Autor Thema: Welche Gesichtspunkte sind bei einer Abenteuer-Rezension wichtig?  (Gelesen 2116 mal)

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Offline Tegres

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Hallo zusammen,

ich möchte meine Rezensionen von Abenteuern neu strukturieren und interessiere mich daher dafür, was euch eigentlich an Rezensionen von Abenteuern interessiert?

Mein Eindruck ist folgender:
Viele Rezensionen beginnen meist mit einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung. Das macht Sinn, damit ein Spielleiter überhaupt weißt, um was es geht. Dann kann er entscheiden, ob es für die eigenen Runden oder Cons etwas sein kann.
Dann bewerten viele Rezensionen diesen Inhalt. Gibt es spannende Szenen, stimmungsvolle Beschreibungen, interessante NSCs etc.? Hier sind mir die meisten Rezensionen zu oberflächlich. Beispielsweise findet sich nur in wenigen Rezensionen ein Hinweis darauf, ob und wie mögliche Trigger-Themen (Gewalt gegen Kinder, sexuelle Gewalt etc.) im Szenario vorkommen. Außerdem gehen viele Rezensionen nicht auf mögliche Knackpunkte eines Abenteuers, wie Engstellen, Sackgassen, mögliche Rote Heringe, Railroading etc. ein.
Ein großer Punkt vieler Rezensionen ist die Präsentation eines Szenarios in Form von Layout und Illustrationen. Hier wird teilweise auch darauf eingegangen, was ich unter Spieltischtauglichkeit verstehe: Können während des Leitens schnell Informationen aus dem Szenario gezogen werden oder ist zwingend. Die meisten Rezensionen gehen wenn dann in der Form darauf ein, dass sie sagen, ob es entsprechende Hervorhebungen im Text gibt. Ich denke Spieltischtauglichkeit aber etwas weiter: Werden in dem Szenario Hinweise zu verschiedenen Auflösungen von Szenen gegeben? Wird kompakt zusammengefasst, wie welche Personen miteinander in Beziehung stehen, oder welche Hinweise auf welche Szenen führen (gerne auch in Form von Diagrammen)?
Dafür verlieren sich aus meiner Sicht viele Rezensionen ist eine schnell ins sehr Subjektive abdriftende Bewertung der Illustrationen (dabei kann man Illustrationen auch nach gewissen Kriterien bewerten, wenn man diese festlegt).

Alles in allem ist mein Eindruck: Viele Rezensionen bieten einen gewissen Überblick über ein Abenteuer, aber um wirklich eine fundierte Entscheidung zu treffen, ob ich das Szenario leiten kann, soll und will, muss ich letztendlich doch das Produkt kaufen.

Mich interessiert also: Welche Gesichtspunkte sind für euch an einem Abenteuer so wichtig oder interessant, dass sie in einer Rezension besprochen werden sollten?

Ich freue mich auf euer Feedback und die Diskussion. :)


Edit: Typos. Ich sollte keine Beiträge mehr nach 21 Uhr schreiben.
« Letzte Änderung: 2.03.2020 | 07:41 von Tegres »
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Online Weltengeist

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Ich denke, die Vorlieben bei den Rezis sind da ähnlich vielfältig wie die Vorlieben bei den Abenteuern.

So mag ich es beispielsweise nicht so sehr, wenn die Rezension über vier Seiten geht und der Inhalt detailliert ausgebreitet wird, wie es beispielsweise bei Xeledons Spottgesang oft der Fall ist. Ich möchte kurz (!) hören, worum es geht und welches die wichtigsten Beobachtungen des Rezensenten sind. Und ich möchte die Gründe dafür lesen, damit ich entscheiden kann, ob sie für mich relevant sind oder nicht.

Für meinen eigenen Rezi-Blog hier habe ich daher entschieden, mich eher kurz zu fassen und mich auf die markantesten Punkte zu beschränken. Manchmal hat man Glück und ein Leser schreibt noch einen hilfreichen Kommentar dazu, aber leider passiert das eher selten. Ein Vorteil der kurzen Rezension im Vergleich zur perfektionistischen Rezension ist übrigens auch, dass man sie ohne großen Aufwand schreiben kann. Dadurch kann man mehr Produkte diskutieren, denn die perfekteste Rezi nützt niemandem etwas, wenn sie aus Zeitmangel nicht geschrieben wird.

Der Leser wird dann - wenn er clever ist - sein Gesamtbild aus verschiedenen Rezensionen zusammensetzen. Dazu trägt deine Rezi ein Puzzlesteinchen bei. Perfektionismus ist dazu mMn nicht erforderlich, eher Authentizität.
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Besser eine holprige Rezension als gar keine.
Ich lese immer viele Rezensionen bevor ich ein Abenteuer kaufe und leite und freue mich über jede.

Dabei bringen mir persönlich die ausführlichen mehr als die kurzen, aber auch die sind wertvoll.

Durch https://rollenspiel-bewertungen.de weiß man ja schon ganz gut, wie gut ein Abenteuer im Schnitt angekommen ist, daher interessieren mich Details, warum.

Und ich lese die Kritiken bei der Abenteuervorbereitung wieder, da ich es interessant finde, wie der rote Faden von anderen gesehen wird und welche Szenen als cool oder problematisch erachtet werden.

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Daheon

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Ich finde die Information wichtig, ob der Rezension nur das Lesen oder auch das Spielen des Abenteuers vorangegangen ist.

Offline rillenmanni

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Für mich sind Details ganz wichtig. Viele, viele Details, Aspekte, Perspektiven, Begründungen, Schilderungen. Eine lange Rezi lese ich viel lieber als eine kurze. Gerne kann vorneweg ein Teil für schnelle Leser gehen, aber ich hätte danach gern ein sich halbwegs episches Ausbreiten. :) Bei den kurzen Rezis bleibt mir zu viel im Abstrakten, zu viel wird gar nicht erwähnt. Was aber nicht heißt, dass mir Weltengeists Rezis keinen Eindruck vermitteln, ich läse sie nur noch lieber, wenn sie mehr Fleisch auf den Rippen hätten.

Wie ist denn so etwas zB?
rillenmanni rezensiert: Dämmerstunden (Metstübchen).
Vor einigen Jahren habe ich den Band und all dessen Abenteuer rezensiert. Das ist eher lang. Geht aber mE auf viele Details ein, die Tegres als wichtig genannt hat. (Sehr wahrscheiinlich habe ich zu Bildern tatsächlich - wenn überhaupt - nur Funktionales geschrieben. Mich persönlich interessieren Illustrationen gar nicht, solange sie nicht einen direkten Bezug zum Spieltisch haben. Unbrauchbares Kartenwerk zB ist schlimm, die "Qualität" von irgendwelchen Bildern oder gar des Layouts sind mir völlig Schnuppe.)

(... Öm, tut mir leid, dass soll hier keine Nabelschau werden, aber in dem oben verlinkten Überlicksbeitrag befinden sich gar keine Links auf die eigtlen Abenteuerbesprechungen. Dann eben hier noch ein Direktlink auf eine der Rezis. Dort sind eingangs auch Links auf die anderen: Hinter dem Spiegel.)


Nebenbei: Wo ich hier schon aufs Metstübchen verlinke: An Himmelfahrt steigt der jährliche Con. Die Anmeldeformulare sind auf der Seite verfügbar. Die heiße Anmeldungsphase hat eben mit Mail an die üblichen Verdächtigen begonnen. Wir kriegen das kleine Haus garantiert wie immer voll, aber falls jemand von euch Interesse hat, dann freue mich mich. :)
« Letzte Änderung: 2.03.2020 | 10:14 von rillenmanni »
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Offline KhornedBeef

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Am meisten würde mir helfen, wenn mir die Rezension sagt, für wen das Abenteuer gedacht ist. Also welche SL-Typen, Spielstile, Genrevorlieben. Nur, woher soll der Rezensent meine Vorstellungen von diesen Begriffen nehmen ? :)
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Online hassran

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Am meisten würde mir helfen, wenn mir die Rezension sagt, für wen das Abenteuer gedacht ist. Also welche SL-Typen, Spielstile, Genrevorlieben. Nur, woher soll der Rezensent meine Vorstellungen von diesen Begriffen nehmen ? :)

Die geneigt.e Rezensent.in könnte ihre skalieren ja versuchen möglichst gut vorher zu beschreiben. :)

Ansonsten: Kontext zur Rezensent.in! Was sind die Top X Abenteuer/Spiele etc. und kurz warum. Beim Menschen von tenfeetpole.org kann ich z.B. an hand seiner kommunizierten Vorlieben und Abneigungen, gut ableiten, welche seiner Aussagen auch für mich zutreffen.

Offline KhornedBeef

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Wie wäre es mit: Spotify für Rollenspielabenteuer?
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Offline Sphyxis

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Ein wichtiger Aspekt ist für mich bei einer Abenteuer-Rezension, ob der Rezensent dies eher literarisch angeht und folglich das Abenteuer nur  aufgrund seines reinen Leseeindrucks auf Spielbarkeit bewertet, oder ob der Rezension eine Spielerfahrung zugrunde liegt.

Bei ersterem, werde ich die Rezension nur unter dem Gesichtspunkt beachten, ob mir der Plot des Abenteuers zusagt.
Alles andere wäre mir für den ersten Fall zu theoretisch. Das ergibt dann meistens ein: "Jo. Abenteuer ist gut zu lesen. Fühlte mich von der Handlung unterhalten. Mir gefällt's, gutes Abenteuer!" -- Und sorry, so etwas stört mich persönlich, gerade, wenn ich merke, der Rezensent hat keine Ahnung vom zugrundeliegenden Regelsystem. Ansonsten schildere ich einen subjektiven Eindruck und schreibe ins Vorwort, dass ich das Abenteuer bis jetzt nur laß, selbst aber auch noch keine Ahnung vom System habe.

Bei zweiterem, sollte sich aus dem Spieltest ein Eindruck ableiten lassen, wie gut das Ganze umsetzbar ist und was überhaupt nicht am Spieltisch funktioniert. Etwa, weil man dem Hauptschurken keinen Statblock gab, sich Logiklücken im Ermittlungsabenteuer ergaben oder die Spieler die hangeschriebenen Handouts als vollkommen unleserlich wahrnahmen und dem SL auch keine ZF des Handouts oder eine Version im Klartext zur Verfügung gestellt wurde. Da kann man ruhig auch Kritik der Spieler in seine Rezension einfließen lassen, wen sie den eigenen Geschmack und die eigene Kritik stützen.
Ich würde nicht anführen, "meine Spieler fanden den Actiongehalt bescheiden", wenn ich den persönlich möchte. Würde aber vermutlich einen hohen Actiongehalt anführen.
« Letzte Änderung: 2.03.2020 | 11:24 von Sphyxis »

Offline Tegres

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Bei ersterem, werde ich die Rezension nur unter dem Gesichtspunkt beachten, ob mir der Plot des Abenteuers zusagt.
Alles andere wäre mir für den ersten Fall zu theoretisch. Das ergibt dann meistens ein: "Jo. Abenteuer ist gut zu lesen. Fühlte mich von der Handlung unterhalten. Mir gefällt's, gutes Abenteuer!" -- Und sorry, so etwas stört mich persönlich, gerade, wenn ich merke, der Rezensent hat keine Ahnung vom zugrundeliegenden Regelsystem. Ansonsten schildere ich einen subjektiven Eindruck und schreibe ins Vorwort, dass ich das Abenteuer bis jetzt nur laß, selbst aber auch noch keine Ahnung vom System habe.
Prinzipiell sehe ich es ebenfalls so, dass Spielerfahrung einer guten Rezension nützt. Allerdings denke ich durchaus, dass erfahrene Spielleiter und Rezensenten beim Lesen bereits beurteilen können, ob ein Szenario eklatante Schwächen hat. Sackgassen, fehlende notwendige Spielwerte, sich widersprechende Beschreibung etc. fallen mir zumindestens beim Lesen leicht auf. Daher werde ich in Zukunft auch von meiner Linie abweichen, nur selbst geleitete Sachen zu bewerten. Ich habe einigen Schrott gelesen, vor dem ich die leute bewahren möchte.  ;D
Dass man für die Bewertung eines Szenario auch Ahnung vom Regelsystem haben sollte, sehe ich ebenso. Solange man ausreichend kennzeichnet und für den Leser klarstellt, dass dies in einem konkreten Fall nicht so sein sollte, finde ich das aber nicht dramatisch.

Ansonsten: Kontext zur Rezensent.in! Was sind die Top X Abenteuer/Spiele etc. und kurz warum. Beim Menschen von tenfeetpole.org kann ich z.B. an hand seiner kommunizierten Vorlieben und Abneigungen, gut ableiten, welche seiner Aussagen auch für mich zutreffen.
Oh, das ist eine gute Idee. Die werde ich aufgreifen.
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Online Weltengeist

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Gute Anregungen. Die beiden Punkte "Wurde das Abenteuer gespielt?" und "Werden hier die regeltechnische Umsetzung mitrezensiert?" habe ich mal als Disclaimer in meinen Rezi-Blog mit aufgenommen.
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Offline Katharina

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Ergänzend zu den bisherigen Punkten: Ich schätze es, wenn eine Rezension auch Angaben zur ungefähren Spieldauer macht.
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Offline rillenmanni

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Ich bin hingegen noch auf Dein Feedback gespannt. Dass so ganz allgemein von keiner Seite eine Rückmeldung zu meinen Einwürfen kommt, könnte ein Indiz dafür sein, dass die Rezis zu lang sind. :) (Allerdings müsste sich das Wie der Rezis auch beim Überfliegen gut erschließen lassen.)

Zur Spieldauerangabe: Ich sehe solche Angaben immer bei Weltengeist. Ich selbst wüsste aber nicht, wie ich das einschätzen soll.
« Letzte Änderung: 2.03.2020 | 22:52 von rillenmanni »
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Online Darkling

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Für mich ist auch immer interessant, ob sich ein Abenteuer auch gut in andere Regeln oder Settings übertragen lässt oder wirklich ganz arg mit dem Hintergrund der Spielwelt, fürt die es entworfen wurde verzahnt ist.
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Offline Turning Wheel

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Leider kenne ich deine Rezensionen nicht. Hast du nen Link zu einer deiner Meinung nach beispielhaften und sehr gut gelungenen Rezi?

Ich persönlich finde, dass Rezensionen meist eine viel zu lange/detaillierte Inhaltsangabe haben. Ein bis drei wohlformulierte Sätze reichen eigentlich aus.
Lieber viel allgemeiner als ein grundschulmäßiges Abhaken von Kapiteln und was darin passiert.
Was mich viel mehr interessiert, ist eine literarische Betrachtung. Struktur und Benutzbarkeit/Übersichtlichkeit, Sprache, Stimmung etc.

Was mich auch interessiert, ob der Plot eine nachvollziehbare Idee ist oder ein mehr zusammengebasteltes Konstrukt, das nur dazu dient mit
Ach und Krach und logischem Handgewedel von einer Szene zur nächsten zu kommen.
Also im Prinzip geht es da bei Abenteuern um nachvollziehbare Motivation und sinnvolle Handlungen der Antagonisten und eine gute Eingebundenheit
der Abenteurer.

Literarische Vergleiche. Gibt es schon etwas ähnliches? Was macht das vorliegende besser (oder schlechter)?

Mit welchen Abenteuern lässt sich das Ding gut verbinden. Was ist aus der Produktlinie für vorher und was für danach geeignet?

Welche Mittel stehen dem SL zur Verfügung beim Leiten. Handouts, pdf-Version, zusätzliche Downloads, Pläne und Karten, vorgefertigte Chars,
ist das Inhaltsverzeichnis gut, gibt es im Abenteuer eine detaillierte Inhaltsangabe, mit der man sich komplexe Abenteuer erst mal reinziehen
kann um Überblick zu bekommen, ist das Layout übersichtlich, ...

Auch wichtig: Ist das ein Abenteuer, dass viele Optionen zur Lösung bzw. zur Herangehensweise der Spieler liefert, oder ist das ein Ding, das an der
Handlungsfreiheit der Spieler vorbeierzählt wird und am Ende auch noch andere Protagonisten an die Stelle der Abenteurer treten lässt, damit auch alles
so abläuft, wie der Autor sich das gedacht hat.
Also eine möglichst tiefe Rollenspieltheoretische Einordnung der Meta-Struktur, aber in normaler Sprache ohne zu nerdy/fachsimpelnd rüberzukommen.

Sahnehaube: Unterhaltsamer Stil! Witzig. Gerne auch kumpelhafte Sprache bzw. flapsig. Am besten ein Text der genausoviel Spaß macht wie Rollenspiel zu spielen.
Ich hab schon Filmrezensionen gesehen, die mindestens so unterhaltsam waren, wie der Film selbst. Genau so – nur eben auf RPG bezogen!

Bei längeren Rezensionen: eventuell Kurzzusammenfassung am Ende in einer Text-Box o.ä.

Online Weltengeist

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Ich bin hingegen noch auf Dein Feedback gespannt. Dass so ganz allgemein von keiner Seite eine Rückmeldung zu meinen Einwürfen kommt, könnte ein Indiz dafür sein, dass die Rezis zu lang sind. :) (Allerdings müsste sich das Wie der Rezis auch beim Überfliegen gut erschließen lassen.)

Wie schon geschrieben, denke ich, dass das Geschmackssache ist und dass es für jede Art von Rezi auch Interessenten gibt. Wobei der Schreiber einer langen Rezi die Liebhaber kurzer Rezensionen ja glücklich machen kann, indem er ihnen einen klar gekennzeichneten "Fazit"-Abschnitt spendiert.

Zitat
Zur Spieldauerangabe: Ich sehe solche Angaben immer bei Weltengeist. Ich selbst wüsste aber nicht, wie ich das einschätzen soll.

Das sind bei mir natürlich auch nur grobe Schätzungen und kann (und sollte!) in der Praxis stark variieren, je nachdem, was die Spieler so machen. Trotzdem kann man ja grob abschätzen, ob das jetzt (überspitzt gesagt) was für einen Spielabend oder für die nächsten zwei Jahre ist.
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Ich werde sie noch mit viel Interesse lesen, habe aber dafür leider noch nicht die Zeit gefunden. Prinzipiell finde ich lange, detaillierte Rezensionen erstmal löblich und sehe das so, wie du.

Leider kenne ich deine Rezensionen nicht. Hast du nen Link zu einer deiner Meinung nach beispielhaften und sehr gut gelungenen Rezi?
Hier findest meine Bewertungen. Wie gesagt sind sie mir mittlerweile zu knapp und ich denke, dass sie nur hilfreich sind für Leute, die das entsprechende Szenario selbst gelesen haben und sich noch unsicher sind, ob sie es wirklich leiten wollen.

Ich persönlich finde, dass Rezensionen meist eine viel zu lange/detaillierte Inhaltsangabe haben. Ein bis drei wohlformulierte Sätze reichen eigentlich aus.
Lieber viel allgemeiner als ein grundschulmäßiges Abhaken von Kapiteln und was darin passiert.
Aber muss ich nicht detalliert auf den Inhalt eingehen, um Schwachstellen oder herausragend gute Punkte verdeutlichen zu können?

Was mich viel mehr interessiert, ist eine literarische Betrachtung. Struktur und Benutzbarkeit/Übersichtlichkeit, Sprache, Stimmung etc.
Meiner Meinung nach müssten Szenarien viel mehr wie gute Bauanleitungen oder Repepte geschrieben werden. "Um Atmosphäre X zu erreichen, sollte der Spieler Y tun.", "In dieser Szene soll das Bedrohungspotential von NSY Z veranschaulicht werden." usw.
Meinst du das mit Benutzbarkeit?

Was mich auch interessiert, ob der Plot eine nachvollziehbare Idee ist oder ein mehr zusammengebasteltes Konstrukt, das nur dazu dient mit
Ach und Krach und logischem Handgewedel von einer Szene zur nächsten zu kommen.
Also im Prinzip geht es da bei Abenteuern um nachvollziehbare Motivation und sinnvolle Handlungen der Antagonisten und eine gute Eingebundenheit
der Abenteurer.
Da muss ich lobend sagen, dass das viele Rezensionen schon machen.

Literarische Vergleiche. Gibt es schon etwas ähnliches? Was macht das vorliegende besser (oder schlechter)?
Das ist ein interessanter Punkt. Meinst du sowas wie: "Das Szenario ist solide, aber Szenario XY ist inhaltlich so ähnlich und macht vieles besser."?

Mit welchen Abenteuern lässt sich das Ding gut verbinden. Was ist aus der Produktlinie für vorher und was für danach geeignet?
Auch sehr hilfreich. An wenigen Stellen habe ich das bei mir, finde ich aber für Spielleiter, die eine Kampagne aus Einzelabenteuern stricken wollen, sehr nützlich.

Welche Mittel stehen dem SL zur Verfügung beim Leiten. Handouts, pdf-Version, zusätzliche Downloads, Pläne und Karten, vorgefertigte Chars,
ist das Inhaltsverzeichnis gut, gibt es im Abenteuer eine detaillierte Inhaltsangabe, mit der man sich komplexe Abenteuer erst mal reinziehen
kann um Überblick zu bekommen, ist das Layout übersichtlich, ...
Da muss ich lobend sagen, dass das ebenfalls viele Rezensionen schon machen. Bisher habe ich solche Dinge nur beiläufig erwähnt, werde sie in Zukunft aber vielleicht stärker hervorheben.

Auch wichtig: Ist das ein Abenteuer, dass viele Optionen zur Lösung bzw. zur Herangehensweise der Spieler liefert, oder ist das ein Ding, das an der
Handlungsfreiheit der Spieler vorbeierzählt wird und am Ende auch noch andere Protagonisten an die Stelle der Abenteurer treten lässt, damit auch alles
so abläuft, wie der Autor sich das gedacht hat.
Also eine möglichst tiefe Rollenspieltheoretische Einordnung der Meta-Struktur, aber in normaler Sprache ohne zu nerdy/fachsimpelnd rüberzukommen.
Du sprichst mir aus der Seele. Das ist tatsächlich einer der Punkte, die ich in zukünftigen Rezensionen zum Hauptthema machen möchte.

Ergänzend zu den bisherigen Punkten: Ich schätze es, wenn eine Rezension auch Angaben zur ungefähren Spieldauer macht.
*Peinliches Selbstlob* Das mache ich bereits, fiel mir bisher aber auch leicht, da ich die bewerteten Szenarien tatsächlich geleitet habe.

Für mich ist auch immer interessant, ob sich ein Abenteuer auch gut in andere Regeln oder Settings übertragen lässt oder wirklich ganz arg mit dem Hintergrund der Spielwelt, fürt die es entworfen wurde verzahnt ist.
Das nehme ich mal als Gedankenanstoß auf.
« Letzte Änderung: 4.03.2020 | 07:37 von Tegres »
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Offline rillenmanni

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Wie schon geschrieben, denke ich, dass das Geschmackssache ist und dass es für jede Art von Rezi auch Interessenten gibt. Wobei der Schreiber einer langen Rezi die Liebhaber kurzer Rezensionen ja glücklich machen kann, indem er ihnen einen klar gekennzeichneten "Fazit"-Abschnitt spendiert.

Das sind bei mir natürlich auch nur grobe Schätzungen und kann (und sollte!) in der Praxis stark variieren, je nachdem, was die Spieler so machen. Trotzdem kann man ja grob abschätzen, ob das jetzt (überspitzt gesagt) was für einen Spielabend oder für die nächsten zwei Jahre ist.

Mittlerweile würde ich bei einer langen Rezi eine Art Fazit sogar voranstellen. Erst die Info für die eiligen Leser, samt Wertung, danach die epische Ausbreitung für alle, die den Ausgang nicht finden. :) Denn auch, wenn ich's lang mag, stimme ich Dir zu, dass ich mich in entsprechender Situation auch irgendwie an diejenigen wenden sollte, die es kurz wollen oder brauchen.

Schätzungen: Eine Orientierung ist es so oder so. Du selbst bleibst ja in Deinem Schätzsystem, wann immer Du eine Schätzung abgibst, und darüber wird das dann auch für mich zu einer Orientierung. Ich kann folgendes übrigens nicht empirisch belegen, aber ich würde mal meinen, dass ich für mich als SL jede Deiner Angaben verdoppeln müsste. :)

Zu Inhaltsangaben (Tegres / Turning Wheel): Ich denke, dass da beides zutrifft. Sowohl kann die Info kurz sein, als auch sollte sie in den Punkten anschaulich genug werden, bei denen ich einen gesonderten Informationsbedarf sehe.

Tegres: Danke! Ich kann das im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen, aber ich denke ich habe für jeden der vier Texte damals eine bis zwei Wochen (abends) benötigt. Das ist schon ein kleiner Overkill, und gar nicht nur wegen der Länge, sondern wegen der vielen behandelten Details, die auf Regeln, Logik, Spielbarkeit abgeklopft werden, und man ist freilich immer froh, wenn das dann auch jemand liest. :) Dummerweise stehen Aufwand (Länge) und Popularität des Textes in einer Art Konkurrenzsituation, weil viele Buchstaben auf einem Haufen eben durchaus tendentiell ein Abtörner sind.
« Letzte Änderung: 3.03.2020 | 11:52 von rillenmanni »
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Offline Scardon

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Seit ich das großartige Winter's Daughter gelesen habe, merke ich, wie wichtig mit die Organisation von Informationen in einem Abenteuer ist. Dazu (und was das mit Rezensionen zu tun hat) hole ich mal etwas aus.

In Winter’s Daughter kann man das sehr schön an der Beschreibung der Dungeon-Räume sehen: Diese sind stichpunktartig, wobei die Hauptinformationen fett hervorgehoben werden. Ebenfalls werden die Auswirkungen auf mögliche Aktionen von SC aufgeführt. Das sieht dann z.B. so aus:

Zitat
3. Tomb Entrance

Doors
Granite slab (seals the mound). Overgrown (covered in lichen and sweet-smelling wild roses).
Moving the slab: Requires a cumulative STR bonus of at least 4.
Breaking the slab: Takes 6 turns. Cumulative STR bonuses reduce this time. (Minimum 2 turns.) If the ritual in area 2 is still underway, the hooded men are not happy about the noise.

Als SL gibt mir das die Möglichkeit, das Abenteuer direkt und ohne viel Vorbereitung zu leiten. Lesen sollte ich es vorher schon, aber eher, um allgemein die Hintergründe zu kennen. Sobald ich dann leite, werden mir die dann wichtigen Informationen übersichtlich und einfach handhabbar dargestellt. Viel Vorbereitung ist nicht notwendig.

Auch der Rest des Abenteuers wie z.B. die Hintergrundgeschichte funktioniert so ähnlich. Viele Stichpunkte, aber immer so, dass ich als SL es gut und vor allem schnell verstehen und „vom Blatt“ leiten kann.

Ein Negativbeispiel dafür wäre für mich Forgive Us. Die Raumbeschreibungen werden hier in längeren Fließtexten geliefert, wobei nicht einfach zu sehen ist, welche Informationen jetzt für die Spieler_innen sind und welche nur für die SL. Ich gebe zu, dass ich mich beim Leiten auch weniger gut vorbereitet hatte und meinen Spieler_innen die eine oder andere Information, die eigentlich nur für mich als SL gedacht war, gegeben hatte. Für Tower of the Stargazer hatte ich dann umfangreiche Vorbereitungen getroffen, was mich vermutlich ähnlich viel Zeit gekostet hatte, wie das Leiten des Abenteuers selbst.

Nun sind die genannten Beispiele natürlich allesamt Dungeon-Crawls. Aber ich denke, dass das Gleiche auch für andere Genres gilt. Wenn ich z.B. ein Abenteuer mit sozialem Fokus habe, wünsche ich mir eine Übersicht über die NSC und ihre Beziehungen. Bei einem Ermittlungsabenteuer könnte es eine Übersicht geben, welche Spuren wo zu finden sind. Das lässt sich beliebig weiterführen.

Um jetzt wieder den Bogen zu Rezensionen zu schlagen: Bei diesen wäre es mir also wichtig, dass eben genau darauf, nämlich die Organisation von Informationen eingegangen wird. Ist das Abenteuer dahingehend übersichtlich? Oder dient der Abenteuertext stattdessen eher als Literaturersatz, weil der Autor keinen ganzen Roman schreiben wollte? (Irgendwo hatte ich dazu vor einer Weile auch mal einen Blogpost gelesen, in dem der Autor seinen Eindruck vermittelte, dass viele Abenteuer so geschrieben würden, dass sie für die SL spannend zu lesen seien, statt wirklich nützlich für den Spieltisch zu sein. Dazu gehörte u.a., dass Plot-Twists erst spät offenbart würden, statt direkt zu Beginn in einer kurzen Zusammenfassung des Abenteuers. Ich weiß nur nicht mehr, wo das war, tippe aber auf Merric’s Musings.)

Apropos Übersichtlichkeit: Gerne dürfen auch Rezensionen selbst übersichtlich sein. Das beginnt damit, einzelnen Abschnitten Überschriften zu verpassen. Gerade bei längeren Texten ist mir das sehr wichtig, damit ich mich besser zurecht finde. Wenn man es damit auf die Spitze treiben will, kann man die natürlich gleich noch für Suchmaschinen optimieren. Wobei schon die Tatsache, dass es überhaupt Zwischenüberschriften gibt, für SEO sorgt. Also für den Fall, das man möchte, dass auch Leute außerhalb des Tanelorns auf die Rezension stoßen.

Eine weitere Möglichkeit für Übersichtlichkeit und Leute wie mich, die ungern ellenlange Rezensionen lesen, sind Kurzinformationen. Welche Genres bedient das Abenteuer1? Wie lang wird es ungefähr dauern, es zu spielen? Wie viele SC sind vorgesehen? Welches System wird genutzt? Lässt sich das Abenteuer auch ohne Weiteres auf andere Systeme konvertieren? Und ähnliche Fragen. Die lassen sich ja am Anfang der Review in einer kleinen Liste oder so darstellen.

Ebenfalls würde ich ein Fazit am Anfang einer Rezension, wie hier ja bereits vorgeschlagen wurde, begrüßen. Gerne als eine Art Wertungskasten mit einzeln aufgedröselten Bewertungskriterien und den Wertungen (z.B. Inhalt 7/102, Vorbereitungsaufwand 6/10, Artwork 8/10, Layout 8/10 etc.). Zusammen mit den o.g. Kurzinfos kann ich mir so schon ein Bild davon machen, ob das Abenteuer etwas für mich ist oder nicht, ohne gleich einen langen Text lesen zu müssen. Wenn ich dann noch einen Link habe, über den ich das Produkt kaufen kann, oder vielleicht sogar noch ein Bild des Abenteuers, wäre ich wohl schon glücklich. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu faul. :D

1 Dabei darf gerne auf mehreren Ebenen vorgegangen werden: einerseits das Setting (Fantasy, Science-Fiction, reale Welt, historisch etc.), andererseits dahingehend, was die SC hier machen (Ermittlungen, Dungeon-Crawl etc.). Dabei kann ein Abenteuer natürlich mitunter mehrere Genres abdecken; Horror lässt sich ja z.B. mit anderen Genres kombinieren.

2 Bei Bewertungsskalen würde ich im Bereich 0–10 oder (wenn es sein muss) 0–5 vorgehen. Was ich immer seltsam finde, sind Bewertungen mit Komma (außer vielleicht, wenn am Ende die Einzalkriterien – evtl. sogar mit Gewichtung – zu einer Gesamtnote kombiniert werden). Was unterscheidet jetzt z.B. eine 4,5 von einer 9? Da kann man dann auch gleich die Skala nehmen, die mir das als ganze Zahl ausspuckt. Schlimmer sind Bewertungen im Bereich bis 100 Punkte. Wo ist der Unterschied zwischen 76 und 77? Grundsätzlich finde ich ja eh, dass Bewertungen gerne mal viel zu hoch angesetzt werden. Eine 7 auf einer Skala von 0 bis 10 ist doch schon ein gutes Produkt, das ich mir durchaus kaufen würde. Durchschnitt wäre da ja eine 5. Aber das ist eine andere Diskussion.

Nachsatz. Auch wenn hier vielleicht der Eindruck aufkommt, dass ich nur kurze Rezensionen lesen würde: Dem ist beileibe nicht so. Wenn mich ein Produkt wirklich interessiert, z.B. weil es eines meiner Lieblingssysteme nutzt, lese ich auch lange Texte (und offensichtlich schreibe ich auch längere, wie mit diesem hier bewiesen). Für ein Call-of-Cthulhu- oder DSA-Abenteuer würde mir aber ein Bewertungskasten mit Einzelnoten und Kurzfazit komplett reichen. Und wer weiß: Vielleicht klingt das Fazit so spannend, dass ich am Ende doch die gesamte Review lesen möchte.
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Offline Arkam

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Hallo zusammen,

ich wüsste immer gerne worauf ich mich einlasse. Das sollte sowohl den Typ also etwa es ist ein Ermittlungsabenteuer als auch das wo also etwa in einem Kloster betreffen. Denn dann kann ich schon Mal sehen ob das Abenteuer prinzipell in Frage kommt. Dann ist natürlich interessant was bekomme ich eigentlich. Also ein ausgearbeitetes One Shot, den ersten Band einer Kampagne oder eher eine Ereignisbeschreibung aus der ich mir dann ein individuelles Abenteuer für meine Gruppe erarbeiten kann.
Wenn das Abenteuer für ein System vorgesehen ist oder als Universalabenteuer Werte für verschiedene Systeme mit sich bringt interessiert mich ob Regeln und Hintergrund beachtet werden.
Dann interessiert mich wo mir das Abenteuer Vorbereitung abnimmt. Sind also die wichtigsten NPCs ausgearbeitet und vor allen so ausgearbeitet das ich sie nutzen kann. Also haben die Zauberer auch eine ausgearbeitete Spruchliste, die Kämpfer die passende Ausrüstung und Ähnliches. Sind Karten vorhanden und so aufgearbeitet das ich sie im Spiel nutzen kann? Habe ich alle Informationen die ich brauche um mit den Aktionen meiner Spieler umzugehen? Ein Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängniss würde also neben Karten mit den eingetragenen Sicherheitsmaßnahmen, auch Wachwege und Zeiten sowie einen ausgearbeiteten Alarmplan benötigen.
Zudem möchte ich wissen ob das Abenteuer problemlos lesbar ist. Also bitte schwarz auf weiß und nicht ein so niedriger Kontrast das das lesen schwer fällt.

Gruß Jochen

Offline Turning Wheel

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Aber muss ich nicht detalliert auf den Inhalt eingehen, um Schwachstellen oder herausragend gute Punkte verdeutlichen zu können?

Nein, das muss man meiner Meinung nach überhaupt nicht!

Also bei Rollenspielabenteuern ist es ja nicht ganz so schlimm wie bei Rezensionen zu Filmen oder Büchern, weil die sich gewöhnlich nur an SLs richten, die den Text nicht in spannender Weise erspielen sondern ohnehin vorher lernen. Trotzdem würde ich eher darauf verzichten, den Inhalt in der Rezi konkret wegzugeben.

Man kann z.B. durchaus schreiben, dass die Beschreibung der Augenfarbe des Oberbösewichts absolut super ist, ohne zu sagen, dass sie blau sind.

Ich würde statt einer Inhaltsangabe eher zu Oberbegriffen bzw. inhaltlichen Einordungen greifen wie z.B. kampflastig, explorativ, solzialorientiert, Reiseabenteuer, Stadtabenteuer, Verlieserkundungen etc.
Wo und wann jetzt genau was passiert sollte erst interessant sein, wenn der SL das Abenteuer lernt, aber im Voraus interessiert natürlich, welcher Art der Plot ist, um entscheiden zu können, ob es für die Gruppe geeignet ist bzw. zum Spielstil passt.

Aber vielleicht kannst du mir eine Rezensionsstelle sagen, wo das absolut unerlässlich ist? Würde mich interessieren.

PS: Der Link zu deinen Bewertungen führen mich ins Nirvana. Kannst du mir den Link bitte nochmal schreiben?
« Letzte Änderung: 3.03.2020 | 22:16 von Turning Wheel »

Online Weltengeist

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Ich finde es ja immer sympathischer, wenn man statt "eine Rezension muss..." eher schreibt "ich mag an einer Rezension, wenn sie...". Das macht den Beitrag weniger absolut und im Tonfall positiver.

Wichtig ist mir in dem Zusammenhang, was ich oben schon geschrieben habe: JEDE geschriebene Rezension (und wenn sie nur aus drei Zeilen besteht oder nur eine einzige Macke des Produkts kommentiert) ist besser als eine perfekte, aber nicht geschriebene. Wenn hier beispielsweise in den Rezi-Threads zu jedem Rollenspielprodukt 10 Rezis stünden, dann wäre der Community deutlich mehr geholfen als damit, dass Leute wissen, wie sie sich eine perfekte Rezi vorstellen, diese aber nicht schreiben, weil es zu aufwändig wäre, ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.
« Letzte Änderung: 4.03.2020 | 11:52 von Weltengeist »
"Wenn ich in Unterleuten eins gelernt habe, dann dass jeder Mensch ein eigenes Universum bewohnt, in dem er von morgens bis abends recht hat." (Juli Zeh, Unterleuten)

Spielt derzeit: Wilde See (Savage Worlds), Eberron (Savage Worlds)
In Vorbereitung: 

Offline Tegres

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PS: Der Link zu deinen Bewertungen führen mich ins Nirvana. Kannst du mir den Link bitte nochmal schreiben?
Ist korrigiert. Hier auch nochmal der Link.
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Für mich ist Cthulhu eher Ghostbusters meets Akte X in den 1920ern  ;D

Hier nur fast nur noch sonntags unterwegs. PNs lese ich auch an anderen Tagen.

Offline Huhn

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Ehrlich gesagt mag ich deine knappen Bewertungen, Tegres, viel lieber als ausführliche Texte. Mir auf einen schnellen Blick eine Übersicht holen, ob sich das Abenteuer für mich lohnt oder nicht, reicht mir völlig und ist auch das, was ich mir von Rezensionen verspreche. Insbesondere ausufernde Inhaltsangaben gefallen mir nicht so - wenn mich der Inhalt so brennend interessiert, kann ich mir auch das Buch zulegen. Was ich wissen will, ist ja eher, was das Abenteuer bietet (also z. B. Ermittlungen, krasse Kämpfe, schöne Aussicht etc.), ob es das gut liefert (also einerseits ob die Spieler_innen Spaß haben und andererseits ob es sich für die SL gut vorbereiten und leiten lässt). Und dann noch so allgemeine Angaben zu Spielsystem (und ob es sich vielleicht gut konvertieren ließe), Dauer, Anzahl an SC, Stufe/Level, ob ich dafür außer dem im System üblichen Grundregelzeugs noch besondere Regelwerke oder so benötige usw.
Wer gackert, muss auch ein Ei legen.

Offline Turning Wheel

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Vielen Dank Tegres, ich hab mir mal ein paar durchgelesen.
Das sind tatsächlich keine richtigen Rezensionen sondern mehr stichpunktartige Produktinformationen mit leichten Anklängen an eine Rezi.
Find ich ziemlich gut, das so zu machen, weil (wie oben schon jemand erwähnt hat) eine kurze Info besser ist als eine perfekte Rezi, die nicht existiert.

Nach dem Lesen würde ich sogar sagen, dass das für mich die bessere Form ist, um mir einen Überblick über ein Abenteuer zu verschaffen.
Eine volle Rezension würde ich lieber über ein ganzes Rollenspielsystem lesen oder vielleicht über einen längeren Kampagnenband, in der dann unterschiedliche Dinge dialektisch diskutiert werden können.

Die Inhaltsangaben, die du lieferst, sind einerseits richtige Inhaltsangaben (wie bei dDeath Frost Doom von Lamentations of the Flame Princess). Aber bei vielen ist unter Zusammenfassung nur geschrieben wie der Einstieg ins Abenteuer ist.
Da man, wenn man den Inhalt nicht lesen will, den Textblock einfach überspringen kann, ist es natürlich auch nicht schlimm, dass er da steht. Aber wenn er schon dasteht, dann würde ich auch eine richtige Inhaltsangabe machen und nicht nur einen Anfixer vom Einstieg.

Generell sind deine Abenteuerinfos sehr gut. Das ist absolut das, was ich brauche, um mir zu so einem Produkt einen Überblick zu verschaffen. Wobei mir die etwas ausführlicheren ganzseitigen deutlich lieber sind als die kürzeren halbseitigen.

Was mir gefehlt hat: Etwas mehr Infos zum Produkt selbst (Format, Seitenzahl, Bindung, Layout/Design, Illustrationen, empfohlener Preis.