Autor Thema: Athairs Betrachtungen zu Rollenspielkram  (Gelesen 823 mal)

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Offline D. Athair

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Athairs Betrachtungen zu Rollenspielkram
« am: 1.12.2018 | 13:32 »
Nachdem mein Blog nun schon länger ungenutzt ist, ich mehr konkretes Zeug für's Rollenspiel machen will und eh vornehmlich im Tanelorn unterwegs bin, dachte ich, dass ich das gern zusammenlegen will. Auch meine Freude über die übrigen Rezensionsthemen motivieren mich hier ein eigenes Thema zu wagen.

Beginnen werde ich mit Kram von meinem Blog, den ich neu aufbereite und es kann auch passieren, dass das andersrum geschehen wird. Ich werd sicher auch auf Beiträge von mir in anderen  :t:-Themen zurückgreifen.
Inhaltlich sind "nicht so indie Indie-Sachen" zu erwarten. Das heißt: Es wird hier ungewöhnliches Zeug vorgestellt werden mit Schwerpunkten OSR, W100, Freiform, Abenteuererzähl-Rollenspiel und das ein oder andere Indie-Teil wird auch dabei sein. Wahrscheinlich wird auch meine Vorliebe für UK-Kram (und das Fehlen abgedrehter US-Sachen) irgendwann durchscheinen. Konkret geplant: Kram für
  • LotFP (Fish Fuckers, She bleeds, Forgive us)
  • B/X Essentials (Regelhefte, Abenteuer, Wormskin Magazine)
  • Colonial Troopers
  • Mythras (Agonie & Ekstase und ggf. Luther Arkwright)
  • The Age of Shadow [OpenQuest] (GRW, Campaign Guide, Encounters in the Northlands, Neath the Shadow Magazin)
  • River of Heaven (inkl. Abenteuer)
  • ggf. Rennaissance Kram (Clockwork & Chivalry 2nd, Dark Streets 2nd)
  • Maelstrom Gothic
  • Lone Wolf Adventure Game
  • The Cthulhu Hack (The Haunter of the Dark, Three Faces of the Wendigo)
  • Idee!
  • Kleine Spiele wie Amazing Tales oder Stories from the Grave
  • Indies wie Urchin, dead inside, Wordplay und hoffentlich auch Dream Askew/Dream Apart (und danach Sagas of the Icelanders)
  • Sonstige Artikel und Bastelbücher z.B. The Flux, GM's Miscellany: Wilderness Dressing (und andere Sachen von Raging Swan Press), RPGPundit Presents, Runequest Cities,  ...
... ich wünschte Ehdrigor könnte auf der Liste sein, aber an der Aussage: "[It] filters Dungeons and Dragons-style roleplaying experiences through a distinctly Native cultural lens rather than a European one." stört mich die "new school D&D-Herangehensweise". Und zu allem Überfluss nutzt das Spiel dann auch noch Fate Core. Schade.

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Johnstone Metzger: Knives in the Dark
(Red Box Vancouver)
(Dungeon World/Labyrinth Lord)



Knives in the Dark bietet auf 64 Seiten ... ja, was eigentlich? Einerseits ist es eine Art Sandbox-Region mit Bergwerker-Camp, einem verfluchten unterirdischen Komplex, auf den die Bergleute gestoßen sind, dem Städtchen Affeldeen und der Burg Zann. Durch die Region, die im östlichen Gebiet der Schwarzen Gipfel liegt, fließt der Fluss "Knive".
Andererseits bietet es auch ein Dungeon-Abenteuer in dem benannten verfluchten ehemaligen Unterschlupf. Insgesamt ist das Abenteuer wohl am besten mit dem Begriff "Szenario" oder "Modul" beschrieben.

Worum es geht:
Bergwerker sind beim Graben eines Stollens auf den unterirdischen Komplex gestoßen. In der Folge wurden einige von ihnen von namenlosen Schrecken getötet. Jetzt weigern sie sich für Gouverneur Stauffenbach weiter Zinn zu schürfen, bis sie wissen, dass die Miene sicher ist. Stauffenbach aber muss gegenüber seinem Herrn, Graf Zann, Quote liefern.

Bei der Entfaltung des Abenteuers/Hintergrund-Plots stehen die Handlungen und Motivationen von verschiedenen Interessensgruppen und Personen im Vordergrund. Entsprechend ausführlich sind die geplanten Handlungen und die Motivationen dafür ausgeführt. Zudem finden sich recht viele (bei weniger wichtigen Figuren kurze) Personen- beschreibungen in dem Heft wieder. Außer für den Dungeon, der neben 2-dimensionaler Karte auch isometrisch abgebildet ist, fallen die Beschreibungen von Orten recht knapp aus.

"Knives in the Dark" bringt mMn auf recht kluge Weise "Moves" aus PbtA/Dungeon World ins das Abenteuer ein - unabhängig davon, ob man das Abenteuer nun mit Labyrinth Lord oder Dungeon World spielen will. Zu den Regeln sei gesagt: Der Großteil des Abenteuer- und Beschreibungstextes kommt ohne Regeln aus. In der Einleitung gibt es ein paar allgemeine Regeln, die für DW und LabLord gelten. Die spezifischen Regeln für die beiden indendierten Spielsysteme befindeen sich am Ende des Heftes. Sie bilden NSC, Gegner und "Monster" ab. Dieser "Regelanhang" umfasst insgesamt 10 Seiten.

Zur Aussattung:
Das Heft verwendet viele Bilder, die gut ausgewahlt und alle (in Kanada) gemeinfrei sind. Das Städtchen Affeldeen (Abbildung s.o.) bekommt durch die Illustration ein ganz eigenes Flair. Ganzseitige Illustrationen machen ungefähr 16 Seiten aus. Dazu gibt es Karten auf 4 Seiten vom Autoren, Johnstone Metzger, selbst. Der Text verfügt über angenehm viel "white space" und lässt sich darum angenehm lesen. Es gibt ein wirklich hilfreiches Inhaltsverzeichnis und von dort aus kann man in die gut geliederten Kapitel springen. Das erste Kapitel beinhaltet nebst Einleitung ein paar grundlegende Regelzusätze, das Abenteuerbriefing, die Vorstellung der Antagonisten und verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten in das Abenteuer. Es hat auch noch eine Gerüchtetabelle. Das zweite Kapitel beschreibt "Death Mountain", den Dungeon und seine Geheimnisse. Das dritte Kapitel schließlich beschreibt die Orte der Region (Bergwerker-Camp, Burg Zann bzw. deren Bewohner und das Städtchen Affeldeen.)

Wofür kann man das brauchen?
Für eine Kurzkampagne taugt das Abenteuer auf jeden Fall. Außerdem kann man sich hier recht gut abschauen, wie man ein gutes "Modul" im OSR-Sinn (vgl. Festung im Grenzland) zusammenstellen kann. Als Besonderheit ist noch zu erwähnen, dass das Modul zwar Fantasy ist, aber vom Genre her recht ungebunden. Alle NSC sind Menschen. Da fällt es nicht schwer das Abenteuer für einen High-Fantasy-, D&D-Vanilla-Fantasy- oder Sword-&-Sorcery-Kontext aufzubereiten. Man könnte das ganze sicher auch in eine Dark-Albion-Kampagne einbauen.

« Letzte Änderung: 20.08.2019 | 08:30 von D. Athair »
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan