Autor Thema: Titans  (Gelesen 8485 mal)

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Offline Teylen

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Re: Titans
« Antwort #25 am: 31.01.2019 | 16:04 »
Ich hab bisher nur ein paar Folgen von Titans gesehen, das wirkte auf mich schon so, als wollten sie in die gleiche Richtung. In wie weit hebt es sich denn sehr von den Marvel-Äquivalenten ab?
Es ist meines Erachtens deutlich mehr im Comic Genre verortet.
Die Leute ziehen sich an wie Superhelden und verhalten sich wie Superhelden. Gerade Hawk und Dove ziehen sich direkt ordentliche Kostüme an, anstelle so pseudo-realistisch herum zu drucksen.

Der Social-Drama respektive Soap-Faktor ist deutlich kleiner.
Es gibt wesentlich weniger Beziehungsdrama, keiner kämpft mit Krebs, man setzt sich nicht nur zusammen und labert ewig, keine Firma oder Kanzlei wird vom Bankrott bedroht und man tut jetzt nicht so als wäre Robins Elternverlust super-realistisch und emotional glaubwürdig - die machen den Abtritt eher so wie Bats Eltern. Statt dessen konzentriert man sich auf Ravens krasse Superpower, das Zusammenfinden und den Welten vernichtenden Schurken.

Die Cast an Superhelden ist deutlich größer.
Man hat Raven, Robin, Starfire, Beastboy, Dove, Hawk und Wonder Girl auf der Seite der Helden. Dazu kommt noch eine ganze Familie an obskuren gestalten bei Beastboy, Bats, Ravens Eltern und eine komische 50er Jahre Familie. Heißt, mehr als wenn sich die Defenders mal alle zusammen wöllen.

Die Kämpfe sind anders.
Man hat durch den Superhelden-Fokus erst gar nicht den Ansatz unbedingt so super realistisch sein zu wollen. Was zumindest für mich dazu führt, das mir das Gekloppe in der Betrachtung mehr Spaß macht.
Der Gewaltfaktor ist mir jetzt so nicht aufgefallen, außer bei Jason-Robin. Liegt vielleicht an meinem TV-Program.

Es gibt mehr Locations.
Man beschränkt sich bei Titans halt nicht nur auf ein Stadtviertel von Detroit (oder New York). Was recht erfrischend ist, wie ich finde.

Insofern, meines Erachtens hat es nicht allzuviel mit den Marvel-Serien zu tun. Die ich soweit auch fast alle schlechter finde (Jessica Jones Staffel 1 ist die Ausnahme).

Mir persönlich gefällt das Pacing bei Titans. Heißt ich fand das man durch die Hintergrundgeschichten im angenehmen Tempo durch ist. Es ist auch eine der wenigen Serien wo ich wirklich gespannt war wie es weiter geht. So gerade als Starfire die arme Raven würgte.
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Spidey

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Re: Titans
« Antwort #26 am: 31.01.2019 | 19:28 »
Der Gewaltfaktor ist mir jetzt so nicht aufgefallen, außer bei Jason-Robin. Liegt vielleicht an meinem TV-Program.

Vielleicht aber auch daran, dass du - wie du sagst - die Cartoon- und Animationsvorlagen nicht so guckst. Für mich passt das noch nicht so wirklich zu den Titans. Ich finds sogar relativ störend. Ich meine, das waren unter anderem mal die Teen Titans. Der Sprung vom kindgerechten Sunday Morning Cartoon zu Headshot-Closeups und "ich infiltriere seinen Körper bis er krächzend verreckt" ist da für mich einfach spürbarer, als bei Figuren wie Daredevil und Punisher, die schon vorher etwas mehr in die Richtung dingen oder direkt für ihre Brutalität bekannt waren.

Bei Robin machts noch am meisten Sinn, wenn man an Nightwing denkt. Der konnte schon in den Comics teilweise sehr 'erwachsen', skruppellos und düster sein.

Zitat
Es gibt mehr Locations.
Man beschränkt sich bei Titans halt nicht nur auf ein Stadtviertel von Detroit (oder New York). Was recht erfrischend ist, wie ich finde.

Geht mir auch so. Musste in der ersten Folge ein bisschen an Sense8 denken. Ich mag Serien, die etwas globaler stattfinden und Figuren aus unterschiedlichen Hintergründen zusammenführen.

Zitat
Insofern, meines Erachtens hat es nicht allzuviel mit den Marvel-Serien zu tun. Die ich soweit auch fast alle schlechter finde (Jessica Jones Staffel 1 ist die Ausnahme).

Ich habe wie gesagt eher das Gefühl, dass man sich bewusst dafür entschieden hat eine vergleichsweise kindliche Prämisse wie die Titans so umzusetzen, um an den Erfolg vermeintlich "erwachsener" Marvel-Serien anzuknüpfen. Daran ist ja auch erstmal nichts Verwerfliches.. ich find nur bisher, dass es nicht so gut gelingt, wie bei den möglichen Vorlagen. Für mich liegt das daran, dass sich dieser düstere Ton mit der stärkeren Comic-Ästhetik ein wenig beißt. Ich mein.. das geht schon. Vielleicht tendierts letztlich auch mehr in Richtung Watchmen oder Sin City.

Wie gesagt: mir gefällt die Cast. Es fehlt noch ein wenig an Rampensäuen wie Jones, Murdoch oder Castle, die alles mitreißen. Aber ich kann mir vorstellen, dass Starfire und Robin die Funktion mit der Zeit erfüllen. Ich bin noch ein wenig unschlüssig und noch nicht ganz so gehooked, aber ich werd auf jeden Fall mal die erste Staffel weiterschauen.

Schon allein weil mein altes Teenie-Herz eigentlich in den Buchstaben D und C blutet und ich Marvel bis auf meinen Namenspaten ursprünglich mal richtig blöd fand  ~;D

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Re: Titans
« Antwort #27 am: 31.01.2019 | 19:52 »
Zum Thema Gewalt:
Ich kann kaum in Worte fassen, wie extrem mich das anpisst wie diese Serie damit umgeht.
So wies momentan steht sind das keine Helden sondern psychopathische Massenmörder.

Als Kory in Folge 2 oder 3 unterbewusst ihre Flammenwelle gegen die 3 Goons einsetzt und diese frittiert, ist ihre Reaktion nicht etwa ein "OMFG was habe ich getan?" sondern ein "LOLZ ich bin voll kewl"-Gelächter.
Wie Dick anfangs die Verbrecher verstümmelt fand ich auch ganz furchtbar.

Die Szene mit Jason"Ich verkrüppel echt gerne einfach mal so Cops"Todd hat mich fast zum Abschalten gebracht.

Und Irrenhaus mit unbekannt vielen wehrlos gemachten Leuten drin fand ich schon echt widerwärtig.

Das sind wenn überhaupt die Teen Watchmen :'(

Verdammt ich möchte die Serie mögen und wünsche mir eine bessere 2. Staffel :-\
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Re: Titans
« Antwort #28 am: 31.01.2019 | 19:55 »
Vielleicht aber auch daran, dass du - wie du sagst - die Cartoon- und Animationsvorlagen nicht so guckst. Für mich passt das noch nicht so wirklich zu den Titans. Ich finds sogar relativ störend. Ich meine, das waren unter anderem mal die Teen Titans. Der Sprung vom kindgerechten Sunday Morning Cartoon zu Headshot-Closeups und "ich infiltriere seinen Körper bis er krächzend verreckt" ist da für mich einfach spürbarer, als bei Figuren wie Daredevil und Punisher, die schon vorher etwas mehr in die Richtung dingen oder direkt für ihre Brutalität bekannt waren.

Witzigerweise kenne ich Kommentare von langjährigen Comiclesern, die genauso über die Veränderung denken, die mit den Teen Titans gegenüber den vorherigen Comics kam, nur halt in die andere Richtung (wobei sich das eher auf die Kritik an Starfires wohl ausgeprägt nymphomanischer Persönlichkeit in den neueren Comics bezog - sie war ganz früher halt auch schon so)
Zitat
12. To beat your enemy, you must know him. 13. Your enemy is the highest authority on the topic of himself. 14. So listen when your enemy speaks, but do not credit his words. 15. Listening is a real bargain. 16. Credit ist way overpriced.
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Spidey

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Re: Titans
« Antwort #29 am: 31.01.2019 | 20:09 »
In dem Sinne, dass eine Entschärfung gegenüber den ursprünglichen Comics stattgefunden hat, was Gewaltgrad und allgemeine Stimmung angeht? Hm. Kann ich so nicht unbedingt bestätigen. Es gab zwar zwischendurch immer mal wieder ein paar ernstere Töne und Erzählstrenge und auch natürlich - wie mit allen Comics - unterschiedliche Interpretationen. Aber ich find den tonalen Wechsel zur live-action-Serie schon sehr überraschend und ungewohnt.

Offline Teylen

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Re: Titans
« Antwort #30 am: 1.02.2019 | 11:14 »
In Bezug auf die Vorlagen hatte ich mehr durch Zufall im Flugzeug "Teen Titans Go!" geschaut.
Welche ich gedanklich in die Schublade "Deadpool für Kinder" steckte, dadurch sowie durch den Trailer war ich dann nicht allzu überrascht das die Serie etwas härter ist. Was musikalisch, wie ich finde, gut durch die Anfangs-Credits mit Röhrenden Dark-DubStep-Bass unterstrichen wird.

In Bezug auf die Gewalt sind mir zwei Szenen im Gedächtnis geblieben.
Da ist einerseits Ravens Ziehmutter, welche sehr unzeremoniell und sehr absolut erschossen wird. Wobei die Überraschung weniger in der Brutalität des Kopfschuss lag, sondern wie kurz, knapp und endgültig die Szene behandelt wurde. Innerhalb von DC hatte ich da hauptsächlich das ableben von Batmans Eltern vor Augen, die ähnlich zügig umkommen, wo die Szene jedoch sehr viel stärker aus gewalzt wird. Inklusive der Aufnahme von Mutter Waynes zersplitternder Perlenkette.
Damit stach für mich die Szene gegenüber dem Standard positiv heraus. Auch wenn es inhaltlich nicht innovativ ist.

Ich persönlich finde auch das man den Verlust für und die Auswirkungen auf Raven besser dargestellt und thematisiert hat als das ableben von Frank Castles Familie. Welches in der ersten Staffel immer und immer und immer wieder thematisiert und gezeigt wurde. So oft das zufälligerweise ein Kollege gestern, in einer Diskussion bezüglich dessen, meinte das man Frank Castles Familie doch bitte einfach einmal tot sein lassen könnte.
Ebenso wirkt Titans für mich dadurch ein wenig realistischer und ein wenig erwachsener.

Daneben steht für mich die Szene in der Jason Todd als Robin den Polizisten ermordet in dem er diesem das Rückgrat bricht.
Was mir auffiel, weil die gesamte Kampf-Choreographie aufzeigte das Jason seinen Gegnern haushoch überlegen ist, keine Gefahr für ihn besteht und die Handlung als solche durch nichts gerechtfertigt wird außer den Hass des Charakters auf Polizisten, dem Umstand das sich Jason vor niemanden verantworten muss. Daneben war es einfach grausig anzusehen, so etwa stelle ich mir die Bane-Szene vor.
Dann wiederum machte es in der Erzählung Sinn als Demonstration dessen was Dick Grayson nicht bekommen möchte. Weshalb er von Batman und seiner Position als Robin weggelaufen ist. Wieso es ungesund ist Robin zu sein und nicht das beste seit der Erfindung von Schokolade wie Jason es zuvor dargestellt hat.
Es wird auch nach meinem Eindruck explizit in dem Rahmen genutzt und entsprechend inszeniert. Ich hatte nicht den Eindruck das mir die Serie verkaufen mag, dass das was Jason dort tut heldenhaft oder auch nur okay ist. Was auch im Rahmen dessen steht das Dick explizit sagt das was er kann und tut vielleicht gut ist, aber sicherlich nicht heldenhaft weil ganz offensichtlich zu brutal und mörderisch. Seine Idee hierfür Batman die Schuld zu geben, wird dabei - durchaus korrekt - zumindest in der Absolutheit als Bullshit entlarvt.
Dementgegen sind die Kampfchoreographien in Daredevil vielleicht hübscher anzusehen, mit langen ununterbrochenen Gerangel in Fluren und dergleichen, aber es erfolgt keine Kommentierung der Gewalt. Das geht bei Daredevil noch in Ordnung, beim Punisher hinterlässt es aber keinen guten Eindruck. Wenn Frank da einen Militärtypen foltert oder wenn er in der Karussell-Szene das Gesicht des Bösen mehrfach mit Wucht in einen Spiegel schlägt, gibt es keinen erzählerischen Hinweis, das dies eigentlich unangebracht und doch irgendwo so ziemlich böse bis hin zu gewaltpornographisch ist. Auch die Interaktion zwischen Punisher und dem Computernerd wirkte schlicht nicht reflektiert. Was für mich dem ganzen abträglich ist, und ein Grund weshalb ich mir die zweite Staffel von Punisher nicht ansah.

In dem Rahmen fand ich dann auch bei Titans die Handlungen von Kory respektive Starfire stimmig.
Das heißt, ich ging bis kurz vor Ende davon aus, das sie ein Alien ist welches zufällig Kory übernommen hat und orientierungslos auf der Suche nach Raven durch die Welt ging. In dem Kontext ergab es für mich Sinn, dass sie auf die Provokation der Gangster hin den Club zerlegt hat. Ebenso das sie 50er Jahre Psycho Dad mit einem Flammenstrahl unverhältnismäßig effektiv und ohne weitere Fragen bzw. Betrachtungen vernichtete und sich nicht weiter mit den Gefühlen herum plagt.

Ähnlich habe ich nicht den Eindruck das man Hawk und Dove mit ihren Vigilantismus-Anwandlungen als normale Helden darstellt.
Das heißt, sich in Footbal-Aufmachung über Verbrecher herzumachen, die man nur so Semi-Gut recherchiert hatte, wirkte auf mich als ein wenig moralisch fragwürdig portraitiert. Halt so wie man es sich vorstellt wenn normale Menschen beschließen zu "Helden" zu werden.

Wobei ich nicht den Eindruck habe das man sowohl genügend Abstand von Watchmen hält, als auch von den Snyder-DC Filmen und von den Nolan-Batmans.

Ansonsten von der Cast und den Charakteren gefällt mir bisher Raven am besten, gefolgt von Beastboy ^^
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« Antwort #31 am: 1.02.2019 | 11:52 »
Ich wollte ausufernd antworten ... kann ich mir aber im Grunde sparen und sag nur "+1" zu Teylen ... wenngleich mein Favorit weiter Robin (in Staffel 2 dann sicherlich recht bald Nightwing) bleibt ...

Ich finde, die Brutalität ... gerade die von Robin ... zeigt sehr gut das, was "Batman" ist und was "Gotham City" wirklich bedeutet. New York ... Chicago ... Metropolis ... was auch immer ... alles sind im Vergleich paradiesische Verhältnisse ... und ein "Held" ... der in Gotham "arbeitet" ... wird zwangsläufig irgendwann von Gotham verändert ... das wurde dann imho in Folge 11 auch nochmal richtig gut gezeigt ...

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Re: Titans
« Antwort #32 am: 1.02.2019 | 12:04 »
Das ist ja nun nicht passiert, sondern nur etwas, das Dick für plausibel hält. Glaubwürdiger ist da schon, dass Wonder girl die Einschätzung zumindest in Grundzügen teilt.

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Re: Titans
« Antwort #33 am: 1.02.2019 | 12:21 »
Ja, das ist richtig ... allerdings halte auch ich das für plausibel. Wonder Girl sagt ja auch irgendwann sowas wie "Bruce hat an dich das einzige weitergegeben, was er kannte. Zorn und Gewalt" ... sinngemäß ... Und dafür ist Gotham schon ein gutes Sinnbild.
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Re: Titans
« Antwort #34 am: 1.02.2019 | 14:45 »
Der Vollständigkeit halber auch hier nochmal Dinge, die mir gefallen haben:
Dicks Kostüm und den Schauspieler
Anna Diop als Person
Garth/Beastboy ist toll besetzt
die Doom-Patrol fand ich richtig cool
Dove als Person
Hawks&Doves Kostüme und ihre Originstory
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Re: Titans
« Antwort #35 am: 1.02.2019 | 14:46 »
Ich weiß ja nicht, was ihr mit euren Zeichentrickserien habt, aber die Comic-Vorlage aus den 80igern ist eindeutig nicht kindgerecht.
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Re: Titans
« Antwort #36 am: 1.02.2019 | 14:48 »
Ich weiß ja nicht, was ihr mit euren Zeichentrickserien habt, aber die Comic-Vorlage aus den 80igern ist eindeutig nicht kindgerecht.
Aber sie hat toll erzählte Geschichten und vielschichtige Charaktere!
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Re: Titans
« Antwort #37 am: 1.02.2019 | 15:02 »
Ich persönlich finde auch das man den Verlust für und die Auswirkungen auf Raven besser dargestellt und thematisiert hat als das ableben von Frank Castles Familie. Welches in der ersten Staffel immer und immer und immer wieder thematisiert und gezeigt wurde. So oft das zufälligerweise ein Kollege gestern, in einer Diskussion bezüglich dessen, meinte das man Frank Castles Familie doch bitte einfach einmal tot sein lassen könnte.
Ebenso wirkt Titans für mich dadurch ein wenig realistischer und ein wenig erwachsener.

Ist bei mir genau andersrum. Die Wiederholungen der Todesszenen bei Punisher hatten für mich einen sehr realistischen, PTSD-haften Charakter, was extrem gut zum Militärhintergrund der Figur gepasst hat. Ob das irgendwann nervt hat vielleicht damit zu tun, inwieweit man sich in die Gefühlswelt und den Schmerz des Charakters hineinfinden kann und sowas ist einfach subjektiv. Meine Freundin kriegt seit Walking Dead schon Zustände, wenn sie Jon Bernthals Gesicht sieht, aufgrund seiner Rolle als Shane. Wenn die mit mir Punisher geguckt hätte, hätte sie wahrscheinlich auch schon bei der dritten Erinnerung an die Karussell-Szene die Augen verdreht.

Für mich war der alles zerreißende Schmerz, den Frank aufgrund seines Verlustes spürt und die Abwärtsspirale in die psychopathischen Gewalteskapaden immer extrem fühlbar.

Im Gegenzug fand ich die Todesszene der Mutter bei Titans regelrecht plump. Vielleicht weil ich es sich angefühlt hat, dass man den größtmöglichen Hammer rausgeholt hat um die Dramatik der Situation deutlich zu machen. So eine Szene dient ja auch immer dazu, die handelnde Figur zu charakterisieren. Und Bösewichte, die ihre Bösartigkeit durch das freudvolle oder gleichgültige Ermorden von geliebten Familienmitgliedern unter Beweis stellen müssen, finde ich einfach unglaublich eindimensional. Ich mein der Typ hatte ja auch bis zum Ende der Folge keine wirkliche Verwendung, als Ravens gewaltvoller Rache als Opfer zu dienen. Dazwischen war er offensichtlich ein fanatischer Psycho, was ihn auch nicht unbedingt zweidimensionaler gemacht hat.

Und wenn ich das ganze rückblickend betrachte, ist die Mutterfigur dann im Grunde für so einen nichtssagenden Plot-Device gestorben. Das hätte man einfach eleganter lösen können, in meinen Augen. Man kann vor allem die Gefahr oder Bösartigkeit, die von Antagonisten ausgeht, einfach subtiler rüberbringen, indem man sie andeutet. Oder impliziert. "I'm a shoot your momma in the head BAM" is so ziemlich die uninspirierteste Art und Weise sowas zu zeige, die ich mir vorstellen kann.

Der Mord an den Waynes hatte da für mich immer einen ganz anderen Charakter. Eher was von "in the heat of the moment", eine eskalierende Situation, vielleicht sogar eher ein Unfall, der vielleicht sogar das Potential hat, das systemische Kriminalitäts- und Gewaltproblem von Gotham zu illustrieren. Der Typ bei Titans hat gar nichts illustriert, außer dass er n Psycho is, für den Menschenleben keine Bedeutung haben. Find ich uninteressant.

Zitat
Daneben steht für mich die Szene in der Jason Todd als Robin den Polizisten ermordet in dem er diesem das Rückgrat bricht.
-snip- bis:
Seine Idee hierfür Batman die Schuld zu geben, wird dabei - durchaus korrekt - zumindest in der Absolutheit als Bullshit entlarvt.

Sehr schön zusammengefasst, das sehe ich ganz genauso. Die Figur von Robin / Nightwing hat in der Hinsicht auch wirklich enormes Potential und wenn Titans das aufgreift, kann das richtig gut werden.

Zitat
Dementgegen sind die Kampfchoreographien in Daredevil vielleicht hübscher anzusehen, mit langen ununterbrochenen Gerangel in Fluren und dergleichen, aber es erfolgt keine Kommentierung der Gewalt. Das geht bei Daredevil noch in Ordnung, beim Punisher hinterlässt es aber keinen guten Eindruck. Wenn Frank da einen Militärtypen foltert oder wenn er in der Karussell-Szene das Gesicht des Bösen mehrfach mit Wucht in einen Spiegel schlägt, gibt es keinen erzählerischen Hinweis, das dies eigentlich unangebracht und doch irgendwo so ziemlich böse bis hin zu gewaltpornographisch ist.

Ich glaube das sind tatsächlich unterschiedliche Ansätze ja. Diese Gewaltsequenzen bei Daredevil und Punisher wirken auf mich immer vor allem mit einer emotionalen und mitreißenden Dramaturgie. Es geht tatsächlich um eine gewisse Gewaltpornographie... wobei ich für mich persönlich eher sagen würde, eine fast kathartische Erfahrung. Man durchlebt den stereotypen "Tunnel-Kampf" mit dem Protagonisten und kann die Erschöpfung, Ermattung, Atemlosigkeit am Ende regelrecht nachempfinden. Es geht mehr um die Hölle, durch die diese Figuren gehen, als darum wie badass sie sind. Die Nebenfiguren verkommen da schon eher zu Schießbodenfiguren, das stimmt - aber die kritischen Auseinandersetzungen mit der Gewalt seh ich in diesen Serien dann aber in anderen Akzenten, die gesetzt werden. Vor allem in der Reflektion der Rechtfertigung.

Gerade die Spiegelszene, die du ansprichst, war für mich so ziemlich der orchestral-orgiastische Höhepunkt der Affekte, die bis zu dem Punkt aufgebaut wurden. Eine absolute Entladung aller Emotionen, vor allem von Franks Wut - eigentlich fast schon eher Zorn. Das kann man definitiv fragwürdig finden und ich kann verstehen, wenn man darin für sich nichts findet. Die grafische Darstellung der Gewalt ist da für mich quasi schon fast die kritisch-moralische Frage, die implizit gestellt wird, eben weil man bis zu dem Punkt mit dem Protagonisten mitfühlt wenn man es denn tut.

Zitat
Ansonsten von der Cast und den Charakteren gefällt mir bisher Raven am besten, gefolgt von Beastboy ^^

Robin und Starfire für mich, bisher. Bin mal gespannt, wies sich weiterentwickelt.



Ich weiß ja nicht, was ihr mit euren Zeichentrickserien habt, aber die Comic-Vorlage aus den 80igern ist eindeutig nicht kindgerecht.

Inwiefern war die denn weniger kindgerecht als der Rest, der so von DC und Marvel rausgehauen wurde? 
« Letzte Änderung: 1.02.2019 | 15:03 von Spidey »

Online tartex

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Re: Titans
« Antwort #38 am: 2.02.2019 | 08:04 »
Inwiefern war die denn weniger kindgerecht als der Rest, der so von DC und Marvel rausgehauen wurde?

Ist es nicht. Es ist halt auch nicht anders als die Gruppe X.

Kommt halt eher so rüber
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Aber manche meinen hier, dass weil es zweimal auch eine Zeichentrickserie war, es sich auch gebenüber dem Preteen-Markt nicht verschliessen soll.
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(Ja, ich weiß und stimme zu, dass Blutpegel nichts mit Reife zu tun hat und habe z.B. auch sehr gerne die neue She-Ra-Serie geschaut. Aber mit derselben Logik könnte man die X-Men-Filme als zu brutal kritisieren, weil es die in den 90igern auch als extrem erfolgreiche Zeichentrickserie gab.)

Womit ich ein Problem hätte: wenn z.B. Starfires Massenmorden einfach unter den Teppich gekehrt werden würde. Aber im Moment sind sie ohnehin auf der Flucht und die Handlungen scheinen meist Konsequenzen zu haben.
« Letzte Änderung: 2.02.2019 | 08:10 von tartex »
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Spidey

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Re: Titans
« Antwort #39 am: 2.02.2019 | 10:05 »
Aber manche meinen hier, dass weil es zweimal auch eine Zeichentrickserie war, es sich auch gebenüber dem Preteen-Markt nicht verschliessen soll.
Teen Titans Zeichentrickserie

Ich weiß natürlich nicht, wie andere das meinen, mir ging es aber eher um die Prämisse der Vorlage und wie sie umgesetzt wird. Beim Punisher gehörte die Brutalität schon immer zum Konzept, auch in den Comics. Da ist der Stil und Ton der Serie im Grunde nur ne logische Fortführung.

Die Titans haben sich sowohl in den Comics, als auch in den Cartoons später, nicht wirklich von anderen Superheldengruppen unterschieden. Daraus jetzt eine Serie zu machen, die mit Watchmen-esquer Gewaltdarstellung und Mood-Ästhetik arbeitet, ist da in meinen Augen einfach ein gewisser Sprung, von dem ich auch immer noch nicht so richtig weiß, ob er mir passt. Man kann ja das Gedankenexperiment machen, wie das nur zum Beispiel schon mit den Avengers aussehen würde.

Die Figur von Nightwing hat auch schon in den Vorlagen den ein- oder anderen stärkeren Trend in diese Richtung gezeigt, deswegen seh ich da noch den geringsten Bruch mit meiner Erwartungshaltung.

tassander

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Re: Titans
« Antwort #40 am: 2.02.2019 | 13:27 »
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Aber: vermutlich stimmt das nicht, sondern es ist lediglich eine Handlungslücke.

Ich mag die Serie auch richtig gerne - nach Daredevil und neben Punisher meine Lieblingssuperheldenserie. Trotz gelegentlicher plot holes.

Marvel macht halt immer dieses: was, wenn es in unserer Welt wirklich Superhelden gäbe? Und dann sind immer alle ganz innerlich zerrissen.

DC macht hier: Das ist eine Welt mit Superhelden, das ist NICHT unsere Welt. Dazu passen die fiktiven Orte wie Gotham und Metropolis, wo man bei Marvel ja keine Umbenennungen vornimmt.

Das Resultat ist popcorniger. Nett!
« Letzte Änderung: 2.02.2019 | 13:31 von tassander »

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Re: Titans
« Antwort #41 am: 2.02.2019 | 14:06 »
Ich sehe es so: mit einem Großteil des Arrowverse gibt es schon einige Serien, die einen leichtere Aufarbeitung des DC-Universes bieten. Deshalb freue ich mich, dass Titans jetzt einen anderen Ansatz bietet.

Und wenn Gotham (als die Stadt) eine Rolle spielt, dann finde ich das Dystere eigentlich recht passend.

Die letzte Folge war jedenfalls mein Favorit bei Titans. (Auch, weil ich eigentlich allgemein am liebsten TV-Folgen mag, die zu einem großen Teil für sich alleine stehen.)
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Re: Titans
« Antwort #42 am: 5.02.2019 | 14:18 »
Wiederholungen der Todesszenen bei Punisher hatten für mich einen sehr realistischen, PTSD-haften Charakter, was extrem gut zum Militärhintergrund der Figur gepasst hat.
Man, es liegt für mich da wohl an mehreren Punkten.
Das heißt, einerseits kann ich die Erfahrung von Frank und die Aufarbeitung in dem Punkt nicht nachvollziehen. Entsprechende schwierige Erlebnisse in meinem Leben hatten da eher den kurzen und schmerzhaften Effekt wie es bei Raven rüberkommt.
Bei Frank ist in den Rückblicken alles so Pastell und plötzlich ist die Familie nicht mehr da. Was für mich die Frage zurück lässt: Weshalb hat man ihn nicht auch ermordet und wenn er nicht da war, weshalb genau hat man seine Familie ermordet? Im Punisher Film war es recht deutlich, weil er da ja kämpfte während es geschah.
Das führt dann zum andererseits, ich habe in der Serie den Sprung von der Ermordung der Familie zu dem Übergang zur Hyper-Gewalt Franks nicht nachvollziehen können. Die Szenen wirkten eher nach etwas wo ich mir denke "Danach geht es einem schlecht und man ist traurig" und nicht "Danach hat man das Bedürfnis andere grausam zu richten". Gerade da er schon vor der Familie munter rumgefoltert und gemordet hat - wie Madinis Vater - und das ohne nennenswertes schlechtes Gewissen oder emotionale Reaktion.

Zitat
So eine Szene dient ja auch immer dazu, die handelnde Figur zu charakterisieren. Und Bösewichte, die ihre Bösartigkeit durch das freudvolle oder gleichgültige Ermorden von geliebten Familienmitgliedern unter Beweis stellen müssen, finde ich einfach unglaublich eindimensional. Ich mein der Typ hatte ja auch bis zum Ende der Folge keine wirkliche Verwendung, als Ravens gewaltvoller Rache als Opfer zu dienen. Dazwischen war er offensichtlich ein fanatischer Psycho, was ihn auch nicht unbedingt zweidimensionaler gemacht hat.
Von den Typen welche die Familie von Frank ermordet haben erfährt man wenig bis gar nichts.
Nach meinen Verständnis war der Typ der Ravens Mutter erschoss ein Handlanger der Organisation welche auch die "50er Jahre Familie" geformt hat. Mit Gewalt, Hirnwäsche und mitunter mit einer Bombe im Kopf. For dem Hintergrund ein cthulhoides Alien zu beschwören oder dessen Beschwörung zu verhindern.

Das heißt, für ihn war die Frau vermutlich nur irgend ein Hindernis zwischen ihm und Raven.
Respektive wurde Raven ggf. nur im Rahmen als überhaupt normal menschlichtes Kind wahrgenommen und mehr so als ein Beschwörungskatalysator gesehen.

Zitat
Diese Gewaltsequenzen bei Daredevil und Punisher wirken auf mich immer vor allem mit einer emotionalen und mitreißenden Dramaturgie. Es geht tatsächlich um eine gewisse Gewaltpornographie... wobei ich für mich persönlich eher sagen würde, eine fast kathartische Erfahrung. Man durchlebt den stereotypen "Tunnel-Kampf" mit dem Protagonisten und kann die Erschöpfung, Ermattung, Atemlosigkeit am Ende regelrecht nachempfinden. Es geht mehr um die Hölle, durch die diese Figuren gehen, als darum wie badass sie sind. Die Nebenfiguren verkommen da schon eher zu Schießbodenfiguren, das stimmt - aber die kritischen Auseinandersetzungen mit der Gewalt seh ich in diesen Serien dann aber in anderen Akzenten, die gesetzt werden. Vor allem in der Reflektion der Rechtfertigung.
Für mich ist es keine kathartische Erfahrung, zumal die Hölle relativ ist, da ich nicht vergessen kann, dass die Hauptcharaktere die Blessuren nicht all zulange spüren. Heißt, auf Frank kann man eigentlich so viel einprügeln wie man will, ein mal auf der Bank geruht, kann er danach wieder los. Allenfalls dürfen respektive müssen da mal andere Personen ins Krankenhaus (Madini) die dadurch auf mich auch irgendwie teils grässlich inkompetent wirken.
 
Nun und mir fehlt da halt die Reflektion über die Szene hinaus.
Das heißt, wenn die Karussel-Szene damit endet das Frank leicht lädiert da sitzt, Madini halb noch fürsorglich hält (die natürlich überlebt) und der Gegner trotz allem scheinbar überlebt hat - dann sehe ich da kaum einen irgendwie kritischen Kontext.


Bin aber auf jedenfall gespannt wie es weiter geht ^^
Gerade wenn nun Supes Jr. und sein Hund noch mitmachen?
Aber auch wie Robin von der Beeinflussung wieder los kommt. Scheint ja eher nicht mit einmal schütteln getan zu sein.
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Spidey

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Re: Titans
« Antwort #43 am: 5.02.2019 | 15:00 »
Entsprechende schwierige Erlebnisse in meinem Leben hatten da eher den kurzen und schmerzhaften Effekt wie es bei Raven rüberkommt.

Ich hatte Gott sei Dank noch keine PTSD-haften Erfahrungen, deswegen kann ich da nicht aus Erfahrung sprechen. Es wirkte aber konsistent mit dem, was ich bisher darüber erfahren habe oder zumindest passend. Natürlich ist wie man sowas empfindet immer höchst subjektiv und ich kann absolut sehen, dass man aus dieser Art der Darstellung für sich nicht sehr viel ziehen kann.

Zitat
ich habe in der Serie den Sprung von der Ermordung der Familie zu dem Übergang zur Hyper-Gewalt Franks nicht nachvollziehen können. Die Szenen wirkten eher nach etwas wo ich mir denke "Danach geht es einem schlecht und man ist traurig" und nicht "Danach hat man das Bedürfnis andere grausam zu richten". Gerade da er schon vor der Familie munter rumgefoltert und gemordet hat - wie Madinis Vater - und das ohne nennenswertes schlechtes Gewissen oder emotionale Reaktion.

Ich glaube der Sprung ist der unterliegenden Psychologie der Figur geschuldet, die in dem Gewaltexzess sowas wie eine prädisponierte Psychopathie veranschlagt. In der ersten Staffel deutet sich das als Konsequenz der Kriegserfahrungen, eben PTSD und Verrohung, an. In der zweiten Staffel gibt Frank interessanterweise zu, dass er sich selbst damit getäuscht hat, in dem Tod seiner Familie einen Katalysator für diese Reaktion gesehen zu haben - eine Art Rechtfertigung. Weil er im Grunde immer schon so gewesen ist, dieses "Etwas" das ihn so reagieren lässt schon immer in ihm gewesen ist. In der Staffel konfrontiert ihn Amy auch immer wieder damit, dass er im Grunde nur ne Entschuldigung/Ausrede sucht, um in diese Situationen zu kommen und dementsprechend Durchzudrehen.

Wobei ich zumindest in den Rückblicken der Kriegserfahrungen und CIA-"Befragungen" sowohl bei Frank, als auch bei Billy moralische Zweifel, Reue und Gewissensbisse gesehen habe. Davon haben sich die Figuren auch in gewisser Weise von dem CIA-Typen abgehoben, der konsequenterweise auch als das wirkliche Übel, das überkommen werden muss, charakterisiert wurde.

Für mich is bei Punisher aber gerade das Interessante, dass der Protagonist im Grunde niemals vom Haken gelassen wird und die Frage nach Berechtigung und Rechtfertigung für sein Handeln omnipräsent bleibt. Zugegebenermaßen steht dem die gewaltpornographische Natur der Action-Sequenzen ein wenig im Widerspruch.

Zitat
Nach meinen Verständnis war der Typ der Ravens Mutter erschoss ein Handlanger der Organisation welche auch die "50er Jahre Familie" geformt hat. Mit Gewalt, Hirnwäsche und mitunter mit einer Bombe im Kopf. For dem Hintergrund ein cthulhoides Alien zu beschwören oder dessen Beschwörung zu verhindern.

Das heißt, für ihn war die Frau vermutlich nur irgend ein Hindernis zwischen ihm und Raven.
Respektive wurde Raven ggf. nur im Rahmen als überhaupt normal menschlichtes Kind wahrgenommen und mehr so als ein Beschwörungskatalysator gesehen.

Ja, hab ich auch so verstanden. Und im Grunde brauchte der Typ auch nicht viel Tiefgang. Für mich war die Schrittfolge nur:
- Ah, interessante Beziehung zwischen Mutter und Tochter
- Bau ich mal emotionale Beziehungen zu beiden auf
- Typ taucht auf -> "Das is übrigens nich deine Mutter" -> Bumm

Für mich ging das zu schnell und hat mich unbefriedigt zurückgelassen. Und, wie schon von anderen angesprochen, fand ich das Schockelement irgendwie uninspiriert. Aber ich will mich auch nicht zu sehr an der Szene aufhängen, is ja im Vergleich zum Rest eher irrelevant bzw. nur ein Kicker um die Story loszutreten.

Zitat
Für mich ist es keine kathartische Erfahrung, zumal die Hölle relativ ist, da ich nicht vergessen kann, dass die Hauptcharaktere die Blessuren nicht all zulange spüren. Heißt, auf Frank kann man eigentlich so viel einprügeln wie man will, ein mal auf der Bank geruht, kann er danach wieder los. Allenfalls dürfen respektive müssen da mal andere Personen ins Krankenhaus (Madini) die dadurch auf mich auch irgendwie teils grässlich inkompetent wirken.

Das sind für mich zwei verschiedene Dinge, bzw. die kathartische Erfahrung wird nicht durch Franks Genesung beeinträchtigt, weil es eher um die Konklusion des emotionalen Aufbaus der Staffel ging. Franks Widerstandskraft/Regenerationsfähigkeit sehe ich eigentlich mittlerweile fast als Superkraft. Es ist unter anderem das, was ihn von "Normalos" unterscheidet und es hat auch was für sich, dass er son Stehaufmännchen ist und trotzdem immer gut selbst einstecken muss. Das macht ihn in meinen Augen nicht so übermenschlich wie einige andere Superhelden.
 
Zitat
Bin aber auf jedenfall gespannt wie es weiter geht ^^
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Hawk und Dove waren auf jeden Fall schon mal sehr erfrischend  :D die Serie nimmt langsam Fahrt auf für mich.

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Re: Titans
« Antwort #44 am: 7.10.2019 | 10:57 »
Gestern Titans erste Staffel zuendegeguckt.

War recht begeistert. Teilweise oft ein wenig zu düster für meinen Geschmack, aber dafür auch wirklich "deep".
Die Hawk&Dove-Origin-Folge fand ich eher nervig.

Und, wow, was für ein Cliffhanger.

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Re: Titans
« Antwort #45 am: 7.10.2019 | 13:53 »
Staffel 2 soll schon im Original laufen?
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Re: Titans
« Antwort #46 am: 7.10.2019 | 14:00 »
Ja, in USA sind bei Folge 5 oder so ähnlich.


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Re: Titans
« Antwort #47 am: 7.10.2019 | 18:50 »
Jop, Folge 5 ist schon gelaufen, und wenn ich es richtig sehe ist am Freitag mit Folge 6 die Staffel rund.
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Re: Titans
« Antwort #48 am: 7.10.2019 | 19:13 »
Staffel 2 soll 13 Folgen haben.


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Re: Titans
« Antwort #49 am: 7.10.2019 | 20:12 »
Hm, mein Serienplaner hat 6:
https://www.pogdesign.co.uk/cat/Titans-summary
Es würde auch ggf. vom Arc her passen wenn es die Folge abschließt.
Wobei es ebenso in die Season-Mitte-Pause gehen kann.
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