The moneylenders, the knownothings, the authoritarians have us all in prison; if we value the freedom of mind and soul, if we're partisans of liberty, then it's our plain duty to escape, and take as many people with us as we can." - Ursula K. Le Guin