Autor Thema: Sinnfreies Spekulieren: Wie müsste man eine VtM-Hörspielserie aufziehen?  (Gelesen 600 mal)

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Offline Waldviech

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Nur mal so ein paar ganz dämlicher - und vor allem sinnbefreiter - Gedanken, die mir eben kamen:

1. Vampire: The Masquerade war in Deutschland ziemlich beliebt - und außerdem hatte die Vampirwelle hier ja auch ziemlich getobt.
2. Deutschland ist ein Land der Gruselhörspiele. Zeugs wie Gruselkabinett, John Sinclair, Gabriel Burns und Konsorten ist, was Hörspiele angeht, ziemlich populär.

Daher stellt sich mir gerade die Frage: Warum gab es eigentlich keine größere Hörspielreihe mit Vampirprotagonisten mit dem ganzen, üblichen Urban-Fantasy-Gedöns? (OK, es gab Vampira, aber das war ja eher kurzlebig).

Und in der Folge drängt sich natürlich die Frage auf: Wie müsste man eigentlich eine VtM-Hörspielreihe aufziehen, damit das Ganze funktioniert? (Nicht, dass das mal jemand in der Praxis machen würde...)

Ein paar Grundideen wären ja naheliegend:

- damit man den Zuhörer nicht gleich in der ersten Folge mit der kompletten VtM-Lore erschlägt, bietet es sich an, mit einem jungen und unerfahrenen Vampir als Protagonisten anzufangen, mit dem der Zuhörer dann "zusammen" in die WoD einsteigen kann.
- Fiese und hundsgemeine Plots sind in deutschen Hörspielen i.d.R. kein Problem. Allerdings empfiehlt es sich, die Hauptfiguren sympathisch zu gestalten - was vermutlich in einem Cast von (mehr oder weniger) "guten" Vampiren resultiert

Was böte sich denn noch so an? :)
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Offline Teylen

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Man hat aktuell dieses Hörbuch produziert:
Vampire: The Masquerade: Volume Number 1 - Walk Among Us

Wobei ich das "Volume Number 1" als Hinweis nehme, dass dort vielleicht weitere Hörbücher in der Reihe folgen werden  8)

Ansonsten könnte man es ähnlich gestalten, wie der neue Vampire Comic.
Welche den Leser auch recht sanft in die Welt einführt. In dem die statuslose Nicht-Sherrif über den Status und die Camarilla vor Ort diskutiert sowie eine Vamprin adoptiert, und man daneben eine Gruppe Anarchen/Sabbat Vampire hat, die mehr oder weniger ahnungsbefreit rumstrampeln.
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Offline Waldviech

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Cool! Danke für den Link zum Hörbuch - das wird bei Zeiten mal erworben. :)

Zitat
Welche den Leser auch recht sanft in die Welt einführt. In dem die statuslose Nicht-Sherrif über den Status und die Camarilla vor Ort diskutiert sowie eine Vamprin adoptiert, und man daneben eine Gruppe Anarchen/Sabbat Vampire hat, die mehr oder weniger ahnungsbefreit rumstrampeln.

Jupp, so in etwa würde ich mir das vorstellen! Das kann ganz gut funktionieren.

Als weitere Überlegung: VtM erlaubt von Hause aus sehr große, lange und komplexe Geschichten - etwas, das in modernen Hörspielserien ja auch sehr gut funktioniert. Trotzdem wäre es vielleicht ganz charmant, die Serie erst einmal mit kleineren Einzelgeschichten zu starten, die sich erst später zu einem größeren Ganzen zusammenfügen. Das kann auch ganz gut dazu dienen, weitere Settingelemente zu etablieren, ohne das man den Zuhörer gleich damit zuschüttet.
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Offline Auribiel

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Gerade bin ich wieder auf dem Hörspiel-Tripp (dank Amazon Music unlimited) - und habe gerade erst Gabriel Burns entdeckt.
Für so ein Hörspiel (auf Deutsch) wäre ich sofort Feuer und Flamme.

Einziges Problem das ich - in Abhängigkeit der Darreichungsform - sehe:
Die einzelnen Episoden sind im Vergleich mit einer Serie im TV einfach zu teuer (so um die 4,99 Euro plus für ca. 60 min Hörspaß), da nicht über Werbung gegenfinanziert. Daher passen mMn in der klassischen Form nur kurze Geschichten, die dann auch mit einer Folge abgedient sind und die langfristige Story dann nur für den Hintergrund.

Oder das ganze wird anders veröffentlicht als über kostenpflichtige mp3/CDs.
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Offline Grandala

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Also es gab da doch mal die Tremere Clan-Triologie. Meines Wissens nach waren da zwei Protagonisten. Eine Tremere und ein männlicher Vampir dessen Clan niemals benannt wurde.

Diese Geschichte ist, so glaube ich mich erinnern zu können, auch gut für Quereinsteiger genießbar, da sie zwar wenig Exposition nutzt, aber nicht so total tief in den Deeplore einsteigt.

Das wäre eine offizielle Geschichte, die sich mMn für ein Hörbuch eigenen könnte. Bonus ist auch, dass die Geschichten nicht ganz so lang sind für sich alleine genommen.

Also ich bin grade wieder auf dem Hörbuchtrip gelandet. Momentan aber eher so GRR Martin um mich wieder in SoIaF "einzuhören" bevor vielleicht mal das nächte Buch kommt.

Auf Youtube gab es mal eine recht robuste kleine Szene an Content Machern, die StarWars Romane selbst gelesen hochgeladen haben. So ein Vormat wäre zumindest realistisch in der Umsetzung.

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Offline Waldviech

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Solche Fan-Projekte sind IMHO auch so ziemlich die einzige Möglichkeit, mit der man eine Schnapsidee (  ~;D ) wie diese tatsächlich praktisch umsetzen könnte. Die Jungs hier produzieren beispielsweise wirklich guten Content:

https://www.youtube.com/user/hoertalk

Natürlich muss einem klar sein, dass das auch als Fanprojekt ein ziemlich episches Unterfangen ist - und das man eine WoD mit abgefeilter Seriennummer verwenden müsste, wenn man nicht gerade wirklich gute Kumpels bei Onyx Path sitzen hat. (was auch keinen großen Geist stören würde. Dan hätte man statt Camarilla und Anarchen eben die, wat weiß ich, "Todlose Dynastie" und die "Schatten-Resistance").
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Die Frage ist doch eher: Zählte sowas nicht als Storyteller's Vault-Content? Und wo ist überhaupt der Unterschied zwischen einem "Vampire"-Actual Play, das auf YT kostenlos angeboten würde, und einem "Vampire"-Hörspiel, das auf Spotify angeboten würde?

Inhaltlich stimme ich Auribiel insofern zu, dass es kleine, geschlossene Geschichten, womöglich mit wiederkehrenden Charakteren sein sollten. Zwei- oder Dreiteiler sind allerdings natürlich schon denkbar.

Ich persönlich würde die Sache ja in der ersten Folge in Medias Res starten lassen und in den ersten Folgen eine klassische Vampire-Origin-Story erzählen: Du bist jetzt ein Kainit... wie wirkt sich das aus auf:
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Ja, vielleicht ist es sogar einen Storyarc wert, dass der Protagonist ein Familienmitglied oder einen Freund am Ende des ersten Arcs zum Ghoul macht oder ein Rivale von der Arbeit auch Vampir wird oder sowas. Will heißen: Die frühen Episoden sollten nicht ganz so stark in der Parallelgesellschaft der Vampire spielen als eben viel mehr auf der Schwelle.

Darüber hinaus wäre es, im Sinne dieser kleinen Geschichtchen, gut, wenn der Klüngel (max 3 Leute) oder der Einzelprotagonist eine Rolle hat, die ihn immer wieder in Geschehnisse reinzieht, die die Welt der Sterblichen und die der Vampire betreffen. Meinetwegen ist er dann Sheriff oder vielleicht ist sein Erzeuger ein Archont. Wenn man eine Erzählerstimme braucht, dann könnte das ja die örtliche Harpyie sein, die darüber spricht, was so passiert ist, in letzter Zeit.  ;)
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Offline Waldviech

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Das fasst es recht gut zusammen, würde ich sagen.  :d

Zitat
Und wo ist überhaupt der Unterschied zwischen einem "Vampire"-Actual Play, das auf YT kostenlos angeboten würde, und einem "Vampire"-Hörspiel, das auf Spotify angeboten würde?

Der, meines Erachtens gewaltige, Hauptunterschied läge in der Inszenierung.

Bei einem Actual Play hört man einer Gruppe Rollenspieler zu - mit allem, was dazugehört - insbesondere Metagequatsche über das, was im Spiel gerade regeltechnisch abläuft ("Ich hab Dominate 3 - mal gucken, wie der Tünnes darauf reagiert"). Dazu kommen natürlich noch Outgame-Witzeleien, Chipstütengeraschen, etc.pp.

Einem Hörspiel fehlt dieser "Bruch der vierten Wand", außer ich baue ihn gezielt an. Dafür habe ich Soundeffekte, Backgroundmusik, (mehr oder weniger) professionelle Sprecher etc.pp.

Das macht eine Menge aus. Daher weiß ich nicht, wie da die Rechtslage wäre.
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Offline unicum

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Bei mir klingelt da gerade die Warnglocken was Urheberrecht betrifft.

Davon abgesehen denke ich aber das es eine coole sache sein kann.
Es ist halt immer so das Problem wie man in die Geschichte reinkommt wenn man mit tM nichts am Hut hat. Ich kann mit den Clans soweit schon was anfangen aber andere die vieleicht eigentlich auch interesse hätten? Ist schwer,... vieleicht hat man so eben nur eine Niesche - aber das muss nicht unbedingt schlecht sein.

Offline Waldviech

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Zitat
Bei mir klingelt da gerade die Warnglocken was Urheberrecht betrifft.
Das wäre tatsächlich auch meine Befürchtung. Die WoD hat allerdings einen Vorteil - die meisten dort verwendeten Tropes sind durch die "Urban-Fantasy-Welle" mittlerweile vergleichsweise generisch. D.h. es wäre nicht unbedingt ein Problem, Sachen in einer ähnlich gelagerten "Quasi-WoD" spielen zu lassen, wenn man keinen Urheberrechts-Trouble riskieren will.
Zitat
Es ist halt immer so das Problem wie man in die Geschichte reinkommt wenn man mit tM nichts am Hut hat. Ich kann mit den Clans soweit schon was anfangen aber andere die vieleicht eigentlich auch interesse hätten?

Ich glaube, das ist bei VtM tatsächlich garnicht so ein Problem - egal, ob jetzt als Hörspiel oder im RPG. Oberflächlich ist die Welt ja "die selbe" wie unsere. Der ganze Lore-intensive Spezialpart ist hinter den Kulissen. D.h. lassen sich auch viele Folgen bringen, die mit den ganz tiefen Mysterien der Clans usw. nur am Rande oder garnicht zu tun haben. Das macht das Ganze sehr vielseitig. Zudem lässt sich der Einstieg für die zuhörer sachte gestalten.
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Offline Teylen

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Bei einem Actual Play hört man einer Gruppe Rollenspieler zu - mit allem, was dazugehört - insbesondere Metagequatsche über das, was im Spiel gerade regeltechnisch abläuft ("Ich hab Dominate 3 - mal gucken, wie der Tünnes darauf reagiert"). Dazu kommen natürlich noch Outgame-Witzeleien, Chipstütengeraschen, etc.pp.

Einem Hörspiel fehlt dieser "Bruch der vierten Wand", außer ich baue ihn gezielt an. Dafür habe ich Soundeffekte, Backgroundmusik, (mehr oder weniger) professionelle Sprecher etc.pp.
Es gibt unterschiedliche Arten von Actual Plays.
Es gibt welche die Outgame Gespräche, Meta Diskussionen und dergleichen haben.
Es gibt welche die mit Soundeffekten, Hintergrundmusik und Sprechern arbeiten. Sowie die sich auf verträgliche 1 bis 2 Stunden pro Folge beschränken.

Ein Beispiel für eine Hörspielartige Actual Play Reihe sind die Produktionen von Red Moon Roleplaying, welche für ihre Gestaltung regelmäßig ENnies abräumen:
Vampire: The Masquerade V5 - No Man is an Island
Martin Ericsson ist der Erzähler, man verfolgt die Geschicke einer Gruppe Menschen der SI, von denen einer zum Dünnblut wird.
Das ganze ist sehr, sehr low street level und beiweilen sehr langsam.
Vampire: The Masquerade V5 - Chicago by Night, The Sacrifice
Klara Herbol ist die Erzählerin, man bekommt das Szenario aus Chicago by Night geboten.
Vampire: The Masquerade V5 - Cults of the Blood God, The Family
Matthew Dawkins ist der Erzähler, man bekommt ein Szenario im Kontext des Cults of the Blood Gods Szenario geboten

Ein anderes Beispiel für eine Hörspielartige Actual Play Reihe ist Stitch of Fate:
Vampire the Masquerade 5th Edition - Stitch of Fate
Hierbei verfolgt man eine Gruppe auf Toreador, Ventrue, Nosferatu und Dünnblut in New York.

Beide Actual Play Podcats arbeiten ohne visuelle Komponente, wie bei V5 - L.A. by Night.
Wobei ich LA by Night nicht nahm, da man eher noch Gewürfel hat, etwas lachen und die Folgen um die 3 Stunden gehen.
Allerdings hat LA by Night dedizierte Schauspieler und professionelle Voice Actor als Spieler.

Neben den Actual Plays, kann man sich auch Videos ansehen, in denen einem bspw. Coteries of New York durchgespielt wird, und die Leute die Texte ggf. mit verteilten Rollen lesen.
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Ergänzung, wenn man ein deutschsprachiges Actual Play sucht, dass zumindest etwas in die Richtung geht, empfiehlt sich:
Vampire V5 - Blood and Sand von Koali und Spielern
Es hat Video und jetzt weniger Effekte, sollte aber halbwegs noch passen :)
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Offline Waldviech

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Also bevor das hier versumpft! Ganz heißen Dank für die Links - und vor allem auch für die nähere Erläuterung zum Thema "Actual Play"! Da hab ich die nächsten Tage wieder was zu hören  :d :d :d
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Offline Hellstorm

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Gehts beim Aufziehen jetzt um Technik oder Plot :o?
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Offline Waldviech

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Eigentlich um Plot (und generelle Möglichkeiten). Ich hatte den Technik-Part erst einmal ausgespart, da die (zugegebenermaßen unausgesprochene) Idee für das sinnfreie Spekulieren erstmal war "Angenommen, wir sind Maritim oder Europa, haben die Möglichkeiten und wollen sowas machen. In welche Richtung müssten wir gehen, damit das Konzept funzt?".

Allerdings ist Technik keine ganz unwesentliche (und vor allem keine uninteressante) Frage, wenn man das Ganze als Fanhörspiel selbst produzieren wollen würde.
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Offline Hellstorm

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Persönlich denke, das Geschichten mit hohem Metaplot immer aus Sicht einer erlebenden aber uneingeweihten Person passieren.

Wenn man z.B. the Magnus Archives anhört, merkt man das ganz gut, wie man immer mehr in die Welt eingeführt wird, aber der Background von anfang an stand.

Daher wäre ein guter Einstieg vermutlich nicht mit einem Vampire zu starten sondern mit jemanden aus der zweiten Inquisition, der am Ende der ersten Staffel in einen Vampire verwandelt wird.

Dann hat man quasi ersteinmal die "Outsider" Perspektive und erweitert dann, das Spectrum.
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Offline Auribiel

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Na ich weiß nicht so recht. Bei einem Hörspiel (nicht Hörbuch mit mehreren Stunden Länge) müsste mich persönlich das schon von Folge 1 an Fesseln und das wäre ehrlich gesagt nicht der Fall, wenn wir erstmal nur den Vampiren nachrennen und nur von außen beobachten. Mir würde ein ggf. Neuvampir (wenn ev. auch mit mächtigem Erzeuger) der zu Beginn in die WOD hineinstolpert und sich mit den Intrigen der Untoten zurechtfinden muss schon eher zusagen.

Rein private Meinung.

Klassischer Hook halt, direkt rein ins Getümmel und zurechtfinden, nicht erst langes Anbahnen.
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Der Ansatz mit einer Gruppe von SI-Agenten, von denen eine gewandelt wird, ist der Kernwendepunkt bei No Man Is An Island.
Wobei sich dahingehend, in der zweiten Season, Zuhörer wegen massiven "blue balling" beschweren.

Ansonsten gibt es noch mit The Dark Archive einen Podcast der dramaturgische Wiedergaben verschiedener historischer Ereignisse der World of Darkness bietet.
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Offline Waldviech

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Käme drauf an, wie man das "Nachrennen" inszeniert und in welcher Form man es bringt. Moderne Hörspielreihen arbeiten ja durchaus mal mit mehreren Handlungsebenen. Vielleicht könnte man das Ganze auch ähnlich aufziehen wie diesen steinalten Quatsch hier:

https://www.tanelorn.net/index.php/topic,53680.msg1068038.html#msg1068038

Fix zusammenüberlegt (und extrem unausgegoren):

Protagonist 1 ist eine (vergleichsweise) junge Vampirin mit einigermaßen hoher Menschlichkeit und schlägt sich als Underdog durch die Vampirgesellschaft
Protagonist 2 ist (latent nerdiger) Teenager (Geschlecht erstmal egal).

Beginnen tut das Ganze damit, das in irgend einer lauschigen Nacht die Vampirin das Teenagerchen anzapft - allerdings nicht umbringt, sondern nur die Erinnerung vernebelt.
Daher leidet Teenagerchen nach dem Biss an seltsamen Träumen und Visionen (eine Folge dessen, dass die Vampirin noch nicht so optimal mit ihren Disziplinen umgehen kann).
Dies sorgt dafür, dass Teenagerchen ein (ungesundes) Interesse am Okkulten entwickelt und als "paranormaler Hobby-Ermittler" herumstümpert.

Handlungsebene 1 ist nun die des Teenagerchens, das "paranormalen" Fällen nachspürt - auf der Suche nach der Antwort, was in "jener Nacht" wirklich mit ihm oder ihr passiert ist.
Handlungsebene 2 ist die der Vampirin, die sich - eher widerwillig - mit allerlei Intrigen innerhalb der Domäne herumschlagen muss.

Die paranormalen Fälle des Teenagerchens haben zumeist mit irgend etwas zu tun, mit dem auch die Vampirin konfrontiert wird. D.h. die beiden begegnen sich irgendwann unweigerlich wieder.

Das könnte a) Fans herkömmlicher Krimihörspiele ansprechen, die sich in der Teenagerchen-Handlungsebene wiederfinden und b) was für VtM-Fans bieten, die eher der Vampirinnen-Handlungsebene folgen.

Das sich beide Handlungsebenen dann irgendwann unweigerlich überschneiden, lässt sich dann daran auch prima die ganze Maskerade-Problematik durchexerzieren. (Was macht Vampirin mit Teenagerchen, wenn sie nicht töten will? Kann eine unsichere Allianz funktionieren? etc.pp.)

@Teylen:

Wieder cool! Heißen Dank auch dafür! :)
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@Waldviech:

Den Plot fände ich durchaus interessant, da der Vampirchar direkt mit drin ist. Wäre für mich in dieser Form nicht das "nachrennen" an das ich dachte.

Spinn mal weiter an der Idee, die gefällt mir!  :d
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Schauplatz des Ganzen ist eine fiktive deutsche Stadt, irgendwo in der Größenordnung Detmold, Lüneburg u.ä. Kein Kaff, aber auch nicht übermäßig groß. Nennen wir den Ort mal Aschenburg.
Aschenburg zwar diverse neue Wohnviertel, aber auch eine überwiegend aus dem 15. Jahrhundert stammende, verwinkelte Altstadt, diverse riesige Gründerzeitvillen und natürlich die obligatorische Burgruine. An der Oberfläche ist Aschenburg piefig-konservativ und fast schon unnatürlich ruhig. Unter der Oberfläche aber war Aschenburg immer schon Schauplatz paranormaler Ereignisse und manch eine alteingesessene Patrizierfamilie hat buchstäblich Leichen im Keller. Im Mittelalter war Aschenburg Sitz eines Kappadozianer-Konvents. Deren Bibliothek muss noch immer irgendwo in den weitläufigen Katakomben unter der Stadt zu finden sein.
In vampirischer Hinsicht ist das moderne Aschenberg zur Zeit sowas wie eine untote Schweiz. Zwischen mehreren größeren Domänen gelegen wird Aschenberg gerne als "neutraler Verhandlungsort" bei innervampirischen Konflikten genutzt. Diese für die wenigen aschenberger Vampire recht bequeme Lage kippt zusehends, da der Prinz von Aschenberg zunehmend (ein wirklich steinalter Tremere) weltabgewandt und vergeistigt agiert und die Vampire der direkt benachbarten Großstadt Aschenburg zu gerne ihrer Domäne eingemeinden würden.
Vor diesem Hintergrund treffen sich eines Abends zufällig zwei Personen...

Die Toreador Sophia Florescu, ihres Zeichens Toreador der 10. Generation und begnadete Pianistin, interessiert sich selbst wenig für Vampirpolitik. Sie hat sich mit ihrem Erzeuger, einem reichlich wahnsinnigen bukarester Opernenthusiasten, komplett überworfen und hat sich nach Aschenberg zurückgezogen, weil sie hier einst, im Jahre 1931, den letzten schönen Sommer ihres menschlichen Lebens verbracht hat und hofft, hier mit dem ganzen kainitischen Intrigenschwachsinn  nicht behelligt zu werden. Ein Irrtum, wie sie in allernächster Zukunft wird feststellen müssen

Conny von Simmern (15 1/2) ist neu in Aschenburg und der Anfang ist nicht einfach. Connys Vater, Professor Gustav von Simmern ist seit Neuestem Oberarzt in der örtlichen Privatklinik und hat kaum Zeit für sein Kind - dafür umso mehr Erwartungen. Der Start am Adolf-Riesling-Gymnasium ist schwer, denn Conny ist schüchtern und in die festgefügten Cliquen an der neuen Schule ist nur schwer reinzukommen. So flüchtet sich Conny in Bücher und Videospiele. (Ob Conny Mägdelein oder Bube ist, hab ich noch nicht so ganz entschieden - daher erst einmal ein geschlechtsneutraler Name  ~;D)

An jenem Abend hatte Conny spät ihre erste Unterrichtsstunde bei einem kautzigen, privaten Musiklehrer - Violine. Conny lernt Violine, weil alle von Simmern Violine spielen. Das Conny E-Gitarre lieber wäre, interessiert absolut niemanden. Conny verpasst den letzten Bus und beschließt, auf eigene Faust nach Hause zu laufen. Der Smartphone-Akku bricht zusammen. Conny verfranzt sich hoffnungslos in den Gassen der Altstadt und steht alsbald in einer ihr vollkommen unbekannten Straße, in der eine Reihe herrschaftlicher Villen aus den 1890ern langsam vor sich hin verfallen. Conny ist verzweifelt und den Tränen nahe.

Zur selben Zeit verzweifelt auch Sophia, denn das politische Gerede auf dem Elysium, zu dessen Teilnahme sie durch die Konventionen der aschenburger Kainiten gezwungen war, verliert sich in elendigem Klein-Klein. Angenervt beschließt sie, etwas Luft zu schnappen - auch wenn sie seit 1931 nicht mehr atmen muss.
Im nahen, vollkommen menschenleeren Park sieht sie Conny völlig aufgelöst auf einer Parkbank, was Sophias Interesse weckt. Es entspinnt sich ein Gespräch, das zunehmend intimere Züge annimmt und schließlich damit endet, dass Sophia ihren Appetit an Conny stillt. Conny ist, von Sophia mit ihren paranormalen Fähigkeiten eingelullt und durch die Extase des Kusses komplett weggetreten "Out of Order", als Sophia ein von einem Ghul des Prinzen gesteuertes Taxi ordert, das Conny schließlich nachhause bringt.

Am nächsten Morgen weiß Conny nicht mehr, wie der Heimweg abgelaufen ist. Hat Conny selbst das Taxi gerufen? Connys Vater ist keine Hilfe - er war die ganze Nacht in der Klinik. War die albtraumhafte Irrwanderung durch die uralten Gassen und Alleen nur Illusion? Und das unwirkliche Gespräch mit der mysteriösen Frau ein Traum? Conny weiß es nicht. Während sie die nächsten vier Tage krank zuhause verbringt, kreisen ihre/seine Gedanken unaufhörlich um diesen Abend - bis der Schulalltag Conny einholt und auf andere Gedanken bringt. Es ist zwei Wochen später, als Conny den Schock ihres/seines Lebens bekommt. In einer abgelegenen Ecke der im Keller befindlichen Schulbücherei hängt ein uraltes Schwarzweißfoto, das eine junge Frau an einem Konzertflügel zeigt. Der Name "Sophia Florescu" steht unter dem Bild. Gleich neben einer Jahreszahl - 1931. Conny kennt die Frau.

Und von da ab startet das Ganze dann.... ;D 


Edit: Mal gespannt, wen jetzt auffällt, aus welchem billigen B-Movie ich einen der beteiligten Charaktere geklaut habe  ~;D
« Letzte Änderung: 20.10.2020 | 18:09 von Waldviech »
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