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Autor Thema: [Diskussion zu DORPCast 138] Aber was, wenn man nicht gut ist in seinem Spiel?  (Gelesen 256 mal)

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Offline Blechpirat

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Das war mal wieder eine spannende Folge, muss ich sagen. Und ich kann Michael gut verstehen - in meiner aktuellen Nachbarschaft leben zwei Damen, die einfach mal signifikant bessere Brettspielerinnen sind, als ich es je sein werde.

Es hat bei mir erheblich dazu geführt, dass ich nicht-kooperative Brettspiele deutlich weniger gern spiele. Ich muss mich nämlich erheblich strecken, um mitspielen zu können - während die beiden nur mit halber Aufmerksamkeit noch extrem clevere Dinge tun.

Übertragen auf das Rollenspiel kann ich dann stark nachvollziehen, was das dann fürs Ego ausmacht. Ich empfinde mich nicht als "Brettspieler", ich war nur "zufällig" (auf Provinzniveau) gut darin. Aber ich empfinde mich als Rollenspieler, insbesondere als SL und bin stolz auf mein Können. Eine gefeierte Runde abzuliefern gibt mir Befriedigung.

Neulich hatte ich aber mal in einer Runde (@rollsomedice ist Schuld) Heavy Metal Thunder Mouse mit einem Spieler, der a) enormes Würfelpech hatte und b) mit Fate überhaupt nicht warm wurde. Ich konnte also zusehen, wie seine Laune zusammenbrach und er sich ständig weiter aus dem Geschehen zurückzog - aber ich hatte außerdem drei Spielerinnen, die offenbar großen Spaß hatten. Ihn nicht abholen zu können, hat mir den Spaß an der Runde (und vor allem das positive Gefühl hinterher) gekostet: Ich hatte in der Kernaufgabe des Rollenspiels, nämlich zusammen Spaß haben, versagt.

Offline Greifenklaue

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Ich hab in unserer einen Brettspielrunde z.B. mehr Spaß an kooperativen Brettspielen, weil wir doch recht unterschiedlich unterwegs sind: zwei Brettspieler, die noch X weitere Runden haben, vieles kennen und Siegstrategien früh entwickeln sowie zwei Gelegenheitsspieler, die im Zweifel vor sich hin spielen - und natürlich in klassischer Manier "wenn ich ich jetzt angreife, sterb ich zwar auch, aber ich machs trotzdem" (konkret: Der Eiserne Thron) machen. Da hab ich spätestens gemerkt, das kompetative Spiele mir in der Runde nur einen höheren Blutdruck bringen, aber definitiv keinen Spaß machen, weil letztlich weder das Spiel, Glück oder Stretegie und Taktik entscheidet, wer gewinnt, sondern der Verlierer ... Jedenfalls, wir hatten mit Eldrich Horror angefangen, nun sind wir bei Pandemie Legacy, daa macht dann auch mir Spaß ;)
"In den letzten zehn Jahren hat sich unser Territorium halbiert, mehr als zwanzig Siedlungen sind der Verderbnis anheim gefallen, doch nun steht eine neue Generation Grenzer vor mir. Diesmal schlagen wir zurück und holen uns wieder, was unseres ist.
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Offline Boba Fett (away)

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Ich hatte diese Folge auch mit großem Interesse verfolgt und konnte Michael auch nachvollziehen, auch wenn ich das nicht ganz teile.
Mit der Idee, dass, wenn ich nicht mithalten kann, ich es ja besser sein lassen könnte, dürfte es ausser dem FC Bayern München keinen anderen Fußball Verein geben. (Nicht ernst gemeint und natürlich auch kein perfekt treffendes Beispiel)
Und es dürfte schon gar keinen  Zweit- oder Drittliga-Verein geben...

Klar ist TT da anders, weil es keine Ligen gibt, und man deswegen schwerlich nur mit „gleichguten“ spielen kann.
Und ja, im fortgeschrittenen Erwachsenendasein hat man immer mehr anderes zu tun, als zu spielen.
Da wird man schnell abgehängt, wenn die jungen mit viel Freizeit kommen, die mal eben ein ganzes Semester neben den Vorlesungen „rumgezockt“ haben.

Insofern: Spiel nicht das, was Du garantiert gewinnst, sondern das, was Dir viel Spaß macht und such Dir die Mitspieler/Gegner, mit denen Dir das Spielen Spaß macht. Und wenn die Leute aus den Turnieren Dich gefühlt deklassiert aussehen lassen, dann such Dir Leute auf deinem Niveau.
Es wird andere geben, die auch nicht mehr Tage und Nächte Zeit für ihr Hobby haben.
(Kleiner Tipp: Nimm Familienväter - die sind chronisch übermüdet, also leichte Opfer... ;) )
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!



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Offline Greifenklaue

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War das eigentlich ein Turnier nach "Schweizer System"? Das soll ja eigentlich dafür sorgen, dass sich gleichgute Paare finden.
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Offline Maarzan

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Das ist dann erst einmal doch eine Frage der eigenen Ansprüche und zusätzlich primär noch an dem Anspruch sofortiger Befriedigung.
Zum Anspruch top sein zu wollen gehört eben auch die Lernphase davor.
Wer mit weniger hohen Ansprüchen an das Speil herangeht, erreicht seine Wohlfühlzone dann entsprechend früher.
Und manchmal muss man eben auch erkennen, dass man für seinen Geschmack oder Talent dann doch die falschen Anspüche oder das falsche Spiel gewählt hat.
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...